Ötztal Radweg: Details zur Strecke und alle Höhepunkte von Haiming nach Sölden

Von den Apfelplantagen über weite Talböden bis zu den massiven Dreitausendern bietet der Ötztal Radweg von Haiming nach Sölden jede Menge Abwechslung. Im Jahr 2022 wurde er nach weiteren Arbeiten offiziell eingeweiht, mit dem Ziel, den Radfahrern möglichst viel Natur und die prächtige Landschaft zu zeigen. Das ist mehr als gelungen, weshalb ich dir die 55 Kilometer durchs Ötztal in diesem Beitrag gerne etwas genauer vorstelle.

In Tirol habe ich mittlerweile zahlreiche Radkilometer gesammelt, sowohl auf dem Gravelbike als auch auf dem Rennrad. Die Strecken um Axams und Obsteig fühlen sich fast schon heimisch an – das Ötztal hatte ich bis zu diesem Sommer dagegen nur auf dem Weg nach Sölden zum Skifahren oder nach Obergurgl zum Wandern durchquert.

Zudem konnte ich mir schwer vorstellen, dass eine Fahrradtour durch das Ötztal ein besonderes Erlebnis sein würde. Die Anfahrt mit dem Auto von Ötztal-Bahnhof nach Sölden empfand ich nie als spektakulär – eher dunkel, trist und langen Autoschlangen geprägt.

Als ich jedoch auf das folgende Video vom Ötztal Tourismus stieß, wurde ich neugierig. Daraufhin beschloss ich gemeinsam mit meiner Freundin, den Ötztal Radweg vom 670 Meter hohen Haiming bis ins 1.368 Meter hohe Sölden auf mich zu nehmen.

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Ötztal Radweg: Anreise, Streckenprofil und Etappen

Um bestens für deine Fahrradtour zu sein, stelle ich dir alle Details zum Ötztal Radweg etwas genauer vor. Du erfährst, wie du zum Startpunkt gelangst, wie die Route verläuft, was die Höhepunkte sind und in welche Etappen du dir den Radweg aufteilen kannst.

Anreise zum Startpunkt nach Haiming

Der Start des 55 Kilometer langen Radwegs durch das Ötztal, der sich in vier Etappen aufteilt, ist in Haiming. Um zum Ausgangspunkt zu gelangen, hast du drei Optionen. Du kannst entweder mit dem Fahrrad, dem Auto oder dem Zug anreisen.

Mit dem Auto nach Haiming

Die flexibelste Anreise nach Haiming ist mit dem Auto. Du erreichst die Tiroler Gemeinde über die A12 (mit Vignette) oder über die B171, wenn du dir die Maut sparen willst. Möglichkeiten zum Parken findest du auf dem kostenlosen Wanderparkplatz (Google Maps).

Mit dem Zug nach Haiming

Die Anreise in das 5.000 Einwohner große Dorf im Oberinntal klappt auch ganz bequem mit dem Zug. Von Innsbruck nimmst du die S5 nach Ötztal-Bahnhof. Sie fährt stündlich ab und ist knapp 45 Minuten unterwegs.

Reist du aus größerer Entfernung an, solltest du dich am Zielort Ötztal-Bahnhof orientieren. Er verfügt über gute Fernverbindungen. Von Ötztal-Bahnhof kannst du mit der S5 nach Haiming fahren. Oder du kürzt deine Ötztal-Radtour ab und startest direkt von Ötztal-Bahnhof. Der Ort liegt vier Kilometer von Haiming entfernt.

Mit dem Fahrrad nach Haiming

Wie wäre es anstatt mit dem Auto oder Zug mit dem Fahrrad anzureisen? Der 520 Kilometer lange Innradweg, der sich von St. Moritz über Innsbruck bis nach Passau erstreckt und Haiming schneidet, bietet sich perfekt dafür an.

Falls du keine ausgiebige Bikepacking-Tour machst, du dich aber ein bisschen einfahren möchtest, kannst du auch von Innsbruck oder Imst aus zum Einstiegspunkt strampeln. Die Strecke verläuft moderat am Inn entlang.

In vier Etappen durch das Ötztal

Der Radweg im Ötztal besticht vor allem durch seine Abwechslung. Rollst du zu Beginn an der Apfelmeile vorbei, die dir das Gefühl vermittelt in Südtirol zu sein, so radelst du später über weite Talebenen und bis zum Fuße der mächtigen Dreitausender.

Es ist kein Muss, den Ötztal Radweg an einem Tag zu absolvieren. Du kannst dir die Strecke auch auf die folgenden vier Etappen einteilen (Anmerkung: Etappen und Kilometerangaben laut oetztal.com):

  • Etappe 1: Von Haiming nach Oetz (14 Kilometer)
  • Etappe 2: Von Oetz nach Umhausen (9,5 Kilometer)
  • Etappe 3: Von Umhausen nach Längenfeld (14 Kilometer)
  • Etappe 4: Von Längenfeld nach Sölden (11 Kilometer)

Bei der Fahrradtour durch das Ötztal, die ich mit meiner Partnerin unternommen habe, sind wir an einem Tag von Oetz nach Sölden und wieder zurückgefahren. Die erste Etappe haben wir uns aus Zeitgründen gespart, zumal wir dort zuvor schon mehrmals mit dem Fahrrad unterwegs gewesen sind.

Die Strecke des Ötztal Radwegs im Detail

Der Vollständigkeit halber habe ich die folgende Grafik eingefügt, damit du dir einen Überblick über den gesamten Ötztal Radweg verschaffen kannst. Während ich bei unserer Tour auf dem Rennrad unterwegs war (blaue Linie), genoss meine Freundin die Fahrt auf dem offiziellen Radweg durchs Ötztal (grüne Linie).

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Bist du mit dem Gavelbike, dem Mountainbike oder dem E-Bike unterwegs, solltest du dich an der grünen Linie orientieren. Einen Großteil des Ötztal Radwegs kannst du zwar mit dem Rennrad bewältigen, zwischendurch musst du jedoch immer wieder auf die B186 ausweichen, wo du dir die Straße mit rasant fahrenden Autos teilst.

Ötztal Radweg mit dem Gravelbike in Zahlen (von Haiming nach Sölden)

➥ Entfernung: 55 Kilometer
➥ Dauer: 4 Stunden
➥ Anstieg: 1.054 Höhenmeter
➥ minimale Höhe: 658 Meter
➥ maximale Höhe: 1.348 Meter
➥ beste Jahreszeit: April bis Oktober

Anmerkung: Die Daten habe ich meiner Garmin Forerunner 745 entnommen. Die Strecke von Haiming nach Oetz wurde manuell via Garmin Connect hinzugefügt. Die GPX-Dateien (hin und zurück) findest du hier zum Download ➪ Gravelbike-Strecke | Rennrad-Strecke.

Etappe 1: Von Haiming nach Oetz (14 Kilometer)

Der erste Streckenabschnitt führt auf einem asphaltierten Radweg an Apfelplantagen vorbei bis nach Schlierenzau. Von dort geht es einen eher unspektakulären Weg weiter nach Ötztal-Bahnhof und zur AREA 47.

Anschließend leitet der Radweg neben der Ötztaler Ache nach Oetz. Die kleine Gemeinde eignet sich, um in einem der Cafés oder Gasthäuser im alten Dorfkern zu neuen Kräften zu kommen.

Highlight auf der 1. Etappe: AREA 47

Als Adrenalinjunkie kommst du in der AREA 47 voll auf deine Kosten. Der größte Outdoor-Freizeitpark in Österreich befindet sich am Anfang des Ötztals. Das riesige Areal lädt unter anderem zum Klettern, Blobbing, Mountainbiken, Canyoning oder Rafting in der Imster Schlucht ein.

Etappe 2: Von Oetz nach Umhausen (8 Kilometer)

Etappe zwei führt am Acherkogel kurz vor dem Ortsausgang von Oetz vorbei. Der Parkplatz eignet sich, um eine verkürzte Tour zu starten. Den Fahrradweg geht es im Anschluss parallel zur Bundesstraße bergauf bis du an einer Unterführung im Ortsteil Habichen die Straßenseite wechselst.

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Serpentinen nach Habichen
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Fahrradweg nach Umhausen

Nach einer scharfen Linkskurve windet sich der Fahrradweg in Serpentinen steil bergauf. Hast du den Anstieg hinter dir gelassen, radelst du durch einen Waldabschnitt parallel zum Tumpenbach.

In Tumpen überquerst du die Bundesstraße erneut, um kurz darauf entspannt durch den breiten Talboden mit seinen weiten Wiesen und Feldern zu fahren. An Habichen und der Engelswand vorbei geht es bis zum MTB-Parcours auf der linken Seite nochmal etwas anspruchsvoller bergauf.

Im MTB-Parcours kannst du kostenlos ein paar Runden drehen, um deine Technik zu schulen. Zudem lohnt sich ein kurzer Blick auf die bisherige Strecke, bevor du hinab ins Zentrum von Umhausen fährst.

Highlight auf der 2. Etappe: Habicher See

In Habichen lohnt sich ein kurzer Zwischenstopp am Habicher See (Google Maps). Er ist lediglich 25 Meter breit und 50 Meter lang, sorgt dennoch für einen traumhaft schönen Anblick. Diesen genießt du vor allem vom zwölf Meter langen Steg, auf dem Sitzbänke für eine Pause angebracht sind.

Etappe 3: Von Umhausen nach Längenfeld (15 Kilometer)

Mit dem Gravelbike, Mountainbike oder E-Bike ist es ein Kinderspiel den richtigen Weg zu finden, da der Ötztal Radweg erstklassig beschildert ist. Mit dem Rennrad hatte ich jedoch so meine Schwierigkeiten, da ich beim Versuch Umhausen zu verlassen, immer wieder an Schotterwegen endete. Daher blieb mir nur die B186 übrig.

Anders sieht es mit dem Gravelbike aus, denn auf der anderen Seite der Ache verläuft der eigentliche Ötztal Radweg. Von Umhausen geht es rasant bergab zu einer Brücke, die du überquerst. Neben dem fließenden Gewässer geht es leicht bergauf.

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Der Ötztal Radweg entlang der Ache

An der Ferdinands Brücke kreuzen sich die Wege von Rennradfahrern und Gravelbikern wieder. Die Bogenbrücke, die speziell für Radfahrer angelegt wurde, ist eine Attraktion für sich. Danach geht es den Berg hinauf am Klettergarten Auplatte vorbei und wieder hinab nach Winklen.

Musstest du bis dahin einige Höhenmeter bewältigen, so ist der Radweg durchs Ötztal von Winklen über Unterried und Oberried bis Längenfeld äußerst erholsam. Auch hier führt er wieder durch ein breites Tal.

Highlight auf der 3. Etappe: Aqua Dome

Ein Geheimtipp ist der Aqua Dome nicht mehr. Die 22.000 Quadratmeter große Therme mit ihren zwölf Innen- und Außenbecken und den sieben Saunen lockt täglich unzählige Gäste an. Auf der Suche nach einem geeigneten Ort zur Regeneration wirst du hier fündig. Willst du länger bleiben, kannst du es dir sogar im Aqua Dome Hotel gemütlich machen.

Etappe 4: Von Längenfeld nach Sölden (11 Kilometer)

Der letzte Streckenabschnitt auf dem Ötztal Radweg führt von Längenfeld bis nach Huben an der Ötztaler Ache entlang. Waren die vorherigen Kilometer von weiten Blicken und Sonnenschein geprägt, wird das Ötztal nun enger und dunkler.

Nach Huben überquerst du die Ache ein weiteres Mal und radelst Richtung Bruggen. Bei Aschbach kommt eine Radbrücke, an die ein Schotterweg anschließt. Als Rennradfahrer musst du hier für einige Zeit auf die Ötztaler Bundesstraße wechseln – kein allzu angenehmer Abschnitt.

Nachdem du einen weiteren Anstieg bewältigt hast, kreuzt der Fahrradweg die Bundesstraße. Ab hier geht es auf einem asphaltierten Weg namens Waldweg. Er führt über die Ortschaften Kaisers und Schmiedhof bis nach Sölden.

Highlight auf der 4. Etappe: Bike Republic Sölden

Im Frühling wandelt sich Sölden von einem der beliebtesten Skigebiete Tirols zu einem wahren Mountainbike-Eldorado. Von Juni bis Oktober gibt es in der Bike Republic, wie sich Sölden dann nennt, ein riesiges Netz an Naturtrails, Lines mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, Enduro-Routen und Pumptracks.

Warum der Ötztal Radweg so toll ist

Ein großes Problem an den Tälern in Tirol ist, dass du – wenn du das Tal einmal durchquert hast – den gleichen Weg wieder zurückfahren musst. Auch im Ötztal ist dies der Fall, doch der Radweg ist so reizvoll, dass ich die Route gerne zweimal gefahren bin. Vor allem die Abfahrt von Sölden zurück zum Ausgangspunkt war der pure Genuss.

Zum Glück gibt es noch viele weitere gute Gründe, die für eine Fahrradtour in Tirol auf dem Ötztal Radweg sprechen.

Grund #1: Abwechslungsreiche Landschaft

Die Landschaft ist abwechslungsreich, denn mit der Haiminger Apfelmeile, dem breiten Talboden bei Längenfeld und der Ankunft inmitten der mächtigen Dreitausender der Ötztaler Alpen wird dir eine Menge geboten.

Grund #2: Viele weitere Höhepunkte

Auf 55 Kilometern erwarten dich eine Menge Highlights, die du in deine Streckenplanung einbinden kannst. Nicht nur der Outdoorpark AREA 47, der Habicher See, der Aqua Dome und die Bike Republic Sölden, sondern viele weitere, wie zum Beispiel der Piburger See, der Stuibenfall oder das Ötzi-Dorf, sind einen Besuch wert.

Grund #3: Mildes Klima mit viel Sonne

Das Ötztal liefert das perfekte Klima zum Fahrradfahren. Aufgrund der umgebenen Bergketten herrscht von Haiming bis Sölden ein mildes Klima. Zudem gibt es wenig Niederschlag und reichlich Sonne.

Grund #4: Sichere Streckenführung (mit dem Gravelbike oder MTB)

Trotz der Taldurchquerung ist die Route so gewählt worden, dass sie möglichst weit von der Bundesstraße entfernt ist. Überquerungen der Bundesstraße erfolgen durch Brücken und Unterführungen, sodass der Ötztal Radweg überaus familienfreundlich ist.

Grund #5: Möglichkeiten zum Einkehren

Der Ötztal Radweg zieht sich durch die einzelnen Ortschaften des Tiroler Tals, weshalb du regelmäßig Cafés, Restaurants oder Supermärkte zum Einkehren findest. Auch Brunnen zum Auffüllen deiner Fahrradflasche und Sitzgelegenheiten gibt es in regelmäßigen Abständen.

Grund #6: Moderate Steigung

Zwar musst du bei der Fahrradtour von Haiming nach Sölden 1.054 Höhenmeter bewältigen, allerdings ist die Steigung meist moderat. Der Radweg ist daher für alle Altersgruppen geeignet.

Grund #7: Flexible Einstiegspunkte

Ob du deine Tour durchs Ötztal in Haiming startest oder einen anderen Startpunkt wählst, bleibt dir überlassen. Die Gemeinden verfügen in der Regel über öffentliche (Wander-) Parkplätze oder Bushaltestellen, sodass du deine Taldurchquerung ganz individuell gestalten kannst.

Grund #8: Einwandfreie Beschilderung

Es ist nahezu unmöglich dich zu verfahren, denn sowohl die Streckenführung als auch die Beschilderung könnten kaum besser sein. Und solltest du doch einmal verloren gehen, folge der Ache flussaufwärts oder orientiere dich an den mächtigen Bergriesen am Talende.

Ötztaler Radweg mit dem Gravelbike oder Rennrad?

Der 2022 neu eröffnete Ötztal Radweg ist makellos. Das trifft insbesondere zu, wenn du mit dem Gravelbike oder dem Mountainbike unterwegs bist. Mit dem Rennrad sieht die Sache etwas anders aus, denn an einigen Stellen musst du auf die Bundesstraße ausweichen.

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Perfekt geeignet: das Gravelbike
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Ötztal Radweg auf dem Rennrad

Gerade zu den Hauptverkehrszeiten kann es auf der B186 hektisch werden. Rasende Autofahrer, die an engen Stellen überholen sind keine Seltenheit. Die Sicherheit ist auf dem Rennrad nicht immer gegeben. Fahre daher stets mit einem Rücklicht, um besser sichtbar zu sein.

Als Gravelbiker ist die Fahrt weitaus entspannter. Wie bereits erwähnt, hast du auf dem ausgezeichnet ausgebauten Ötztal Radweg kaum Berührungspunkte mit der Bundesstraße. Lediglich Wanderer können deinen Weg kreuzen, aber wenn du immer schön brav klingelst, gibt es auch hier keine Streitereien um das vermeintliche Hoheitsgebiet.

Kurz zusammengefasst: Bei der nächsten Tour durchs Ötztal werde ich auf mein Gravelbike umsatteln und ganz entspannt mit meiner Freundin der ausgeschriebenen Route folgen. Es hatte den Anschein, dass sie die Strecken, die wir getrennt unterwegs waren, mehr genossen hat als ich im Kampf mit den Blechlawinen.

Meine Ausrüstung bei Gravelbike-Touren

➥ Fahrradcomputer: Garmin Edge Explore
➥ Satteltasche: Ortlieb Bike Packing
➥ Smartphone-Sicherung von REELOQ
➥ Sonnenbrille: Uvex Sportstyle 235 Sonnenbrille
➥ Mini-Werkzeug: Rose Cycle Your Way T-9
➥ Einlegesohle: CURREX BikePro
➥ Erste Hilfe: Ortovox First Aid Roll Doc

Für wen eignet sich der Ötztal Radweg?

Der 55 Kilometer lange Radweg im Ötztal ist ideal, wenn du es gerne gemütlich angehst, deine Familie im Schlepptau hast oder du als ambitionierter Sportler fleißig Trainingskilometer und Höhenmeter sammeln willst.

Genussradler – 4 Etappen an 4 Tagen

Genussradler sind für mich Radfahrer, die keinen Zeitdruck haben und regelmäßig Zwischenstopps einlegen. Von Haiming bis Sölden gibt es eine Reihe von Seen, Sitzgelegenheiten, Cafés und Gasthäuser, wo dir dies gelingt.

Eine weitere Idee: Warum nicht einfach die Tour auf die beschriebenen vier Etappen aufteilen? Ich habe ein paar der beliebtesten Unterkünfte in den verschiedenen Preissegmenten (preiswert bis teuer) aufgelistet.

Familien – Radtouren von festem Ausgangspunkt

Trotz seiner insgesamt 1.054 Höhenmeter eignet sich der Ötztal Radweg für Familien. Zum einen, weil der Radweg fernab der Bundesstraße verläuft, zum anderen wegen der moderaten Steigung.

Wird es doch mal etwas steiler, zum Beispiel nach Habichen oder vor Umhausen, schiebt ihr eure Räder einfach. Oder du machst von einem Abschleppseil (z. B. Trax Pro bei Amazon) Gebrauch, mit dessen Hilfe du deine Kids nach oben ziehst.

Den gesamten Radweg an einem Tag zu bewältigen ist für Familien eine Herausforderung, aber durchaus machbar. Ansonsten lohnt es sich die Zelte in Umhausen oder Längenfeld aufzuschlagen, um von dort die einzelnen Etappen abzufahren. Zum Beispiel sind von hier das Ötzi-Dorf, der Aqua Dome oder Klettergärten gut mit dem Fahrrad erreichbar.

Eine weitere Alternative ist die Nutzung der Busse mit kostenlosem Radtransport, sollten doch einmal die Kräfte ausgehen. Insgesamt gibt es von Haiming bis Obergurgl 15 Bushaltestellen, an denen das Be- und Entladen des Fahrrads möglich ist. Die Haltestellen sind mit einem Fahrradsymbol markiert.

Vier heftige Zusatztouren für nimmermüde Sportskanonen

Den Ötztal Radweg mit dem Gravelbike oder Rennrad hin und zurück zu fahren ist eine Herausforderung. Während du bei der Fahrt nach Sölden fleißig Höhenmeter sammelst, ist die Abfahrt der pure Genuss. Reichen dir die knapp 110 Kilometer nicht aus und stehst du auf übersäuerte Muskeln, dann habe ich vier anspruchsvolle Zusatztouren für dich, die dir einiges abverlangen werden

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Mit dem Gravelbike aufs Timmelsjoch – hier auf der italienischen Seite

1. Von Sölden nach Hochsölden

  • Länge: 5,1 Kilometer
  • Anstieg: 719 Höhenmeter
  • Empfehlung: Gönne dir Tiroler Spezialitäten auf der Sonnenterrasse des Bergrestaurant Sonnblick

2. Von Sölden zum Rettenbachgletscher (Gletscher Arena)

  • Länge: 10,5 Kilometer
  • Anstieg: 1.308 Höhenmeter
  • Empfehlung: Beim Radeln auf der Ötztaler Gletscherstraße wie James Bond fühlen, der hier im Film Spectre wilde Verfolgungsjagden hatte

3. Von Sölden nach Obergurgl

  • Länge: 15 Kilometer
  • Anstieg: 614 Höhenmeter
  • Empfehlung: Mit der Hohe Mut Bahn zur Hohe Mut Alm fahren und den Ausblick auf 21 Dreitausender genießen

4. Von Sölden zum Timmelsjoch

  • Länge: 23 Kilometer
  • Anstieg: 1.297 Höhenmeter
  • Empfehlung: Vom höchsten Punkt die Serpentinen auf der italienischen Seite nach unten bis zum Panoramablick (Google Maps) radeln

Die genannten Strecken führen allesamt auf einer asphaltierten Straße nach oben. Da sie am Ende des Ötztals sind, hält sich das Verkehrsaufkommen in Grenzen.

Ötztal Radweg: Ein einmaliges Erlebnis auf dem Fahrrad

Bevor ich den Ötztal Radweg mit meiner Freundin gefahren bin, waren meine Erwartungen recht gering. Zu groß war meine Sorge, er würde zum Großteil an der Bundesstraße entlangführen und keine Abwechslung bieten. Weit gefehlt, denn genau das Gegenteil der Fall.

Deshalb empfehle ich dir eine Tagestour auf dem Ötztal Radweg uneingeschränkt. Bist du mit der Familie unterwegs oder willst du es ganz entspannt angehen, solltest du eine Mehrtagestour einplanen. Das Ötztal wartet mit wunderschönen Dörfern auf. Zudem gibt es im gesamten Tal viele Attraktionen, denen ich bei unserer Radtour kaum Beachtung geschenkt habe.

Schade eigentlich. Andererseits aber auch ein guter Grund einzelne Etappen des Ötztal Radwegs nochmal in Ruhe abzuradeln – nicht mit dem Rennrad, sondern mit dem Gravelbike.

2 Gedanken zu „Ötztal Radweg: Details zur Strecke und alle Höhepunkte von Haiming nach Sölden“

  1. Das Ötztal hat auch einiges zu bieten. 🙂 Ein schöner Abzweig ist auch ab Längenfeld möglich. Hoch (leider nur Straße – aber die ist schön) nach Gries und wer dann noch nicht genug hat, weiter zur Amberger Hütte (Schotterweg). Belohnt wird man mit sehr gutem Essen und einer grandiosen Aussicht. Evtl. auch eine Möglichkeit für Bike & Hike (z.b. auf den Gamskogel)

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    • Servus Heiko,

      dank dir für den Tipp. Die Strecke war mir noch nicht bekannt. Wird notiert und dann kommendes Frühjahr mal abgeradelt. Habe mir gerade mal ein paar Bilder von der Amberger Hütte angeschaut. Sehr vielversprechend.

      Beste Grüße, Daniel.

      Antworten

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