Lohnt sich der Ötztal Radweg wirklich? Nach meiner Tour von Haiming nach Sölden kann ich sagen: definitiv – zumindest mit dem richtigen Fahrrad. Auf rund 55 Kilometern erwarten dich Apfelplantagen, breite Talböden, spektakuläre Bergkulissen und überraschend wenig Kontakt zur Bundesstraße. In diesem Beitrag erfährst du alles zur Strecke, den Etappen, Höhenmetern, Highlights und ob sich die Tour eher mit dem Gravelbike oder Rennrad lohnt.
In Tirol habe ich mittlerweile zahlreiche Radkilometer gesammelt, sowohl auf dem Gravelbike als auch auf dem Rennrad. Die Strecken um Axams und Obsteig fühlen sich fast schon heimisch an – das Ötztal hatte ich dagegen meist nur auf dem Weg nach Sölden zum Skifahren oder nach Obergurgl zum Wandern durchquert.
Zudem konnte ich mir schwer vorstellen, dass eine Fahrradtour durch das Ötztal ein besonderes Erlebnis sein würde. Die Anfahrt mit dem Auto von Ötztal-Bahnhof nach Sölden empfand ich nie als spektakulär – eher dunkel, trist und von langen Autoschlangen geprägt.
Als ich jedoch auf ein Werbe-Video vom Ötztal Tourismus stieß, wurde ich neugierig. Daraufhin beschloss ich gemeinsam mit meiner Freundin, den Ötztal Radweg vom 670 Meter hohen Haiming bis ins 1.368 Meter hohe Sölden auf mich zu nehmen.
Ötztal Radweg auf einen Blick
Start: Haiming
Ziel: Sölden
Entfernung: 55 Kilometer
Dauer: 4 Stunden
Anstieg: 1.054 Höhenmeter
Minimale Höhe: 658 Meter
Maximale Höhe: 1.348 Meter
Beste Jahreszeit: April bis Oktober
Anmerkung: Die Daten habe ich meiner Garmin Forerunner 745 entnommen.
Ötztal Radweg: Anreise, Streckenprofil und Etappen
Bevor es auf den Ötztal Radweg geht, solltest du wissen, wie du nach Haiming gelangst, wie die Strecke verläuft und welche Etappen sich besonders lohnen.
Anreise zum Startpunkt nach Haiming
Der Start des 55 Kilometer langen Radwegs durch das Ötztal, der sich in vier Etappen aufteilt, ist in Haiming. Um zum Ausgangspunkt zu gelangen, hast du drei Optionen. Du kannst entweder mit dem Fahrrad, dem Auto oder dem Zug anreisen.
Mit dem Auto nach Haiming
Die flexibelste Anreise nach Haiming ist mit dem Auto. Du erreichst die Tiroler Gemeinde über die A12 Inntalautobahn (Vignettenpflicht) oder alternativ mautfrei über die B171. Möglichkeiten zum Parken findest du auf dem kostenlosen Wanderparkplatz.
Mit dem Zug nach Haiming
Die Anreise in das 5.000 Einwohner große Dorf im Oberinntal klappt auch ganz bequem mit dem Zug. Von Innsbruck nimmst du die S5 nach Ötztal-Bahnhof. Sie fährt stündlich ab und ist knapp 45 Minuten unterwegs.
Reist du aus größerer Entfernung an, solltest du dich am Zielort Ötztal-Bahnhof orientieren, der über gute Fernverbindungen verfügt. Von dort bringt dich die S5 in wenigen Minuten nach Haiming. Alternativ kannst du deine Tour auch verkürzen und direkt am Bahnhof starten – Haiming liegt nur rund vier Kilometer entfernt.
Mit dem Fahrrad nach Haiming
Wie wäre es anstatt mit dem Auto oder Zug mit dem Fahrrad anzureisen? Der 520 Kilometer lange Inntal-Radweg, der sich von St. Moritz über Innsbruck bis nach Passau erstreckt und Haiming schneidet, bietet sich perfekt dafür an.
Falls du keine ausgiebige Bikepacking-Tour machst, du dich aber ein bisschen einfahren möchtest, kannst du auch von Innsbruck oder Imst aus zum Einstiegspunkt strampeln. Die Strecke verläuft moderat am Inn entlang.
In vier Etappen durch das Ötztal
Der Radweg im Ötztal besticht vor allem durch seine Abwechslung. Rollst du zu Beginn an der Apfelmeile vorbei, die dir das Gefühl vermittelt in Südtirol zu sein, so radelst du später über weite Talebenen und bis zum Fuße der mächtigen Dreitausender.
Es ist kein Muss, den Ötztal Radweg an einem Tag zu absolvieren. Du kannst dir die Strecke auch auf die folgenden vier Etappen einteilen (Anmerkung: Etappen und Kilometerangaben laut oetztal.com):
- Etappe 1: Von Haiming nach Oetz (14 Kilometer)
- Etappe 2: Von Oetz nach Umhausen (9,5 Kilometer)
- Etappe 3: Von Umhausen nach Längenfeld (14 Kilometer)
- Etappe 4: Von Längenfeld nach Sölden (11 Kilometer)
Bei der Fahrradtour durch das Ötztal, die ich mit meiner Partnerin unternommen habe, sind wir an einem Tag von Oetz nach Sölden und wieder zurückgefahren. Die erste Etappe haben wir uns aus Zeitgründen gespart, zumal wir dort zuvor schon mehrmals mit dem Fahrrad unterwegs gewesen sind.
Rückfahrt mit dem Bus oder Fahrrad?
Mit einem gültigen Busticket oder der Summer Card kannst du den Linienbus auf der Strecke von Haiming bis Obergurgl kostenlos nutzen. An den Haltestellen, die mit einem Fahrradsymbol gekennzeichnet sind, halten Busse mit einem Radanhänger, in dem du dein Fahrrad befestigen kannst.
Ansonsten ist der Rückweg mit dem Fahrrad weitaus angenehmer, da du die absolvierten Höhenmeter entspannt zurück ins Tal rollen kannst.
Die Strecke des Ötztal Radwegs im Detail
Der Vollständigkeit halber habe ich die folgende Grafik eingefügt, damit du dir einen Überblick über den gesamten Ötztal Radweg verschaffen kannst. Während ich bei unserer Tour auf dem Rennrad unterwegs war (blaue Linie), genoss meine Freundin die Fahrt auf dem offiziellen Radweg durchs Ötztal (grüne Linie).
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Mehr InformationenBist du mit dem Gravelbike, dem Mountainbike oder dem E-Bike unterwegs, solltest du dich an der grünen Linie orientieren. Einen Großteil des Ötztal Radwegs kannst du zwar mit dem Rennrad bewältigen, zwischendurch musst du jedoch immer wieder auf die B186 ausweichen, wo du dir die Straße mit rasant fahrenden Autos teilst.
Etappe 1: Von Haiming nach Oetz (14 Kilometer)
Der erste Streckenabschnitt führt auf einem asphaltierten Radweg an Apfelplantagen vorbei bis nach Schlierenzau. Von dort geht es einen eher unspektakulären Weg weiter nach Ötztal-Bahnhof und zur AREA 47.
Anschließend leitet der Radweg neben der Ötztaler Ache nach Oetz. Die kleine Gemeinde eignet sich, um in einem der Cafés oder Gasthäuser im alten Dorfkern zu neuen Kräften zu kommen.
Highlight auf der 1. Etappe: AREA 47
Als Adrenalinjunkie kommst du in der AREA 47 voll auf deine Kosten. Der größte Outdoor-Freizeitpark in Österreich befindet sich am Anfang des Ötztals. Das riesige Areal lädt unter anderem zum Klettern, Blobbing, Mountainbiken, Canyoning oder Rafting in der Imster Schlucht ein.
Etappe 2: Von Oetz nach Umhausen (8 Kilometer)
Etappe zwei führt am Acherkogel kurz vor dem Ortsausgang von Oetz vorbei. Der Parkplatz eignet sich, um eine verkürzte Tour zu starten. Den Fahrradweg geht es im Anschluss parallel zur Bundesstraße bergauf bis du an einer Unterführung im Ortsteil Habichen die Straßenseite wechselst.


Kurz nach Habichen wartet einer der steilsten Abschnitte des gesamten Ötztal Radwegs: In engen Serpentinen zieht der Weg deutlich bergauf. Hast du den Anstieg hinter dir gelassen, radelst du durch einen Waldabschnitt parallel zum Tumpenbach.
In Tumpen überquerst du die Bundesstraße erneut, um kurz darauf entspannt durch den breiten Talboden mit seinen weiten Wiesen und Feldern zu fahren. An der Engelswand vorbei geht es bis zum MTB-Parcours auf der linken Seite nochmal etwas anspruchsvoller bergauf.
Im MTB-Parcours kannst du kostenlos ein paar Runden drehen, um deine Technik zu schulen. Zudem lohnt sich ein kurzer Blick auf die bisherige Strecke, bevor du hinab ins Zentrum von Umhausen fährst.
Highlight auf der 2. Etappe: Habicher See
In Habichen lohnt sich ein kurzer Zwischenstopp am Habicher See (Google Maps). Er ist lediglich 25 Meter breit und 50 Meter lang, sorgt aber dennoch für einen traumhaft schönen Anblick. Diesen genießt du vor allem vom zwölf Meter langen Steg, auf dem Sitzbänke für eine Pause angebracht sind.
Etappe 3: Von Umhausen nach Längenfeld (15 Kilometer)
Mit dem Gravelbike, Mountainbike oder E-Bike ist es ein Kinderspiel, den richtigen Weg zu finden, da der Ötztal Radweg erstklassig beschildert ist. Mit dem Rennrad hatte ich jedoch so meine Schwierigkeiten, da ich beim Versuch Umhausen zu verlassen, immer wieder an Schotterwegen endete. Daher blieb mir nur die B186 übrig.
Anders sieht es mit dem Gravelbike aus, denn auf der anderen Seite der Ache verläuft der eigentliche Ötztal Radweg. Von Umhausen geht es rasant bergab zu einer Brücke, die du überquerst. Neben dem fließenden Gewässer geht es leicht bergauf.

An der Ferdinands Brücke kreuzen sich die Wege von Rennradfahrern und Gravelbikern wieder. Die Bogenbrücke, die speziell für Radfahrer angelegt wurde, ist eine Attraktion für sich. Danach geht es den Berg hinauf am Klettergarten Auplatte vorbei und wieder hinab nach Winklen.
Musstest du bis dahin einige Höhenmeter bewältigen, so ist der Radweg durchs Ötztal von Winklen über Unterried und Oberried bis Längenfeld äußerst erholsam. Auch hier führt er wieder durch ein breites Tal.
Highlight auf der 3. Etappe: Aqua Dome
Ein Geheimtipp ist der Aqua Dome nicht mehr. Die 22.000 Quadratmeter große Therme mit ihren zwölf Innen- und Außenbecken und den sieben Saunen lockt täglich unzählige Gäste an.
Auf der Suche nach einem geeigneten Ort zur Regeneration wirst du hier fündig. Willst du länger bleiben, kannst du es dir sogar im Aqua Dome Hotel gemütlich machen.
Etappe 4: Von Längenfeld nach Sölden (11 Kilometer)
Der letzte Streckenabschnitt auf dem Ötztal Radweg führt von Längenfeld bis nach Huben an der Ötztaler Ache entlang. Waren die vorherigen Kilometer von weiten Blicken und Sonnenschein geprägt, wird das Ötztal nun enger und dunkler.
Nach Huben überquerst du die Ache ein weiteres Mal und radelst Richtung Bruggen. Bei Aschbach kommt eine Radbrücke, an die ein Schotterweg anschließt. Als Rennradfahrer musst du hier für einige Zeit auf die Ötztaler Bundesstraße wechseln – kein allzu angenehmer Abschnitt.
Nachdem du einen weiteren Anstieg bewältigt hast, kreuzt der Fahrradweg die Bundesstraße. Ab hier geht es auf einem asphaltierten Weg namens Waldweg. Er führt über die Ortschaften Kaisers und Schmiedhof bis nach Sölden.
Highlight auf der 4. Etappe: Bike Republic Sölden
Im Frühling wandelt sich Sölden von einem der beliebtesten Skigebiete Tirols zu einem wahren Mountainbike-Eldorado. Von Juni bis Oktober gibt es in der Bike Republic, wie sich Sölden dann nennt, ein riesiges Netz an Naturtrails, Lines mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, Enduro-Routen und Pumptracks.
Warum der Ötztal Radweg so toll ist
Ein großes Problem an den Tälern in Tirol ist, dass du – wenn du das Tal einmal durchquert hast – den gleichen Weg wieder zurückfahren musst. Auch im Ötztal ist dies der Fall, doch der Radweg ist so reizvoll, dass ich die Route gerne zweimal gefahren bin. Vor allem die Abfahrt von Sölden zurück zum Ausgangspunkt war der pure Genuss.
Zum Glück gibt es noch viele weitere gute Gründe, die für eine Fahrradtour in Tirol auf dem Ötztal Radweg sprechen.
1. Kaum eine Fahrradtour in Tirol ist landschaftlich so abwechslungsreich
Die Landschaft ist abwechslungsreich, denn mit der Haiminger Apfelmeile, dem breiten Talboden bei Längenfeld und der Ankunft inmitten der mächtigen Dreitausender der Ötztaler Alpen wird dir eine Menge geboten.
2. Zahlreiche Highlights entlang der Strecke
Auf 55 Kilometern erwarten dich eine Menge Highlights, die du in deine Streckenplanung einbinden kannst. Nicht nur der Outdoorpark AREA 47, der Habicher See, der Aqua Dome und die Bike Republic Sölden, sondern viele weitere, wie zum Beispiel der Piburger See, der Stuibenfall oder das Ötzi-Dorf, sind einen Besuch wert.
3. Mildes Klima mit viel Sonne
Das Ötztal liefert das perfekte Klima zum Fahrradfahren. Aufgrund der umgebenen Bergketten herrscht von Haiming bis Sölden ein mildes Klima. Zudem gibt es wenig Niederschlag und reichlich Sonne.
4. Sichere Streckenführung von Haiming bis nach Sölden
Trotz der Taldurchquerung ist die Route so gewählt worden, dass sie möglichst weit von der Bundesstraße entfernt ist. Überquerungen der Bundesstraße erfolgen durch Brücken und Unterführungen, sodass der Ötztal Radweg überaus familienfreundlich ist.
5. Viele Möglichkeiten zum Einkehren
Entlang des Ötztal Radwegs kommst du regelmäßig durch kleinere Orte mit Cafés, Restaurants oder Supermärkten. Auch Brunnen zum Auffüllen deiner Trinkflasche gibt es in regelmäßigen Abständen.
6. Moderate Steigung
Zwar musst du bei der Fahrradtour von Haiming nach Sölden 1.054 Höhenmeter bewältigen, allerdings ist die Steigung meist moderat. Der Radweg ist daher für alle Altersgruppen geeignet.
7. Flexible Einstiegspunkte
Ob du deine Tour durchs Ötztal in Haiming startest oder einen anderen Startpunkt wählst, bleibt dir überlassen. Die Gemeinden verfügen in der Regel über öffentliche (Wander-) Parkplätze oder Bushaltestellen, sodass du deine Taldurchquerung ganz individuell gestalten kannst.
8. Einwandfreie Beschilderung
Sich zu verfahren ist nahezu unmöglich. Der Ötztal Radweg ist hervorragend ausgeschildert und verläuft meist gut sichtbar entlang der Ache.
Ötztaler Radweg mit dem Gravelbike oder Rennrad?
Der 2022 neu eröffnete Ötztal Radweg ist makellos. Das trifft insbesondere zu, wenn du mit dem Gravelbike oder dem Mountainbike unterwegs bist. Mit dem Rennrad sieht die Sache etwas anders aus, denn an einigen Stellen musst du auf die Bundesstraße ausweichen.


Gerade zu den Hauptverkehrszeiten kann es auf der B186 hektisch werden. Rasende Autofahrer, die an engen Stellen überholen sind keine Seltenheit. Die Sicherheit ist auf dem Rennrad nicht immer gegeben. Fahre daher stets mit einem Rücklicht, um besser sichtbar zu sein.
Als Gravelbiker ist die Fahrt weitaus entspannter. Wie bereits erwähnt, hast du auf dem ausgezeichnet ausgebauten Ötztal Radweg kaum Berührungspunkte mit der Bundesstraße. Lediglich Wanderer können deinen Weg kreuzen, aber wenn du immer schön brav klingelst, gibt es auch hier keine Streitereien um das vermeintliche Hoheitsgebiet.
Kurz zusammengefasst: Bei der nächsten Tour durchs Ötztal werde ich auf mein Gravelbike umsatteln und ganz entspannt mit meiner Freundin der ausgeschriebenen Route folgen. Es hatte den Anschein, dass sie die Strecken, die wir getrennt unterwegs waren, mehr genossen hat als ich im Kampf mit den Blechlawinen.
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Für wen eignet sich der Ötztal Radweg?
Der 55 Kilometer lange Radweg im Ötztal ist ideal, wenn du es gerne gemütlich angehst, deine Familie im Schlepptau hast oder du als ambitionierter Sportler fleißig Trainingskilometer und Höhenmeter sammeln willst.
Genussradler – 4 Etappen an 4 Tagen
Genussradler sind für mich Radfahrer, die keinen Zeitdruck haben und regelmäßig Zwischenstopps einlegen. Von Haiming bis Sölden gibt es eine Reihe von Seen, Sitzgelegenheiten, Cafés und Gasthäuser, in denen du entspannt Pause machen kannst.
Eine weitere Idee: Warum nicht einfach die Tour auf die beschriebenen vier Etappen aufteilen? Ich habe ein paar der beliebtesten Unterkünfte in den verschiedenen Preissegmenten (preiswert bis teuer) aufgelistet.
Oetz
Längenfeld
➥ Bikers Paradise Apartment
➥ Ferienapart Bergstille
➥ Aqua Dome
Familien – Radtouren von festem Ausgangspunkt
Trotz seiner insgesamt 1.054 Höhenmeter eignet sich der Ötztal Radweg für Familien. Zum einen, weil der Radweg fernab der Bundesstraße verläuft, zum anderen wegen der moderaten Steigung.
Gerade mit Kindern sind die etwas steileren Passagen – etwa rund um Habichen – nicht zu unterschätzen. Ein Abschleppseil kann hier Gold wert sein.
Den gesamten Radweg an einem Tag zu bewältigen ist für Familien eine Herausforderung, aber durchaus machbar. Ansonsten lohnt es sich, die Zelte in Umhausen oder Längenfeld aufzuschlagen, um von dort die einzelnen Etappen abzufahren. Zum Beispiel sind von hier das Ötzi-Dorf, der Aqua Dome oder Klettergärten gut mit dem Fahrrad erreichbar.
Eine weitere Alternative ist die Nutzung der Busse mit kostenlosem Radtransport, sollten doch einmal die Kräfte ausgehen. Insgesamt gibt es von Haiming bis Obergurgl 15 Bushaltestellen, an denen das Be- und Entladen des Fahrrads möglich ist. Die Haltestellen sind mit einem Fahrradsymbol markiert.
Welche Variante ich dir empfehle?
➥ Für Familien: einzelne Etappen fahren und Busoption nutzen
➥ Für Genießer: 2 bis 4 Tage einplanen und in Oetz, Umhausen oder Längenfeld übernachten
➥ Für Sportskanonen: Haiming bis Sölden an einem Tag – hin und zurück
Vier heftige Zusatztouren für nimmermüde Sportskanonen
Reichen dir die knapp 110 Kilometer nicht aus, warten rund um Sölden einige anspruchsvolle Zusatzanstiege – perfekt für alle, die noch Höhenmeter sammeln wollen.

1. Von Sölden nach Hochsölden
- Länge: 5,1 Kilometer
- Anstieg: 719 Höhenmeter
- Empfehlung: Gönne dir Tiroler Spezialitäten auf der Sonnenterrasse des Bergrestaurant Sonnblick
2. Von Sölden zum Rettenbachgletscher (Gletscher Arena)
- Länge: 10,5 Kilometer
- Anstieg: 1.308 Höhenmeter
- Empfehlung: Beim Radeln auf der Ötztaler Gletscherstraße wie James Bond fühlen, der hier im Film Spectre wilde Verfolgungsjagden hatte
3. Von Sölden nach Obergurgl
- Länge: 15 Kilometer
- Anstieg: 614 Höhenmeter
- Empfehlung: Mit der Hohe Mut Bahn zur Hohe Mut Alm fahren und den Ausblick auf 21 Dreitausender genießen
4. Von Sölden zum Timmelsjoch
- Länge: 23 Kilometer
- Anstieg: 1.297 Höhenmeter
- Empfehlung: Vom höchsten Punkt die Serpentinen auf der italienischen Seite nach unten bis zum Panoramablick (Google Maps) radeln
Die genannten Strecken führen allesamt auf einer asphaltierten Straße nach oben. Da sie am Ende des Ötztals sind, hält sich das Verkehrsaufkommen in Grenzen.
Ötztal Radweg: Ein einmaliges Erlebnis auf dem Fahrrad
Bevor ich den Ötztal Radweg mit meiner Freundin gefahren bin, waren meine Erwartungen recht gering. Zu groß war meine Sorge, er würde zum Großteil an der Bundesstraße entlangführen und wenig Abwechslung bieten. Weit gefehlt, denn genau das Gegenteil war der Fall.
Deshalb empfehle ich dir eine Tagestour auf dem Ötztal Radweg uneingeschränkt. Bist du mit der Familie unterwegs oder willst du es ganz entspannt angehen, solltest du eine Mehrtagestour einplanen. Das Ötztal wartet mit wunderschönen Dörfern auf. Zudem gibt es im gesamten Tal viele Attraktionen, denen ich bei unserer Radtour kaum Beachtung geschenkt habe.
Schade eigentlich. Andererseits ist das auch ein guter Grund, einzelne Etappen des Ötztal Radwegs nochmal in Ruhe abzuradeln – nicht mit dem Rennrad, sondern mit dem Gravelbike.
Das Ötztal hat auch einiges zu bieten. 🙂 Ein schöner Abzweig ist auch ab Längenfeld möglich. Hoch (leider nur Straße – aber die ist schön) nach Gries und wer dann noch nicht genug hat, weiter zur Amberger Hütte (Schotterweg). Belohnt wird man mit sehr gutem Essen und einer grandiosen Aussicht. Evtl. auch eine Möglichkeit für Bike & Hike (z.b. auf den Gamskogel)
Servus Heiko,
dank dir für den Tipp. Die Strecke war mir noch nicht bekannt. Wird notiert und dann kommendes Frühjahr mal abgeradelt. Habe mir gerade mal ein paar Bilder von der Amberger Hütte angeschaut. Sehr vielversprechend.
Beste Grüße, Daniel.