Sightseeing auf eigene Faust: Berlin zu Fuß an einem Tag

Berlin zu Fuß

Berlin ist eine Stadt, die mich immer wieder in ihren Bann zieht. So auch an den vergangenen Tagen. Zwar war meine Zeit für eine Sightseeing-Tour begrenzt, allerdings schaffte ich es innerhalb weniger Stunden die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Plätze zu Fuß abzuklappern. Wie auch dir das gelingt und welche Route du einschlagen solltest, verrate ich dir im heutigen Blogbeitrag. 

In Berlin kenne ich mich mittlerweile ziemlich gut aus. Nicht nur, weil ich mindestens zweimal pro Jahr für ein paar Tage meine Zelte in der Hauptstadt aufschlage, sondern auch, weil ich während meines Studiums für ein halbes Jahr ein Praktikum in Charlottenburg gemacht habe. Kein Wunder also, dass ich mich in der 3,4-Millionen-Metropole durchaus ein wenig heimisch fühle.

Berlin zu Fuß an einem Tag – So geht´s!

Nachdem ich meinen Rucksack im Schließfach des Hauptbahnhofs deponiert hatte, machte ich mich mit der S-Bahn auf den Weg zum S-Bahnhof Bellevue. Eigentlich stieg ich dort nur aus, weil ich dort zuvor noch nie ausgestiegen bin und mir die Gegend etwas genauer anzuschauen wollte. Idealer für meinen Start wäre sicherlich der Bahnhof Tiergarten gewesen, also nehme bei deiner Tour diese Station als Startpunkt.

1. Zwischenstopp: Die Siegessäule

Nachdem ich das Hansaviertel und einen Teil des Tiergartens durchquert hatte, kam ich endlich an der Straße des 17. Junis raus, wo mich auch schon die Siegessäule, die bei den Berlinern auch als Goldelse bekannt ist, anstrahlte. Ein wunderbares, wenn auch mit negativer Geschichte behaftetes, Denkmal, das fest am Großen Stern verwurzelt ist.

Durch einen Tunnel gelangst du direkt zur Siegessäule und kannst dich dort in luftige Höhe begeben, um Berlin von oben zu sehen. Mir war die Schlange jedoch zu lange, weswegen ich kurz hallo sagte und mich weiter auf den Weg Richtung Brandenburger Tor begab, wobei ich mir noch kurz das sowjetische Denkmal mit den auffällig positionierten Panzern betrachtete, das an der Straße des 17. Juni vorzufinden ist.

Goldelse

Die „Goldelse“ von Berlin

2. Zwischenstopp: Das Brandenburger Tor

Keine zwei Kilometer entfernt befindet sich das Brandenburger Tor, das der vielleicht größte Anziehungspunkt für Touristen in Berlin ist.  Ich weiß noch, wie ich 2008 das erste Mal dort war und sich beim Anblick eine große Enttäuschung in mir breit machte, da ich das Denkmal weitaus größer erwartet hatte. Seiner Schönheit tut dies aber keinen Abbruch.

Wenn du dem Brandenburger Tor einen Besuch abstattest, dann solltest du unbedingt auch beim nur wenige Meter entfernten Denkmal für die ermordeten Juden Europas vorbeischauen. Das Holocaust-Denkmal besticht vor allem durch seine zahlreichen Betonquader, die Grabsteine symbolisieren sollen.

Brandenburger Tor

Das Brandenburger Tor auf dem Pariser Platz

3. Zwischenstopp: Der Gendarmenmarkt

Zurück zum Brandenburger Tor, am geschichtsträchtigen Hotel Adlon vorbei und Unter den Linden entlang gibt es zahlreiche Cafés und Souvenirgeschäfte, bei denen sich die ein oder andere Pause anbietet. Für Gourmets wie mich gibt es glücklicherweise auch einige Currywurstbuden.

Auch die an die Straße Untern den Linden anschließende Friedrichstraße lässt gewöhnliche Touristenherzen wegen seiner exklusiven Einkaufsmöglichkeiten höher schlagen. Doch für mich nur ein Abschnitt auf dem Weg zu meinem nächsten Ziel, dem Gendarmenmarkt.

Der Gendarmenmarkt ist einfach nur graziös, pompös und wunderschön. Absolut nachvollziehbar, dass der 3,3 Hektar große Platz nicht nur als schönster Platz Berlins angepriesen wird, sondern auch zu einem der schönsten ganz Europas zählt. Schuld daran haben vor allem das Schauspielhaus und der Deutsche sowie der Französische Dom, die sich gegenüberstehen und zusammen den Platz einkesseln.

Gendarmenmarkt

Der Gendarmenmarkt in Berlin Mitte

4. Zwischenstopp: Der Berliner Dom

Exakt einen Kilometer vom Gendarmenmarkt entfernt befindet sich mit dem Berliner Dom eine weitere überdimensionale Kirche. Keine Sorge, ich habe nicht vor, dich zu einem kirchlichen Prozessionsmarsch zu bewegen, aber auch den Berliner Dom mit seinem Park und Springbrunnen solltest du dir unbedingt anschauen.

Mir hat sich bei meiner „Berlin zu Fuß“-Tour hier der wahrscheinlich schönste Anblick geboten, woran der sich seitlich vom Dom auftürmende Fernsehturm am Alexanderplatz großen Anteil hatte. Wer die Seele baumeln lassen will und dem Großstadtdschungel trotz der zentralen Lage entfliehen will, ist hier genau richtig.

Berliner Dom

Der Berliner Dom am Lustgarten

5. Zwischenstopp: Das Nikolaiviertel

Wenige hundert Meter weiter, das Rote Rathaus fest im Blick, befindet sich das Nikolaiviertel am östlichen Ufer der Spree. Es ist nicht nur das älteste Wohngebiet Berlins, sondern auch eines der urigsten, da es wie eine Konklave im Zentrum Berlins ist und kleine Geschäfte und Gasthäuser beheimatet.

Die besonderen Gebäude des Nikolaiviertels sind neben der riesigen Nikolaikirche das aus der Berliner Rokokoarchitektur entstandene Ephraim-Palais und das im Spätbarock erbaute Knoblauchhaus. Manch einer behauptete gar hier sei „die schönste Ecke Berlins“. Nicht zu Unrecht, wie ich finde.

Nikolaikirche

Die Nikolaikirche als Wahrzeichen des Viertels

6. Zwischenstopp: Der Alexanderplatz

Fast einen Steinwurf entfernt vom Nikolaiviertel befindet sich der Alexanderplatz, den ich eigentlich nicht weiter erklären muss, schließlich befindet sich hier mit dem Fernsehturm nicht nur das höchste Gebäude der Stadt, sondern zugleich das Wahrzeichen.

Touristenscharen tummeln sich neben dem Fernsehturm und der Weltzeituhr in den zahlreichen Geschäften, unter anderem der Mall namens Alexa, die 2007 eröffnet wurde. Am Alexanderplatz wirst auch du nicht vorbeikommen, ob du dich dort wohlfühlen wirst, bleibt dir überlassen, denn stressig kann es dort auf Grund der Touristenströme definitiv werden.

Weltzeituhr

Der wohl beliebteste Treffpunkt in Berlin

7. Zwischenstopp: Der Hackesche Markt

Ein wenig ruhiger und entspannter geht es da schon am Hackeschen Markt zur Sache, den du über die Dircksenstraße in wenigen Minuten zu Fuß erreichst. Hier tummeln sich zahlreiche Cafés. Unter anderem auch das Café Cinema, meinem Lieblingscafé in Berlin, das wegen seiner Einrichtung und Größe ein ganz besonders Ambiente versprüht.

Das Highlight sind aber sicherlich die Hackeschen Höfe selbst. Sie sind das größte und geschlossene Hofareal in Deutschland, sodass du beim Betreten überhaupt nicht mehr mitbekommst, in einer der größten Metropolen Europas zu sein. Ideal für einen Kaffee und Kuchen, bevor du dich die Oranienburger Straße entlang zur letzten Station deiner Berlintour machst.

Hackesche Höfe

Großstadtflair am Hackeschen Markt

8. Zwischenstopp: Das Reichstagsgebäude

Vom Hackeschen Markt bis zum Reichstagsgebäude wartet mit gut zwei Kilometern der längste Marsch auf dich, allerdings kannst du dir diesen etwas versüßen, indem du einen kurzen Abstecher zum Friedrichstadt-Palast machst und dann am Reichstagufer entlang schlenderst.

Das Reichstagsgebäude, das durch den Reichstagsbrand von 1933 und den Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und wieder runderneuert wurde, zählt sicherlich zu den bekanntesten Bauwerken Deutschlands, zumal dort der Deutsche Bundestag beheimatet ist und die bekanntesten Politiker unseres Landes ein- und ausspazieren.

Reichstagsgebäude

Das Reichstagsgebäude in seiner ganzen Pracht

Die Tour im Überblick

Die Endstation meiner Tour war erneut der Hauptbahnhof, da ich nach den ungefähr vier gemütlichen Stunden zu Fuß durch Berlin den Weg in Richtung Heimat antreten musste. Die gut zehn Kilometer sind also auch für die eher weniger Sportlichen problemlos machbar, zumal neben den genannten Zwischenstopps zahlreiche weitere Stationen gibt, um für ein paar Minuten die Füße hochzulegen.

In der folgenden Karte kannst du dir die Tour, die ich gelaufen bin und dir nicht nur als Berlin-Neuling wärmstens empfehle, nochmals im Detail betrachten:

Egal, ob Brandenburger Tor, Siegessäule oder Gendarmenmarkt, Berlin ist immer eine Reise wert. Daher freue ich mich schon jetzt wieder auf meinen nächsten Trip in die Hauptstadt, den ich vielleicht sogar noch in diesem Jahr antreten werde.

Wenn du bis dahin noch einen Geheimtipp für mich hast, was ich mir keineswegs entgehen lassen sollte, dann hinterlasse gerne einen Kommentar, damit ich auf eine weitere Entdeckungstour gehen kann. Oder gibt es etwas, dass dich ganz besonders an Berlin fasziniert? Verrate es mir.

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