6 starke Loipen in der Rhön: Langlaufen am Roten Moor, Kreuzberg & Co.

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Im Winter zieht die Rhön nicht nur Langläufer aus der Region an, sondern auch aus dem entfernteren Umkreis. Mehr als hundert Kilometer Anfahrt nehmen zahlreiche Wintersportfans in Kauf, um sich auf ihren Langlaufski auszutoben. Dafür gibt es gute Gründe, schließlich hat das Biosphärenreservat abwechslungsreiche und bestens präparierte Loipen zu bieten. Sechs Loipen, auf denen ich als Rhöner selbst schon einige Male im klassischen Stil oder beim Skating unterwegs war, stelle ich dir in diesem Beitrag näher vor. 

Es ist für mich kein wirklicher Aufwand, eine der Loipen in der Rhön zu erreichen: Ski in den Kofferraum, einen Kaffee in die Mittelkonsole gestellt, Radio aufgedreht und innerhalb von 15 bis 30 Minuten erreiche ich einen Großteil der gespurten Rhöner Loipen. Der Aufwand hält sich für mich absolut in Grenzen, weshalb ich bei genügend Schnee nicht selten eine Runde am Roten Moor, dem Kreuzberg oder rund um die drei Hütten der Schwarzen Berge drehe, um sportlich in den Tag zu starten.

Die Nähe zu den Einstiegen in die jeweiligen Loipen ist definitiv ein Luxus, dessen ich mir absolut bewusst bin. Vor allem, wenn auf dem Parkplatz mein Blick auf die Nummernschilder geht und ich ungläubig den Kopf schüttele, welch lange Anfahrt manch ein Wintersportler auf sich nimmt, nur um ein paar Kilometer durch den Schnee zu gleiten. Auf der anderen Seite kann ich den Aufwand absolut verstehen, denn die Rhön ist zum Langlaufen einfach ein Traum.

Klassisch und Skating – 6 tolle Loipen in der Rhön

Habe ich mir bis vor einem Jahr primär die klassischen Ski angeschnallt, um in den parallel gespurten Rillen fleißig Kilometer und Höhenmeter zu sammeln, so bin ich mittlerweile zum dynamischeren Skating übergegangen. An der Streckenauswahl hat sich dadurch kaum etwas geändert, denn die meisten Loipen in der Rhön sind für beide Stile gespurt.

Die Rhön verfügt über ein großes Streckennetz, sodass für jeden Schwierigkeitsgrad etwas dabei ist. Da ich jedoch noch nicht jede Loipe abgelaufen bin, beschränke ich mich in diesem Beitrag auf meine sechs Lieblingsstrecken, die sich vor allem auf den bayerischen und den hessischen Teil des Mittelgebirges beziehen. Aber keine Sorge, mit der Zeit werden hier weitere Strecken hinzukommen.

Rotes Moor

Das Loipenzentrum Rotes Moor macht seinem Namen alle Ehre, denn ab dem NABU-Haus erwarten dich bis zu 15 Kilometer gespurte Rundloipen mit allen Schwierigkeitsgraden. Zudem hast du Anschluss an die Alte Reichsstraße, den Holzberghof (nur klassisch) sowie die Schornhecke. Das sorgt nicht nur für eine Menge Abwechslung, sondern du kannst deine Touren auf bis zu 70 Kilometer ausweiten.

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Die vielen Routenoptionen sind ein großes Plus. Lass es entweder gemütlich angehen oder verausgabe dich beim steilen Anstieg zum Heidelstein auf der schwierigen Förstina-Loipe. Oben angekommen erwarten dich ein wunderschöner Blick auf die Wasserkuppe und eine rasante Abfahrt.

Die Loipen werden in regelmäßigen Abständen präpariert, was sie zu den vielleicht am besten gepflegten Streckenabschnitten in der gesamten Rhön macht. Ein weiterer Grund für die sehr guten Bedingungen ist, dass es Winterwanderern untersagt ist, die Strecken für Schneetouren zu nutzen. Du musst daher keine anderweitige Konkurrenz fürchten.

Gelaufen wird auf den Rundloipen am Roten Moor in der Regel gegen den Uhrzeigersinn. Dabei geht es meist auf und ab, sodass ebene Flächen zum Üben für Anfänger eine Rarität sind. Platz genug für alle ist dennoch da, sodass auch Ungeübte ganz ohne Druck Spaß haben werden.

Lediglich an den Wochenenden und Feiertagen kann es im Loipenzentrum Rotes Moor recht voll werden. Ab 10 Uhr ist es dann oftmals schwer einen Parkplatz am Moordorf zu finden. Frühes Aufstehen ist ein Muss. Unter der Woche geht es dafür umso entspannter zu.

Tipp: Zum Parken empfehle ich dir die App PayByPhone, mit der du anstatt 2 Euro zwar 2,20 Euro zahlst, dafür kein Kleingeld bei dir haben musst und bequem am Roten Moor “eincheckst”.

Alte Reichsstraße

Unterhalb des Moordorfs beginnt die Loipe der Alten Reichsstraße. Sie zweigt nach einigen hundert Metern rechts ab und führt auf einer relativ ebenen Strecke am Roten Moor vorbei und wenig später über eine luftige Freifläche bis zur Fuldaquelle. Die Loipe hat eine Länge von ungefähr neun Kilometern.

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Auf der relativ entspannten Strecke durch den Wald eröffnet sich dir nach einiger Zeit ein traumhafter Blick auf die Wasserkuppe. Dein Blick schweift dann über die sanften Hügel der Rhön, sodass das Langlaufen spätestens hier zu einem wahren Genuss wird. Für mich eine der schönsten Ecken beim Langlaufen in der Rhön.

Leider ist auf der Alten Reichsstraße die Sonneneinstrahlung enorm, sodass die Loipe nur bei viel Schnee gespurt wird. Auch der Wind, der über die freien Flächen bläst, kann recht unangenehm werden. Gleiches trifft auf den Gegenverkehr zu, denn auf der Alten Reichsstraße kann es in einigen Passagen recht eng werden.

Tipp: Bei gutem Wetter direkt früh morgens auf die Alte Reichsstraße, bevor die Loipen der Sonne ausgesetzt sind und der Belag aufweicht.

Schwedenwall

Vom Schwedenwall verläuft eine, für Rhöner Verhältnsse, ebenfalls recht ebene Loipe über knapp vier Kilometer durch den Fichtenwald des Kesselsteins. Nach gut drei Kilometern hast du Anschluss an die Alte Reichsstraße oder an das Loipenzentrum Rotes Moor.

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Der Schwedenwall bietet sich als idealer Einstieg für eine längere Tour durch die Rhön an, sofern dir die Rundloipe nicht ausreicht. Vor allem Anfänger finden hier gute Bedingungen, um in der Ebene zu üben, auch wenn es den ein oder anderen Anstieg zu bewältigen gibt.

Liegt in der Rhön nicht allzu viel Schnee, ist der Einstieg am Schwedenwall nicht unbedingt zu empfehlen beziehungsweise gar nicht erst möglich. Die ersten hundert Meter werden bei regem Betrieb und durch die Sonne recht schnell aufgeweicht. Ansonsten ist die Loipe am Schwedenwall eine absolute Empfehlung und prädestiniert für schnelle Zeiten.

Tipp: An den Wochenenden und Feiertagen das Auto am Schwedenwall parken (bar: 2 Euro, App: 2,20 Euro), solltest du doch mal zu spät aufbrechen. Zum Loipenzentrum Rotes Moor sind es ungefähr 3,5 Kilometer.

Arnsberg

Absoluter Sonnengenuss erwartet dich bei gutem Wetter auf der Loipe am Arnsberg. Die Rundloipe gegen den Uhrzeigersinn ist knapp sieben Kilometer lang und führt von Oberweißenbrunn – beginnend auf dem eigentlichen Fahrradweg – parallel zur Bundesstraße Richtung Wildflecken entlang. Anschließend macht sie einen Knick direkt auf den Kreuzberg zu und geht über einen Hügel wieder zurück zum Ausgangspunkt.

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Sowohl die Weite als auch der Blick auf den Kreuzberg sind zwei absolute Highlights der Arnsbergloipe. Durch die lange Gerade mit leichten Auf- und Abstiegen kannst du ordentlich Tempo machen, bevor du im Anschluss den Hügel des hinteren Arnsbergs hinauf gleitest und im Anschluss einen etwas steileren Abschnitt nach unten saust.

Aufgrund der guten Anfahrt von Bad Brückenau oder von der A7 kommend, ist der Arnsberg einer meiner Favoriten zum spontanen Langlaufen in der Rhön. Das Problem ist nur, dass die Loipe nur bei viel Schnee präpariert wird, dann aber auch richtig gut. Daher hat sie weitaus weniger Langlauftage vorzuweisen als die meisten anderen Rundloipen.

Tipp: Parke von Wildflecken kommend auf der alten Panzerstraße (Google Maps) auf der linken Seite, bevor es bergab nach Oberweißenbrunn geht. Der Einstieg ist um einiges entspannter als vom Ortskern oder gar vom Skilift Arnsberg aus.

Kreuzberg

Natürlich gibt es am Heiligen Berg der Franken ebenfalls eine empfehlenswerte Rundloipe. Die Kreuzbergloipe ist 9,2 Kilometer lang und beginnt am öffentlichen Parkplatz unterhalb des Kreuzbergs. Alternativ kannst du am Neustädter Haus einsteigen, wo dir allerdings nur ein begrenzte Anzahl an Parkplätzen zur Verfügung steht.

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Der Einstieg am Kreuzberg ist recht anspruchsvoll, da es direkt bergab geht und eine gewisse Sicherheit auf den Langlaufski voraussetzt. Wirklich ebene Abschnitte gibt es kaum, sodass ich die Kreuzbergloipe nicht unbedingt für Anfänger empfehle. Wer sicherer auf Ski unterwegs ist, wird jedoch großen Spaß haben.

Ebenfalls positiv ist die Verbindung zur Dreihüttenloipe, sodass du deine Touren auf mehr als 30 Kilometer ausweiten kannst. Beachte aber, dass du zum Ende deiner Langlaufrunde nochmal ordentlich Höhenmeter machen musst, weshalb du dir deine Kräfte unbedingt einteilen solltest.

Tipp: Neben dem Neustädter Haus kannst du dich im Kloster Kreuzberg, der Gemündener Hütte oder dem Berggasthof Roth stärken. Vielleicht reicht es danach sogar für eine Extrarunde.

Dreihüttenloipe

Berghaus Rhön, Würzburger Haus und Kissinger Hütte – das sind die drei Hütten, die du beim Langlaufen auf der Dreihüttenloipe passierst. Wo du einsteigst, bleibt dir überlassen, genauso wie sehr du deine Langlaufrunde ausweitest. Insgesamt warten 21 Kilometer auf der Rundloipe auf dich. Zudem kannst du weitere Loipen, zum Beispiel am Kreuzberg oder Feuerberg, in deine Streckenplanung integrieren.

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Wirklich in sich hat es die Abfahrt zum Berghaus auf der ehemaligen Skipiste, wo ich nicht selten ins Schlackern geriet, was wiederum mit einem Köpfer in den Schnee ein abruptes Ende fand. Aber das muss dir nicht passieren, zumal die Loipe mittlerweile sehr gut präpariert wird. Aber: Die Dreihüttenloipe ist insgesamt betrachtet kein Rundkurs für absolute Anfänger. Es gibt einige steilere Passagen zu bewältigen.

Der Höhepunkt der Dreihüttenloipe ist für mich der Blick von der Kissinger Hütte auf die Schwarzen Berge, die Dammersfeldkuppe, den Kreuzberg bis hin zur Wasserkuppe. Die teils steilen Abfahrten sorgen zudem für ein wenig Adrenalin, was die Rundloipe zu einer anspruchsvollen Langlaufstrecke macht, die beliebig erweiterbar ist.

Tipp: Als Einsteiger würde ich dir den Abschnitt vom Würzburger Haus zum Parkplatz Eisernes Kreuz empfehlen, sofern genügend Schnee vorhanden ist. Relativ eben führt die Strecke durch ein wunderschönes Waldstück.

Langlaufen in der Rhön – Tipps zum Abschluss

Die Rhön ist ein wahres Langlauf-Eldorado. Noch besser: Die erwähnten Loipen waren längst nicht alle, die du im beliebten Biosphärenreservat ausfindig machen kannst. Ich wollte mich vorerst auf diejenigen beschränken, die ich bereits mehrmals abgelaufen bin. Daher kann es gut sein, dass ich die ein oder andere Loipe zu einem späteren Zeitpunkt in diesen Beitrag einbinden werde.

Abschließend möchte ich dir ein paar Tipps mit auf den Weg geben, die du beim Langlaufen in der Rhön beachten solltest:

  1. Hast du weder Erfahrung beim Langlaufen noch standest du bisher auf Abfahrtsski? Dann greife auf unterschiedliche Anlaufstellen in der Rhön zurück, wo du einen Kurs buchen kannst, um das Skating oder die klassische Variante zu erlernen.
  2. Verfügst du über kein eigenes Material in Form von Stöcken, Ski und Schuhen, gibt es am NABU-Haus am Roten Moor, bei Sport Walter in Bischofsheim oder im Alpina Sporthaus in Gersfeld die Möglichkeit, dir die passende Ausrüstung auszuleihen oder zu kaufen.
  3. Bei starkem Schneefall solltest du für alle Fälle ein paar Schneeketten im Kofferraum haben. Nicht immer werden die Straßen zum Roten Moor, zur Schornhecke oder zum Kreuzberg geräumt. Sei also für den Fall der Fälle gewappnet.
  4. Natürlich kannst du auch abends eine Runde auf den frisch präparierten Loipen in der Rhön drehen. Nutze dafür eine Stirnlampe. Vergiss aber nicht, dass sich die Tierwelt sicherlich über eine gewisse Auszeit freuen würde.
  5. Seit Corona ist das Thema Overtourism in den Bergen nicht spurlos an der Rhön vorbei gegangen. Überfüllte Parkplätze und genervte Anwohner sind die Folge. Findest du keinen offiziellen Parkplatz, dann parke die Straßen nicht unnötig zu. Gehe lieber für ein bis zwei Stunden in ein Café, zum Beispiel in Bischofsheim oder Gersfeld, und versuche es danach nochmal.
  6. Aktuelle Informationen zu den präparierten Loipen bekommst entweder du über das Schneetelefon unter der Telefonnummer 0800/9719773 oder auf der Webseite loipenpark.de.

Eventuell hast du sogar den ein oder anderen Tipp zum Langlaufen in der Rhön für mich. Auf welcher Loipe sollte ich mir unbedingt mal die Langlaufski anschnallen? Wo gibt es deiner Meinung nach die besten Bedingungen zum Skaten? Warum ist für dich die Rhön ein absolutes Langlaufparadies? Oder gibt es etwas, was dir bei deiner Tour übel aufgestoßen ist? Verrate es mir gerne in den Kommentaren.

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