Son Bou: Karibik-Feeling am längsten Strand von Menorca

Mallorca ist der Deutschen liebste Insel. Zum Glück, denn dadurch erfreut sich die Nachbarinsel Menorca an weniger Tourismus, was nicht nur eine entspannte Atmosphäre mit sich bringt, sondern auch für leere Strände und die pure Entspannung sorgt. Der Ort mit dem längsten Strand der Insel ist Son Bou und genau diesen stelle ich dir etwas genauer vor. 

Beim Surfen in Marokko erzählte mir ein Spanier, der wie ich als Digitaler Nomade ortsunabhängig arbeitet, von den schönsten Orten seines Heimatlandes. Einer davon war Valencia, den ich im vergangenen Jahr besucht habe und der mich schier begeisterte. Eine weitere Empfehlung war die Insel Menorca, die er mit den folgenden Worten beschrieb:

„Ich erinnere mich vor allem an das sauberste Wasser und die schönsten, kleinen Strände überhaupt.“

Starke Worte von einem, der es wissen muss, schließlich hat er sechs Jahre auf der Baleareninsel gelebt. Für mich Grund genug, um neben Valencia endlich auch Menorca, insbesondere Son Bou, kennenzulernen.

Das sind die Highlights von Son Bou

Ich muss zugeben, dass meine Recherchen über Son Bou nicht wirklich erfolgreich waren, um dich mit allgemeinen Informationen über den Ort mit dem längsten Strand der Insel zu versorgen. Vielleicht ein gutes Zeichen dafür, dass das von Felsen und weißgetünchten Häusern umgebene Örtchen noch immer ein Geheimtipp ist.

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Bevor es jedoch so rüberkommt, als sei Son Bou eine langweilige Einöde, der keinerlei Beachtung geschenkt wird, möchte ich dich eines besseren belehren. Bist du bereit für die wenigen – aber grandiosen – Highlights von Son Bou?

Der Küstenstreifen Playa de Son Bou

Wer nach Son Bou kommt, der hat in erster Linie den wunderschönen Strand mit dem türkisblauen Meer im Blick. Der Strandabschnitt ist knapp drei Kilometer lang und bietet parallel dazu eine geschützte Dünenlandschaft sowie ein kleines Naturreservat in Form eines Feuchtgebietes.

1. Traumhafter Badestrand

Da meine Unterkunft direkt am Meer gelegen war, verbrachte ich dementsprechend viel Zeit am Strand. Mit seinem feinen Sand und dem beeindruckenden Farbenspiel des Meeres versprüht der weite Strandabschnitt ein gewisses Karibik-Feeling. Der ideale Ort, um die Blicke schweifen zu lassen oder einfach nur die tolle Kulisse zu genießen.

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Besonders die Strandläufe am frühen Morgen oder kurz vor dem Sonnenuntergang kann ich dir wärmstens empfehlen, da du den Strand dann fast für dich alleine hast – zumindest in der Nebenzeit. Tagsüber watest du durch das Meer, das einen sehr flachen Einstieg ins Wasser bietet. Das ist wiederum ideal für Familien mit kleinen Kindern, die sorglos im Meer planschen können.

2. Dünenlandschaft

Direkt hinter dem Playa de Son Bou gibt es ein kleines Wegenetz, dessen Untergrund sich mit Holz und Sand abwechselt. Verlassen solltest du die Wege nicht, da sie zum Schutz der Dünen, der Pflanzen und ihren winzigen, animalischen Einwohnern dienen. Es lohnt sich auf alle Fälle, die sandigen Wege von Son Bou bis kurz vor Sant Tomas abzulaufen, wobei das Meer stets in Sicht- beziehungsweise Hörweite ist.

3. Feuchtgebiete unter Naturschutz

Ebenfalls parallel zum Meer und eine Reihe hinter der Dünenlandschaft gibt es ein größeres Feuchtgebiet, das vom Farbton grün dominiert wird. Begehbar ist dieses Areal nicht, allerdings triffst du am Rand auf zahlreiche Wasservögel, die es sich hier bequem gemacht haben. Wundere dich also nicht, falls eine Ente den Weg beim Strandspaziergang kreuzt oder sie ihre Runden im Meer oder dem Pool deiner Unterkunft dreht.

Kalksteinfelsen mit grandiosem Blick

Mein Lieblingsort in Son Bou sind ganz klar die Felsen, die östlich an den Strand grenzen. Um auf den circa hundert Meter hohen Gipfel zu gelangen, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder du gehst an der Küste entlang und nimmst vor den Höhlen eine kurze Kletterrunde in Kauf oder du gehst links vor den Ruinen der Basilika durch ein Gatter den einfachen Weg nach oben.

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Auch, wenn die erste Option etwas anstrengender ist, rate ich dir zumindest einen Teil davon zu gehen. Die felsige Landschaft dort ist einfach ein Traum. Nicht nur, weil eine – während meines Aufenthaltes – verlassene Hütte für das perfekte Panoramafoto sorgt, sondern auch, weil mich die Höhlen am Ende des Weges durchaus verblüfft haben.

Oben auf dem Gipfel gibt es verschiedene Aussichtspunkte, die einen atemberaubenden Blick auf Son Bou, den langen Strand und die Blautöne des Meeres bis nach Sant Tomas bieten. Nimm dir am besten etwas zu trinken oder zu essen mit und mache es dir auf dem kleinen Plateau gemütlich. Es wird dir gefallen, ganz bestimmt.

Felsvorsprünge Richtung Sant Tomas

Am anderen Ende des Playa de Son Bou befindet sich kurz vor Sant Tomas eine weitere felsige Landschaft, die ein bisschen an das englische Cornwall erinnert. Zugegeben handelt es sich hierbei um ein überschaubares Gebiet, das aber durchaus seinen Reiz hat. Auch, wenn ich von dort keinen Sonnenuntergang gesehen habe, behaupte ich, dass die Felsen einer der besten Orte sind, um diesen zu genießen.

„Pulsierendes“ Ortszentrum

Das Zentrum von Son Bou spielt sich an zwei Straßen auf relativ engem Raum ab. Bars, Shops und Pubs reihen sich aneinander, ohne ein Gefühl von Enge zu vermitteln. Du kannst dort entweder gemütlich essen, Fußball in einer der Bars schauen, in einem der Shops Andenken kaufen oder in der Disco – zumindest in der Hauptzeit – das Feierbiest raushängen lassen.

Auch, wenn hier für menorkinische Verhältnisse ganz schön viel los ist, dauert es nur wenige Meter bis du das Epizentrum der Touristenansammlungen wieder hinter dir lässt und zur Ruhe kommst. Ganz egal, ob in den ruhigeren Cafés am Strand, beim Sonnenuntergang auf den Felsen oder anderswo.

Ruinen der Basilika aus dem 6. Jahrhundert

Ich muss gestehen, dass ich zu den Ruinen der Basilika so gut wie nichts in Erfahrung bringen konnte. Ich muss auch gestehen, dass sich dieses Highlight von Son Bou auch sehr spannend anhört, allerdings ist von der Basilika nur noch wenig übrig.

Würde ein Schild nicht auf die Ruinen hinweisen, würdest du sie wohl gar nicht wahrnehmen. Einen kurzen Blick darauf solltest du dennoch werfen und falls du mehr über die Ruinen erfährst, lass es mich gerne wissen.

Doch ein bisschen wie Mallorca – die Nachteile von Son Bou

Meine Begeisterung für Son Bou hast du sicherlich rausgelesen. Doch es gibt nicht nur Positives über den wunderschönen Küstenort zu berichten. Er bringt auch einige negative Aspekte mit sich.

So solltest du im Vorhinein wissen, dass Son Bou vor allem ein Anlaufpunkt für junge Familien und Rentner ist. Das ist keinesfalls etwas Schlechtes. Falls du aber das Ziel hast, Party zu machen und die Sau raus zu lassen, dann schnappe dir lieber ein Boot nach „Malle“.

Auf gemütliche Fincas musst du nicht verzichten, jedoch beherrschen die großen Hotels den Tourismus von Son Bou. Pauschalreisende sind die Zielgruppe des kleinen Ortes und weniger Individualisten, was unter anderem an den riesigen Hotel-Komplexen wie dem Sol Milanos Pingüinos deutlich wird. Diese sind es leider auch, die auf jedem tollen Panoramafoto vom langgezogenen Playa de Son Bou zu sehen sind und wie ein Fremdkörper wirken.

Neben englischen Gästen sind die Angestellten in der Tourismusbranche voll auf deutsches und auch französisches Publikum eingestellt. Das zeigen nicht nur die Menüs in den Restaurants, die in verschiedene Sprachen übersetzt werden, sondern auch die Mitarbeiter selbst, die einige der Sprachen sehr gut beherrschen. Für dich vielleicht kein wirklich negativer Aspekt. Ich mag es in fremden Ländern jedoch sehr gerne, wenn meiner heimischen Sprache weniger Bedeutung zukommt.

Ebenfalls etwas unangenehm empfand ich es, dass einige Urlauber große Fans der FKK-Kultur sind und ihre Geschlechtsteile bei meinen Strandläufen stets in meinem direkten Blickwinkel positionierten. Versteckt oder an speziellen Stränden geht sowas absolut in Ordnung, aber manchmal finde ich ein bisschen Diskretion schon angemessen.

Checkliste für deinen Aufenthalt in Son Bou

Bevor ich so langsam zum Ende komme, möchte ich dir noch eine Checkliste für deinen Urlaub in Son Bou mit auf den Weg geben. Diese beinhaltet einige Punkte, die du unbedingt umsetzen solltest.

  1. Trinke ein Sonnenuntergangsbier in den Bars am Strand.
  2. Esse Tapas in einem der Restaurants im Ortskern.
  3. Erkunde die Höhlen am Felsen Richtung Osten.
  4. Lasse die Blicke über Son Bou vom Mirador de Son Bou, dem Aussichtspunkt, aus schweifen.
  5. Leihe dir ein Rennrad (ca. 35 Euro pro Tag) oder ein MTB (ca. 25 Euro pro Tag) und radele die Küste entlang.
  6. Mache einen Strandlauf entlang des knapp drei Kilometer langen Playa de Son Bou.
  7. Plane einen Strandspaziergang nach Sant Tomas ein, um eine Pause am Strand Playa de Binigaus einzulegen.
  8. Wandere Teile des Cami de Cavalls, der einmal um die Insel geht.
  9. Lass einfach mal die Seele baumeln.

Menorca, die Perle des Mittelmeers?

Als ich die ersten Zeilen dieses Blogbeitrages auf dem Rückflug von Menorcas Hauptstadt Mahon nach Deutschland in meinen Laptop tippte, wollte mich die Bezeichnung „Perle des Mittelmeeres“ nicht so recht loslassen. Ich sah noch immer das türkisblaue Meer vor mir, spürte den feinen Sand unter meinen Füßen und war entspannter denn je. Nicht zu vergessen: das zufriedene Lächeln auf meinen Lippen. Menorca hatte mich in seinen Bann gezogen.

Da ich im Mai zur Nebensaison auf der ruhigen Baleareninsel war, kann ich mir jedoch vorstellen, dass es zur Hauptzeit nicht ganz so ruhig zur Sache geht. So voll wie auf der Nachbarinsel Mallorca sollte es trotzdem nicht werden, sodass ich dir einen Urlaub auf Menorca absolut empfehlen kann, sofern du

  1. Ruhe suchst,
  2. nach Karibik-Feeling lechzt oder du
  3. durch eine wunderschöne Landschaft laufen oder wandern willst.

Mit einem erneuten Besuch auf Menorca kann ich mich gut anfreunden. Ich hätte durchaus Lust, den Cami de Cavalls entlang zu laufen, auch wenn meine Erwartungen an ihn doch sehr hoch sind. Wahrscheinlich (wieder) vollkommen zurecht.

3 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Ich finde ja immer noch, dass Menorca eigentlich kein Geheimtipp ist, aber irgendwie wollen immer alle nur auf die anderen spanischen Inseln… Mein persönlicher Tipp für einen Besuch auf Menorca ist immer noch der Favaritx Leuchtturm. Erstens sieht der Turm schön aus und die Küstenregion ist auch sehr idyllisch. 🙂

    • Hallo Baldur,

      da viele Reisende auf die anderen spanischen Inseln wollen, ist Menorca vielleicht doch irgendwie ein Geheimtipp. Dank dir auf alle Fälle für den Leuchtturm-Tipp. Sollte ich mal wieder dort sein, werde ich ihn beherzigen.

      Beste Grüße aus Aguascalientes,
      Daniel.

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