Wandern in Montenegro: 13 Highlights im Durmitor-Nationalpark

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Gastfreundlich, gut gelaunt, ein offenes Herz hinter einem mürrischen Blick und stets zu Scherzen bereit – so habe ich die Montenegriner bei einer Tour durch den bergigen Norden von Montenegro kennengelernt. Insbesondere die Wandertouren und Naturschauspiele im Durmitor-Nationalpark raubten mir fast den Atem. Warum genau und auf welche Outdoor-Highlights du nicht verzichten solltest, erfährst du in diesem Beitrag.

Nachdem ich im vergangenen Jahr mit einem guten Freund den Triglav in Slowenien bestiegen habe, Kroatien intensiv erforschte und auf eigene Faust die Geschichte von Mostar in Bosnien und Herzegowina aufsaugte, kann ich getrost behaupten, dass ich ein großer Fan des ehemaligen Jugoslawiens bin. Natürlich nicht in Bezug auf die grässliche Geschichte, die sich in den furchtbaren Jugoslawien-Kriegen abspielte, sondern vielmehr hinsichtlich der atemberaubenden Orte und Landschaften, welche die einzelnen Länder entlang der Adria zu bieten haben.

Daher war es nur eine Frage der Zeit, dem kleinen Balkanstaat Montenegro, der nicht einmal eine Millionen Einwohner zählt, einen Besuch abzustatten. Doch anders als sich an der florierenden und gut besuchten Adriaküste die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen, war das imposante Gebirge des Durmitor-Nationalparks das große Ziel. Dort befindet sich mit dem Bobotov Kuk nicht nur der höchste Berg des Landes, sondern mit der Tara-Schlucht die zweittiefste Schlucht der Welt.

Um möglichst flexibel durch das Land zu reisen, entschieden wir uns für einen Mietwagen, der pro Tag weniger als 20 Euro kostete. So konnten wir, anstatt mit dem Bus direkt nach Zabljak zu fahren, noch den ein oder anderen sehenswerten Zwischenstopp einlegen, bevor wir den Durmitor-Nationalpark passierten. Daher meine Empfehlung vorab: Ein Mietwagen lohnt sich in Montenegro absolut.

Die Outdoor-Highlights im Durmitor-Nationalpark

Der Durmitor-Nationalpark, der 1952 gegründet wurde, ist einer von fünf Nationalparks in Montenegro. Im Winter ist er eine beliebte Wintersportregion, während er im Sommer Wanderer und Naturliebhaber anzieht. Kein Wunder, denn insgesamt beheimatet er 48 Gipfel, die 2.000 Meter oder höher sind.

Die beliebtesten Ziele sind der 2.522 Meter hohe Bobotov Kuk, der Schwarze See bei Zabljak sowie die Tara-Schlucht, die bis zu 1.300 Meter tief ist. Freuen darfst du dich unter anderem auch auf 18 Gletscherseen, die teilweise kristallklar sind, riesige Kiefernwälder und – mit ganz viel Glück – Braunbären, Adler, Wölfe und Wildkatzen. Mich hat vor allem überrascht, wie grün, wild und unberührt die Landschaft im Hochland Montenegros doch ist.

Für drei Euro pro Tag hast du ab dem offiziellen Eingang, der drei Kilometer von Zabljak entfernt liegt, Zugang zum Durmitor-Nationalpark. Drei Tage kosten sechs Euro, während ein Parkticket für dein Auto zwei Euro pro Tag kostet. Du kannst den Eingang zwar problemlos umgehen, allerdings gibt es im Park einige wenige Kontrolleure. Das zumindest hat mir ein Wanderer erzählt, der etwas verblüfft mitten im Gebirge sein Ticket vorzeigen musste.

Zabljak, das Zentrum des Durmitor-Nationalparks

Wie bereits erwähnt, ist Zabljak der Mittelpunkt und das Eingangstor zum Durmitor-Nationalpark. Der Ort liegt knapp drei Stunden Fahrzeit von Podgorica entfernt und ist mit 1.500 Einwohnern recht überschaubar. Zabljak ist eine idyllische Gemeinde, eingebettet in eine wunderschöne Berglandschaft.

Im Dorfzentrum gibt es einen kleinen Markplatz, wo die Touristeninformation und einige weitere Buden stehen. Direkt nebenan befindet sich ein großer Supermarkt und ein kleines Sportgeschäft, in dem du einige wenige Wanderutensilien erwerben kannst. Zudem gibt es im Zentrum eine gute Auswahl an Restaurants und günstigen Unterkünften. Du kannst dich also getrost für einige Tage in Zabljak aufhalten, um einen Teil des Gebirgszuges der Dinariden in aller Ruhe zu erkunden.

Wärmstens empfehlen kann ich dir das Hostel Hikers den (bei Booking.com buchen). Die Unterkunft ist günstig und liegt direkt neben einem kleinen Supermarkt sowie einem Restaurant. Zudem sind die Besitzer selbst erfahrene Bergsteiger, die dir jeden Morgen auf einer Karte oder App einzeichnen, welcher Wanderweg für deine Erfahrung, dein Zeitfenster und die Wetterbedingungen der ideale ist. Ein großes Plus, insbesondere, wenn du wie wir im Frühjahr reist, wo auf Grund der Witterungsverhältnisse einige Wandertrails nicht begehbar sind.

Ans Herz legen möchte ich dir außerdem das Restaurant Konoba Luna. Hier gibt es traditionelle Speisen in großer Menge zum kleinen Preis. Das viergängige National-Menü mit mehreren Gängen kostet beispielsweise zwölf Euro und sorgt dafür, dass deine von einer anstrengenden Wandertour verbrauchten Kalorien garantiert wieder aufgefüllt werden. Oder du entscheidest dich für einen Burger ab fünf Euro und trinkst dazu ein großes Bier für 1,50 Euro.

Crno jezero, der Schwarze See

Keine große Wandertour ist beim Erkunden des Crno Jezero notwendig, schließlich liegt der Schwarze See lediglich 500 Meter vom Eingang des Nationalparks entfernt. Durch die unproblematische Erreichbarkeit wirst du hier dementsprechend viele Tagestouristen antreffen. Sie schießen mal eben kurz ein Foto vom See, in dem sich der Nadelwald sowie der sich auftürmende Berg Meded spiegeln und sich dadurch ein beeindruckendes Naturschauspiel bietet.

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Von der Terrasse eines anliegenden Restaurants aus genießt du den Anblick des Schwarzen Sees in aller Ruhe. Bei einem Rundgang wirst du jedoch feststellen, dass der Schwarze See eigentlich aus zwei Seen besteht, nämlich dem größeren Veliko jezero und dem kleineren Malo jezero. Lediglich bei hohem Wasserstand verschmelzen beide zu einem bis zu 1.155 Meter langen und 810 Meter breiten See. In den heißen Sommermonaten scheint der Wasserstand dagegen sehr niedrig zu sein.

Zminje jezero, der Schlangensee

Nicht allzu weit vom Schwarzen See entfernt befindet sich nach gut einer Stunde Fußmarsch der Schlangensee, der wie aus dem Nichts im Wald auftaucht. Er ist auf gut ausgebauten Waldwegen und breiten Pfaden relativ gut erreichbar. Eine gewisse Trittsicherheit ist daher nicht von Bedeutung, um den See mit den abwechslungsreichen Grüntönen sicher zu erreichen.

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Oder du legst einfach eine kurze Pause ein. Dafür wurden an einer Ecke des Schlangensees extra ein paar Holzbänke- und Tische aufgebaut, auf denen du es dir gemütlich machen kannst. Sonst gibt es hier nicht allzu viel zu bewundern, zumal der See das Ende einer Sackgasse ist – dafür aber eine unheimlich schöne.

Jablan jezero, der Kleine See

Ziemlich weit oben, auf einer Höhe von 1.918 Metern, befindet sich der Jablan jezero, der von einem beeindruckenden Bergmassiv umgeben wird. Du erreichst den „Kleinen See“, wie er von den Einheimischen genannt wird, nach einem Aufstieg, der am Ortsrand von Bosača beginnt.

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Der Weg durch den Wald ist auf Grund von Wurzeln und Steinen relativ uneben und teilweise auch sehr steil. Sobald du den Wald verlässt, geht er in einen Pfad durch Wiesen mit einem tollen Blick auf den Stuock über. Dort triffst du kurze Zeit später auf der linken Seite auf den Jablan jezero, der durch sein smaragdgrünes Wasser, gemischt mit einigen Blautönen, besticht.

Noch atemberaubender ist der Blick vom Aussichtspunkt Jablan jezero. Er ist auf Wanderkarten zwar als solcher gekennzeichnet, allerdings nichts weiter als ein markierter Stein auf einem schmalen Pfad oberhalb des Sees. Der Blick zum See, dem dahinter liegenden Bergmassiv und in die weite Ferne auf der anderen Seite, ist dafür unfassbar schön. Daher solltest du den zusätzlichen Aufstieg unbedingt auf dich nehmen.

Insgesamt dauert die Wanderung zum Aussichtspunkt Jablan jezero circa sieben bis acht Stunden, sofern du vorher den Crno jezero und den Zminje jezero mitgenommen hast und vom Jablan jezero aus den direkten Weg zum Eingang des Nationalparks wählst. Es gibt jedoch eine Rundtour, die du in eine noch größere Tagestour ausweiten kannst. Diese konnten wir leider nicht gehen, da wir kurze Zeit nach dem Genießen der Aussicht mit zu großen Schneemassen (Anmerkung: im Mai) zu kämpfen hatten.

Planinica, der „kleine“ Berg

Eine der schönsten Aussichten zum Bezimeni Vrh (2.487 Meter), Bobotov Kuk (2.523 Meter) und dem Djevojka (2.440 Meter) bietet der Berg Planinica. Zwischen all den Felsriesen wirkt der Planinica trotz seiner 2.330 Meter wie ein sanfter Hügel. Vielleicht bedeutet er auch deshalb übersetzt „kleiner Berg“.

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Bei guten Bedingungen gilt er als einfach zu besteigen und ist sehr gut ausgeschildert. Eine Tour von Zabljak aus dauert ungefähr sieben bis acht Stunden. Der Einstieg in die Tour ist am Eingang des Nationalparks oder am Ortsrand von Bosaca. Dort kannst du dein Auto parken, um dir die ersten Meter zu Fuß zu sparen.

Von dort aus geht es auf einem breiten Waldweg zu einem Wäldchen, wo sich der Weg teilt und dieser nicht nur uneben, sondern auch steil, wird. Im Anschluss marschierst du an kleinen Hütten vorbei, bevor der erste größere Anstieg zum knapp 2.000 Meter hoch gelegenen Tal Donja Alisnica auf dich wartet. Dabei handelt es sich um ein wunderschönes, langgezogenes Hochplateau. Nach gut einer halben Stunde erfolgt schließlich der letzte Aufstieg auf den Gipfel des Planinica.

Wie bereits angesprochen, lag bei unserer Bergtour überraschend viel Schnee, sodass wir ab dem Tal Donja Alisnica durch große Schneefelder stapfen mussten. Beim letzten Anstieg waren keine Wanderwege mehr zu erkennen, da der Schnee so hoch war, dass wir teilweise bis zu den Hüften im Schnee versanken. Am Gipfel des Planinica schneite es sogar, sodass sich die Aussicht auf ein Blickfenster von fünf Metern beschränkte. 

Die faszinierende Tara-Schlucht

Ich muss gestehen, dass ich mir vor meiner Reiseplanung für Montenegro nicht bewusst war, dass im Durmitor-Nationalpark die tiefste Schlucht Europas ihr zu Hause hat. Nach dem Grand Canyon ist die Tara-Schlucht mit 1.300 Metern sogar die zweittiefste Schlucht der Welt. Alleine dieser Fakt ist ein Besuch in das kleine Balkanland wert.

Zwar ist der tiefste Punkt der Schlucht von keinem Aussichtspunkt, sondern lediglich von einer Flusstour, richtig gut einsehbar, allerdings gibt es zahlreiche weitere Aussichtsplätze, von denen du auf die sich durch die Schlucht schlängelnde Tara blicken kannst. Zum Beispiel vom Ćurevac, auf den ich später noch einmal zurückkomme. 

Besonders beliebt ist die Tara-Schlucht für Wildwasser-Rafting. Eine Tagestour kostet je nach Anbieter ungefähr 60 Euro. Diese locken die Touristen mit 50 Meter hohen Wasserfällen, dem ursprünglichen Flusstal, rasanten Stromschnellen und faszinierenden Kaskaden. Auch, wenn ich an keiner der Rafting-Touren teilgenommen habe, habe ich mir aus der Vogelperspektive einen recht guten Eindruck verschafft, dass Rafting in Montenegro eine Menge Spaß verspricht.

Durdevica-Tara-Brücke – fast wie gemalt

Ohne nass zu werden und lange Wanderungen auf dich nehmen zu müssen, um die Ausmaße der Tara-Schlucht zu bewundern, gibt es auch eine gemütliche Alternative: die Durdevica-Tara-Brücke. Diese erreichst du mit dem Auto, indem du von Zabljak der P5 für knapp eine halbe Stunde folgst.

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Die Parkplätze an beiden Enden der Brücke bieten dir bereits einen tollen Blick auf die 172 Meter hohe Durdevica-Tara-Brücke, die 1941 fertiggestellt wurde. Schwindelfrei solltest du beim Gang über die 365 Meter lange Brücke sein, da du von hier aus direkt auf die Tara und in die langgezogene, bewaldete Schlucht blickst.

Das eigentliche Highlight ist natürlich die Durdevica-Tara-Brücke selbst. Der längste ihrer Bögen misst 116 Meter. Mit der Schlucht im Vorder- und Hintergrund ergibt sich ein Fotomotiv wie aus dem Bilderbuch. Einfach perfekt. Ok, zumindest fast perfekt, denn die Seile der Zip-Line-Anbieter, die parallel zur Brücke gespannt wurden, sind schon etwas nervig.

Dass die Tara-Brücke ein beliebter Touri-Hotspot ist, wirst du auch daran erkennen, dass es eine Reihe von Cafés und Souvenir-Shops gibt. Die Ursprünglichkeit des Durmitor-Nationalparks geht hier leider doch ein wenig verloren. 

Der Aussichtsgipfel Curevac

Der Curevac ist ein gut 1.500 Meter hochgelegener Berg, der den vielleicht schönsten und weitesten Blick auf die Tara-Schlucht bietet. Ein 360-Grad-Panorama, das du ohne allzu großen Aufwand erreichst. Lediglich einen Kilometer vom Gipfel entfernt, befindet sich ein Parkplatz für Wanderer, den du von Zabljak aus in Richtung Tepca nach ungefähr vier Kilometern erreichst.

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Die anschließende Wanderung auf einem kleinen Pfad dauert knapp 20 Minuten und ist sehr gut ausgeschildert. Am Ziel angekommen steht ein großes „Durmitor“-Schild. Von dort kannst du die Aussicht bis nach Bosnien und Herzegowina und Serbien sowie über den Durmitor-Nationalpark genießen. Im Tal schlängelt sich die Tara wie ein blauer Faden durch das Dinarische Gebirge. Der perfekte Ort, um die imposanten Ausmaße der Tara-Schlucht zu realisieren. 

Sedlo-Pass, der Einstieg zum Bobotov Kuk

Mit 1.907 Metern ist der Sedlo-Pass der höchste befahrbare Pass in Montenegro. Egal, ob du die Panorama-Route von Pluzine oder vom zwölf Kilometer entfernten Zabljak nimmst, darfst du dich sowohl auf ein atemberaubendes Bergpanorama als auch tolle Serpentinen freuen. Hier macht Autofahren so richtig Spaß.

Im Frühjahr droht jedoch die Gefahr, dass die Strecke noch nicht freigefräst wurde, so wie es bei uns, von Pluzine kommend, kurz vor dem Sedlo-Pass der Fall war. Die Folge: Wir mussten wieder umkehren und einmal um den gesamten Durmitor-Nationalpark fahren. 

Auffällig ist, dass rund um den Sedlo-Pass kaum Bäume stehen. Die Landschaft ist vielmehr von üppigen Felsformationen und weiten Wiesen geprägt. Ein wahrer Genuss für die Schafe, die im näheren Umland umhergetrieben werden.

Bei den meisten Wanderern ist der Sedlo-Pass nur ein kurzer Zwischenstopp zum Schießen neuer Fotos. Gleichzeitig ist er aber auch der Einstieg zur Wanderung zum Bobotov Kuk. An einem Schotterparkplatz kannst du dein Auto abstellen und deine dreistündige Tour zum höchsten Berg Montenegros beginnen. 

Bobotov Kuk, der höchste Berg des Landes

Die Besteigung des Bobotov Kuk war das eigentliche Ziel unseres Trips nach Montenegro. Doch auf Grund der Schneemassen war dies Mitte Mai nicht möglich. Einen Teil des dreistündigen Wanderweges vom Sedlo-Pass zum Gipfel sind wir zwar gegangen, aber spätestens beim letzten Aufstieg, der von Seilen gesichert ist, hätten wir kapitulieren müssen. Diese waren eingefroren beziehungsweise unter dem Schnee gar nicht erst sichtbar.

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So mussten wir den 2.522 Meter hohen Berg leider abhaken, was dich keinesfalls von einer Wanderung (bei besseren Bedingungen) abhalten sollte. Die Route gilt als sehr schön, ganz egal, ob du vom Dobri do (1.730 Meter) startest, der mit dem Auto vier Kilometer vom Sedlo-Pass entfernt ist, oder eben vom Sedlo-Pass (1.907 Meter) selbst. Die Routen gelten als einfach für erfahrene Bergwanderer.

Die unscheinbaren Stecci-Grabsteine

Nicht allzu weit von Zabljak entfernt gibt es mit den Grabsteinen von Stecci sowie den beiden Seen Riblje jezero und Vrazje jezero drei ebenso skurrile wie faszinierende Orte in unmittelbarer Nähe. Bei den Stecci handelt es sich um mittelalterliche Grabsteine aus dem 11. bis 16. Jahrhundert, die kreuz und quer inmitten einer riesigen Graslandschaft auf einem kleinen Hügel liegen.

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Zum Hintergrund des Friedhofes, der in kaum eine schönere Landschaft eigebettet sein könnte, ist recht wenig bekannt. Wie ich gelesen habe, gehen Historiker jedoch davon aus, dass die Steine von den Bogomilen errichtet wurden. Sie haben es jedenfalls geschafft für etwas Verwirrung zu sorgen, denn die eigentlich recht unscheinbaren Stecci haben gewiss ihren Reiz.

Riblje jezero, der Fischsee

Unterhalb des Hügels, auf dem die Stecci liegen, befindet sich direkt an der kleinen Straße, der Riblje jezero. Der kleinere der beiden Seen wird auf Grund seines Reichtums an Fischen auch „Fischsee“ genannt. Kein Wunder, dass er ein beliebter Ort zum Angeln ist.

Andernfalls würdest du hier wohl kaum eine Menschenseele antreffen. Trotz seiner Bilderbuchlage inmitten der weiten Wiesen, kleinen Hügel und der massiven Bergkulisse des Durmitor-Nationalparks.

Vrazje jezero, der Teufelssee

Einen kleinen Fußmarsch vom Stecci und dem Fischsee entfernt, ist der Vrazje jezero zu Hause, der sich ebenfalls perfekt in das tolle Landschaftsbild einfügt. Der „Teufelssee“ bietet ein wunderschönes Farbenspiel mit surreal wirkenden Farbtönen, sobald die Sonne darauf scheint. So hat er türkisfarbene Ränder, während die Mitte dunkelblau ist. Hinzu kommen die saftig-grünen Wiesen und die verschneiten Berge im Hintergrund. Ein Farbenspiel, das seinesgleichen sucht.

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Einer Legende nach war die Umgebung um den Fischsee, die Stecci und den Teufelssee einst stark bewaldet. Zumindest solange bis ein furchtbares Gewitter für einen grässlichen Waldbrand sorgte, der keine der Pinien mehr stehen ließ.

Während die Einheimischen ins Gebirge flüchteten, verblieben der Teufel und seine Frau im See, wo sie sich auf dem Grund ein Schloss aus Eiskristallen bauten. Wer sich heute traut durch den See zu schwimmen, läuft Gefahr vom Teufel oder seiner Frau in den Abgrund gezogen zu werden. Ein sinnvoller Warnhinweis, schließlich sorgten die kalten Quellen in der Mitte des Sees bisher tatsächlich für den ein oder anderen Badeunfall.

Tipp: Den Vrazje jezero, Riblje jezero und die Stecci kannst du wunderbar mit dem Auto erreichen. Lass dich dabei aber nicht von deinem Navi durch Schotter- und Wiesenwege leiten, sondern fahre von Zabljak aus auf der P5 erstmal an den Seen vorbei und nimm die asphaltierte Straße. Glaube mir, das erspart dir viel Zeit und Nerven.

Der Durmitor-Nationalpark hat noch einiges mehr zu bieten

Ich hoffe, dass ich dir mit den obigen Highlights Lust auf den Durmitor-Nationalpark machen konnte. Mich hat die Landschaft im Norden Montenegros absolut verzaubert. Ich hätte nie gedacht, solch ein Naturschauspiel in einem Land zu sehen, das die meisten Touristen durch seinen Küstenstreifen anlockt.

Das größte Plus des Nationalparks ist sicherlich, dass er trotz seiner Schönheit noch nicht überlaufen ist. Das wird gewiss noch kommen, aber bis dahin solltest du dich selbst auf die Socken machen. Eine gute Nachricht habe ich noch: die obigen Highlights waren längst noch nicht alle. Zum Beispiel lohnt es sich, den Savin Kuk zu besteigen, der Eishöhle Ledina pecina einen Besuch abzustatten oder dich auf eine mehrtägige Bergtour zu begeben.

Obwohl die Küste Montenegros der Hauptgrund vieler Reisender ist, habe ich während unserer Tour nicht einen Gedanken daran verschwendet, die Küste gegen die Berge einzutauschen. Das Meer habe ich während meines Montenegro-Trips gar nicht erst gesehen, was ich sicherlich irgendwann noch nachholen werde. Die wunderschönen Schluchten, bunten Seen und die felsigen Bergmassive haben mir absolut ausgereicht. 

Falls du selbst schon im Durmitor-Nationalpark warst und du beim Lesen ein ganz besonderes Outdoor-Highlight zum Wandern in Montenegro vermisst hast, dann hinterlasse gerne einen Kommentar. Gleiches gilt natürlich, wenn du noch nie vor Ort hast und die ein oder andere Frage an mich hast. 

12 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Schöner Bericht, der Lust auf Montenegro macht, und gute Tipps zum Nationalpark. Und ein schönes neues Blog-Design übrigens, schaut gut aus! 🙂

    Viele Grüße
    Heiko

    • Hallo Heiko,

      danke fürs Lob zum Blog-Design, dass ich still und heimlich noch vor der OutDoor by ISPO angepasst habe. Und was Montenegro betrifft: Falls du noch nicht dort wirst, kann ich das Land zum Wandern und Trekking absolut empfehlen. Wirklich eine beeindruckende Landschaft.

      Viele Grüße, Daniel.

    • Hallo Sascha,

      wir haben das Auto damals über Check24 gebucht und es direkt am Flughafen in Podgorica abgeholt. Allerdings über zwei Wochen, sodass das Auto automatisch etwas günstiger wurde. Falls du über einen kürzeren Zeitraum buchst, ist es wahrscheinlich etwas teurer.

      Beste Grüße und viel Spaß in Montenegro,
      Daniel.

  • Hi Daniel!

    Dein Bericht liest sich super!
    Ich bin im September für einige Tage im Nationalpark. Hattet ihr einen Guide oder ist der Park gut ausgeschildert, um auch alleine zu wandern? Kannst du zufällig auch eine App zum Wandern in Montenegro empfehlen?

    Schöne Grüße, Julia

    • Hi Julia,

      freut mich, dass dir der Artikel gefällt und Daumen hoch dafür, dass du im September ein paar Tage im Durmitor-Nationalpark bist. Das kann nur gut werden.

      Wir hatten keinen Guide, uns in unserem Hostel (Hikers den in Zabljak) aber jeden Tag eine Route geben lassen. Die haben wir dann in der Karte eingezeichnet. Als App haben wir MAPS.ME genutzt, die kostenlos ist und, sobald du dir deine Zielpunkte eingezeichnet hast, sehr gut funktioniert. Ansonsten sind die Strecken aber auch relativ gut ausgeschildert.

      Viel Spaß in Montenegro,
      Daniel.

  • Danke für deinen Bericht! Genau passend zu meinem baldigen Trip!

    Ich werde Ende September/Anfang Oktober im Durmitor Nationalpark unterwegs sein.
    Gibt es auch ohne eigenes Auto Möglichkeiten zu den Starts der Wanderwege zu gelangen? Mit Trampen hätte ich generell kein Problem, aber sind dort genug Leute unterwegs die einen mitnehmen?

    Grüße
    Axel

    • Hallo Axel,

      stark, dass du in den Durmitor-Nationalpark zum Wandern gehst und ich dir mit meinem Artikel weiterhelfen konnte. Auf die Frage, wie es mit dem Trampen aussieht, kann ich dir keine genaue Antwort geben. Wir haben bei unserer Tour zwar Personen mitgenommen und es hatte den Anschein, dass das Land dem gegenüber sehr offen ist, aber das trifft sicher nicht auf die Allgemeinheit zu.

      Hast du Zabljak als Ausgangspunkt für deine Touren eingeplant, dann wird es sicherlich einige Mitfahrgelegenheiten geben. Notfalls gibt es auch Busse, die dorthin fahren. Von Zabljak kannst du viele Touren zu Fuß machen. Tipp: Wenn du im „Hikers den“ nächtigst, wirst du schnell Gleichgesinnte finden oder zumindest wichtige Tipps für deine Routen bekommen.

      Ich wünsche dir schon mal viel Spaß in Montenegro,
      Daniel.

  • Hallo Daniel,

    Ich möchte nicht alleine in Montenegrosberge wandern!kennst du vieleicht jemand in Montenegro ,der geführte Wanderungen anbietet?

    Danke für event Tipps

    Kathrin

    • Hallo Kathrin,

      es gibt verschiedene Anbieter von geführten Wanderungen, allerdings kann ich dir keine empfehlen, da ich individuell mit einem guten Freund losgezogen bin. Im „Hikers den“ in Zabljak findest du allerdings recht schnell Anschluss, sodass du dich von dort sicherlich der ein oder anderen Gruppe anschließen kannst. Die Besitzer des Hostels geben vorab sehr gute Tipps, die du notfalls auch alleine bewältigen kannst.

      Viel Spaß in Montenegro, Daniel.

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