“Hummeldumm” von Tommy Jaud

Hummeldumm

Mit Hummeldumm kam 2012 das vierte Buch von Tommy Jaud, einem meiner Lieblingsautoren auf den Markt. Klar, dass ich es lesen musste, zumal es von einer Rundreise durch das wunderschöne Namibia handelte, die auf Grund des Verhaltens eines gestressten Matze Klein völlig aus dem Ruder gelaufen ist und für die gesamte Truppe in absolutem Chaos endete. Ein lesenswertes Buch, in das ich vielleicht ein bisschen zu hohe Erwartungen gesteckt hatte.

Nach Vollidiot, Millionär und Resturlaub wartete mit Hummeldumm vor einiger Zeit ein Buch auf mich, auf das ich mich schon lange vor der Herausgabe freute. Nicht nur, weil ich die drei Vorgänger aus der Feder von Tommy Jaud nahezu in einem Stück verschlungen hatte, sondern auch, weil für das Buch enorm viel Werbung betrieben wurde, sodass ich um eine Vorbestellung nicht herum kam und das Buch einfach als einer der Ersten lesen musste.

Der Erfolg von Hummeldumm blieb nicht aus und die Werbemaßnahmen zeigten ihre Wirkung, denn bereits nach wenigen Tagen türmten sich die in einem auffälligen Orange gebundenen Bücher in sämtlichen Buchläden. Der Inhalt hat mich durchaus angesprochen und wie mich auch bei seinen Vorgängern mehrere Male zum Schmunzeln gebracht. Besser als die vorherigen Veröffentlichungen war es jedoch nicht. Aber erstmal eins nach dem anderen.

Der Inhalt von Tommy Jauds Namibia-Chaos-Tour

Wie es sich für Pärchen gehört, planen diese Jahr für Jahr ihren gemeinsam Urlaub. Da Matze, der Ich-Erzähler in Hummeldumm, allerdings wegen des Kaufs einer Eigentumswohnung für sich und seine hübsche Freundin Sina völlig gestresst ist, beauftragt er seine Freundin, die Reiseplanung zu übernehmen. Das Ergebnis ist eine zweiwöchige Gruppenreise durch Namibia.

Dass Matze und Sina nicht alleine reisen, sondern in einem vollgepackten Minibus durch die Gegend chauffiert werden, passt dem ständigen Nörgler nicht wirklich, zumal die verschiedensten Charaktere von jung bis alt Teil der Namibia-Expedition sind. Matze versucht sich dennoch unterzuordnen, auch wenn ihm bereits erste Bedenken aufkommen, dass die Tour zu einer Tortur werden könnte.

Das Chaos beginnt erst richtig, als Matze erfährt, dass für die eigentlich vor dem Abflug bestätigte Wohnung weitere 5.000 Euro als Reservierungsgebühr überwiesen werden müssen. Sina hatte er bereits versichert, dass längst alles unter Dach und Fach sei und sie sich endlich auf den Urlaub konzentrieren könnten. Dem war leider nicht so, weshalb Matze gezwungen war, das nötige Kleingeld fristgerecht zu überweisen, wofür ihm sowohl eine stabile Internetverbindung als auch die für ein Telefonat notwendige Akkulaufzeit fehlten.

Matze befindet sich durch die Unwissenheit über die Reservierung in einer ständigen Stresssituation und tritt von einem Fettnäpfchen ins nächste. Selbst die Fluchtmöglichkeit an der letzten Tankstelle vor dem Eintritt in die Namibwüste misslingt ihm, weshalb er wohl oder übel weiterhin ein fester Bestandteil der Reisegruppe bleiben muss, mit der er sich zunehmends verkracht.

Sogar Sina wendet sich nach einigen Tagen von ihm ab. Nicht etwa, weil er sich so unerträglich benimmt und er ihr weiterhin sein Problem verschweigt, sondern weil er seine Freundin für eine furchtbar schlimme Reise verantwortlich macht.

Welche Missgeschicke Matze bei seiner Namibia-Tour im Detail erwarten und ob er sich wieder mit seiner Freundin versöhnt und es schafft, die Reservierungsgebühr rechtzeitig zu bezahlen, möchte ich nicht verraten. Dafür musst du das Buch schon selber lesen.

Meine Meinung zu Hummeldumm

Hummeldumm ist ein überaus lustiges Buch, das mir das ein oder andere Lächeln ins Gesicht gezaubert hat, was nicht zuletzt an den Missgeschicken von Matze und seinen ständigen Streiteren mit der Reisegruppe lag. Teilweise habe ich sogar mit dem Tollpatsch und Jammerlappen mitgefühlt, da er von einem in das andere Fettnäpchen tritt und ich gespannt war, welches als nächstes kommen würde.

Das Buch besteht zudem aus trockenen Dialogen, jeder Menge Sprachwitz und einer großen Portion Situationskomik. Die vielen Dialekte, die im Buch vorkommen, zum Beispiel eines Wiener Ehepaares und des namibianischen Reiseführers Bahee sind zwar ebenfalls sehr amüsant, auf Dauer aber auch ein bisschen anstrengend.

Wie auch schon in Vollidiot, Resturlaub und Millionär geht Jaud auf alltägliche Probleme und die unterschiedlichsten Charaktere ein. So nimmt er nicht nur die – oder besser gesagt – den ständig jammernden Deutschen aufs Korn, sondern auch die Eigenheiten der Wiener oder die Vorurteile gegenüber eines Sportfreaks.

Etwas verwirrend fand ich die vielen Namen und Spitznamen, bei denen ich schnell den Überblick verlor und immer wieder überlegen musste, wer zu wem gehört. Ein bisschen mehr Durchblick oder weniger Verwirrungen wären hier sicherlich angebracht gewesen. Wie auch die weitläufige Namibwüste zieht sich das Buch teilweise doch etwas, sodass es meiner Meinung nach besser gewesen wäre, den Inhalt etwas kompakter zu halten.

Der etwas andere Reisebericht von Tommy Jaud ist alles in allem und trotz einiger negativer Aspekte absolut lesenswert. Hätte man das Buch anfangs etwas weniger gehypt und in den Fokus gerückt, dann wäre mein Fazit zu Hummeldumm vielleicht noch gnädiger ausgefallen.

320 Seiten und ein Hörbuch warten auf dich

Der Eindruck mag aufgekommen sein, dass sich die hohen Erwartungen an das Buch nach dem Lesen in Enttäuschung umgewandelt haben. Keineswegs, denn das Buch hat mich durchaus amüsiert und Tommy Jaud wird wohl weiterhin meine Nummer eins bei den deutschen Buchautoren bleiben, weshalb ich mich bereits auf sein neuestes Stück mit dem Titel Sean Brummel: Einen Scheiß muss ich freue. Zwar kein Buch für Backpacker, dafür aber sicherlich nicht weniger amüsant.

Hummeldumm findest du bei Spotify übrigens auch als kostenloses Hörbuch, weshalb es sich bestens für deine nächste Reise anbietet, um Wartezeiten oder lange Wege zu überbrücken. Wenn du das Buch lieber lesen möchtest, kannst du es dir bei amazon bestellen. 320 Seiten warten auf dich. Daher wünsche ich dir viel Spaß beim Durchlesen und bin gespannt, wie dein Fazit zum etwas anderen Reisebericht aus Namibia ausfallen wird.

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