Garmin Forerunner 745: Darum bin ich ein so großer Fan der Multisport-Uhr

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Pulsuhren für den Ausdauersport sind längst nicht mehr das, was sie einmal waren. Mittlerweile sind sie zu wahren Smart Watches beziehungsweise sogenannten Multisport-Uhren gereift. Eine davon ist die Garmin Forerunner 745, von der ich seit mehr als zwei Monaten stolzer Besitzer bin. Warum ich so begeistert von ihr bin und was mir trotz der Euphorie weniger gut gefällt, verrate ich dir in diesem Beitrag.  

Als ich in diesem Jahr beim Frankfurt City Triathlon aus dem Langener Waldsee stieg und auf meine Pulsuhr blickte, war das Display meiner Laufuhr leer. Nicht etwa, weil ich vergessen hatte, den Akku zu laden, sondern weil meine TomTom Runner 2, die mir mehr als fünf Jahre treue Dienste leistete, das Schwimmen nicht überstand. Eine Uhr, die ihren Zweck voll und ganz erfüllte und die mir stets die Daten lieferte, auf die ich mich lange Zeit fokussierte: Dauer, Streckenlänge, Puls.

Der Triathlon in Frankfurt ohne jegliche Kontrolle am Handgelenk war durchaus eine neue Erfahrung für mich. Der Fokus lag einzig und allein auf dem eigenen Körpergefühl. So wusste ich weder, in welchem Pulsbereich ich mich während des Wettkampfs befand, noch wieviel der Strecke ich auf dem Rad oder in den Laufschuhen bereits absolviert hatte. Auch, wenn ich mich auf meine Körperwahrnehmung verlassen konnte, war es nach dem Rennen höchste Zeit für eine neue Uhr.

Garmin Forerunner 935: Bestellt und doch wieder zurückgeschickt

Aufgrund von Empfehlungen entschied ich mich beim Kauf für die Garmin Forerunner 935, dem bis vor einiger Zeit noch Top-Modell der Forerunner-Serie. Mittlerweile wurde die Multisport-Uhr, die aufgrund ihrer enormen Akku-Laufzeit vor allem bei Langdistanz-Triathleten und Ultraläufern beliebt ist, von der Forerunner 945 abgelöst. Sie hat einige neue Funktionen, die für mich jedoch nicht von Belang waren, sodass ich mich darüber freute, das ich das Vorgängermodell zu einem Schnäppchenpreis ergattern konnte.

Beim ersten Test der Garmin Forerunner 935 entschied ich mich für einen Trailrun über 20 Kilometer. Mein Ziel war es das GPS-Signal der Uhr auf Herz und Nieren zu prüfen. Beim Bergablaufen nach ungefähr zwölf Kilometern fiel mir jedoch auf, dass sich meine Durchschnittspace nicht verbesserte, obwohl ich ordentlich auf die Tube drückte. Auch die Streckenaufzeichnung hakte. In der anschließenden Auswertung über Garmin Connect entdeckte ich plötzlich eine lange Gerade. Ein großer Teil meiner Laufstrecke wurde nicht aufgezeichnet – und mein Ärger darüber war recht groß.

Nach mehreren Recherchen in diversen Foren erfuhr ich, dass vereinzelte Tracking-Fehler keine Seltenheit sind. Trotz des guten Angebots, für die ich die Forerunner 935 kaufte, war mein Test beim Trailrunning ernüchternd. Die Uhr schickte ich umgehend wieder zurück.

Es musste also eine neue Multisport-Uhr her. Da in meinem Umfeld einige Ausdauersportler vom guten Support, dem Tracking sowie der Aufbereitung der Daten schwärmten, gab ich Garmin noch eine Chance – diesmal in Form des kleinen Bruders des Forerunner-Topmodells, nämlich der Garmin Forerunner 745.

Ein paar Fakten zur Garmin Forerunner 745

Die Garmin Forerunner 745 als eine Pulsuhr zu bezeichnen ist fast schon eine Beleidigung. Zwar ist sie offiziell als Triatlonuhr beziehungsweise Multisport-Uhr ausgeschrieben, allerdings macht sie auch im Alltag eine gute Figur und kann sogar problemlos mit einer Smart Watch mithalten. Auf Smart Notifications und anpassbare Displaydesigns musst du ebenso wenig verzichten wie auf das Bezahlen mit der Uhr über Garmin Pay oder eine Verknüpfung zu Spotify oder Deezer.

Gemessen an den Funktionen ist es beeindruckend, was die Garmin Forerunner 745 alles kann. Anstatt E-Mails vom Handgelenk abzulesen oder meinen Schlaf zu analysieren, sorgten bei mir vor allem die folgenden Funktionen für Luftsprünge:

  • Herzfrequenzmessung am Handgelenk
  • vorinstallierte Modi, z. B. Laufen, Radfahren, Schwimmen oder Krafttraining
  • mehrere Satellitensysteme
  • tägliche Trainingsvorschläge
  • Messung des Trainingseffekts
  • Erholungsberater
  • Trainingsbelastung, gemessen am Trainingsvolumen der letzten sieben Tage
  • Messung der VO2max
  • Streckenplanung und Navigation
  • Garmin Coach
  • Datenauswertung über Garmin Connect
  • Verknüpfung mit Strava
  • Bezahlen mit Garmin Pay
  • Sicherheits- und Trackingfunktionen

Dies war nur eine kleine Auswahl an Möglichkeiten, die dir die Garmin Forerunner 745 bietet. Umso erstaunlicher, dass all diese Funktionen in das kleine Polymer-Gehäuse passen, das gerade mal einen Durchmesser von 43,1 Millimetern und einer Tiefe von 14,1 Millimetern hat. Mit 47 Gramm ist die Multisport-Uhr, die es in vier verschiedenen Farben gibt, zudem ein wahres Leichtgewicht – ein für mich ziemlich gutes Kaufargument.

20 Vorteile der Garmin Forerunner 745

Mittlerweile habe ich die Garmin Forerunner 745 seit mehr als zwei Monaten tagsüber am Handgelenk. Ich testete sie beim Schwimmen im Becken sowie im Freiwasser, beim Radeln auf dem Rennrad oder dem Rollentrainer, bei diversen Laufeinheiten und bei zwei Triathlon-Wettkämpfen.

Ein Fauxpas wie bei der Forerunner 935 blieb mir bisher erspart. Die Uhr ist damit zu einem treuen Begleiter geworden und die Angst, das Tracking könnte bei einer langen Einheit mal wieder nicht funktionieren, ist längst verschwunden.

Mittlerweile bin ich gar zum Uhrenträger im Alltag mutiert. Die Multisport-Uhr ist im Gegensatz zu einigen Vergleichsprodukten überaus ansehnlich, alles andere als klobig und mit den besagten 47 Gramm ein absolutes Leichtgewicht.

Es gibt natürlich noch einige weitere Vorteile, warum ich zu einem großen Fan der Forerunner 745 geworden bin. Um welche es sich handelt, habe ich dir in den folgenden Stichpunkten aufgelistet:

  1. Die Einrichtung der Multisport-Uhr von Garmin ist kinderleicht über die App Garmin Connect durchführbar und in wenigen Schritten erledigt.
  2. Der Bildschirmhintergrund ist mit der App Connect IQ individualisierbar. Als Daten-Junkie kannst du dir bestimmte Datenfelder anzeigen lassen und den Hintergrund mit dem Vereinslogo oder einem Bild deiner Wahl schmücken.
  3. Das Display reagiert gut auf Sonneneinstrahlung und Spiegelungen, sodass du deine Daten während des Trainings oder eines Wettkampfs stets im Blick hast.
  4. Die Auswahl der vorinstallierten Sportarten zum Tracken, ist riesig. Sollte eine bestimmte Sportart dennoch fehlen, kannst du diese manuell mit deinen gewünschten Datenfeldern hinzufügen.
  5. Die Trainingsseiten und Datenfelder einer jeden Sportart sind individuell anpassbar. So kannst du verschiedene Seiten mit bis zu sechs Feldern erstellen, die beispielsweise Daten über die Distanz, das Tempo, die Herzfrequenz oder die Effizienz bereitstellen.
  6. Basierend auf deinen letzten Trainingseinheiten erhältst du tägliche Trainingsvorschläge. Ein schönes Feature, wenn du nicht strikt nach Trainingsplan trainierst oder du noch recht neu im Ausdauersport bist.
  7. Mit Bausteinen lassen sich über Garmin Connect recht einfach eigene Trainings erstellen, die du direkt in den Kalender integrieren kannst. Eine Funktion, die ich gerne nutze, um mein Training besser zu strukturieren.
  8. Über Garmin Connect erhältst du jede Menge Daten zu deinem absolvierten Training, das grafisch sehr schön aufbereitet ist. Mit dem passenden Pulsgurt, der nicht unbedingt nötig ist, tauchst du noch tiefer in die Materie ein, da weitere Statistiken hinzukommen.
  9. Der kostenlose Garmin Coach hilft dir dabei, dich auf ein bestimmtes Ziel vorzubereiten. Willst du zum Beispiel deinen ersten 10-Kilometer-Lauf oder einen Halbmarathon finishen oder eine bestimmte Zielzeit erreichen, wirst du beim Programm von echten Trainern an die Hand genommen.
  10. Auch animierte Trainings sind möglich. So werden dir zum Beispiel Cardio-, Kraft-, Yoga- und HIIT-Trainings angezeigt, um die richtigen Bewegungsabläufe einzuhalten.
  11. Die Pulsmessung am Handgelenk funktioniert recht stabil und liefert sogar beim Schwimmen aussagekräftige Daten. Damit ist die Garmin Forerunner 745 ihren Vorgängern und anderen Vergleichsmodellen einen Schritt voraus.
  12. Beim Triathlon wird nicht nur das Schwimmen, Radfahren und Laufen getrackt, sondern auch die Wechselzeiten. Bei zwei Sprint-Distanzen funktionierte die Aufzeichnung mit den Wechseln der Sportarten auf Knopfdruck ohne Probleme.
  13. Nach einem Training oder einem Wettkampf zeigt dir der Erholungsberater deine erwartungsgemäße Erholung in Stunden an. Eine gute Erinnerung, damit die Regeneration nicht zu kurz kommt.
  14. Die Synchronisation mit anderen Apps funktioniert reibungslos. So hatte ich zum Beispiel keinerlei Probleme die Multisport-Uhr mit Strava oder dem Wahoo Kickr Snap zu verknüpfen.
  15. Obwohl die Forerunner 745 bei der Akkulaufzeit nicht mit der Forerunner 945 oder 935 mithalten kann, ist die Laufzeit ziemlich stark. So hält der Akku sechs Stunden im GPS-Modus mit Musik oder 16 Stunden im GPS-Modus ohne Musik.
  16. Die Ladezeit des Akkus ist ziemlich schnell. Das macht sich bezahlt, wenn du vergessen hast die Uhr aufzuladen, aber schon in Trainingsmontur bereitstehst.
  17. Daumen hoch auch für das GPS-Tracking, das bei meinen Lauf- und Radeinheiten bestens funktionierte. Es ist sogar möglich auf GPS + GLONASS (russisches Satellitensystem) beziehungsweise GPS + GALILEO (Satellitensystem der Europäischen Union) umzustellen. Nutzen musste ich die zusätzlichen Einstellungen bisher noch nicht.
  18. Die Garmin Forerunner 745 ist ein verlässliches Navigationssystem. So hat es mich zum Beispiel beim Trailrunning auf dem Königsweg verlässlich durch den Wald geführt. Die Strecken kannst du unter anderem über Komoot und Strava erstellen und direkt auf deine Uhr laden.
  19. Der Höhenmesser läuft über ein Barometer und nicht wie beim Vorgänger über GPS. Das sorgt für noch aussagekräftigere Daten.
  20. Die Uhr bietet Unmengen an Funktionen, die ich selbst noch nicht alle auf dem Schirm habe. Daher entdecke ich regelmäßig neue Features, auch wenn ich diese oftmals gar nicht brauche.

Nachteile der Multisport-Uhr – was mir weniger gut gefällt

Obwohl ich mit der Garmin Forerunner 745 sehr zufrieden bin, gibt es auch einige – zum Glück recht wenige – Punkte, die mir übel aufstoßen. Zum Beispiel der Preis, denn mit 449,99 Euro ist die Triathlonuhr nicht gerade ein Schnäppchen. Zwar ist sie ihren Preis wert, für Laufeinsteiger, Triathlon-Rookies oder Rennrad-Newbies stellt sie aber doch eine recht große monetäre Hürde dar.

Fünf weitere Nachteile, die mir seit dem Kauf aufgefallen sind, verrate ich dir anhand der folgenden Stichpunkte:

  1. Beim Freiwasserschwimmen gibt es leichte Tracking-Aussetzer. Fakt ist aber auch, dass es bisher noch keine Multisport-Uhr geschafft hat, beim Schwimmen im freien Gewässer zuverlässige Daten zu liefern.
  2. Der Akku ist absolut stark, allerdings könnte er zum Beispiel bei Triathlon-Langdistanzen, dem 24-stündigen Megamarsch oder anderen Events über eine lange Dauer an seine Grenzen stoßen. Die Frage ist, wie oft du daran teilnimmst. Zudem gibt es kluge Einstellungen, um die Akkulaufzeit zu verlängern.
  3. Gemessen an den Funktionen hätte mir eine schlankere Uhr durchaus ausgereicht. Das Vorgängermodell, also die Forerunner 735XT, wäre zum Beispiel ideal gewesen, war aber weder bei Garmin noch in einem seriösen Online-Shop erhältlich.
  4. Der Blick auf die Karten nach einer Trainingseinheit zeigt, dass es bei der Streckenaufzeichnung minimale Abweichungen geben kann. Dies sollte aber kein Grund zur Sorge sein, denn alles in allem ist das GPS-Tracking wirklich Spitze.
  5. Bei der Navigation gibt es keine topographischen Karten, die zum Beispiel beim Trailrunning relevant sind. Die Navigation reicht dennoch aus, um sicher ans Ziel zu kommen. Das Upgrade gibt´s erst bei der Garmin Forerunner 945.

Wie du merkst, sind die Nachteile recht überschaubar. Ich hätte noch die Pulsmessung über das Handgelenk nennen können, die nicht mit der Aufzeichnung über einen Pulsgurt mithalten kann, aber das sollte dir als Ausdauersportler bewusst sein. Zuverlässig sind die Daten dennoch. Auch, dass die Garmin Forerunner 745 unfassbar viele Funktionen hat, ist anfangs etwas überfordernd. Aber besser so, als andersrum.

Für wen eignet sich die Uhr denn nun?

Natürlich sind die Anschaffungskosten mit 449,99 Euro nicht gerade niedrig. Daher solltest du dir beim Kauf im Klaren sein, für welche Zwecke du die Uhr benutzen willst. Bist du begeisterter Ausdauersportler und fokussierst du dich auf mehr als eine Sportart, zum Beispiel Laufen und Radfahren, dann fällst du definitiv in die richtige Zielgruppe. Die Garmin Forerunner 745 ist nun mal eine Multisport-Uhr, die prädestiniert für Multisportler ist.

Bist du dem Triathlon verfallen, ist die Uhr ebenfalls perfekt auf dich zugeschnitten. Nicht nur, dass du dein Ausdauertraining aufzeichnen lassen kannst und du dir deinen Trainingsplan direkt auf die Uhr spielst, du kannst auch ein vorgegebenes Training zur Mobilisation mit Beispielübungen abrufen. Bei Wettkämpfen kannst du zudem auf einen verlässlichen Gefährten bauen, da du die Sportarten mit einem Klick wechselst und sich die Datenfelder der jeweiligen Sportart automatisch anpassen.

Über die Akkulaufzeit solltest du dir ebenfalls keine Sorgen machen. Vor allem nicht, wenn du deinen Sport ohne Musik im Ohr ausübst. Die Uhr hat, auch wenn sie hinsichtlich des Akkus schwächer als die Garmin Forerunner 945 ist, eine enorme Ausdauer. 16 Stunden Akkulaufzeit im GPS-Modus – ohne Musik – sprechen für sich.

Legst du als Sportler großen Wert auf bestimmte Features, wie zum Beispiel das Bezahlen oder das Lesen von E-Mails, bist du mit der Garmin Forerunner 745 ebenfalls bestens bedient. Mir ist die Anzahl der Funktionen fast etwas zu viel, aber ich muss sie nicht alle nutzen und kann mir die Menüpunkte der Uhr in wenigen Schritten anpassen.

Nach gut zwei Monaten komme ich zu dem Entschluss, dass die Multisport-Uhr aus dem Hause Garmin ein sehr guter Kauf war. Sollte die Uhr doch einmal Störungen aufweisen, zum Beispiel beim nächsten Schwimmen im Langener Waldsee, so weiß ich, dass ich mich guten Gewissens an den Support wenden kann. Laut den Erfahrungsberichten einiger Freunde soll auch dieser ziemlich stark sein, was letztendlich ein weiteres Argument für meine Kaufentscheidung war. Ich hoffe jedoch, dass ich den Support nicht einschalten muss und die Uhr weiterhin so stabil funktioniert wie bisher.

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