Wanderung auf den Säuling mit Pflach als Ausgangspunkt

saeuling-wanderung-pflach

Der Säuling ist der Hausberg von Füssen und so markant, dass er wahrscheinlich auch dir schon öfters aufgefallen ist, wenn du von Norden kommend die A7 Richtung Österreich gefahren bist. Wie aus dem Nichts türmt sich die freistehende Felspyramide auf und sticht sofort ins Auge: Markant, mächtig und einzigartig in seiner Form.

Viele Male bin ich am Säuling vorbeigefahren, ohne ihn auch nur einmal aus nächster Nähe bewundert zu haben. Die Lust ihn zu besteigen vergrößerte sich mit jedem weiteren Anblick, sodass es endlich an der Zeit war, den eindrucksvollen Berg in den Ammergauer Alpen zu besteigen anstatt ihn erneut links liegen zu lassen. 

Hintergrundinfos zum Säuling

Laut deutscher Messung ist der Säuling 2.047 Meter hoch. Die Österreicher haben sogar noch einen Meter draufgepackt, sodass sie seine Höhe offiziell auf 2.048 Meter festgelegt haben. Ähnlich wie die Höhe ist unklar, zu welchem Land der Berg eigentlich gehört. Er befindet sich schließlich direkt auf der deutsch-österreichischen Grenze. 

weg-zum-saeulinghaus

Seinen Namen hat der Säuling auf Grund der säulenförmigen Felsen auf der Südseite erhalten. Für die Kelten war er einst “Der Berg, der durch die Wolken bricht”. Dafür verwendeten sie ein Wort, das dem heutigen “Säuling” stark ähnelt. So zumindest habe ich es nach meiner Besteigung einem Video auf YouTube entnommen, das sich näher mit der Herkunft des Namens und der Geschichte des Berges beschäftigt.

Der Märchenkönig Ludwig II. soll erstmals im zarten Alter von zwölf Jahren auf dem Säuling gewesen sein. Vielleicht kam ihm damals in luftiger Höhe die Idee, das Schloss Neuschwanstein zu errichten, das sich am Fuße des Berges auf deutscher Seite befindet und welches du vom Sattel unterhalb der Gipfelspitze bestaunen kannst.

Willst du Ludwig II. nachahmen, hast du zwei Möglichkeiten für die Besteigung. Du kannst entweder von der deutschen Seite in Schwangau starten oder von der kleinen Gemeinde Pflach in Österreich. Ich entschied mich für die kürzere Variante und startete meine Wanderung in Pflach, die über das Säulinghaus zum Gipfel des Säulings führt. Eine schöne Route, die ich dir im nächsten Abschnitt etwas detaillierter vorstelle. 

Von Pflach zum Säuling – Routenbeschreibung

Vorab möchte ich dich darauf hinweisen, dass die Wanderung zum Säuling keine Einsteigertour ist. Du solltest ebenso schwindelfrei wie trittsicher sein und über eine gute Kondition verfügen. Die Wanderwege sind teilweise sehr steil und felsig. Außerdem führen sie über Geröll. Unsichere Stellen sind mit Seilen gesichert. 

suedhang-saeuling

Insgesamt ist die Route von Pflach zum Säuling 4,11 Kilometer lang, wobei du 1.073 Höhenmeter für den Aufstieg bewältigen musst. So zumindest haben es meine Messungen ergeben. Da ich recht sportlich unterwegs war, erreichte ich nach 1:38 Stunden den Gipfel. Laut der Beschilderung im Tal solltest du dir drei Stunden für den Aufstieg einplanen. 

Startpunkt der Tour, die auf dem gleichen Weg wieder zurückführt, ist der Säuling-Parkplatz in Pflach (siehe Google Maps). Von dort marschierst du die ersten hundert Meter auf einer asphaltierten Straße, die parallel zum Lettenbach entlang führt. Anschließend wechselst du auf einen schmalen Pfad durch den Wald, der bergauf mehrmals mit dem Forstweg kreuzt. 

Tipp für Fahrradjunkies: Bist du mit dem Mountainbike unterwegs, kannst du dir den ersten Abschnitt zu Fuß sparen und bis zum Ende des Forstweges radeln. 

Nach einiger Zeit taucht die imposante Südwand des Säulings auf. Von da an wird der Weg steiler und felsiger. Hast du die kleinen Serpentinen hinter dir gelassen, wartet das Säulinghaus auf dich. Der ideale Ort für eine Stärkung, sofern du deine Säuling-Tour gemächlich angehen willst.

Vom Säulinghaus geht es über Schrofen und teilweise mit Seilen gesicherten Abschnitten weiter zur Gamswiese. In diesem Bereich ist deine Trittsicherheit gefragt. Achte darauf, dass du keine Steinlawinen lostrittst. Diese wiederum könnten böse Folgen für andere Wanderer haben.

Auf der Gamswiese bietet sich die Gelegenheit durchzuatmen, bevor du dich auf zum letzten Anstieg auf den Säuling machst. Kurz vor dem Gipfel wird es nochmals etwas steiler, sodass du gegebenenfalls deine Hände einsetzen musst. Oben am Gipfelkreuz angekommen, heißt es dann aber erstmal: Rucksack ablegen und die Aussicht genießen. 

Die Highlights der Säuling-Tour

Die komplette Wanderung zum Säuling und zurück zum Parkplatz in Pflach dauert ungefähr fünf Stunden. Obwohl es sich bei meiner vorgestellten Tour nicht um einen Rundweg handelt, gibt es überraschend viele Highlights. 

gamswiese-saeuling

Säulinghaus

Anderthalb bis zwei Stunden nach deinem Start in Pflach erreichst du das 1925 erbaute Säulinghaus. Es liegt auf 1.720 Metern Höhe und ist täglich von 9:30 bis 18 Uhr geöffnet. 

Das Säulinghaus, das noch heute im Originalzustand ist, erreichst du ausschließlich zu Fuß. Daher musst du dir den Ausblick von der sonnenverwöhnten Terrasse auf die Lechtaler und Allgäuer Alpen nicht mit Auto- und Bustouristen teilen, sondern ausschließlich mit Wanderern und Kletterern. 

Gamswiese

Zwischen dem Säulinghaus und der Säulingspitze befindet sich ein mit einem grünen Teppich überzogener Sattel – die Gamswiese. Ein Ort, der wie gemalt ist. Daher ist es kaum verwunderlich, dass das frühere Kronprinzenpaar Maximilian und Marie regelmäßig mit ihren Kindern Otto und Ludwig aufbrach, um von der Gamswiese die schöne Aussicht zu genießen. 

Von der Gamswiese schweift der Blick über den Forggensee und die Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau. Gehst du den kleinen Hügel auf der anderen Seite zum Säuling hinauf, erweitert sich dein Blick auf den Alpsee. Die Gamswiese ist ein toller Ort, um deine Energie aufzuladen und die Seele baumeln zu lassen, bevor du den letzten Anstieg zur Säulingspitze antrittst. 

Säulinggipfel

Dass der Gipfel des Säulings Teil meiner Highlights ist, wird für dich keine große Überraschung sein. Er ist nicht nur das Ziel deiner Bergtour, sondern auch der Ort, an dem sich dir ein grandioses 360-Grad-Panorama eröffnet. 

Vom Gipfelkreuz blickst du auf die Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau, den Forggensee, das Tannheimer Tal sowie das Wettersteingebirge mit der Zugspitze. Bei guter Sicht schaust du sogar bis zum Ammersee und dem Starnberger See. Ich bilde mir sogar ein, in weiter Ferne die schneebedeckte Wildspitze, Österreichs zweithöchsten Berg, entdeckt zu haben. 

Beeindruckend fand ich auf dem Gipfel des Säulings den Kontrast zwischen dem deutschen Flachland mit seinen Seen und den mächtigen Bergmassiven der Alpen. Selten habe ich zuvor auf einem Berg gestanden, der landschaftlich so viel Abwechslung bietet. 

Nebengipfel Steinmann

Nur einen Steinwurf von der Säulingspitze entfernt, befindet sich ein kleiner Nebengipfel. Er liegt sogar noch etwas höher und ist mit einem weitaus kleineren Gipfelkreuz ausgestattet. Der große Vorteil: Auf dem Felsen war ich bei meinem Besuch ganz alleine. Den Anblick auf den Säuling konnte ich somit in aller Ruhe genießen.

Der Aufstieg zum Nebengipfel ist nicht ganz einfach. Du musst wenige Meter über einen schmalen Grat laufen. Kurz vor dem Gipfel geht es steil bergauf. Das ganze Prozedere dauert zwar nur wenige Minuten, allerdings solltest du hierfür trittsicher und vor allem schwindelfrei sein.

Tipps für deine Wanderung auf den Säuling

Damit du bestens für deine Wanderung von Pflach auf den Säuling vorbereitet bist, habe ich noch ein paar Tipps für dich. Diese solltest du beachten, schließlich gehört die imposante Felspyramide nicht unbedingt zu den Einsteiger-Routen – aber das erwähnte ich bereits. 

  1. Gute Wander- bzw. Bergschuhe sind ein absolutes Muss. Ebenso wie eine gewisse Trittsicherheit. Fehlt dir beides, bringst du dich in unnötige Gefahr, denn spätestens nach der Südwand wirst du mit Joggingschuhen an deine Grenzen stoßen. Hinzu kommt, dass es vereinzelt große, flache Steine gibt, die sehr rutschig sind. 
  2. Bewege dich verantwortlich im Gelände und passe auf, dass du keine unnötigen Steinlawinen lostrittst. Dir werden diese zwar nichts ausmachen, für andere Wanderer können kleine, herabrollende Steine jedoch schwerwiegende Folgen haben. 
  3. Verwendest du für den Aufstieg Trekkingstöcke, solltest du diese ab dem Säulinghaus wegpacken, um dich voll und ganz auf die Sicherungsseile und steilere Passagen zu konzentrieren. Ein geübter Handgriff ist dann oftmals wertvoller, als dich mit den Stöcken auf den rutschigen Felsen abzustoßen. 
  4. Beginne deine Tour früh am Morgen. Da der Einstieg der Wandertour sowohl von Pflach als auch von Schwangau sehr gut erreichbar ist und viele Nachahmer den Blick auf die Schlösser genießen wollen, kann es mittags schon mal recht voll auf dem Gipfel werden. 
  5. Überschätze dich nicht und werde beim Aufstieg nicht übermütig. Plane bei geringer Kondition genügend Pausen ein, zum Beispiel am Säulinghaus oder auf der Gamswiese. Die Erinnerungskreuze und Gedenksteine, die du passieren wirst, sollten dir Warnung genug sein.

Weit mehr als nur ein Zwischenstopp

Nach der Besteigung des Säulings verbrachte ich noch einige Tage in Tirol. Als ich mich wenige Tage später wieder Richtung Heimat aufmachte, passierte ich selbstverständlich erneut den Säuling. Noch lange verfolgte er mich beim Blick in den Rückspiegel. Diesmal allerdings mit dem Unterschied, dass er mir ein fettes Grinsen ins Gesicht zauberte und mit der Gewissheit, den 2.047 Meter hohen Felsriesen endlich bestiegen zu haben. 

Sicher wird auch dir der Säuling auffallen, wenn du das nächste Mal die A7 Richtung Österreich fährst. Mein Tipp: Schaue dir den Säuling bei einer Wandertour aus nächster Nähe an und genieße die traumhafte Landschaft. 

Oder warst du bereits auf dem Säuling? Wo war der Start deiner Route und was hat dich an der Wanderung ganz besonders begeistert? Ich freue mich auf einen Kommentar und den Austausch mit dir. 

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.