Blase am Fuß beim Sport: Ursachen, Vorbeugung und bloß nicht aufstechen

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Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie lästig eine Blase am Fuß beim Sport oder bei ausgiebigen Wanderungen sein kann. Daher verrate ich dir in diesem Beitrag, welche Ursachen es für Blasen an den Füßen gibt, wie du der Blasenbildung vorbeugst und was tatsächlich hilft, wenn es eigentlich schon zu spät ist. 

Es ist erst ein paar Tage her als ich darauf angesprochen wurde, wie ich beim Megamarsch in München vor drei Jahren die “restlichen” 90 Kilometer mit einer Blase am Fuß durchgehen konnte. Eine berechtigte Frage, schließlich entwickelte sich während des 100 Kilometer langen Marschs aus einem harmlosen Kribbeln an der Ferse eine Wunde, die ich bei 70 Kilometern von den Sanitätern verbinden lassen musste.

Jeder zweite Schritt bis zum erlösenden Ziel in Mittenwald war mit einem brennenden Schmerz verbunden: Links (Aua!), rechts, links (Aua!), rechts, links (Aua!), rechts,… Das schmerzhafte Aufsetzen mit dem linken Fuß erinnerte mich zugleich an einen großen Fehler, den ich vor dem Start begangen hatte: Ich entschied mich dazu, meine neuen Sportschuhe anzuziehen – welch ein Fauxpas.

Wodurch entstehen Blasen an den Füßen?

Eine Blase am Fuß ist keine Seltenheit und ich bin mir sicher, dass auch du schon des Öfteren beim Sport oder im Alltag damit zu kämpfen hattest. Ganz vermeiden lassen sich Blasen, die an unterschiedlichen Stellen am Fuß auftreten, nicht. Zudem gibt es zahlreiche Ursachen, die dafür sorgen, dass sich die obere von der unteren Hautschicht löst. Dadurch entsteht wiederum ein Hohlraum, der sich mit Gewebsflüssigkeit füllt.

Neben den gängigen Wasserblasen können auch Blut- und Eiterblasen auftreten. Die Entstehung ist auf ganz unterschiedliche Gründe zurück zu führen. Drei der Ursachen für Blasen an den Füßen möchte ich dir näher vorstellen:

  • Nässe: Schweiß an den Füßen, Regen oder nasse Untergründe weichen die Haut auf und machen die Füße anfälliger für äußere Verletzungen.
  • Reibung: Durch schlecht sitzende Schuhe sowie raue oder faltige Socken, entsteht bei Bewegung eine Reibung, welche die Haut am Fuß schädigt.
  • Überbelastung: Bei Ultraläufen oder mehrtägigen Wanderungen werden sowohl die Füße als auch das Material so stark beansprucht, dass sich diese nur schwer regenerieren können, wodurch der Schutzmechanismus sinkt.

Blasen an den Füßen können sich an den unterschiedlichsten Stellen entwickeln. Besonders häufig treten sie an der Ferse auf, da hier die Angriffsfläche sehr groß ist. Aber auch der Fußballen oder Stellen zwischen den Zehen bleiben oftmals nicht verschont. Es gilt: Wo Nässe und Reibung sind, dort entstehen Blasen.

Blasen vorbeugen – Vier präventive Tipps

Damit sich erst gar keine Blase am Fuß bildet, habe ich ein paar Tipps für dich aufbereitet, die dich beim Sport vor den unnötigen Schmerzen schützen.

Ideale Passform der Schuhe

Reibungspunkte an den Füßen solltest du vermeiden, weshalb die Passform deiner Schuhe eine übergeordnete Rolle spielt. Dein Lauf- oder Wanderschuh sollte also weder zu eng noch zu weit sein – auch die Ferse sollte fest sitzen. Achte darauf, dass sich dein Fuß beim Anprobieren bereits pudelwohl fühlt. Berücksichtige außerdem, dass deine Füße unter Belastung anschwellen.

Teste deine Schuhe nach dem Kauf für ein paar Stunden in deiner Wohnung. Fühlt sich dein Fuß unwohl, kannst du die Schuhe problemlos zurückgeben. Behältst du die Schuhe, ist es wichtig, dass du sie einläufst und nicht – wie ich es beim Megamarsch gemacht habe – beim nächsten Event stolz an der Startlinie präsentierst. Strahlend neue Schuhe sorgen bei den anderen Teilnehmern eher für Schmunzler als für neidvolle Blicke.

Richtige Auswahl der Socken

Neben den Schuhen solltest du auf die richtige Auswahl der Socken achten. Baumwollsocken sind für den Sport nicht unbedingt geeignet. Sie haben keine wirkliche Funktion, weshalb der Fuß schnell ins Schwitzen gerät – und wie du bereits weißt, ist Nässe gar nicht gut.

Zum Wandern eignen sich spezielle Trekking-Socken, die Outdoor-Hersteller sogar auf den jeweiligen Umfang deines Vorhabens ausrichten. Sie halten deinen Fuß auch über einen langen Zeitraum trocken und scheuern nicht. Beim Laufen solltest du dagegen eher auf dünne Funktionssocken zurückgreifen, die deinem Fuß ein luftiges Gefühl vermitteln und die Feuchtigkeit nach außen transportieren.

Wichtig ist, dass deine Socken eng anliegen und keine Falten werfen, denn unnötige Druckstellen und Reibungspunkte gilt es unbedingt zu vermeiden. Trage die Socken, ähnlich wie deine Laufschuhe, ein. Verwende für lange Laufeinheiten oder Wanderungen keine neuen oder frisch gewaschenen Socken, da sie sich mit der Haut (noch) nicht vertragen.

Verzichte zudem darauf, deine Füße kurz vor dem Event mit Vaseline oder Hirschtalg einzureiben. Auch, wenn du dadurch Blasen vermeiden möchtest, hinderst du deine Socken daran, ihr funktionales Potenzial auszuschöpfen – bei guten Socken benötigst du keine zusätzlichen Hilfsmittel.

Gefährdete Stellen mit Tape abkleben

Lange Läufe und Wanderungen verlangen deinen Schuhen und Socken einiges ab. Zudem gibt es einige Stellen, an denen weder dein Schuh noch deine Socken ihre Arbeit verrichten können – so zum Beispiel zwischen den Zehen. Auch kann es vorkommen, dass du bei Veranstaltungen kurzfristig Materialprobleme hast, wodurch die Gefahr der Blasenbildung rapide steigt.

Abhilfe schafft in diesen Fällen der Tapeverband. Mit dem Tape klebst du gefährdete Stellen, wie zum Beispiel die Zehen oder die Ferse, ab. Achte darauf, dass beim Tapen keine Falten entstehen und der Fuß vor dem Aufkleben trocken ist. Oftmals kommt es vor, dass sich unter Belastung die Ecken des Tapes kräuseln, wodurch sich zusätzliche Gefahrenquellen bilden. Runde die Ecken daher vorher mit einer Schere ab.

Regelmäßige Pflege der Füße

Bei stark beanspruchten Füßen schadet es nicht, diese bereits Tage zuvor auf die Belastung vorzubereiten, indem du sie mit Cremen oder Vaseline einreibst. Dadurch werden die Füße geschmeidiger und sind weniger anfällig für Blasen. Wichtig: Nicht direkt vor dem Event einschmieren, da du sonst wieder die Funktion deiner Socken außer Kraft setzt.

Auch Barfuß laufen schadet nicht, um die “Lederhaut” unter dem Fuß sowie die Fettschicht darunter zu stärken und sie weniger anfällig zu machen. Nach deinem Barfußlauf am besten erneut zur Creme greifen und deinen Füßen etwas Gutes tun – sie werden sich für diese Wohltat gewiss revanchieren.

Was tun mit Blasen während des Sports?

Ein Tritt in eine Pfütze, winzige Steine im Schuh oder eine Belastung über viele Stunden hinweg – eine Blase am Fuß kann auch trotz aller im Vorhinein getroffenen Maßnahmen entstehen. Das bedeutet für dich nicht gleich Trübsal zu blasen oder gar das Handtuch zu werfen. Auch während des Sports gibt es einige Kniffe, die du anwenden kannst, um schmerzhafte Blasen in die Schranken zu weisen.

Das Entstehen von Blasen registrierst du recht schnell durch ein Kribbeln am Fuß. Dann heißt es, schleunigst deinen Schuh auszuziehen und ein Blasenpflaster über die gefährdete Stelle zu kleben. Blasenpflaster wirken wie eine zusätzliche Haut und unterstützen bei der Wundheilung, weshalb du sie nicht vorzeitig abziehen solltest.

Stellst du während einer Aktivität fest, dass deine Socken nicht die gewünschte Wirkung erzielen, reibe deinen Fuß an der betroffenen Stelle mit Vaseline oder Anti-Scheuer-Creme ein. Dadurch wird die Reibung reduziert und die Blasenbildung verzögert sich oder wird ganz abgewendet. Wiederhole diesen Vorgang mehrmals, wenn die schmierige Wirkung der Salbe oder Creme nachlässt.

Bei langen Wanderungen und Läufen ist es wichtig, deine Füße trocken zu halten. Weichen die Socken doch einmal durch und machen sich Scheuerstellen bemerkbar, solltest du diese umgehend wechseln. Wichtig ist, dass du deine Füße vorher trocknest. Auch, wenn du bei Lauf-Wettkämpfen wohl kaum ein zweites Paar Socken mit dir tragen wirst, solltest du zumindest bei Wanderungen immer ein Paar Ersatzsocken im Rucksack haben.

Ist aus deiner Blase eine größere Wunde geworden und hat sich die obere Haut abgelöst, solltest du diese mit einem Wundverband abdecken. Dadurch kommt kein Dreck in die Wunde und du vermeidest Entzündungen. Außerdem lindert ein guter und festsitzender Verband Schmerzen sowie das Druckgefühl, wie ich beim Megamarsch vor einigen Jahren feststellen durfte

Blase aufstechen oder nicht?

Füllt sich die Blase mit Gewebsflüssigkeit, Blut oder sogar Eiter kann diese beim Laufen oder Wandern sehr unangenehm werden und sogar bestimmte Bewegungsabläufe einschränken. In manchen Fällen platzt die Blase von alleine auf, oftmals bleibt sie jedoch ein ungewollter Störenfried. Dann stellt sich die Frage, ob es nicht doch besser wäre, die Blase aufzustechen.

Medizinischen Rat geben will, kann und darf ich dir nicht. Meine Recherchen zu dem Thema “Blase aufstechen oder nicht” führten jedoch zu einem recht eindeutigen Ergebnis:

Du liegst zu 99 Prozent richtig, wenn du die Blase nicht aufstichst.

Stört dich die Blase so sehr, dann verwende zum Aufstechen ausschließlich eine sterile Nadel. Die Sterilität erreichst du durch Desinfektionsmittel oder kochendes Wasser. Warte anschließend bis die gesamte Flüssigkeit ausgetreten ist und schneide die Oberhaut, die als Schutz dient, keinesfalls ab.

Gegen das Aufstechen von Blasen an den Füßen spricht, dass daraus eine Wunde entsteht, die wiederum zu Entzündungen führen kann. Die natürliche Schutzfunktion der Blase vor Keimen und Bakterien geht durch das Aufstechen verloren. Die angestaute Flüssigkeit in der Blase sorgt zudem für eine Beschleunigung der Heilung, da sich die Unterhaut am Wasser bedient.

Kurz zusammengefasst: Lass der Natur ihren freien Lauf oder suche einen Arzt auf, der sich sowohl um die Blase als auch die anschließende Wundheilung kümmert.

Aus Fehlern lernt man

Komplett vermeiden lässt sich die Blasenbildung nicht, da oftmals äußere Einflüsse, wie zum Beispiel Regen, Schnee oder sandiger Untergrund, ihren Teil dazu beitragen. Mit dem richtigen Schuhwerk und funktionalen Socken kannst du der Entstehung jedoch recht gut vorbeugen. Tritt doch mal eine Blase auf, gibt es Maßnahmen, um die negativen Auswirkungen zu begrenzen.

Ich habe beim Megamarsch 2018 definitiv aus meinem Fehler (Anmerkung: neue Schuhe) gelernt, sodass ich bei meinem zweiten Megamarsch über die volle Distanz nicht eine einzige Blase an meinem Fuß hatte. Welch eine Wohltat.

Kleinere Blasen bei Laufeinheiten oder im Alltag tauchen durchaus mal auf, aber mit diesen weiß ich mittlerweile umzugehen. Wenn auch du die einzelnen Tipps befolgst, sollte sich das Risiko einer Blase am Fuß bei deiner nächsten Aktivität deutlich reduzieren. Oder hast du selbst noch einen Geheimtipp auf Lager, den du mit meinen Lesern teilen möchtest? Dann hinterlasse gerne einen Kommentar.

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