Yucatan-Halbinsel: Maya-Tempel, Walhaie, Traumstrände und noch einiges mehr

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Während meiner fünf Wochen in Mexiko war die Yucatan-Halbinsel mein erster und intensivster Stopp. Mit dabei war eine gute Freundin, die seit drei Jahren in Mexiko lebt und die mir nicht nur jede Menge über Land und Leute erzählte, sondern mit der ich elf Highlights bei einem spannenden Roadtrip näher erkundete. Und genau diese stelle ich dir in meinem Yucatan-Special etwas genauer vor.

Ich gebe zu, es ist nicht ganz einfach, Yucatan von Yucatan zu unterscheiden. Es handelt sich hier nicht etwa um einen Schreibfehler, sondern um eine erste Kuriosität, denn Yucatan ist sowohl der Name der Halbinsel, als auch der Name eines sich darauf befindenden Bundestaates. In diesem Beitrag dreht sich alles um die Halbinsel Yucatan – und zwar den mexikanischen Teil, denn auch Belize und Guatemala zählen dazu.

Die Yucatan-Halbinsel liegt im Osten Mexikos und trennt den Golf von Mexiko vom Karibischen Meer. Du darfst dich in dieser Region also auf zahlreiche Traumstrände freuen. Zumindest war dies der Fall, bevor die Yucatan-Halbinsel vom Massentourismus in Besitz genommen wurde und sich erste Probleme mit Braunalgen zeigten. Aber keine Sorge, die Strände sind auch heute noch wunderschön und versprühen zumindest das Flair eines ehemaligen Paradieses.

11 ziemlich geniale Spots auf der Yucatan-Halbinsel

Yucatan auf Traumstrände zu reduzieren wäre nicht fair, zumal die Halbinsel nicht nur wegen ihrer verkarsteten Landschaft, sondern dank der Mayas auch kulturell einiges zu bieten hat. Beispielsweise gibt es nirgendwo sonst auf der Welt eine solche Masse an, mit Süßwasser gefüllten, Kalksteinlöchern. Ebenso atemberaubend sind die Maya-Stätten, die sich über die gesamte Halbinsel verteilen.

Im Folgenden habe ich dir elf Orte beziehungsweise Erlebnisse aufgelistet, die dir verdeutlichen, wie vielseitig Yucatan in Mexiko tatsächlich ist:

Die künstliche Stadt Playa del Carmen

Mein Start in Mexiko erfolgte in der 200.000-Einwohner-Stadt Playa del Carmen. Eine Stadt, die einst paradiesische Ausmaße hatte. Das zumindest erzählte mir unser deutscher Guide bei einer Walhai-Tour, der Playa del Carmen seit mehr als 17 Jahren seine Heimat nennt.

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Die Stadt ist schnell gewachsen, was unter anderem am schachbrettartigen Aufbau zu erkennen ist. Ein historisches Zentrum gibt es nicht. Der Großteil spielt sich an der Avenida 5 ab, wo dich Restaurants, Bars und Cafés sowie ein pulsierendes Nachtleben erwarten. Auch das Coco Bongo, das Partyzentrum von touristischen Hochburgen wie Cancun und eben Playa del Carmen, ist hier angesiedelt.

Dass ich beim Durchschlendern regelmäßig auf den Kauf von Drogen angesprochen wurde, ist ein weiteres Indiz dafür, dass hier keine Spur von Idylle und Ruhe ist. Ein weiteres Zeichen für die verloren gegangene Gemütlichkeit sind angesiedelte Ketten aus den USA, wie zum Beispiel Starbucks, McDonald´s, Hard Rock Café(s) und Victoria´s Secret.

Am Strand, der fast ausschließlich über Hotelanlagen zugänglich ist und in der Regel Eintritt kostet, waren es die vielen Jet-Skis, Bananen-Boote und Parasail-Anbieter, die mich abgeschreckt haben. In Playa del Carmen ist nun mal alles sehr künstlich. Das bedeutet nicht, dass ich meine Zeit im Nordosten der Yucatan-Halbinsel nicht auch genossen habe.

Ein paar Vorteile hat Playa, wie die Stadt in Kurzform von den Einheimischen genannt wird, dennoch. Und genau diese möchte ich dir kurz vorstellen:

  • Der Strand und das ruhige Meer mit seinen Blautönen sind die Highlights von Playa del Carmen. Auch, wenn viele Hotels den Zugang versperren, darf der Strand nicht privatisiert werden. Das bedeutet, dass alle Abschnitte entlang der Küste frei zugänglich sind.
  • In Yucatan gibt es mehr als 2.000 registrierte Cenoten und daher auch eine ganze Reihe davon rund um Playa.
  • Da ich ein großer Foodcourt-Fan bin, kam ich in Playa del Carmen kulinarisch voll auf meine Kosten. Richtig gut gefallen hat mir der Markt am Palacio Municipal, der jedes Wochenende stattfindet.
  • Playa del Carmen ist der perfekte Ort, um die Yucatan-Halbinsel in Form von Tagestouren näher kennenzulernen. Von Walhai-Touren über Inseltrips auf die Isla Mujeres oder nach Cozumel bis hin zu der berühmten Tempelanlage Chichen Itza, kennt das Tourenangebot keine Grenzen.
  • Abends ist der Parque Los Fundadores einen Besuch wert. Hier werden unter dem riesigen Tor traditionelle Tänze aufgeführt, während nebenan ein Clown seine Landsmänner zum Lachen bringt. Parallel dazu findet das Fruchtbarkeitsritual Juego del Volador statt. Dabei sitzt ein Flötenspieler in schwindelerregender Höhe auf einem sich drehenden Pfahl, während sich vier an den Füßen gefesselte Männer langsam abseilen.

In Playa del Carmen lässt es sich aushalten. Vom typischen Mexiko und der unfassbaren Gastfreundschaft im Landesinneren wirst du hier eher weniger erleben. Das Business und der Massentourismus stehen hier ganz klar im Vordergrund.

Tipp: Da die Ostküste ein großes Problem mit Braunalgen hat, solltest du dich vorab über den aktuellen Stand erkundigen. Manchmal ist anstatt der Blautöne im Meer leider nur eine braune Brühe zu sehen, die recht unangenehm riecht und nicht wirklich zum Baden einlädt.

Cozumel, die größte Insel Mexikos

53 Kilometer breit und 14 Kilometer lang. Das sind die Maße der größten Insel von Mexiko, die von Playa del Carmen aus mit der Fähre in einer guten halben Stunde erreichbar ist. Jede Stunde fahren zwei konkurrierende Anbieter zeitgleich vom Passagierhafen los. Ein Ticket hin und zurück kostet 400 Pesos. Ein Erlebnis für sich, da die Fahrt mit Live-Musik begleitet wird.

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Ankommen wirst du in San Miguel de Cozumel. Dies ist gleichzeitig der einzige Ort der Insel. Er verfügt über urige, bunte Häuser mit Streetart und ist auf Grund der beeindruckenden Unterwasserwelt um Cozumel ein beliebter Ausgangspunkt für Tauchtouren.

An Land ist der Eco Park das beliebteste Ziel. Bei unserem Tagestrip war dieser leider geschlossen, sodass wir es uns für einige Zeit in der Reggae Beach Bar gemütlich machten. Ein sehr buntes, wunderschön gelegenes und mit vielen Sprüchen und Jamaika-Farben verziertes Restaurant. Einen Zwischenstopp solltest du hier unbedingt einlegen.

Entlang der Küste gibt es viele wunderschöne Strandabschnitte paradiesischen Ausmaßes, wäre da nicht die Problematik mit den Braunalgen. Auf Cozumel hielt sie sich zum Glück in Grenzen. Plane dir am besten eine Umrundung mit dem Roller ein. Die Straßen sind, sobald du aus San Miguel de Cozumel rausgefahren bist, fast schon verlassen und bieten dir ein tolles Panorama.

Übrigens gibt es hier breite Radwege direkt an der Küste, die wie gemacht für eine Rundtour auf dem Fahrrad sind oder die du zum Training nutzen kannst. Regelmäßig finden auf Cozumel verschiedene Triathlon-Veranstaltungen statt. Daher herrschen hier beste Trainingsbedingungen.

Tipp: Miete dir den Roller nicht direkt bei der Fähre, sondern im Zentrum. So haben sich bei uns die Preise mit jedem Schritt Richtung Zentrum von 400 Pesos über 350 Pesos bis auf 250 Pesos pro Roller für einen Tag reduziert.

Cenoten ohne Ende auf der Yucatan-Halbinsel

Mit dem Begriff Cenote konnte ich vor meiner Mexiko-Tour recht wenig anfangen. Kein Wunder, denn nirgendwo sonst auf der Welt gibt es ein solches Naturwunder. Bei einer Cenote handelt es sich um ein Loch aus Kalkstein, das durch den Einsturz der Höhlendecke entstanden ist. Im Inneren befindet sich Süßwasser.

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Auf der Yucatan-Halbinsel gibt es mehr als 2.000 registrierte Cenoten. Geologen gehen davon aus, dass weit mehr als 8.000 auf der Halbinsel verteilt sind. Es wird zudem vermutet, dass es auf der Halbinsel das größte zusammenhängende Unterwasserhöhlensystem der Erde gibt. Viele der Cenoten sind miteinander verbunden.

Insgesamt gibt es vier verschiedene Arten von Cenoten:

  • offene Cenoten, die mit einer Lagune vergleichbar sind
  • halboffene Cenoten, die von Felswänden umgeben, jedoch nach oben geöffnet sind
  • geschlossene Cenoten, also Höhlen
  • tiefliegende offene Cenoten, die bis zu 25 Meter tief sind

Viele Cenoten sind für Touristen zugänglich. Dort kannst du entweder schnorcheln, tauchen, durch Höhlen schwimmen oder einfach nur das klare Wasser und die tolle Natur genießen. Mich haben die „Schwimmbäder der Mayas“ schwer beeindruckt, weshalb ich nicht nur eine, sondern gleich drei der Kalksteinlöcher zu Gesicht bekam, die direkt nebeneinander liegen und nur einen Katzensprung von Playa entfernt sind.

Cenote Cristalino

Ein Makel der Cenoten ist der Eintritt. Für die Cenote Cristalino mussten wir beispielsweise 150 Pesos hinblättern. Das Geld war es jedoch wert, schließlich findest du hier zwei wunderschön gelegene Tümpel mit klarem Wasser und einem tollen Farbenspiel, sobald die Sonnenstrahlen auf das Wasser treffen. Außerdem kannst du hier sowohl durch die Mangroven tauchen oder in den Höhlen schwimmen als auch von einem drei Meter hohen Felsen springen. Meine Empfehlung: Einfach alles davon machen.

Cenote Eden

Ebenfalls sehr schön, aber weniger spektakulär als die Cenote Cristalino ist die Nachbar-Cenote Eden. Die offene Cenote hat etwas von einem See und ist insbesondere bei Höhlentauchern beliebt, da es hier einzelne Geheimgänge zu entdecken gibt. Für 200 Pesos Eintritt darfst du zudem unzählige Male von einem ungefähr vier Meter hohen Cliff springen.

Cenote Azul

120 Pesos musst du aufbringen, um die Cenote Azul zu bewundern. Anders als bei den beiden Vorgängern spielt Aktivität bei den Besuchern dieser Cenote eine eher untergeordnete Rolle. Zwei kleine und ein großes Becken, die größtenteils sehr flach und mit vielen Steinen zum Sitzen ausgestattet sind, laden vielmehr zum Entspannen, Rumliegen und Austauschen als zur körperlichen Betätigung ein.

Der öffentlich zugängliche Strand Xpu-ha

Ganz in der Nähe der drei Cenoten liegt der Strand Xpu-ha. Er ist öffentlich zugänglich, ohne dass du Hotelanlagen oder versteckte Geheimgänge durchqueren musst, nur um ein bisschen Meeresluft zu schnuppern und den feinen Sand unter deinen Füßen zu spüren. Kostenlos ist der Zugang trotzdem nicht, mit 30 Pesos aber absolut vertretbar.

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Der Abschnitt Xpu-ha ist recht überschaubar, bietet sich aber für längere Spaziergänge an. Der weiße Sand, das blaue Wasser und die Palmen, die sich rundum verteilen, machen den Strand zu einer kleinen Idylle, fernab von Verkehrschaos und Großstadtdschungel. Den Abend ausklingen lassen kannst du bei einem Bier oder in einem der Restaurants direkt am Strand.

Tipp: Jeder Geschmack ist anders, aber was das Bier betrifft, haben mir das Modelo Especial und das Pacifico Clara während meines Mexiko-Trips am besten geschmeckt. Mit Dos Equis und Ultra konnte ich mich dagegen nicht wirklich anfreunden.

Schwimmen mit Walhaien bei der Isla Mujeres

Im Jahr 2010 war ich erstmals mit Walhaien schnorcheln. Damals in Mosambik. Ein Erlebnis, das mich seitdem nicht mehr losgelassen hat, weshalb ich Feuer und Flamme war, als meine sympathische Reisebegleiterin mir erzählte, dass die größten Fische der Welt zur gleichen Zeit Station an der Yucatan-Halbinsel machten.

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Durchgeführt wurde die Walhai-Tour vom deutschen Veranstalter Aledia Tours, der seine Tagestouren – anders als ein Großteil der Konkurrenz – bereits um fünf Uhr morgens von Playa del Carmen aus startet. Durch den temporären Vorsprung waren bei unserer Ankunft am Walhai-Spot lediglich sieben Boote im Wasser, zum Ende waren es knapp 50 (!).

Unfassbar beeindruckend war, dass zeitweise bis zu zehn Walhaie vom Boot aus zu sehen waren. Unter Wasser waren es bis zu drei Walhaie auf relativ engem Raum. Hatte ich nach Mosambik gedacht, besser würde es nicht mehr werden, so wurden meine Erwartungen durch die mexikanische Walhai-Tour nochmals übertroffen. Wahrscheinlich lag es daran, dass bei meinem letzten Schnorchelgang auch noch ein Mantarochen einen Looping direkt vor meinen Augen drehte. Verrückte Unterwasserwelt!

Zwar sind die Kosten mit knapp 200 Euro pro Walhai-Tour recht happig, Walhaien beim gemütlichen Treiben unter Wasser und dem Einsaugen von Plankton zuzuschauen, ist jedoch jeden Cent wert. Allerdings auch nur, wenn du Glück hast und einen solchen Traumtag erwischst, wie wir ihn erleben durften.

Die vielen Boote, die sich über Wasser ansammelten, waren mir dennoch ein Dorn im Auge. Eine unangenehme Begleiterscheinung über die im Anschluss bei leckerem Ceviche im Flachwasser der Isla Mujeres diskutiert wurde. Zumindest kurz, schließlich hatten wir bekommen, was wir wollten, nämlich Walhaie in ihrem natürlichen Lebensraum.

Eine Begrenzung der Boote aller Anbieter würde ich mir trotzdem wünschen, denn draußen im Meer sollte ganz bestimmt nicht der Mensch im Mittelpunkt stehen.

Sonnenaufgang in Tulum

Tulum liegt 60 Kilometer südlich von Playa del Carmen und ist eines der beliebtesten Ziele auf der Yucatan-Halbinsel. Nicht nur, weil es hier wunderschöne Strände gibt, die leider sehr mit den Braunalgen zu kämpfen haben, sondern auch wegen der Maya-Stätte mit dem wahrscheinlich größten Besucheransturm.

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Daher wird es auf der Tempelanlage, die von einer vier Meter hohen Mauer umschlossen wird, recht voll, sobald sich um acht Uhr die Pforten öffnen. Dank eines Tipps und eines höheren Eintrittspreises von 255 Pesos anstatt 65 Pesos durften wir zwei Stunden früher auf das Gelände, um den Sonnenaufgang zu genießen.

Natürlich war der Eintrittspreis recht hoch. Auch den Parkwächter vor verschlossenen Türen zu finden, war nicht ganz einfach. Gelohnt hat sich das Sonnenaufgangs-Abenteuer trotzdem, denn wir hatten das komplette Gelände für uns alleine. So konnten wir in aller Ruhe den traumhaften Sonnenaufgang bewundern, bei dem die Sonnenstrahlen zuerst das Meer und die vorgelagerten Buchten trafen, bevor sie schließlich den Castillo-Tempel hoch wanderten und diesen in einem besonderen Licht erstrahlen ließen.

Früher war Tulum übrigens ein bedeutender Umschlagplatz für den Handel und bei der Ankunft der Spanier eine der letzten aktiven Maya-Stätten, bevor sie 1544 endgültig von ihnen erobert wurde. Geschichtliches Hintergrundwissen, mit dem du dich bei deiner Tour in aller Ruhe beschäftigen kannst. Zumindest bis acht Uhr, denn dann strömen die Massen auf die Anlage, breiten ihre Handtücher in der Bucht aus und irren panisch umher, um das perfekte Urlaubsfoto zu schießen.

Akumal Monkey Sanctuary

Kein absolutes Muss ist der Besuch beim Akumal Monkey Sanctuary. Die Aufzucht- und Pflegestation für Tiere liegt zwischen Xpu-ha und Tulum. Hier werden verschiedene Tiere vom Zirkus, von Hotels oder von Reichen, die die Lebewesen beispielsweise als Haustier gehalten haben, gerettet.

Zu den oftmals verstörten Tieren, die im Akumal Monkey Sanctuary gepflegt werden, zählen unter anderem Papageien, Affen, Schlangen, Wildschweine, Rehe und sogar – für Mexiko sehr untypisch – Zebras.

Ich muss gestehen, dass ich so genannten Tierschutzorganisationen meist recht skeptisch gegenüber stehe. Eine ebenso lustige wie informative Führung hat allerdings gezeigt, dass die Tiere hier bestens aufgehoben sind und mit ihnen artgerecht umgegangen wird. So haben sie die Möglichkeit ohne Druck wieder Vertrauen in Artgenossen und sogar Menschen aufzubauen.

Der einzige negative Aspekt ist, dass die zweistündige Tour mit 65 US-Dollar doch recht teuer ist, auch wenn der Eintritt einem guten Zweck zugute kommt. Für Tierfans definitiv eine super Sache, da die Tour durch den kleinen Park mit sehr vielen Hintergrundinfos gespickt ist.

Bacalar und die siebenfarbige Lagune

Bacalar ist ein ziemlich abgelegener Ort, etwa 280 Kilometer von Playa del Carmen und nicht allzu weit von der Grenze von Belize entfernt. Trotz seiner Streetart-Kunst, einem Fort und einigen guten Restaurants ist der gemütliche Ort in der Nähe von Chetumal selbst keine Augenweide. Allerdings verfügt er über eine ganz besondere Sehenswürdigkeit, nämlich einen Süßwassersee.

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Das mag für dich nicht wirklich spektakulär klingen, aber: Der See verfügt über sieben verschiedene Blautöne und ist im Vergleich zum von Braunalgen geplagten Meer eine paradiesische Alternative. Hier kannst du perfekt abschalten, denn außer im See baden zu gehen, die Lagune zu bestaunen und in der Hängematte hin- und her zu schaukeln, gibt es hier nicht allzu viele Alternativen.

Für mich war Bacalar die vielleicht positivste Überraschung unseres Trips über die Yucatan-Halbinsel, da ich nicht gedacht hätte, dass ein See solch ein Farbspektakel zum Vorschein bringen kann. Eine zweistündige Bootstour (250 Pesos pro Person), bei der die Entspannung im Flachwasser im Vordergrund stand, gab näheren Aufschluss über die verschiedenen Farbtöne der Lagune. Diese entstehen unter anderem durch die unterschiedlichen Tiefen. Teilweise gibt es im See Cenoten, die bis zu 90 Meter tief sind.

Etwas überspitzt ist Bacalar das vielleicht letzte verbliebene Paradies auf der Yucatan-Halbinsel. Bei unserer Unterkunft, dem El Roble Hotel (bei Booking.com buchen), die etwas abseits vom Zentrum liegt, hatten wir zum Beispiel einen Steg, von dem aus wir wunderbar die sieben Farben des Sees genießen konnten. Bacalar ist ein wunderschöner Ort, an dem du mindestens zwei Nächte bleiben solltest.

Tipp: Auf dem Weg von Playa del Carmen nach Bacalar befindet sich im Ort Felipe Carrillo Puerto der Mercado Municipal, der sich perfekt für eine Mittagspause anbietet. Das Besondere daran ist, dass hier viele Boxen mit typisch mexikanischen Speisen auf einzelnen Tischen stehen, an denen du dich einfach bedienst. Abgerechnet wird jedes verspeiste Stück zum gleichen Preis (13 Pesos).

Calakmul, eine der größten Maya-Städte

75, 72, 50. Drei Zahlen, die eine große Rolle spielen, willst du die beeindruckende Maya-Stätte von Calakmul live erleben. Es handelt sich dabei um die Eintrittspreise, die du an den drei Eingängen zahlen musst, die es nach dem Abbiegen von der Mex 186 gibt.

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Ab hier beginnt der etwas qualvolle Teil der Anfahrt, denn beim Durchqueren des Dschungels folgt ein Schlagloch dem anderen. Slalomfahren ist angesagt, was auf der Hinfahrt zum UNESCO-Weltkulturerbe noch ganz spannend ist, auf der Rückfahrt einfach nur noch nervt.

Wahrscheinlich sind die Lage und die Anfahrt auch die Gründe dafür, warum laut eines Angestellten zu Höchstzeiten lediglich 500 Tagesbesucher die Tempelanlage bewundern. Wirklich seltsam, zumal die Anlage von Calakmul mit ungefähr 6.000 Bauten und mehr als 100 Stelen einiges zu bieten hat. Seit 2014 ist Calakmul sogar als Weltkultur- und Weltnaturerbe gelistet, was in ganz Lateinamerika zuvor nur Machu Picchu in Peru und Tikal in Guatemala gelungen ist.

Mich haben vor allem die Blicke von den Tempeln fasziniert. Nicht nur, weil vereinzelte Tempel zwischen den hohen Bäumen auftauchen, sondern auch, weil der Urwald zu allen Seiten bis zum Horizont reicht und nie zu enden scheint.

Besonders imposant ist die Estructura II, deren Aufstieg durchaus fordernd ist. Von oben erspähst du die Estructura I im Südwesten sowie die Estructura VII im Norden.

Calakmul hat mich ein wenig an Angkor Wat in Kambodscha erinnert. Einerseits wegen der ursprünglichen Lage mitten im Nirgendwo. Andererseits, weil einige Stätten noch gar nicht komplett ausgegraben worden sind. So wurde beispielsweise erst 2015 ein Höhlensystem über mehrere Kilometer entdeckt.

Tipp: Zieh dir festes Schuhwerk an und packe dir unbedingt etwas zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen ein. Verkaufsstände sind in Calakmul Mangelware und der Weg zurück in die Zivilisation zieht sich.

Pure Entspannung auf der Insel Holbox

Knapp zwei Stunden nordwestlich von Cancun entfernt, liegt die Insel Holbox. Sie ist mit ihren 42 Kilometern Länge und zwei Kilometern Breite recht überschaubar, zumal nur ein kleiner Teil bewohnt ist. Der Schönheit tut dies jedoch keinen Abbruch, denn Holbox ist ein wahrer Traum.

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Hängematten und Schaukeln, die im flachen Wasser des langgezogenen Strandes hängen, sind das Wahrzeichen der kleinen Insel und nahezu auf jedem zweiten Foto von Holbox in den sozialen Medien vertreten. Auch die Golf Carts, die über die asphaltfreie Insel fahren, sind typisch, da von Autos jede Spur fehlt.

Außer Flamingos anschauen, Wassersport, Strandläufe, Essen gehen, Streetart-Gemälde bewundern und den Sonnenuntergang anschauen, gibt es auf der Insel nicht wirklich viel zu tun. Doch genau das ist es, was Holbox ausmacht: Die Insel ist der perfekte Ort, um die Seele baumeln zu lassen.

Doof nur, dass von den Vorzügen längst auch andere Touristen gehört haben. Daher ist Holbox ein beliebter Zufluchtsort für „Gringos“, wodurch die Maya-Kultur leider etwas zu kurz kommt. Überfüllt ist die kleine Insel trotzdem (noch) nicht. Ein Inselbesuch bei deiner Tour über die Yucatan-Halbinsel ist daher unvermeidlich. Zwei Übernachtungen reichen für Holbox vollkommen aus, um alles zu entdecken und dennoch zu entspannen.

Cancun, der Ballermann Mexikos

Die Überschrift ist nicht ganz richtig, denn um ehrlich zu sein, ist Cancun vielmehr als der Ballermann Mexikos: Größer, lauter, teurer. Zwar war ich in der Nebenzeit in Cancun und beschränkte meinen Bewegungsradios auf die Zona Hotelera, allerdings wurde mir schnell bewusst, was hier in der Hauptzeit abgehen muss.

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Einzig bei meinen morgendlichen Laufrunden wurde ich nicht auf Kokain, Marihuana und Prostituierte angesprochen. Wahrscheinlich war ich zu flink für die übermüdeten Verkäufer. Als normaler Fußgänger war ich jedoch stets ein Opfer von teils penetranten Verkaufsgesprächen gewesen. Die für Mexikaner typische Freundlichkeit geht in Cancun doch etwas verloren.

An und für sich ist Cancun wunderschön beziehungsweise muss es das vor mehr als 15 Jahren gewesen sein. Das Meer verfügt über die intensivsten Blautöne, die ich während meiner Mexiko-Tour gesehen habe. Auch die breiten, langgezogenen Strände weisen auf ehemals paradiesische Verhältnisse hin.

Doch sowohl auf dem Wasser als auch dem Sand tummeln sich heutzutage zahlreiche Jetskis, Banana Boats und Paragliding-Schirme. Im Hintergrund haben sich längst wuchtige Betonklötze aufgetürmt.

Zugegeben ist Cancun noch künstlicher und unpersönlicher als Playa del Carmen, für den Anfang oder das Ende deines Trips über die Yucatan-Halbinsel aber absolut geeignet. Bleibe nur nicht zu lange, denn mit Mexiko hat Cancun außer der geografischen Lage recht wenig zu tun.

Trotz Massentourismus und Braunalgen lohnenswert

Die Yucatan-Halbinsel ist das beliebteste Reiseziel in Mexiko. Wo sonst auf der Welt hast du die Möglichkeit mit Walhaien zu schwimmen, Traumstrände zu genießen und beeindruckende Maya-Stätten zu entdecken?

Einzig und allein die Braunalgen-Problematik bereitet dem Osten Mexikos Sorgen. Abschrecken lassen solltest du dich davon jedoch nicht, da in der Regel nicht alle Orte betroffen sind. Erkundige dich am besten vor deinem Trip über den aktuellen Stand. Außerdem besteht die Yucatan-Halbinsel nicht nur aus dem Küstenabschnitt, sondern verfügt über ein faszinierendes Landesinnere.

Falls du dich fragst, warum Chichen Itza keinen Platz in meinen elf Highlights bekommen hat, dann hat das genau drei Gründe: Erstens strömen täglich unfassbar viele Touristen zur Ruinenstätte, zweitens ist die Maya-Stätte nicht mehr begehbar und drittens wurde der Dschungel abgeholzt, um dem Tourismus mehr Platz zu bieten. Andere Destinationen klangen dann doch etwas attraktiver.

Natürlich bleibt es dir überlassen, welche Highlights du bei deiner Tour über die Yucatan-Halbinsel besuchst. Ich glaube aber, dass ich dank meiner Begleitung und ihrer Erfahrung aus drei Jahren Mexiko einige der absoluten Hotspots besucht habe. Auf diesem Weg nochmal ein großes Dankeschön für die grandiose „Reiseleitung“.

Warst du selbst schon auf der Yucatan-Halbinsel unterwegs und fehlt dir ein Ort in meiner Auflistung, der dich ganz besonders verzaubert hat? Oder hast du Fragen zu einem der oben aufgezählten Orte? Dann hinterlasse gerne einen Kommentar.

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