Skifahren in Sölden: Darum ist das Skigebiet im Ötztal (nahezu) unschlagbar

Sölden gilt als eines der Top-Skigebiete in Österreich. Nicht nur wegen der unzähligen Pistenkilometer und der Schneesicherheit, sondern auch wegen einer pulsierenden Partymeile. In diesem Jahr war ich zum fünften Mal vor Ort, denn auch mich hat das Ski-Eldorado längst in seinen Bann gezogen. Warum Sölden auch für dich eine Reise wert ist, verrate ich dir in diesem Beitrag.

Mit drei guten Freunden war ich im zarten Alter von 18 Jahren erstmals in Sölden zum Skifahren beziehungsweise damals noch zum Snowboarden. Im Fokus standen das Feiern, der pulvrige Tiefschnee und die nie enden wollenden Pisten.

Der damalige Trip hatte mich so sehr fasziniert, dass mich Sölden im Anschluss nicht mehr so recht loslassen wollte. Immer wieder kehre ich seitdem wie ein Bumerang ins Ötztal zurück – und dafür gibt es viele gute Gründe.

Skifahren in Sölden – alle Vorteile auf einen Blick

Es gibt eine ganze Reihe positiver Aspekte, die mir spontan zu Sölden einfallen. Um dir einen guten Überblick zu geben, habe ich die Vorteile in elf Abschnitte unterteilt. Sie sollen dir deutlich machen, warum die beliebte Ski-Destination mehr als eine gewöhnliche Option für einen Winterurlaub ist.

1. Großflächiges Skigebiet mit Pisten ohne Ende

Sölden ist nicht nur ein Skigebiet, sondern – genau genommen – gleich vier. Neben den Abfahrten am Giggijoch und dem Gaislachkogel, gibt es die beiden Gletscherskigebiete am Rettenbach- sowie am am Tiefenbachferner. Insgesamt warten 143,4 Pistenkilometer auf dich, die sich auf die folgenden Schwierigkeitsgrade aufteilen:

  • 69,5 Kilometer blaue Pisten
  • 44,7 Kilometer rote Pisten
  • 27,3 Kilometer schwarze Pisten
  • 1,9 Kilometer Skiroute
© Ötztal Tourismus

Dank der riesigen Auswahl an Pisten in Sölden gibt es am Lift kaum Wartezeiten, sodass du ordentlich Kilometer sammeln kannst. Die längste Abfahrt ist die Schwarze Schneid mit einer Länge von 15 Kilometern. Sie beginnt am Rettenbachgletscher und endet 1.970 Höhenmeter später an der Talstation des Gaislachkogels.

Aber Vorsicht: Brennende Oberschenkel sind bei der Talabfahrt garantiert.

Auf den vorwiegend breiten Pisten im gesamten Skigebiet kannst du es ruhig angehen lassen, da es genügend Platz für alle Wintersportler gibt. Für Anfänger eignen sich vor allem die flachen Hänge am Giggijoch. Sie sind weit und gut einsehbar, sodass keine versteckten Hügel oder größeren Überraschungen auf dich warten.

Bist du eher der Typ Adrenalinjunkie, darfst du dich in Sölden natürlich auch auf den makellosen Funslopes, im Snowpark mit seinen riesigen Kickern sowie auf der Speed-Strecke austoben. Einfach die Sessellifte Hainbachkar oder Silberbrünnl nehmen und nach dem Aussteigen ein paar feine Lines ziehen.

Bei genügend Neuschnee gibt es zudem allerlei Tiefschneeareale, die direkt neben der Piste sind. Ich werde mich hüten, dich zum Powdern zu animieren, da das Verlassen der Pisten stets mit einem gewissen Risiko verbunden ist. Du solltest daher auf alle Fälle über bestimmte Fähigkeiten auf dem Snowboard oder auf Ski verfügen.

Goldene Regel beim Powdern: Checke vorab die Lawinenwarnstufe und überschätze dich nicht.

2. Grenzenlos feiern beim Aprés Ski in Sölden

Entertainment wird in Sölden großgeschrieben. Der langgezogene Ort in Tirol ist kein verschlafenes Nest – hier ist immer etwas los. Feierbiester können es von früh bis spät krachen lassen, was an der enormen Dichte der Aprés Ski-Bars und den anderweitigen Lokalitäten liegt.

Meine Highlights zum Feiern

MARCO´S

Das Café beziehungsweise die Bar ist prädestiniert für ein Kaltgetränk oder einen warmen Lumumba direkt nach dem Skifahren. Einfach die Talabfahrt Giggijoch benutzen und bis vor die Tür fahren. Genügend Platz zum Aprés Ski gibt es sowohl im Innenbereich als auch auf der Sonnenterrasse.

Das MARCO´s ist für dich als Sportfreak auch der Anlaufpunkt, wenn du während deines Skiurlaubs ungern auf Sport-Events im Fernsehen verzichten möchtest. Aprés Ski und Bundesliga schauen lässt sich hier wunderbar miteinander verbinden. Ob aber der Fokus wirklich auf dem flimmernden Bildschirm bleibt, wage ich zu bezweifeln.

Live-Bar

Gemütlicher als in den meisten Bars im Tiroler Party-Hotspot geht es in der Live-Bar zu. Die Sitzplätze an den Holztischen und an der Bar im einstigen Internet-Café sind begrenzt, aber für eine kleine Bühne ist dennoch genügend Platz.

Mehrmals pro Woche treten in der Live-Bar internationale Künstler und Bands auf. Unter anderem zeigten hier schon Rick Barton (Gitarrist der Dropkick Murphys) und Alex James (Bassist von Blur) ihr Können. Die von außen unscheinbare Bar ist der ideale Ort, um mit Freunden einen lockeren Abend im Zentrum von Sölden zu verbringen.

Hast du Lust auf gute, authentische Musik? Dann bist du hier genau richtig.

Almrausch

Im berüchtigten Bermuda-Dreieck von Sölden sind die lautesten und vollsten Aprés Ski Bars angesiedelt. Zu später Stunde mutieren diese zu vollgestopften – oder in der Nebenzeit zu gähnend leeren – Clubs.

Zu Gast war ich in den meisten von ihnen, aber am besten gefallen hat mir im Epi-Zentrum des Feiertourismus die Bar Almrausch. Vielleicht gerade deshalb, weil die Bar/Lounge/Diskothek nicht allzu groß ist und sie durch ihre Einrichtung einen gewissen Tiroler Charme behalten hat.

Musikalisch kann es im Almrausch passieren, dass der DJ vermehrt niederländische Musik auflegt. Bei Niederländern erfreut sich der Almrausch nämlich an besonders großer Beliebtheit. Übrigens ein weiterer Grund für einen Besuch, denn die Wintersportgruppen in Orange sorgen beim Aprés Ski oftmals für die beste Stimmung.

Beim Feiern in Sölden gibt es keine Grenzen

Liegt der Fokus bei deinem Skiurlaub in Sölden tatsächlich auf dem Feiern, gibt es viele weitere Möglichkeiten für einen Einkehrschwung. Zu den bekanntesten Lokalitäten zählen unter anderem das Fire & Ice, Katapult, Philipp, Zum Kuckuck, die Black & Orange Rockbar oder das urige Weinfassl.

Am besten begibst du dich auf einen Streifzug entlang der Dorfstraße und entscheidest spontan, was dir zusagt. Oftmals wird dir die Entscheidung abgenommen, da die beliebtesten Bars und Clubs zum Aprés Ski in Sölden schnell überfüllt sind und du draußen warten musst.

Die besten Partyunterkünfte

Suchst du nach einer Unterkunft, die sich mitten auf der Partymeile befindet? Legst du außerdem Wert auf einen luxuriösen Wellnessbereich, in dem du dich nach einer durchzechten Nacht wieder auf Vordermann bringen kannst? Dann habe ich im Folgenden drei Hotels für dich, bei denen du – buchstäblich – voll auf deine Kosten kommen wirst:

  1. Hotel Liebe Sonne
  2. die berge lifestyle-hotel sölden
  3. Bergland Design- und Wellnesshotel

3. 007 ELEMENTS für James Bond-Fans

Auch kulturell hat Sölden einiges zu bieten, vor allem, wenn du Anhänger des britischen Geheimagenten 007 bist. Im beliebten Wintersportort wurden schließlich einige Szenen von Spectre gedreht. So muss sich Daniel Craig unter anderem auf eine wilde Verfolgungsjagd auf der Gletscherstraße einlassen, wobei auch die beeindruckende Gletscherlandschaft nicht zu kurz kommt.

Einige der im Film zu sehenden Autos gibt es an der Talstation des Gaislachkogels oder auch auf dem Gipfel zu bestaunen. Auf 3.000 Meter Höhe kannst du zudem das 007 ELEMENTS, genauer gesagt die James Bond Erlebniswelt, entdecken. Einen Blick von außen ist das für den Kinohit errichtete Glas-Kubus auf alle Fälle wert.

4. Rodeln als rasantes Alternativprogramm

Bevorzugst du den Berg hinunter zu rasen anstatt dir Filmszenen mit Daniel Craig vor dem flackernden Bildschirm anzuschauen, wirst du auf der 7,3 Kilometer langen Rodelstrecke großen Spaß haben. Startpunkt ist die Mittelstation der Gaislachkoglbahn.

Ich war zwar nie auf der Rodelstrecke unterwegs, habe bei diversen Liftfahrten aber mit den Augen und Ohren wahrgenommen, dass ein Ritt ins Tal eine Mordsgaudi sein muss. An ausgewählten Abenden gibt es sogar die Möglichkeit zum Nachtrodeln.

Den passenden Schlitten zum Rodeln erhältst du in einem der Sportgeschäfte in Sölden. Empfehlenswert ist auch eine Stirnlampe, damit du trotz Streckenbeleuchtung besser von anderen Rennrodlern gesehen wirst.

5. Den Skiprofis bei der Arbeit zuschauen

Aufgrund der einwandfreien Wintersportbedingungen ist Sölden sowohl im Winter als auch im Sommer der ideale Trainingsort für Ski-Profis. Daher kommt es nicht selten vor, dass du den Stars des Rennzirkus oder dem Nachwuchs beim Training zuschauen kannst.

Ist das der Fall, lohnt es sich ein paar Minuten Halt zu machen. Lass dich von der Beweglichkeit, Dynamik, Kraft und Geschwindigkeit der Profis begeistern. Aber Vorsicht: Die Fähigkeiten der Profis sollen dich nicht dazu inspirieren, das Gesehene wenig später selbst auf der Piste umzusetzen. Das kann nämlich ordentlich in die Hose gehen.

6. Zwei Gletscher in einem Skigebiet

Mit dem Tiefenbachgletscher und dem Rettenbachgletscher darfst du dich in Sölden auf zwei tolle Gletscherskigebiete freuen. Am Rettenbachferner kannst du nicht nur die wuchtigen Eismassen bestaunen, sondern auf der Schwarzen Schneid wie die Ski-Profis ins Tal sausen. Die schwarze Piste ist Teil des Skiweltcups, der jährlich im Ötztal stattfindet.

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Blick von der Aussichtsplattform auf die Wildspitze

Am Tiefenbachkogel, den du über einen Skitunnel erreichst, geht es gemächlicher zu. Breite Autobahnen und weniger steile Gefälle sorgen für puren Carving-Genuss.

Ein besonderes Highlight ist die Big 3-Aussichtsplattform am Tiefenbachkogel, von der du die 3.768 Meter hohe Wildspitze sowie das Pitztal aus nächster Nähe betrachten kannst. Ein ehrfürchtiges Panorama, das sich dir hier oben eröffnet. Schwindelfrei solltest du beim Betreten des Stegs sein, denn von hier blickst du einige hundert Meter in die Tiefe.

Die Pistenverhältnisse an beiden Gletschern sind meist tadellos. An besonders kalten Tagen kann es vorkommen, dass dir der Wind bitterkalt um die Ohren bläst und die Pisten vereist sind. Alles in allem ist das Gletscherskigebiet jedoch ein großer Gewinn für das Skigebiet Sölden.

7. Mehr als 360 Pistenkilometer mit dem Ötztal Superskipass

Nicht nur Sölden ist prädestiniert für unvergessliche Skiabenteuer, sondern auch die nähere Umgebung des Ötztals. Mit dem Ötztal Superskipass, den du dem Kauf eines 3-Tages-Skipasses erhältst, darfst du alle Pisten im Ötztal nutzen. Das bedeutet, dass dir 363 Pistenkilometer in sechs Skigebieten zugänglich sind.

Zur Auswahl stehen dir die Skigebiete Gurgl, Hochoetz-Kühtai, Niederthai, Gries und Vent. Warum also nicht mal einen Abstecher nach Obergurgl wagen oder auf den familienfreundlichen Pisten von Hochoetz carven?

8. Langlaufen mit traumhaftem Bergpanorama

Neben reinen Abfahrten gibt es auch eine Reihe guter Loipen rund um Sölden. Hier punkten Obergurgl und Gurgl mit wunderschönen Strecken zum Langlaufen. Dort bin ich zwar lediglich vorbeigefahren und habe bereut meine Langlaufski nicht ausgepackt zu haben, dafür genoss ich meine Runden in Zwieselstein (5,5 Kilometer) sowie in Vent.

Übungsloipe kurz vor Vent im Ötztal

Auf deine Trainingskilometer musst du als passionierter Langläufer daher nicht verzichten. Als Beginner kannst du auf dem Trainingsparcour kurz vor Vent an deinen Fähigkeiten arbeiten. Der ein Kilometer lange Rundkurs liegt idyllisch eingebettet direkt am Ortseingang von Vent.

Langlaufen ist eine gelungene Abwechslung zum Trubel auf und abseits der Pisten in Sölden. Da am verflixten dritten Tag auf der Piste die meisten Unfälle passieren, lohnt es sich die Abfahrtsski zu tauschen und auf die längeren Langlaufski zu wechseln. Das Equipment kannst du dir in den Ötztaler Sportgeschäften ausleihen.

9. Hochsölden – Ruhe genießen direkt an der Piste

Auf 2.083 Metern Höhe liegt Hochsölden. Ein eigenständiger Ortsteil von Sölden, der so gar nicht mit der sieben Kilometer entfernten Wintersporthochburg vergleichbar ist. Du erreichst das Hoteldorf entweder mit dem Auto, das nach der Ankunft in der großen Tiefgarage auf dem Plateau stehen bleibt oder über die Giggijochbahn.

Achtung: Du solltest unbedingt Schneeketten mit dir führen. Im Winter ist nicht gewährleistet, dass die Panoramastraße nach Hochsölden stets geräumt ist.

Verkehr gibt es in Hochsölden ebenso wenig wie eine wilde Partymeile. Stattdessen erwarten dich eine traumhafte Aussicht auf die Ötztaler Bergwelt sowie der große Luxus, morgens als erster die Piste ins Tal sausen zu dürfen. Ein Privileg, dass ich 2002 mit drei Freunden genießen durfte. Eine Woche waren wir im Haus Maria, einem Selbstversorgerhaus direkt auf der Piste. Einfach herrlich!

5 weitere gute Gründe für einen Aufenthalt in Hochsölden

Der überschaubare Ruhepol in luftiger Höhe, also Hochsölden, punktete bei mir schon vor 18 Jahren durch viele Annehmlichkeiten, mit denen Sölden noch immer nicht mithalten kann. Einige davon habe ich hier für dich aufgelistet:

  1. Die frisch präparierten Pisten am frühen Morgen genießen, ohne sie mit jemandem teilen zu müssen.
  2. Kürzere Wege bis zum Gletscher als vom Tal aus.
  3. Kaffee-, Mittags- oder Klopause in der eigenen Unterkunft – das spart Geld, Zeit und Nerven.
  4. Skitag entspannt mit einem fantastischen Bergblick ausklingen lassen.
  5. Entspannte und familiäre Stimmung im gesamten Bergdorf.

Ideal für Ruhesuchende und Familien

Bist du einer der Skifahrer, die sich die 143 Pistenkilometer in Sölden nicht entgehen lassen wollen, die allerdings auch keine Lust zum Feiern haben und vom Verkehr auf der Dorfstraße genervt sind? Dann ist Hochsölden der ideale Ort, um sowohl ausgezeichnete Wintersportbedingungen als auch die pure Ruhe zu genießen.

Für Familien ist Hochsölden ebenfalls eine sinnvolle Alternative zum Hauptdorf. Die Kids können bis in den Abend Iglus bauen, Schlitten fahren oder einfach nur rumtoben. Und falls selbst einmal der Skitag zu anstrengend werden sollte, ist die Pause im “eigenen Zuhause” nie allzu weit entfernt.

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10. In Sölden findest du alles, was du brauchst

In vielen Skigebieten gibt es eine beschauliche Anzahl an Supermärkten, Sportgeschäften, Restaurants und Freizeiteinrichtungen. In Sölden wirst du alles vorfinden, was du brauchst.

Einkaufsmöglichkeiten verteilen sich entlang der Dorfstraße ebenso wie Gasthäuser, um deinen Hunger zu stillen. Außerdem verfügt Sölden über die Freizeit Arena, einem öffentlich zugänglichen Schwimmbad mit Sauna, das im Zentrum der Gemeinde liegt.

Für den Notfall gibt es sogar eine Sportklinik, auf die du hoffentlich nie zurückgreifen musst. Wie mir in einem Gespräch beim Aprés Ski zu Ohren gekommen ist, soll die Erstversorgung durch das kompetente Personal sehr gut sein. In diesem Sinne: Ski heil!

11. Anfahrt und Infrastruktur

Von der A7 aus Deutschland kommend ist Sölden gut erreichbar. Einfach über den Fernpass drüber, nach Imst links weg und hinein ins Ötztal. Zudem benötigst du auf dieser Strecke keine Vignette, sofern du nicht aus Versehen doch auf eine Schnellstraße oder Autobahn ausweichst.

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gelangst du ebenfalls stressfrei nach Sölden. Von Hamburg aus fährt beispielsweise ein ICE bis nach Ötztal-Bahnhof. Von dort geht es mit einem der regelmäßig fahrenden Busse weiter bis nach Sölden. Einmal umsteigen bei 900 Kilometern Anfahrt – gar nicht so schlecht, oder?

Im Ort selbst besticht Sölden durch ein gutes Netz an Skibussen. Reist du mit dem eigenen PKW an, zum Beispiel als Tagesbesucher, gibt es genügend Stellplätze in den beiden Parkhäusern an der jeweiligen Talstation. Das Beste daran: Die Parkhäuser sind kostenlos.

Die Infrastruktur, um nach Sölden zu gelangen oder sich im Ötztal fortzubewegen, könnte kaum besser sein. Zudem kannst du außerhalb der Saison mit dem Auto bis an den Gletscher fahren. Hier solltest du jedoch stets ein paar Schneeketten im Kofferraum verstauen, um für den Ernstfall gewappnet zu sein.

Die Nachteile von Sölden

Sölden in diesem Beitrag in den Himmel ausschließlich zu loben, wäre nicht richtig. Das Skigebiet im Ötztal bringt nämlich auch einige negative Aspekte mit sich.

1. Kein uriger Hüttenurlaub

Ich mag es beim Skiurlaub zum Beispiel mit Freunden eine Hütte zu mieten, selbst zu kochen und ein eigenes Reich zu haben. In Sölden gibt es keine solcher urigen Unterkünfte.

Apartments sind genügend vorhanden, doch preislich kaum mit anderen Skigebieten zu vergleichen. Daher musst du deinen Geldbeutel weiter öffnen als gewöhnlich, insbesondere, wenn dir ein Schlafplatz in Liftnähe oder im Bermuda-Dreieck wichtig ist.

Zwei Apartments, die über ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis verfügen, von netten Gastgebern geführt werden und in denen ich mich selbst pudelwohl gefühlt habe, sind diese beiden:

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2. James Bond kann auch nerven

Dass Sölden Schauplatz von James Bond geworden ist, finde ich stark. Das Thema aber so sehr auszuschlachten und – gefühlt – sämtliche Reklametafeln und Bildschirme im gesamten Ötztal damit zu schmücken, missfällt mir.

Gleiches trifft auf den luxuriös wirkenden Glaskasten am Gaislachkogel zu. Er sieht zwar schön aus, passt aber eher an den Potsdamer Platz in Berlin als ins Tiroler Landschaftsbild.

Na gut, die Männertoiletten mit den großflächigen Fenstern unterhalb des 007 Elements sind ein Erlebnis für sich. Meine Empfehlung: Eine Toilettenpause lohnt sich hier auf alle Fälle.

3. Skigebiete und das Thema Nachhaltigkeit

Was das Thema Nachhaltigkeit betrifft, stellen sich bei mir alle Nackenhaare. Die einzelnen Teil-Skigebiete mit ihren nie enden wollenden Pisten, der Zubringer zum Gletschergebiet oder der eben erwähnte Glaskasten auf dem Gipfel des Gaislachkogels zeigen deutlich, warum Skitourismus nicht nachhaltig sein kann.

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Am enormen Eingriff in die Natur bin ich als Skifahrer nicht ganz unschuldig. Ich habe schließlich großen Gefallen an den abwechslungsreichen und breiten Pisten, wo einst noch Bäume standen und Tiere ihre Ruhe genossen.

4. Ein bisschen “too much”

Manchmal habe ich den Eindruck, dass es in Sölden von allem zu viel gibt. Vielleicht hätten die Verantwortlichen des Dorfes irgendwann die Bremse ziehen sollen, um ein wenig Beschaulichkeit zu behalten. Zu spät!

Entlang der Dorfstraße mit ihren teils verruchten Bars ist von dieser Gemütlichkeit keine Spur. Diese findest du lediglich auf den Anhöhen Söldens oder in Hochsölden. Dort lässt es sich gut aushalten, aber zugegeben bist du hier auch etwas zu weit weg vom Schuss.

Sölden ist und bleibt (trotz allem) großartig

Mit den negativen Beispielen wollte ich dich nicht runterziehen oder dir gar die Lust auf deinen Sölden-Urlaub verderben. Mir ist es wichtig nicht nur Jubelschreibe in dir hervorzurufen, sondern auch für ein bisschen mehr Bewusstsein für den Skitourismus im Allgemeinen zu sorgen.

Sölden ist eines meiner Lieblingsskigebiete. Ich werde gerne auch ein sechstes, siebtes und achtes Mal zurückkommen und mich ganz besonders freuen, wenn alles beim Alten bleibt. Noch mehr Entertainment und Pisten braucht es aber ganz sicher nicht.

Willst du grenzenlosen Skigenuss erleben? Hast du keine Lust auf Warteschlangen an den Liften oder möchtest du abends auch mal das ein oder andere Kaltgetränk in geselliger Runde zu dir nehmen? Dann bist du in Sölden genau richtig. Und keine Sorge, es wird dir ebenso gelingen einen entspannten Skiurlaub zu verbringen, auch wenn Sölden nicht gerade als erholsamer Luftkurort bekannt ist.

Sölden ist vielseitig und jeder Typ Skifahrer wird hier sein Glück finden. Ich bin der beste Beweis dafür. Bisher war ich mit ganz unterschiedlichen Motiven und Mitreisenden zu Gast. Auf und abseits der Pisten hatte ich stets ein fettes Grinsen im Gesicht, auch als ich Sölden das letzte Mal verlassen habe und ich leise vor mich dahin murmelte: “Bis zum nächsten Mal!”

8 Gedanken zu „Skifahren in Sölden: Darum ist das Skigebiet im Ötztal (nahezu) unschlagbar“

  1. Schöner Beitrag! Ich war noch nie in Sölden. Inwieweit unterscheidet es sich denn von den anderen beiden Mega-Skigebieten St. Anton und Ischgl? Ich finde es tatsächlich schade, dass Skigebiete immer größer werden und man praktisch keine Abfahrt zweimal macht. Früher mochte ich es, wenn man die Piste gut kennt und immer weiß, wo man am liebsten seine Bögen schwingt. Heute traut man sich kaum, immer die selbe Abfahrt zu nehmen aus Angst, etwas zu verpassen. Und preislich schlagen die großen Skigebiete natürlich auch ganz schön zu Buche.

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    • Hi Corinna,

      freut mich, dass dir der Beitrag gefällt. Genau in den beiden von dir aufgezählten Skigebieten stand ich selbst noch nicht auf Ski. Durch Ischgl bin ich vergangene Woche noch durchgefahren und muss gestehen, dass hier recht viel zusammengepresst ist und es den Anschein hat, dass es ein noch größeres Party/Aprés Ski-Mekka als Sölden ist. St. Anton ist dagegen etwas ruhiger. Hier war ich kürzlich zum Langlaufen.

      Beide Skigebiete sollen jedoch – nach Hörensagen – absolut stark sein. Und ja, der Begriff FOMO passt hier sicherlich ganz gut rein, denn wer will schon die gleiche Piste mehrmals am Tag fahren? Ich finde aber auch, dass es kleinere recht sympathische Skigebiete gibt. So zum Beispiel Nauders, Achenkirch oder Großarl.

      Viele Grüße, Daniel

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