Frosty Hesson

„Making Mavericks“ von Frosty Hesson: Bewegend, lehrreich und ganz viel Surfen

Nachdem ich den Film „Mavericks – Lebe deinen Traum“, der sich rund um das ereignisreiche und leider viel zu kurze Leben von Jay Moriarity dreht, mehrere Male gesehen habe, war es an der Zeit, die Basislektüre für den Blockbuster zu lesen. In „Making Mavericks“ blickt Frosty Hesson, Jay´s Mentor, auf sein eigenes Leben sowie auf das von Jay zurück. Eine Biographie mit ebenso beeindruckenden wie tragischen Momenten.

Meine Zeit in Ubud auf Bali neigt sich langsam dem Ende entgegen. Eigentlich schade, denn in dem Ort, der entschleunigende Wirkung auf mich hatte, habe ich so viel gelesen, wie lange nicht mehr zuvor. Vielleicht lag es aber auch an dem Buch „Making Mavericks“, das mich einfach nicht loslassen wollte.

„Making Mavericks“ über Erfolge, Tiefschläge und Jay

In seiner Biographie erzählt die Surf-Legende Frosty Hesson von seinen Schicksalsschlägen, dem Surfen und einem gewissen Jungen namens Jay, auf den ich später noch näher eingehen werde. 320 Seiten füllt das Buch, das vor allem durch den Film „Mavericks – Lebe deinen Traum“ mit Gerald Butler, der Frosty Hesson spielt, für großes Aufsehen sorgte.

Der Film handelt in erster Linie nicht von Frosty, sondern einem Jungen, der das Big Wave-Surfen lernen möchte. Sein Name ist Jay Moriarity, der Frosty im zarten Alter von zwölf Jahren darum bittet, ihm das Surfen beizubringen. Schnell entwickelt sich der anfangs skeptische Frosty zu einem Ersatzvater. Jay hingegen wird zu einem der bekanntesten Big Wave-Surfer der USA.

Frosty Hesson und Jay Moriarity verbindet ein ähnliches Schicksal, denn schon in jungen Jahren sind beide auf sich alleine gestellt. Während Frosty mit Anfang zwanzig seine Eltern durch Selbstmord sowie eine Krankheit verliert, ist Jays Mutter Alkoholikerin und sein Vater seit Jahren beim Militär.

Lediglich beim Surfen vergessen sie ihre Alltagssorgen und genießen das Leben in vollen Zügen. Sie trainieren hart für einen Traum, nämlich den von Jay: Er möchte Mavericks surfen.

Hier der Trailer zu „Mavericks – Lebe deinen Traum“, der dir einen guten Einstieg gibt, wie Frosty und Jay getickt haben:


Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit. Die Basis dafür bildet, wie bereits erwähnt, die Biographie von Frosty Hesson, in der ab der Hälfte Jay ins Spiel kommt. Wie so oft unterscheiden sich Buch und Film inhaltlich voneinander, weshalb es sich lohnt, „Making Mavericks“ zu lesen, um noch tiefere Einblicke in das Leben von Frosty und Jay zu bekommen.

Die Protagonisten kurz vorgestellt

„Making Mavericks“ ist eine Biographie, die sich eigentlich auf zwei Personen bezieht. Vielleicht liegt es daran, dass Jay Moriarity nie die Möglichkeit hatte, sein Leben schriftlich Revue passieren zu lassen, denn einen Tag vor seinem 23. Geburtstag kam er beim Freitauchen auf den Malediven ums Leben.

Gerade, weil der mürrische Frosty und der lebensfrohe Jay so starke Persönlichkeiten waren beziehungsweise sind, möchte ich dir die beiden kurz etwas näher vorstellen:

Das ist „Frosty“ Hesson

➩ heißt mit bürgerlichem Namen Richard „Frosty“ Hesson

➩ einer der ersten Surfer, der Mavericks entdeckte und surfte

➩ war noch nie ein guter Zuhörer und verfolgte stets eigene Interessen

➩ war schon als kleiner Junge fanatisch nach Wasser

➩ hatte immer großen Gefallen am Coachen und unterstützte andere beim Erreichen ihrer Ziele

➩ bereitete Jay durch hartes Training beim Surfen auf das noch härtere Leben vor

➩ seine Mutter beging nach einer schweren Krankheit Suizid, als Frosty 19 Jahre alt war

➩ sein Vater starb sechs Monate nach dem Tod der Mutter an „gebrochenem Herzen“

➩ heiratete früh und trennte sich ebenso früh wieder von seiner Frau

➩ ging ein weiteres Mal den Bund der Ehe ein und war glücklich verheiratet

➩ seine zweite Frau verlor den Kampf gegen Krebs

Das war Jay Moriarity

➩ klopfte als 12-Jähriger an Frostys Tür, um sich von ihm das Surfen beibringen zu lassen

➩ wurde berühmt, als ein Foto von ihm beim Sturz einer vierstöckigen Welle (Mavericks) geschossen und im Magazin „Surfer“ veröffentlicht wurde

➩ sah in Frosty mehr als nur einen Mentor

➩ kam am 15. Juni 2001 auf den Malediven ums Leben, genaue Details sind bis heute ungeklärt

➩ hat durch Frosty gelernt, respektvoll, leidenschaftlich und fürsorglich zu sein

➩ war extrem beliebt und für sein einzigartiges Lächeln bekannt

➩ die Mutter war Alkoholikerin und der Vater Soldat

➩ baute erst spät eine gesunde Beziehung zu seinem Vater auf

➩ kam am 15. Juni 2001 auf den Malediven ums Leben, genaue Details sind bis heute ungeklärt

Die kurzen Steckbriefe habe ich dir aufgelistet, um dir einen Eindruck zu verschaffen, was die beiden in ihrem Leben durchmachen mussten. Die Biographie gibt Geschichten preis, die sonst nur in Hollywood erfunden werden.

Dass sich beide dennoch zu so inspirierenden Persönlichkeiten entwickelten und wie sie mit ihren Schicksalsschlägen umgingen ist ein Grund, warum „Making Mavericks“ ein so beeindruckendes Buch ist.

Die Lehren des Frosty Hesson

Wie schon angedeutet liebte es Frosty, andere Menschen auf das Leben vorzubereiten und ihnen das Surfen beizubringen. Das Buch vermittelt dies sehr gut, denn die Biographie ist nicht nur eine stupide Nacherzählung, sondern vielmehr ein Ratgeber mit jeder Menge Zitate, die motivieren und zum Nachdenken anregen.

Einige dieser Textpassagen, die ich mir beim Lesen mit meinem Kindle Paperwhite  markierte, habe ich für dich herausgeschrieben. Ich möchte sie jedoch unkommentiert lassen. Bei mir haben sie definitiv einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wer weiß, vielleicht wird es dir nicht anders ergehen, auch wenn du das Buch (bisher) nicht gelesen hast.

#1

„Sometimes you need to stop what you´re doing, breathe, and take the time to look around to see what´s really going on.“

#2

„If somebody takes the time to wave to me, I should take the time to wave to them.“

#3

„When you´re experimenting and trying to learn, you´re going to fall – when you stop falling, you start stagnating.“

#4

„You´re supposed to be having fun.“

#5

„Live like Jay!“

Das letzte der fünf Zitate sorgt bei dir wahrscheinlich gerade für das ein oder andere Fragezeichen. Es handelt sich dabei jedoch um das wichtigste Zitat. Auch heute noch wird es unter Surfern verwendet, um so zu leben, wie es Jay gemacht hat: Mit Spaß, seinen Zielen nachzugehen, respektvoll zu sein und immer ein Lächeln auf den Lippen zu haben.

Ein Muss für Surfer, ein Kann für den Rest

Die vielen Ratschläge von Frosty und die tiefen Einblicke in das Leben der Surffreaks machen das Buch absolut lesenswert. Zumindest, wenn du zusätzlich was mit dem Surfen anfangen kannst, da sich die meisten Geschichten um die beliebte Sportart drehen.

Bist du selbst Surfer, dann kannst du deinen Wissensstand dank „Making Mavericks“ weiter ausbauen und dich von den Hintergründen zu Mavericks faszinieren lassen. Mit dem Kauf des Buches machst du daher garantiert nichts falsch.

Bist du mit dem Surfen gar nicht vertraut, dann ist die Biographie von Frosty Hesson nicht unbedingt das Buch, das du in wenigen Tagen verschlingen wirst. Obwohl die Erlebnisse abseits des Wassers fesselnd sind, werden einige Kapitel wahrscheinlich zu trocken für dich sein.

Hast du bereits „Mavericks – Lebe deinen Traum“ im Kino oder auf DVD gesehen und schwärmst du ähnlich davon wie ich, dann könnte dich das Buch trotzdem enttäuschen. Die Geschichte rund um Jay Moriarity beginnt nämlich erst ab der Hälfte des Buches, weshalb du deine Aufmerksamkeit in der ersten Hälfte voll und ganz Frosty schenken musst.

Meine Meinung zum Buch kennst du. Ich finde es einfach großartig. Es ist sowohl inspirierend, was die Riesenwellen und Ratschläge betrifft, als auch packend, sobald das Leben der beiden näher durchleuchtet wird. Eine großes Dankeschön an Frosty, der auch mich einige Male zum Nachdenken angeregt hat. Ein Buch mit einem großen Nachhaltigkeitsfaktor.

Sale
Making Mavericks: The Memoir of a Surfing Legend
  • Frosty Hesson
  • Herausgeber: Skyhorse Publishing
  • Taschenbuch: 320 Seiten

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