Rio de Janeiro

Was du in Rio de Janeiro nicht verpassen solltest

Rio de Janeiro ist die zweitgrößte Stadt Brasiliens und gewiss eine der schönsten Metropolen der Welt. Schuld daran haben vor allem der Zuckerhut und die Christusstatue, die als Wahrzeichen gelten und das Bild der Stadt prägen. Was mich an Rio außerdem verzaubert hat – und da gibt es so einiges – verrate ich dir im heutigen Beitrag.

Es ist ein gutes Jahr her, als ich für eine knappe Woche während meiner Rucksacktour durch Brasilien in Rio de Janeiro verweilte. Eine absolute Traumstadt, die ihren Namen, der aus dem Portugiesischen übersetzt „Fluss des Januars“ bedeutet, einem Seefahrer zu verdanken hat, der die Meeresbucht der Stadt zuerst für einen großen Fluss hielt. Weit gefehlt.

Die Stadt am Zuckerhut, die für Karneval, Lebensfreude und Caipirinhas am Strand bekannt ist und im kommenden Jahr Ausrichter der Olympischen Spiele sein wird, hat auch mich zu tiefst beeindruck. Vor allem das Flair der Carioca, wie die Einwohner heißen, ist ansteckend und so ist es kein Wunder, dass man sich bei einem Besuch in der Metropole nur schwer wieder von ihr trennen kann.

Was mich an Rio de Janeiro besonders begeisterte

„Hio“, so ist die Aussprache der Brasilianer, ist riesig und innerhalb einer Woche nur schwer ausgiebig zu erkunden. Kein Wunder bei einer Einwohnerzahl von 6,5 Millionen Menschen und einer Fläche von mehr als 1.000 Quadratkilometern. Daher solltest du dir bei deinem ersten Besuch über einige Ziele bereits im Vorhinein Gedanken machen, sofern du dich nicht für mehrere Wochen niederlässt. Ein paar heiße Tipps von mir dürfen da natürlich nicht fehlen:

1. Beachsoccer spielen an der Praia de Botafogo

Der für mich vielleicht schönste Moment im vergangenen Jahr war das Beachsoccer spielen an der Guanabara Bucht von Botafogo. Zusammen mit zwei Freunden und mit einem Fußball bewaffnet, machte ich mich zu später Stunde an den Strand, um dort ein bisschen zu kicken. Nach wenigen Schüssen aufs Tor kamen weitere Fußballfans aus Chile und Argentinien und aus dem planlosen Gekicke wurde ein wunderbares Beachsoccer-Spiel.

Doch eigentlich war es nicht das Fußballspiel selbst, das den Abend perfekt machte, sondern vielmehr das Flair in einer Bucht zwischen dem Zuckerhut und der beleuchteten Christusstatue, die regelmäßig zwischen den Hochhäusern auftauchte. Wenn du dem Fußballsport nicht ganz so offen gegenüber stehst, dann lohnt es sich dennoch, sich für eine Weile am Strand niederzulassen und Botafogo im Dunkeln zu genießen, bevor du den Abend im Anschluss in der anliegenden Kneipenmeile ausklingen lässt.

2. Mit der Seilbahn auf den Zuckerhut

Einer der beiden Touristenmagnete ist der 395 Meter hohe Zuckerhut, der in der Landessprache unter Pão de Açúcar bekannt ist und übersetzt Zuckerbrot bedeutet. Selbst James Bond trieb in Moonraker im Jahre 1979  sein Unwesen auf dem aus dem Meer herausragenden Granitfelsen.

Die Seilbahn namens O Bodinho führt über die Mittelstation, wo einige Restaurants und ein Rundweg mit Aussichtspunkten auf dich warten, auf den Gipfel des Zuckerhuts. Klar, dass hier der Andrang an Touristen am größten ist, da du hier eine wunderbare Aussicht über ganz Rio genießen kannst, den Corcovado natürlich inbegriffen.

Auch, wenn die Touristenflut beim Zuckerhut besonders groß ist, solltest du dir die Seilbahntour für ungefähr 15 Euro nicht entgehen lassen. Das perfekte Foto bekommst du früh morgens, da hier die Sicht am besten ist.

3. Panoramablick vom Aussichtspunkt Dona Marta

Cristo Redentor, also die weltberühmte Christusstatue ist der Anziehungspunkt Nummer eins in Rio de Janeiro. Dementsprechend groß sind die Massen an Touristen auch auf dem Corcovado, dem 704 Meter hohen Berg, auf dem die Statue aus nächster Nähe begutachtet werden kann.

Teilweise musst du sehr viel Geduld mitbringen, denn die Warteschlangen können schon mal drei Stunden deiner kostbaren Zeit opfern. So war es auch bei meinem Versuch die Christusstatue vom Sockel aus anzuschauen. Ich hatte allerdings weniger Geduld, weshalb ich mit meinen beiden Reisegefährten einen Tipp des Stefan Loose-Reiseführers befolgte und die Christusstatue vom Aussichtspunkt Dona Marta aus inspizierte.

Der Berg liegt auf 340 Meter Höhe unterhalb des Corcovado und bietet Rucksacktouristen wie dir und mir drei Vorteile:

  • Die Sicht auf Rio de Janeiro ist exakt die gleiche nur eben aus geringerer Höhe.
  • Der Aussichtspunkt bietet sich ideal dafür an, um das perfekte Foto von der Christusstatue zu schießen.
  • Touristenandrang gibt es kaum bis gar nicht, was den Stresslevel der Sightseeing-Tour enorm reduziert.

Die Serpentinenstraße kannst du entweder mit dem Taxi fahren oder laufen, sofern du gut zu Fuß bist. Achte aber darauf, dass du genügend Wasser bei dir hast, denn die Wegstrecke ist einerseits sehr anstrengend, andererseits gibt es am Ziel keinerlei Getränke zu kaufen.

4. Abendessen im Brasilerinho in Copacabana

Als Backpacker musst du nicht immer nur auf Sparflamme leben. Ganz im Gegenteil, denn bei einer Tour solltest du dir ab und an etwas gönnen. Während meines Aufenthaltes in Rio habe ich mir zum Beispiel ein Abendessen im Brasilerinho geleistet, was nicht ganz preiswert war, von der Qualität her aber große Klasse.

So findest du auf der Speisekarte typisch brasilianische Gerichte, wie zum Beispiel Feijoada, also einen Eintopf aus Bohnen mit Schweine- oder Rindfleisch und weiteren Zutaten. Da Südamerika sehr fleischfixiert ist, kannst du dich auch wunderbar am beliebten 500-Gramm-Filet probieren. Ich hatte mich damals für den Meeresfrüchte-Teller entschieden und alleine beim Gedanken daran läuft mir das Wasser im Mund zusammen.

Der Blick entlang der Promenade und die bunte Einrichtung sind zwei weitere Aspekte, warum ich bei meinem nächsten Aufenthalt in Rio gerne wieder ins Brasilerinhod gehe, um meinem Gaumen etwas Gutes zu tun.

5. Fußballgeschichte im Maracanã erleben

Spätestens seit dem vergangenen Sommer sollte jeder Deutsche etwas mit dem Estádio do Maracanã anzufangen wissen. Schließlich ist es das Stadion, in dem unsere Fußball-Weltmeisterschaft am 13. Juli 2014 Fußball-Weltmeister wurde. Erinnerst du dich noch?

Mit dem Viertelfinale Deutschland gegen Frankreich durfte ich selbst ein WM-Spiel im berüchtigten Maracanã erleben. Auch wenn es nicht das Finale war, so wird mir das Spiel immer im Gedächtnis bleiben. Zum einen, weil ich in den Fanreihen eher zufällig meinen damaligen Chef und einen Mitbewohner meines Praxissemesters, das ich vier Jahre zuvor in Südafrika absolvierte, traf, was ein sehr emotionaler Moment war. Zum anderen, weil die DFB-Elf den Grundstein für den WM-Titel legte und das Stadion auf Grund seiner Geschichte einen unheimlichen Zauber versprüht. Fußballfans werden mich jetzt sicherlich verstehen.

Bist du in Rio, dann statte dem Stadion einfach mal einen Besuch ab. Es lohnt sich vor allem dann, wenn eine der Begegnungen zwischen den Vereinen Vasco da Gama, Botafogo, Flamengo oder Fluminese stattfindet, bei denen du feststellen wirst, was der Fußball tatsächlich für die Brasilianer bedeutet. So nett und gastfreundlich sie normalerweise sind, so explosiv und fanatisch sind sie beim Fußball.

6. Kneipentour im Stadtteil Lapa

Unter all den Punkten, die ich dir in diesem Blogbeitrag aufzähle, ist dieser der einzige, den ich selbst nicht abgehakt habe, worüber ich mich noch immer sehr ärgere. Denn Lapa scheint sich, so haben es mir einige Backpacker erzählt, abends in eine wahre Partymeile zu verwandeln.

Überall wird getanzt und ausgelassen gefeiert. Mit dabei sind auch jede Menge Einheimische, die Lapa nicht etwa zu einer kommerziellen Partymeile wie dem Ballermann auf Mallorca machen, sondern zu einem sympathischen Fleckchen mit noch sympathischeren Leuten. Also tu mir den Gefallen, stürze dich ins Nachtleben von Lapa und erzähle mir, ob es wirklich so gut ist, wie es mir angepriesen wurde.

7. Fliesentreppe von Selaron bestaunen

Die Anzahl an tollen Sehenswürdigkeiten und wunderschönen Plätzen scheint in Rio de Janeiro schier grenzenlos zu sein. Eine, die du dir auf alle Fälle vornehmen solltest ist die Fliesentreppe von Selarón, die sowohl an die Stadtteile Lapa als auch Santa Teresa angrenzt und etwas versteckt liegt.

Die kunterbunte Treppe ist das Lebenswerk von Jose Selarón, einem chilenischen Künstler, der die 215 Stufen mit mehr als 2.000 Fliesen aus aller Welt bestückt hat. Viele davon sind aus Deutschland, wobei der Herkunftsort meist an den Gravierungen zu erkennen ist, was das Ablaufen der Treppe zu einem interessanten Suchspiel macht.

Nach der Dämmerung empfiehlt es sich allerdings die Treppe zu meiden, da sie dann zu einem beliebten Platz für Drogenhändler und Obdachlose wird. Suche dann lieber das Weite und stürze dich in das Partyleben von Lapa, schließlich findet dieses gleich um die Ecke statt.

8. Strandlauf an der Copacabana

„Die Copacabana“, wie wir den berühmtesten Strandabschnitt Rios betiteln, gibt es nicht. Copacabana ist nämlich lediglich der Name des Stadtteils. Die Promenade ist den Brasilianern dagegen als Princesinha do Mar (= Kleine Meerprinzessin) bekannt. Diese Verwechslung hat aber keinen Einfluss darauf, dass ich dich zu einem Strandlauf an eben diesem Strand motivieren will.

Nicht nur, weil Laufen gesund ist und den Kopf frei macht. Ein Strandlauf in Copacabana ist gleichzeitig auch eine Art Sightseeing-Tour, denn es gilt ganze vier Kilometer vom Anfang bis zum Ende zu überwinden. So kannst du beim Hinweg am Strand zum Beispiel den aktiven Brasilianern beim Stand-Up-Paddling, Beachsoccer oder Beachvolleyball zuschauen und auf dem Rückweg entlang der Promenade verschiedene Restaurants, Bars und Verkaufsstände auskundschaften. Nicht zu vergessen, die traumhafte Landschaft, die dich umgibt.

9. 24-Stunden-Workout an den kostenlosen Trainingsstationen

Es bleibt sportlich, denn was mich bei meiner Brasilientour ebenfalls faszinierte waren die Aufbauten diverser Trainingsstationen am Strand oder direkt in der Stadt. Meist waren diese aus Metall oder Beton und so ausgestattet, dass jeder Fitnessjunkie ein komplettes Workout mit Klimmzügen, Dips, Sit-Ups & Co. durchführen kann.

Der ganze Spaß ist kostenlos, frei benutzbar und wird abends in der Regel beleuchtet. Ausreden für den inneren Schweinehund gibt es also nicht, weshalb auch du mal eine Trainingseinheit durchführen solltest. Wenn du es nicht alleine machen willst, dann schließe dich einer der vielen Fitnessgruppen an, die abends ihre Parcours zum Zirkeltraining aufbauen und gemeinsam ihre Körper stählen.

Rio hat für jeden Geschmack etwas zu bieten

Es wäre utopisch zu behaupten, dass meine obigen Vorschläge die absoluten Geheimtipps sind. Rio de Janeiro ist einfach zu groß, um einen Plan mit allen sehenswerten Ausflugszielen aufzustellen. Außerdem gibt es tagtäglich Neues zu entdecken

Da jeder Backpacker andere Vorlieben hat, sind meine Tipps sicherlich auch nicht für jedermann geeignet. Wie du bemerkt hast, spielt bei mir das Thema Sport stets eine große Rolle. Wenn du ebenfalls ein Sportfreak bist, dann mache unbedingt einen Strandlauf in Copacabana, spiele Beachsoccer in Botafogo und besuche das Maracanã. Wenn nicht, dann besuche Künstlerviertel, chille am Strand und besichtige die pulsierende Innenstadt.

Festzuhalten bleibt, dass ich mit den sieben Ausflugstipps großartige Momente verbinde. Ob du bei deinem Trip nach Rio de Janeiro all die Punkte abhandelst oder nicht, bleibt dir überlassen. Entdecke Rio de Janeiro auf deine eigene Weise und lasse dich von einer der schönsten Metropolen der Welt verzaubern. Viel Spaß dabei und gib mir Rückmeldung, was dir ganz besonders gut gefallen hat.

111 Orte in Rio de Janeiro, die man gesehen haben muss: Reiseführer
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  • Emons Verlag
  • Auflage Nr. Originalausgabe (21.04.2016)
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4 Gedanken zu „Was du in Rio de Janeiro nicht verpassen solltest“

  1. Ich liebe Rio! Es ist schon so lang her, dass ich 2007 dort war und ich würde wahnsinnig gern mal wieder dort hin reisen. Allein wenn ich an die Pao de Queijo denke und an die tollen Fruchtshakes, die es an jeder Ecke gibt… Den Ausblick vom Zuckerhut fand ich auch großartig. Mein Geheimtipp ist übrigens das Museo do Indio, das fand ich großartig.
    Liebe Grüße,
    Ela

    1. Hallo Ela,
      dank dir vielmals für deinen Geheimtipp, der ein weiterer Grund ist, unbedingt einmal wieder nach Rio de Janeiro zu fliegen. Die Pao de Queijo hatte ich auch schon ganz verdrängt. Einfach köstlich und nahezu überall zu bekommen. Drücke dir die Daumen, dass ein Besuch von dir in Rio nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt.
      Viele Grüße, Daniel.

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