Peniche: Surfen, Sehenswürdigkeiten und das beeindruckende Drumherum

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Ein weltweit hoch angesehener Surf-Spot mit einer nahezu perfekten Welle, steile Felsklippen und der Fischfang kennzeichnen die kleine Küstenstadt im Norden von Lissabon. Nach mehr als einer Woche im Surfer-Paradies am Atlantik war mir schnell bewusst, dass die Stadt und die nähere Umgebung noch einiges mehr zu bieten haben. Die Highlights von Peniche und sechs Orte, die du unbedingt besuchen solltest, stelle ich dir in diesem Beitrag etwas genauer vor.

Peniche stand bei mir schon sehr lange ziemlich weit oben auf der „Must See“-Liste. Nicht unbedingt wegen der Sehenswürdigkeiten, sondern vielmehr, weil die Stadt am Atlantik einer der beliebtesten Surfspots in Europa ist. Außerdem wollte ich nach meinem Trip ins bunte Porto im vergangenen Jahr noch mehr von Portugal kennenlernen, denn Land und Leute hatten bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Daher machte ich es mir für mehr als eine Woche in einer neu gebauten Apartment-Anlage in Ferrel, direkt bei Peniche, bequem. So konnte ich nicht nur die traumhafte Dünenlandschaft aus nächster Nähe genießen, sondern war bei gutem Wellengang rechtzeitig im Wasser, um mich beim Surfen ordentlich durchwaschen zu lassen.

Ein Mietwagen für ungefähr 15 Euro sorgte für die notwendige Flexibilität, um bei Flaute im Meer mal eben die Umgebung von Peniche zu entdecken. Eine weise Entscheidung, wie sich später herausstellen sollte.

Das sind die Highlights von Peniche

In Peniche selbst gibt es einiges zu entdecken, auch wenn dir beim Schlendern durch die Stadt auffallen wird, dass es keine traditionelle Altstadt gibt und architektonische Meisterwerke eher Mangelware sind. Peniche ist eine Stadt, die eher Mittel zum Zweck ist und den Aufenthalt für Surfer und Strandurlauber angenehm macht, ohne durch besonders viele Sehenswürdigkeiten zu punkten.

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Einst war Peniche eine Halbinsel, die sich auf Grund des Fischfangs an großer Popularität erfreute. Auch heute ist die Stadt mit den zwei langgezogenen Strandabschnitten bekannt für ihre Sardinen. Um leckeren Fisch kommst du daher nur schwer herum.

Wirklich berühmt geworden ist Peniche allerdings durch die nahezu perfekten Surf-Bedingungen. Diese findest du hier fast über das gesamte Jahr, weshalb das Surfen das erste meiner acht Highlights von Peniche sein muss, die ich dir im Folgenden näher vorstelle:

1. Surfen auf den vielleicht besten Wellen Europas

Dass Peniche jeden Herbst Schauplatz der World Surf League ist, hat einen Grund: Perfekte Wellen, welche die besten Surfer der Welt anlocken. Vor allem der Strandabschnitt Praia dos Supertubos gilt als einer der besten Beachbreaks der Welt. Bei guten Bedingungen türmt sich hier eine langgezogene, röhrenförmige Welle (Tube) auf, die in Europa ihresgleichen sucht. Sie wurde sogar zu einem der „7 Wunder Portugals“ gewählt.

Aber auch am Strand Richtung Baleal gibt es zahlreiche Beachbreaks, welche die Waschgänge in den Wellen etwas harmloser machen als Reef Breaks. Daran erfreuen sich auch zahlreiche Surfschulen, weshalb es zu den Hauptzeiten im Line-Up extrem voll werden kann. Insbesondere auf Höhe des Peniche Kite & Surf Centers. Hier ist von einsamer Surf-Romantik kaum eine Spur.

Das Surf Center war auch mein erster Anlaufpunkt, um mir für 15 Euro pro Tag ein Surfbrett auszuleihen. Beim riesigen Rip Curl-Shop an der Hauptstraße beträgt die Leihe pro Tag sogar 18 Euro, jedoch wird das Surfboard preiswerter, je länger du es dir ausleihst.

Im Vergleich zu Taghazout in Marokko oder Canggu auf Bali, wo ich für meine individuellen Surf-Abenteuer nur selten mehr als umgerechnet fünf Euro zahlte, doch recht happig. Aber: Die Wellen sind es wert.

2. Einkaufen auf dem Mercado Municipal de Peniche

Weg vom Meer und rein ins Zentrum der Stadt, wo dienstags bis sonntags von 8 bis 13 Uhr der Mercado Municipal de Peniche seine Pforten öffnet. In der Markthalle verkaufen die Bauern aus der Umgebung frisches Obst, Gemüse, diverse Kräuter und selbstgebackenes Brot, während die Fischer den frisch gefangenen Fisch auf dem Präsentierteller servieren.

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Auch wenn die Markthalle eher einer alten Lagerhalle ähnelt und trotz ihrer Größe etwas versteckt liegt, solltest du die Suche nach ihr unbedingt auf dich nehmen. Nicht nur, weil die angebotenen Waren sehr preiswert und von guter Qualität sind, sondern weil die Stimmung sehr entspannt ist und Produkttests bei den zuvorkommenden Portugiesen willkommen sind.

3. Die Stadtmauer Fortaleza de Peniche

Große Präsenz in Peniche hat das Fort von Peniche, das zwischen 1557 und 1570 erbaut wurde und sich als Stadtmauer um die Halbinsel zieht. Es lohnt sich einen Teil davon abzulaufen. Von hier hast du nicht nur einen tollen Blick auf das Meer, du bekommst auch eine recht gute Vorstellung, welch große Bedeutung das Fortaleza de Peniche einst für die Stadt als Schutz vor Angriffen gehabt haben muss.

4. Die kleine Insel Papoa

Gar nicht so weit vom Fort entfernt, befinden sich die wunderschönen Klippen von Papoa. Der kleine Küstenabschnitt am Stadtrand besticht durch hohe Felsen, von denen aus die Fischer ihre Angelruten auswerfen. Ein schöner Fleck, für den du dir ein paar Minuten Zeit nehmen solltest, um das weite Meer zu genießen und einen Blick auf den Berlenga-Archipel zu erhaschen, dessen Silhouette sich bei guter Sicht zeigt.

5. Der Leuchtturm mit bestem Meerblick

Einen noch besseren Blick auf das Berlenga-Archipel bekommst du vom Leuchtturm im Südwesten von Peniche. Landschaftlich weniger schön als Papoa und teilweise etwas runtergekommen, aber auf alle Fälle einen kurzen Besuch wert. Die 20 Meter hohen Cliffs bieten sich an, um den Sonnenuntergang zu bewundern oder den Surfern aus der Ferne zuzuschauen, wie sie sich in den Supertubos schlagen.

6. Die traumhafte Dünenlandschaft

Die Dünenlandschaft, die sich vor allem in Richtung Norden bis nach Baleal zieht, ist vollständig begehbar und für mich das wahrscheinlich faszinierendste Highlight von Peniche. So war es für mich bei meinen Surf-Sessions immer wieder ein Erlebnis mit dem Brett unter dem Arm durch die Dünen zu stapfen, dem immer lauter werdenden Meeresrauschen zu lauschen und – oben angekommen – plötzlich auf die tosenden Wellen und den sich öffnenden Strand zu blicken. Einfach nur genial, auch ohne Surfbrett unter dem Arm.

7. Eine abwechslungsreiche Laufstrecke mit Trimm-Dich-Pfad

Sport wird in Peniche groß geschrieben. Und damit meine ich nicht das Wellenreiten, sondern vielmehr die sportlichen „Landratten“, die fleißig ihre Laufrunden drehen oder mit dem Fahrrad oder Longboard von A nach B fahren.

Extra dafür geschaffen gibt es in Richtung Norden einen Lauf- und Fahrradweg bis nach Baleal. Er gibt alle 500 Meter die zurückgelegte Strecke an und trumpft in Form eines Trimm-Dich-Pfads mit einzelnen Trainingsstationen auf. Eine schöne Laufstrecke mit guten Übungen, um sich auch außerhalb des Wassers fit zu halten.

8. Die (zumindest erwähnenswerte) Innenstadt

Das Zentrum von Peniche ist kein wirkliches Highlight, da die Innenstadt eher an eine Industriestadt als an ein buntes, portugiesisches Städtchen erinnert. Dennoch gibt es einige schöne Ecken, wie zum Beispiel rund um die Kirchen Sao Pedro und Misericordia. Guten Fisch bekommst du im Restaurant A Sardinha, wo du einen gelungenen Surf-Tag bei einem Glas Weißwein ausklingen lassen kannst.

Sechs sehenswerte Orte in der Umgebung von Peniche

Peniche hat gewiss seine Vorzüge. Aber mal ganz ehrlich: Würde es die guten Wellen zum Surfen nicht geben, dann wäre Peniche wohl eine Küstenstadt wie jede andere in Portugal und niemals so schnell gewachsen.

Als Ausgangspunkt für Tagestouren wäre Peniche dennoch perfekt geeignet. Rundherum gibt es schließlich eine Menge zu entdecken. Daher habe ich auch hier sechs Highlights in der Umgebung von Peniche für dich ausgewählt, die dich ganz bestimmt vom Surfbrett, äh Hocker, hauen werden.

1. Die mittelalterliche Stadt Obidos

Ein wirklich schöner Tagesausflug ist die Fahrt nach Obidos. Die mittelalterliche Stadt, die innerhalb der Stadtmauern von Souvenirshops, kleinen Gassen und Häusern mit den bunten Fassaden übersät ist, liegt lediglich eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt.

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Wenn du nicht unbedingt darauf aus bist, dich mit Kühlschrankmagneten, Azulejos und Holzbesteck einzudecken, dann solltest du dir zumindest die Stadtmauer und die Burg Castelo de Obidos etwas genauer anschauen. Sie wurden zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert errichtet. Die Mauer ist normalerweise begehbar, war bei meinem Besuch auf Grund von Restaurationen leider gesperrt.

Ein Muss in Obidos ist es, den Ginja em copo de chocolate zu probieren. Dabei handelt es sich um einen Likör aus Kirschen, der in einer kleinen Schokoladentasse serviert wird. An ihm kommst du beim Stadtrundgang über das Kopfsteinpflaster nur schwer vorbei. Ich habe es dennoch geschafft, da ich am frühen Morgen noch nicht gewillt war, mir einen Likör zu genehmigen.

Das historische Zentrum von Obidos mit seinen blau- und gelb-weißen Häusern hast du innerhalb eines halben Tages erkundet. Nimm dir trotzdem genügend Zeit für die Mittelalterstadt mit ihren sehr gut erhaltenen Bauwerken und mache es dir in einem der gemütlichen Cafés und Restaurants gemütlich. Zu bestimmten Zeiten findet auch ein Mittelaltermarkt statt. So oder so, die Stadt verdient definitiv das Prädikat „Klein, aber oho“.

Tipp: Besuche Obidos, bevor die Reisebusse ankommen und das Zentrum aus allen Nähten platzt. Suche dir außerdem einen kostenlosen Parkplatz etwas weiter außerhalb, da eine Stunde direkt am Eingang 1,75 Euro kostet.

2. Das unscheinbare Caldas da Rainha

Nicht wirklich spektakulär ist Caldas da Rainha. In die Highlights habe ich die Stadt dennoch aufgenommen, da sie sich ideal in eine Rundtour mit Obidos und Foz de Arelho integrieren lässt.

Bekannt ist Caldas da Rainha für die Töpfer- und Keramikkunstwerke sowie die bunten Häuser im Jugendstil. Am Wochenende findet im Zentrum ein großer Markt statt. Einige wenige Seitengassen laden zudem dazu ein, vollkommen planlos durch die Stadt zu marschieren.

Eine Augenweide ist der Park Dom Carlos I. Dort kannst du entweder spazieren gehen, eine kleine Bootstour machen, dich mit einem Buch in der Leseecke entspannen oder das wilde Treiben auf dem großen Spielplatz beobachten. Oder du besuchst eines der Museen, die im Park liegen beziehungsweise daran angrenzen.

Tipp: Parkplätze sind in Caldas da Rainha rar. Es gibt jedoch einen großen, kostenlosen Parkplatz direkt hinter dem Park Dom Carlos I, der nicht weit vom Zentrum entfernt liegt.

3. Die traumhafte Lagune von Obidos

Ein wahres Paradies ist die Lagune von Obidos bei Foz do Arelho. Vor allem die Sandbank, die fast schon wüstenähnliche Züge annimmt, sowie das weit ausgedehnte Wasserbecken sind einfach atemberaubend.

Das flache Wasser der Salzwasserlagune lädt dazu ein, viele hundert Meter durch das Wasser zu waten. Falls du es etwas sportlicher magst, finden sich ganz bestimmt ein paar Mitspieler zum Beachvolleyball oder Beachsoccer. Sand gibt es in der Lagune von Obidos schließlich mehr als genug, sodass die sportlich Aktiven den Herumliegenden ganz sicher nicht in die Quere kommen.

Gut gefallen hat mir außerdem, dass es entlang der Lagune genügend kostenlose Parkplätze gibt. Dahinter befinden sich zahlreiche Cafés und Restaurants, wo es zu fairen Preisen frischen Fisch und leckere Kaltgetränke gibt. Ideal, um einen entspannten Tag am Meer – oder vielmehr in der Lagune – ausklingen zu lassen.

4. Der „verlassene“ Praia da Almagreira

Eines der Highlights in der Umgebung von Peniche ist neben der Lagune von Obidos der Praia da Almagreira. Er liegt etwas versteckt im Norden von Ferrel und ist ohne Auto nur mit etwas Aufwand erreichbar. Der Weg zum langgezogenen und breiten Sandstrand führt von Ferrel über eine staubige Straße und endet auf einer Anhöhe. Ein schmaler Weg leitet dich anschließend hinunter zum Meer auf den feinen Sandstrand.

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Die kleinen Buchten sind es auch, die ebenso typisch für den Strandabschnitt sind, wie die großen, roten und teils abgerundeten Felsen. Ebenfalls stark ist, dass Gebäude nur in der Ferne zu erspähen sind, sodass der Praia da Almagreira den Charme eines einsamen Strandes versprüht.

Da du hier beste Bedingungen zum Surfen vorfindest, hält sich die Einsamkeit an manchen Tagen in Grenzen. Der Beachbreak ist nicht nur bei fortgeschrittenen Surfern, sondern auch bei puren Anfängern beliebt. Umso besser, dass der breite Strand genug Platz für alle bietet. Ein purer Genuss, ganz egal, ob auf dem Surfbrett oder auf dem Strandtuch.

5. Der Surfer-Hotspot Ericeira

Neben Peniche ist Ericeira ein weiteres Surfer-Paradies am Atlantik. Auch hier treffen sich jährlich die besten Surfer der Welt zu unterschiedlichen Events. Anders als Peniche ist Ericeira von steilen und sehr hohen Klippen geprägt. Das ehemalige Fischerdorf machte zudem einen recht noblen und aufgeräumten Eindruck auf mich.

Im Wasser war ich im knapp 40 Kilometer nordwestlich von Lissabon gelegenen Surf-Spot nicht. Du triffst aber auch hier auf Wellen für alle Schwierigkeitsgrade. Im Jahr 2011 wurde Ericeira gar zum ersten Surfreservat Europas und zum dritten weltweit gekürt. Ein klares Indiz dafür, welchen Stellenwert der Surfsport für die 10.000-Einwohner-Gemeinde hat.

6. Die pulsierende Hauptstadt Lissabon

Einen Tag für Portugals Hauptstadt Lissabon solltest du dir unbedingt blockieren. Auch, wenn mir persönlich Porto sogar noch etwas besser gefällt, so ist Lissabon eine faszinierende Stadt. Die Fahrt auf der A8 von Peniche nach Lissabon dauert knapp anderthalb Stunden.

Bevor du dich auf Parkplatzsuche (Parkhaus pro Tag kostet 10 bis 20 Euro) in der Innenstadt begibst, solltest du über die Golden Gate Bridge Lissabons fahren. Die 2.278 Meter lange Brücke des 25. April führt dich direkt zum Cristo Rei. Dabei handelt es sich um eine Nachbildung der Christusstatue von Rio de Janeiro. Nicht ganz so imposant wie das brasilianische Original, aber doch sehr beeindruckend.

Zurück im Zentrum warten das Castelo de Sao Jorge, das mir mit zehn Euro Eintritt etwas zu teuer war, sowie der Elevador de Santa Justa mit seinen langen Warteschlangen auf dich. Beide sind auch von außen sehr schön anzuschauen. Mein Highlight in Lissabon war jedoch der riesige Praca do Comercio, der von der Fußgängerzone aus, nach dem Durchgang durch ein riesiges Tor, ganz plötzlich auftaucht. Ein Anblick, der bei mich durchaus verblüffte.

Falls du wissen willst, warum ich Porto dennoch bevorzuge, dann hat das genau drei Gründe:

  1. Lissabon platzte bei meinem Besuch aus allen Nähten.
  2. Von allen Seiten wirst du von Restaurant-Mitarbeitern – teilweise sehr penetrant – angesprochen.
  3. Etwas überspitzt ausgedrückt gibt es in Lissabon mehr Tuk Tuks als in Bangkok und E-Scooter als in Singapur. Hinzu kommt eine breite Masse an Hop-On-Hop-Off-Bussen.

Vielleicht wurde mein Vergleich auch dadurch beeinflusst, dass es bei meinem Besuch in Lissabon sehr heiß war. Die Sightseeing-Lust hielt sich deshalb etwas in Grenzen, weshalb ich Porto als weitaus entspannter wahrgenommen habe. Nichtsdestotrotz: Lissabon ist eine tolle Stadt.

Es gibt noch mehr: Nazare und die Berlengas – leider ohne mich

Zwei bedeutende Sehenswürdigkeiten, die bei meinem Peniche-Trip eigentlich ziemlich weit oben auf der „Must See“-Liste standen, habe ich zeitlich leider nicht geschafft. Die Rede ist von Nazare und den Berlengas. Schuld daran hatten unter anderem die einzelnen Surf-Sessions, die ich mir einfach nicht entgehen lassen wollte.

Damit dir nicht das Gleiche passiert, möchte ich dir die beiden vermeintlichen Hotspots im Folgenden zumindest kurz vorstellen – und mich daran erinnern, sie beim nächsten Mal zu besuchen:

Die Berlengas – das Postkartenmotiv schlechthin

Die Berlengas sind ein Archipel, das gut zehn Kilometer von der Küste von Peniche entfernt liegt. Der Archipel besteht aus den Inselgruppen Berlenga Grande, Farilhoes und Estelas. Erstgenannte Insel verfügt über ein Fort, das längst zum Postkartenmotiv Nummer eins von Peniche geworden ist.

Um den Archipel mit den skurrilen Felsformationen gibt es einige Strände und Höhlen. Eine der Buchten zählt gar zu den schönsten Zentralportugals. Das klare Wasser lädt zum Schnorcheln ein. Auch Taucher inspizieren hier (scheinbar) regelmäßig die portugiesische Unterwasserwelt.

Für einen Ausflug zugänglich ist lediglich die Insel Berlenga Grande. Ausflugsboote starten täglich von den Anlegestationen in Peniche. Ab Mitte September ist die Berlengas-Saison allerdings beendet, da die See dann zu rau ist, um auf den Archipel überzusetzen.

Nazare und die größten Wellen der Welt

Nazare ist ein sehr unscheinbarer Ort, der in den vergangenen Jahren durch die höchsten Wellen der Welt an Berühmtheit erlangt hat. Bis zu 25 Meter türmen sich die Riesenwellen auf, die du vom Forte de Sao Miguel bestaunen kannst.

Am Aussichtspunkt gibt es zudem ein kleines Museum, wo die Bretter der besten Big Wave-Surfer ausgestellt sind. Unter anderem auch vom Deutschen Sebastian Steudtner, der Jahr für Jahr den Weltrekord jagt.

Was es sonst in Nazare zu bewundern gibt, habe ich nicht wirklich in Erfahrung gebracht. Es ging mir rein darum, einmal den Blick vom Forte de Sao Miguel auf die Wellen zu werfen. Wellen, die im Sommer recht klein, aber auch ziemlich wild, sind. Die richtig hohen Wellen gibt es in der Regel ab Oktober.

Für wen ist Peniche denn nun geeignet?

Innerhalb eines Jahres bin ich zu einem wahren Portugal-Fan mutiert. Die freundlichen Menschen, die wunderschöne Atlantikküste und mit Porto und Lissabon zwei Großstädte, die mich schwer beeindruckt haben. Peniche als Surfer-Paradies war letztendlich das i-Tüpfelchen, um endlich auch die hochgelobten Wellen zu kennenzulernen.

Für Surfer und Surfinteressierte ist Peniche ein wahres Paradies. Egal, wo du dich in der Küstenstadt befindest, überall sind Surfshops, Surfschulen oder Niederlassungen der größten Surf-Marken. Alles dreht sich hier um das Surfen.

Bist du ein reiner Strandurlauber, dann wirst du dich nicht an der atemberaubenden Dünenlandschaft rund um Peniche satt sehen können. Rein zum Sightseeing eignet sich Peniche weniger, da die Sehenswürdigkeiten eher spärlich gesät sind und du diese spätestens an einem Tag abgeklappert hast.

Mietest du dir jedoch ein Auto, so kannst du die nähere Umgebung von Peniche auf eigene Faust erkunden. Dass es diese in sich hat, sollten dir die von mir genannten Highlights gezeigt haben. Peniche ist daher auch für Nicht-Surfer ein tolles Reiseziel.

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