Sightseeing auf eigene Faust: Berlin zu Fuß an einem Tag

Berlin zu Fuß

Berlin ist eine Stadt, die mich immer wieder in ihren Bann zieht. Daher bin ich jährlich zwei bis dreimal in der Großstadt an der Spree sowie der Havel. Nicht nur aus beruflichen Gründen oder um Freunde zu besuchen, sondern auch, um mir immer wieder die schönsten Sehenswürdigkeiten von Berlin zu Fuß an einem Tag anzuschauen. Das klappt mit einer clever ausgesuchten Route innerhalb weniger Stunden auch ganz wunderbar – und genau diese stelle ich dir in meinem Berlin-Special etwas genauer vor. 

In Berlin kenne ich mich mittlerweile ziemlich gut aus. Nicht nur, weil ich regelmäßig in der Weltmetropole zu Gast bin, sondern auch, weil ich während meines Studiums für ein halbes Jahr ein Praktikum in Charlottenburg gemacht habe. Wie oft ich seitdem wieder in Berlin war kann ich gar nicht sagen – aber eines ist sicher: die 3,7-Millionen-Stadt begeistert mich jedes mal aufs Neue.

Berlin zu Fuß an einem Tag – So geht´s!

Gut sieben Jahre ist es her, als ich – wie eigentlich jedes Jahr – auf der Blogger-Konferenz re:publica zu Gast war, um mich mit Bloggern und Marketing-Nerds über Social Media und digitale Trends auszutauschen sowie mir spannende Vorträge über Internet relevante Themen anzuschauen. Drei vollgepackte Tage, die meinen Kopf jedoch so sehr zum Qualmen brachten, dass ich mir vor der Heimfahrt unbedingt einen halben Tag Pause gönnen wollte – und zwar zu Fuß an der frischen Luft, um dabei die Hotspots von Berlin bewundern.

Lonely Planet Berlin 12 (Travel Guide)
  • Schulte-Peevers, Andrea (Autor)

Anders als sonst und bedingt durch einen gewissen Zeitdruck lief ich nicht etwa einfach drauf los, wie ich es sonst immer mache, sondern erstellte mir einen Plan, um innerhalb kürzester Zeit die Highlights von Berlin zu Fuß abzuklappern. Ganz oben auf der Liste standen neben der Siegessäule, dem Brandenburger Tor, dem Gendarmenmarkt, dem Berliner Dom, dem Nikolaiviertel und dem Alexanderplatz auch der Hackesche Markt sowie das Reichstagsgebäude. Kultur pur auf einem schönen Rundkurs, den ich nach dem Verstauen meines Rucksacks am Hauptbahnhof und einer kurzen Fahrt mit der S-Bahn von der Station Bellevue aus startete.

Tipp: Noch besser als Startpunkt bietet sich der Bahnhof Tiergarten an.

Im Folgenden habe ich dir acht Zwischenstopps aufgelistet, die du dir – vor allem als Berlin-Neuling – nicht entgehen lassen solltest. Und keine Sorge, auch wenn ich die Tour an einem Stück zum letzten Mal vor sieben Jahren gegangen bin, hat sich an ihr kaum etwas geändert. Einzelne Passagen bin ich seitdem immer wieder abgelaufen.

1. Zwischenstopp: Die Siegessäule

Nachdem du das Hansaviertel und einen Teil des Tiergartens durchquerst, kommst du endlich an der Straße des 17. Junis raus, wo sich die Siegessäule, die bei den Berlinern auch als Goldelse bekannt ist, auftürmt. Ein imposantes Denkmal, das fest am Großen Stern verwurzelt ist und an die Deutschen Einigungskriege erinnert.

Durch einen Tunnel gelangst du direkt zur Siegessäule und kannst dich dort in luftige Höhe begeben, um Berlin von oben zu sehen. Mir war die Schlange bei meinen Besuchen zu lang, weswegen ich stets kurz hallo sagte und mich weiter auf den Weg Richtung Brandenburger Tor begab. Auf dem Weg dorthin passierst du das sowjetische Denkmal mit den auffällig positionierten Panzern. Es liegt direkt auf der Straße des 17. Juni.

Goldelse

Die „Goldelse“ von Berlin

2. Zwischenstopp: Das Brandenburger Tor

Keine zwei Kilometer entfernt befindet sich das Brandenburger Tor, das der vielleicht größte Anziehungspunkt für Touristen in Berlin ist. Ich weiß noch, wie ich 2008 das erste Mal dort war und sich beim Anblick eine große Enttäuschung in mir breit machte, da ich das Denkmal weitaus größer erwartet hatte. Seiner Schönheit tut dies aber keinen Abbruch und wirklich klein ist es auch nicht.

Wenn du dem Brandenburger Tor einen Besuch abstattest, solltest du unbedingt auch beim nur wenige Meter entfernten Denkmal für die ermordeten Juden Europas vorbeischauen. Das Holocaust-Denkmal besticht vor allem durch seine zahlreichen Betonquader, die Grabsteine symbolisieren sollen. Mittlerweile erfreuen sich Kinder und Jugendliche jedoch vielmehr daran, das Holocaust-Denkmal in der Mitte Berlins als Labyrinth zu benutzen.

Brandenburger Tor

Das Brandenburger Tor auf dem Pariser Platz

3. Zwischenstopp: Der Gendarmenmarkt

Zurück zum Brandenburger Tor, am geschichtsträchtigen Hotel Adlon vorbei und an der Prachtstraße Unter den Linden entlang gibt es zahlreiche Cafés und Souvenirgeschäfte. Hier bietet sich die ein oder andere Pause an, ganz egal, ob du dabei auf ein hochpreisiges Stück Kuchen zurückgreifst oder du dich an einer Currywurstbude bedienst.

Auch die an die Straße Untern den Linden anschließende Friedrichstraße lässt gewöhnliche Touristenherzen wegen seiner exklusiven Einkaufsmöglichkeiten höherschlagen. Doch auf meiner Berlin-Tour ist sie nur ein kurzer Abschnitt auf dem Weg zum nächsten sehenswerten Zwischenziel: dem Gendarmenmarkt.

Der Gendarmenmarkt ist graziös, pompös und wunderschön. Absolut nachvollziehbar, dass der 3,3 Hektar große Platz nicht nur als schönster Platz Berlins angepriesen wird, sondern auch zu einem der schönsten ganz Europas zählt. Schuld daran haben vor allem das Schauspielhaus und der Deutsche sowie der Französische Dom. Beide stehen sich gegenüber und kesseln den Platz ein.

Gendarmenmarkt

Der Gendarmenmarkt in Berlin Mitte

4. Zwischenstopp: Der Berliner Dom

Exakt einen Kilometer vom Gendarmenmarkt entfernt befindet sich mit dem Berliner Dom eine weitere überdimensionale Kirche. Keine Sorge, ich habe nicht vor, dich zu einem kirchlichen Prozessionsmarsch zu bewegen, aber auch den Berliner Dom mit seinem Park und Springbrunnen solltest du dir unbedingt anschauen.

Mir hat sich bei meiner „Berlin zu Fuß“-Tour hier der wahrscheinlich schönste Anblick geboten, woran der sich seitlich vom Dom auftürmende Fernsehturm am Alexanderplatz großen Anteil hatte. Wer die Seele baumeln lassen will und dem Großstadtdschungel trotz der zentralen Lage entfliehen will, ist auf dem großen Vorplatz mit seiner Rasenanlage genau richtig.

Berliner Dom

Der Berliner Dom am Lustgarten

5. Zwischenstopp: Das Nikolaiviertel

Wenige hundert Meter weiter, das Rote Rathaus fest im Blick, befindet sich das Nikolaiviertel am östlichen Ufer der Spree. Es ist nicht nur das älteste Wohngebiet Berlins, sondern auch eines der urigsten. Das Nikolaiviertel ist wie eine Konklave im Zentrum Berlins eingebettet und beheimatet niedliche Geschäfte und Gasthäuser, die fast schon surreal im wilden Treiben der Weltmetropole wirken.

Die besonderen Gebäude des Nikolaiviertels sind neben der riesigen Nikolaikirche das aus der Berliner Rokokoarchitektur entstandene Ephraim-Palais und das im Spätbarock erbaute Knoblauchhaus. Manch einer behauptete gar hier sei „die schönste Ecke Berlins“. Nicht zu Unrecht, wie ich finde.

Nikolaikirche

Die Nikolaikirche als Wahrzeichen des Viertels

6. Zwischenstopp: Der Alexanderplatz

Fast einen Steinwurf entfernt vom Nikolaiviertel ist der Alexanderplatz angesiedelt, den ich eigentlich nicht weiter erklären muss. Hier befindet sich mit dem Fernsehturm nicht nur das höchste Gebäude der Stadt, sondern zugleich das Wahrzeichen Berlins.

Tipp: Der Großteil der Touristen genießt den Ausblick von der 203 Meter hohen Aussichtsplattform auf dem Fernsehturm und muss dafür tief in die Tasche greifen. Alternativ lohnt sich die Terrasse des Park Inn Hotels gleich gegenüber. Zwar ist diese nur 120 Meter hoch, allerdings kostet der Zutritt lediglich sechs Euro und bei einem Foto hast du den Fernsehturm gleich mit auf der Linse.

Touristenscharen tummeln sich neben dem Fernsehturm und der Weltzeituhr in den zahlreichen Geschäften, unter anderem der Mall namens Alexa, die 2007 eröffnet wurde. Am Alexanderplatz wirst du bei deiner Berlin-Tour nicht vorbeikommen und das solltest du auch nicht. Ob du dich dort wohlfühlen wirst, wirst nur du selbst erfahren. Stressig kann es dort auf Grund der Touristenströme definitiv werden.

Weltzeituhr

Der wohl beliebteste Treffpunkt in Berlin

7. Zwischenstopp: Der Hackesche Markt

Ein wenig ruhiger und entspannter geht es dagegen am Hackeschen Markt zur Sache. Ihn erreichst du über die Dircksenstraße in wenigen Minuten zu Fuß. Hier tummeln sich zahlreiche Cafés. Unter anderem auch das Café Cinema. Mein Lieblingscafé in Berlin, das wegen seiner Einrichtung und Größe einen ganz besonderen Charme versprüht.

Das Highlight sind aber sicherlich die Hackeschen Höfe selbst. Sie sind das größte geschlossene Hofareal in Deutschland. Bereits beim Betreten eröffnet sich dir eine völlig neue Welt, sodass es dir so vorkommt, als wärest du nicht mehr in einer der größten Metropolen Europas. Die Hackeschen Höfe sind der ideale Ort, um dich mit einem Kaffee und Kuchen zu stärken, bevor du dich die Oranienburger Straße entlang zur letzten Station deiner Berlintour machst.

Hackesche Höfe

Großstadtflair am Hackeschen Markt

8. Zwischenstopp: Das Reichstagsgebäude

Vom Hackeschen Markt bis zum Reichstagsgebäude wartet mit gut zwei Kilometern der längste Marsch auf dich. Du kannst dir diesen allerdings etwas versüßen, indem du einen kurzen Abstecher zum Friedrichstadt-Palast machst und dann am Reichstagufer entlang schlenderst – einfach herrlich.

Das Reichstagsgebäude, das durch den Reichstagsbrand von 1933 und den Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und wieder runderneuert wurde, zählt sicherlich zu den bekanntesten Bauwerken Deutschlands, zumal dort der Deutsche Bundestag beheimatet ist und die bekanntesten Politiker unseres Landes ein- und ausspazieren.

Reichstagsgebäude

Das Reichstagsgebäude in seiner ganzen Pracht

Die Tour im Überblick

In meinem Fall war die Endstation meiner Tour erneut der Hauptbahnhof. Wie bereits erwähnt musste ich nach den ungefähr vier gemütlichen Stunden zu Fuß durch Berlin den Weg in Richtung Heimat antreten. Die gut zehn Kilometer sind also auch für die eher weniger Sportlichen problemlos machbar, zumal neben den genannten Zwischenstopps zahlreiche weitere Stationen gibt, um für ein paar Minuten die Füße hochzulegen.

In der folgenden Karte kannst du dir die Tour, die ich gelaufen bin und dir nicht nur als Berlin-Neuling wärmstens empfehle, nochmals im Detail betrachten:

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Egal, ob Brandenburger Tor, Siegessäule oder Gendarmenmarkt, Berlin ist immer eine Reise wert. Daher freue ich mich schon jetzt wieder auf meinen nächsten Trip in die Hauptstadt, obwohl ich erst vor wenigen Stunden Berlin ein weiteres Mal unsicher gemacht habe und mich nun im Zug zurück in meine Heimat befinde. Die dir vorgeschlagene Tour durch Berlin zu Fuß bin ich zwar nicht komplett abgelaufen, aber natürlich standen auch diesmal wieder das Brandenburger Tor, der Alexanderplatz, das Reichstagsgebäude und die Hackeschen Höfe auf dem Programm.

Mir ist durchaus bewusst, dass es mit einem Einkaufsbummel am Kurfürstendamm, einem Kneipenabend an der Simon-Dach-Straße, einer Curry Wurst bei Konnopke oder den Überresten der Berliner Mauer an der East Side Gallery – nur um einige zu nennen – noch viele weitere Highlights in Berlin gibt, aber fürs erste bist du mit meiner vorgeschlagenen Tour sehr gut aufgestellt. Also ziehe dir ein paar bequeme Schuhe an, mache Berlin zu Fuß unsicher und habe eine tolle Zeit in einer faszinierenden Stadt.

… und falls du noch einen Geheimtipp für mich hast, was ich mir bei meinem nächsten Berlin-Besuch keineswegs entgehen lassen sollte, dann hinterlasse gerne einen Kommentar.

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