stubaital

Outdoorparadies Stubaital: Wandern und Trailrunning bei traumhafter Kulisse

Das Stubaital war mir bisher nur in Verbindung mit dem Wintersport ein Begriff. Dass es aber auch im Sommer mehr als besuchenswert und ein wahres Paradies für Outdoorfreaks ist, bekam ich nun am eigenen Leib zu spüren. Welche Spots und Aktivitäten mich im Stubai besonders beeindruckt haben, erfährst du in diesem Beitrag.

Die Alpen haben mich schon immer fasziniert. Je höher es auf einen Gipfel geht, desto größer wird mein Lächeln und umso kleiner werden irgendwelche Alltagssorgen. Das Erklimmen eines Gipfelkreuzes steht für mich für die große Freiheit.

Dieses Gefühl mag nicht jeder verstehen, wie mir kürzlich eine Holztafel auf einer Almhütte verdeutlichte, auf der Folgendes zu lesen war (Anmerkung: Schreibfehler wurden nicht berücksichtigt):

„Menschen, die Berge lieben, widerspiegeln Sonnenlicht, jene, die im Tal geblieben, verstehen diese Sprache nicht.“

Warum ich mich nach teils zahlreichen Besuchen im Zillertal, am Reschenpass, im Allgäu oder kürzlich in Slowenien noch nie ins Stubaital verirrt hatte, ist mir schleierhaft. Umso besser, dass ich mich von der Teilnahme an einem Lauf beim Stubai Ultra Trail davon überzeugen ließ, dieses wunderschöne Fleckchen näher kennenzulernen.

6 Tipps für eine sportliche Woche im Stubaital

Die Einwohner des Stubais leben primär vom Tourismus. Kein Wunder, ist das Tal doch eingebettet in einer traumhaften Berglandschaft, dessen steile und felsige, vom Kalk geprägte, Gipfel teilweise stark an die Dolomiten erinnern.

Das Highlight ist gewiss der Stubaier Gletscher, der mit Innsbruck zusammen die beiden Enden des Stubaitals bildet. Wenn du genügend Zeit für Touren hast, dann solltest du dir unbedingt die Seven Summits anschauen – sieben Berge, die eine besonders imposante Erscheinung aufweisen und ihre ganz eigene Geschichte erzählen.

Zu den Seven Summits gehören:

    • Zuckerhütl mit 3.507 Metern
    • Wilder Freiger mit 3.418 Metern
    • Habicht mit 3.277 Metern
    • Rinnenspitze mit 3.003 Metern
    • Serles mit 2.717 Metern
    • Hoher Burgstall mit 2.611 Metern
    • Elfer mit 2.505 Metern

Mit dem Elfer und dem Hohen Burgstall habe ich immerhin zwei der Seven Summits innerhalb von einer Woche bestiegen. Doch neben den sieben berühmtesten Gipfeln gibt es noch einiges mehr, was du im Stubaital entdecken und ausprobieren kannst.

1. Beim Stubai Ultra Trail bis zur Jochdohle kämpfen

Der eigentliche Grund für meinen Besuch im Stubaital war, wie bereits angedeutet, der Stubai Ultra Trail. Ein Wettkampf für Trailrunner, bei dem es nicht darum geht, auf asphaltierten Straßen ohne Höhenmeter ordentlich Kilometer in möglichst kurzer Zeit abzuspulen, sondern das Ganze in die pure Natur zu verlagern und einfach nur durchzuhalten und auf mehr als 3.000 Metern Höhe mit Glücksgefühlen übersät die Ziellinie zu überschreiten.

Stubai-Ultra-Trail-Jochdohle

Obwohl meine Laufdistanzen nur selten jenseits der Halbmarathon-Distanz liegen, entschloss ich mich dazu, mich beim Basictrail #neustift2glacier zu versuchen. Dabei erwarteten mich ab Neustift bis zur 3.150 Meter hochgelegenen Jochdohle 30,78 Kilometer und ein Anstieg von 2.897 Höhenmetern (Daten via TomTom Runners 2 ).

Die erfahrenen Trailrunner entschieden sich für die Langdistanz beim #urban2glacier. Ihnen standen mehr als 60 Kilometer bevor, sodass sie ihren Lauf zum Stubaier Gletscher bereits um ein Uhr nachts in Innsbruck starteten – neun Stunden vor meinem Startschuss. Für sie galt es einen Aufstieg von mehr als 5.000 Höhenmetern zu bewältigen. Verrückt, oder?

Die kürzeste der drei Distanzen begann direkt an den Gletscherbahnen des Mutterbergs: 1.394 Höhenmeter auf acht Kilometer. Das mag sich im Vergleich zu den anderen beiden Strecken kinderleicht anhören, aber ganz ehrlich, der letzte Teil des Stubai Ultra Trails fordert einem alles ab. Es geht ausschließlich bergauf und als Krönung muss ein Schlussanstieg über Schnee und Eis bewältigt werden, der den meisten „Bergziegen“ nochmal alles abverlangte.

Trotz aller Anstrengung genoss ich meinen ersten Wettkampf beim Trailrunning sehr, da die Strecke entlang des WildeWasserWegs mit seinen Wasserfällen und Stromschnellen sowie der Aufstieg zum mächtigen Gletscher, gespickt mit einer wunderschönen Landschaft, einfach nur grandios war. Doch trotz aller Euphorie und der freigesetzten Endorphine sah ich mich gezwungen, das Stubai an den folgenden Tagen nochmals in aller Ruhe und ohne Zeitdruck zu entdecken.

2. Entspannen auf der Dresdner Hütte

Einen Tag nach meiner Teilnahme beim Basictrail waren die Beine zugegeben etwas schwer. Jedoch war ich mir zu stolz mit der Gondel bis zur Dresdner Hütte zu fahren, sodass ich von der Bergstation der Mutteralm bis zur Hütte unterhalb des Stubaier Gletschers zu Fuß ging. Der obligatorische Germknödel mit Vanillesauce musste schließlich verdient werden.

ortsschild-dresdner-huette

Falls dir der Aufstieg zu hart ist, kannst du auch bequem bis zur Mittelstation der Stubaier Gletscherbahn fahren, die in unmittelbarer Nähe zur 2.308 Meter hoch gelegenen Hütte liegt. Für Familien und ältere Menschen eine gute Möglichkeit, um das Hochplateau schmerzfrei und nicht verschwitzt zu erklimmen.

Die Dresdner Hütte ist übrigens eine der acht Hütten am Stubaier Höhenweg, in der du in der Sommersaison (meist von Ende Juni bis Ende September) übernachten kannst. Ein Zimmer gibt es für Alpenvereinsmitglieder bereits ab 15 Euro pro Nacht, Nicht-Mitglieder müssen nochmals 10 Euro drauflegen.

3. Familienfreundliches Wandern am WildeWasserWeg

Der WildeWasserWeg wurde während meines einwöchigen Aufenthaltes im Stubaital so etwas wie meine Hausroute. So habe ich mir einzelne Passagen nach dem Stubai Ultra Trail nochmal in Ruhe angeschaut, insbesondere den beindruckenden Grawa Wasserfall sowie den Ruetz Katarakt, der ein ebenfalls äußerst sehenswertes Naturschauspiel darstellt.

„Wer großartige Naturerscheinungen ohne Aufwand und ohne viel Anstrengungen, wer insbesondere herrliche Wasserfälle und die ganze Pracht einer gewaltigen Eiswelt zu sehen wünscht, gehe nach Stubai.“ – Johann Jakob Staffler, Topograph, 1842

Das Besondere am WildeWasserWeg ist, dass dieser die Entstehung eines reißenden Gebirgsflusses namens Ruetz wiedergibt. Er entspringt im Gletschergebiet, wo sich durch Lawinen, Schneeschmelze und Regen kleine Bäche in einen immer größer werdenden Fluss verwandeln bis dieser in kleinen Auen sein jähes Ende findet.

Laut stubai.at gibt es drei verschiedene Etappen auf dem WildeWasserWeg, die jeweils zwischen 1,5 und 2,5 Stunden dauern:

  • 1. Etappe (1,5 Stunden, 120 Höhenmeter, nahezu barrierefrei): Wildewasserarena ➔ Ruetz Katarakt ➔ Tschangelair Alm ➔ Grawa Wasserfall
  • 2. Etappe (2,5 Stunden, 660 Höhenmeter): Grawa Wasserfall ➔ Sulzenau Alm ➔ Sulzenauhütte (2,5 Stunden, 660 Höhenmeter)
  • 2. Etappe (1,5 Stunden, 400 Höhenmeter): Sulzenauhütte ➔ Sulzenauferner

Neben den drei Etappen am WildeWasserWeg gibt es einige weitere Rundwege, wie zum Beispiel den Rundweg Ruetz Katarakt oder den Rundweg am Grawa Wasserfall, die nicht allzu viel Zeit fressen und dennoch für ein faszinierendes Erlebnis sorgen.

4. Auf Entdeckungstour im Wanderzentrum Schlick 2000

Nur wenige Kilometer von Neustift, dem Zentrum des Stubais, entfernt, liegt Fulpmes. Eine Gemeinde, die das Ski- und Wanderzentrum Schlick 2000 beheimatet und eine sehr gute Ausgangsposition für eine eintägige Rucksacktour ist.

schlick-2000

So habe ich mich von Fulpmes aus mit der Kreuzjochbahn auf das 2.136 Meter hochgelegene Plateau begeben. Dort wirst du nicht nur von imponierenden Gipfeln eingezäunt, die bis auf 2.700 Meter hinaufragen, du hast bei gutem Wetter von der Aussichtsplattform am Kreuzjoch auch einen wunderschönen Blick über das Stubaital.

Für meine Tagestour hatte ich mir den Hohen Burgstall rausgepickt, der einer der Seven Summits ist. Er liegt trotz seiner 2.611 Meter fast schon unscheinbar inmitten der restlichen Kalkkögel. Das Highlight ist jedoch der 360-Grad-Blick vom Gipfelkreuz, von wo du sowohl den Stubaier Gletscher und das Karwendelgebirge, als auch die Zillertaler Alpen und das Gschnitztal bestaunen kannst.

Die Pfade des Rundwegs auf den Hohen Burgstall sind teilweise sehr eng und der Gipfel ist nur mit Hilfsseilen erreichbar, allerdings stellt die Besteigung kein allzu großes Problem dar. Dem Hörensagen nach scheint der Hohe Burgstall der am einfachsten zu erklimmende Berg der Seven Summits zu sein, weshalb du ihn keineswegs auslassen solltest. Alleine schon wegen der abwechslungsreichen Pfade, die sich durch Wiesen und an steilen Felswänden entlang schlängeln.

5. Zu Fuß auf den Elfer und mit dem Gleitschirm ins Tal

Der schmalste Gipfel während meiner Stubaital-Tour erwartete mich auf dem Elferkofel (2.505 Meter). Das Gipfelkreuz steht auf einem winzig kleinen Plateau. Ein falscher Schritt und du saust in den Abgrund, aber keine Sorge, das hört sich schlimmer an als es ist.

elfer-neustift

Höhenangst solltest du dennoch nicht haben, denn die letzten Meter bis ganz nach oben führen an Felswänden entlang durch eine kurze, aber recht enge Schlucht. Der Aufstieg ist mit Tritthilfen und Stahlseilen gesichert, sodass du auch ohne Klettergurt problemlos nach oben gelangst.

Mein Start erfolgte nach einer Gondelfahrt von Neustift aus von der 1.812 Meter hochgelegenen Bergstation der Elferlifte. Der Ausstieg ist nicht nur der Start für das Bewandern verschiedener Rundwege, sondern zugleich der Startplatz für zahlreiche Paraglider, die von dort gemütlich zurück ins Tal gleiten.

Tipp: Falls du Lust auf einen Tandem-Flug bekommst, kannst du diesen direkt an der Bergstation buchen.

Magst du es rasanter und willst du die Zügel lieber selbst in der Hand halten, dann darfst du dich mit dem Eins Einser Trail und dem Zwei Zweier Trail auf zwei ereignisreiche Mountainbike-Trails freuen. Ein Mountainbike inklusive Schutzausrüstung bekommst du in einem der Sportgeschäfte, die sich entlang der Hauptstraße von Neustift tummeln.

Sofern es dir vorschwebt, die Beine hochzulegen und die wunderschöne Bergkulisse des Stubais zu genießen, empfehle ich dir die Elferhütte. Sie liegt auf 2.080 Meter und ist von der Bergstation der Elferlifte in 20 Minuten zu Fuß erreichbar.

Ein alkoholfreies Weizen (3,90 Euro) und ein Würstel mit Senf (4,10 Euro) auf der Elferhütte sorgen für Tiefenentspannung und neue Energie, um die Rucksacktour entlang der verschiedenen Wanderwege fortzusetzen oder sich an einem der drei Klettersteige (Nordwandroute, Elferkofelroute, Ilmspitze) zu probieren.

6. Regeneration im Badeparadies StuBay

Zwischen all den Auf- und Abstiegen und einem fordernden Trailrunning-Wettkampf auf den Stubaier Gletscher war bei mir zwischendurch etwas Regeneration angesagt. Dies klappt im Erlebnisbad StuBay auf einer Anhöhe in Telfes wunderbar – Gletscherblick vom warmen Solebecken aus inklusive.

StuBay Telfes

Zudem hast du in einem Sportschwimmbecken im Innenbereich und einer abgespeckten Version im Außenbereich die Möglichkeit, deine Muskeln beim Schwimmen zu lockern und dabei die Gelenke zu schonen. Glaube mir, das ist wirklich Gold wert für deinen geschundenen Körper. Für Vollgas-Regeneration sorgt zudem die Sauna, die ich jedoch ausgelassen hatte.

Keineswegs entgehen lassen solltest dir jedoch die beiden Rutschen. Während die Reifenrutsche eher gemütlich ist, hat es die steilere Version ohne Untersatz in sich. In rasantem Tempo wirst du hier in Richtung Auffangbecken geschleudert. Ein ziemlicher Spaß, der sich bei mir nachhaltig durch den ein oder anderen blauen Fleck bemerkbar machte.

Ganz schön viel drin in der Stubai Super Card

Den Großteil meines Aufenthaltes im Stubaital verbrachte ich im Hotel Garni Sonne in Milders (bei Booking.com buchen), das ich dir wärmstens empfehlen kann. Nicht nur wegen Simone, einer unheimlich netten Gastgeberin, und des guten Frühstücks, sondern auch, weil das Hotel einer der teilnehmenden Partnerbetriebe der Stubai Super Card ist.

Ich möchte dafür gar keine allzu große Werbung machen, allerdings bietet die im Übernachtungspreis vieler Unterkünfte im Stubai enthaltene „Touri-Karte“ jede Menge Vorteile. Zum Beispiel:

  • jeweils eine Berg- und Talfahrt pro Tag mit den Gletscher- und Bergbahnen
  • kostenlose Fahrt mit den Bussen der Innsbrucker Verkehrsbetriebe zwischen Mutterberg und Innsbruck
  • drei Stunden freier Eintritt in das Erlebnisbad StuBay
  • freier Eintritt für das Miederer Schwimmbad´l und das Hallenbad Neustift
  • eine Fahrt mit der Sommerrodelbahn Mieders pro Woche

Hinzu kommen noch weitere Vergünstigungen. Wie ich finde, ein starkes Angebot, das du bei deiner Unterkunftswahl unbedingt berücksichtigen solltest.

Nicht das letzte Mal im Outdoorparadies Stubaital

Der Stubai Ultra Trail, das Erklimmen des Elfers, des Hohen Burgstalls und der Dresdner Hütte sowie das Wandern entlang des WildeWasserWegs und noch einige weitere Aktivitäten haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Mir ist klar geworden, dass das Stubai nicht ausschließlich eine gefragte Winterdestination zum Skifahren und Snowboarden ist, sondern vor allem auch ein Wander-, Trekking- und Trailrun-Paradies.

Lediglich zwei der Seven Summits habe ich bestiegen und an einem der zahlreichen Klettersteige hatte ich mich gar nicht erst versucht, geschweige denn an einer der rasanten Abfahrten mit dem Mountainbike. Es gibt also noch einiges zu entdecken, was für die Vielfalt des Stubais spricht.

Das einzige Problem ist nur, dass es noch so viele andere faszinierende Berglandschaften gibt, die sich auf meiner Liste angesammelt haben. Was ist dein Favorit? Oder habe ich mit dem Stubaital bei dir voll ins Schwarze getroffen? Wenn ja, dann verrate mir gerne, was dich daran so begeistert.

Stubaital: Wanderführer mit Extra-Tourenkarte 1:25.000, 55 Touren, GPX-Daten zum Download (KOMPASS-Wanderführer, Band 5610)
  • Literaturregion: A-Tirol, Alpen-Ost , A-Österreich
  • Wolfgang Heitzmann
  • Herausgeber: KOMPASS

Ein Gedanke zu „Outdoorparadies Stubaital: Wandern und Trailrunning bei traumhafter Kulisse“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.