Tagestouren von Zadar aus: Sibenik, Zaton sowie der Krka- und Paklenica-Nationalpark

Zadar an der dalmatinischen Küste ist nicht nur eine beeindruckende Stadt, sie bietet sich auch als idealer Ausgangspunkt für spannende Tagestouren an faszinierende Orte an. Vier davon möchte ich dir mit Sibenik, Zaton sowie dem Paklenica- und dem Krka-Nationalpark etwas näher vorstellen. 

Gut zweieinhalb Wochen verbrachte ich in Kroatien. Ich muss gestehen, dass mich das Land an der Adria positiv überrascht hat. Nicht nur die Städte Zadar und Split, sondern auch die freundlichen Einwohner, das deftige Essen und die einzigartige Landschaft, die von wunderschönen Stränden bis hin zu imponierenden Bergketten einiges zu bieten hat.

Berge und Meer: 4 empfehlenswerte Tagestouren

Zadar war der Ort, an dem ich mich gemeinsam mit drei guten Freunden für mehr als eine Woche aufhielt. Dort konnten wir nicht nur die Stadt und die nähere Umgebung unsicher machen, sondern mit dem Auto einige Destinationen anfahren, die bei vielen Touristen ganz hoch im Kurs stehen, wie zum Beispiel Zaton, Sibenik und die Nationalparks Krka und Paklenica.

Und genau diese stelle ich dir im Folgenden etwas näher vor:

In Zaton am Strand entspannen

Der kleine Ort Zaton liegt lediglich 13 Kilometer von Zadar entfernt und ist mit dem Auto in Windeseile erreichbar. Bekannt ist die Feriensiedlung für ihren langen Strand und das klare Wasser, das zum Schwimmen, Stand Up Paddling oder Nichtstun einlädt.

zaton-beach

Der Großteil der Liegefläche, die sich über einige hundert Meter entlang der bezaubernden Adria zieht, besteht aus einem Stein- und Betonuntergrund. Das ist gewiss nicht jedermanns Sache, jedoch gibt es hier einen großen Vorteil: Diesen Bereich kannst du vollkommen kostenlos nutzen.

Aufgeschütteten Sand und einen etwas bequemeren Untergrund findest du dagegen auf dem riesigen Gelände des Zaton Holiday Resort. Hier steht der Tourismus ganz klar im Vordergrund, denn neben einem kleinen Wasserpark, Minigolf-Anlagen und sonstigen Kinderbelustigungen an Land, erwarten dich im Wasser lästige Jetskis, aufgeblasene Einhörner und Banana Boats.

Auch laute Musik oder das Geschrei von motivierten Animateuren ist hier zur Hauptzeit keine Seltenheit. Wenn du es also etwas ruhiger haben möchtest, kannst du dir die 30 Kuna Eintritt für das Zaton Holiday Resort entweder sparen oder dir für 100 Kuna pro Stunde ein SUP-Board ausleihen und raus aufs offene Meer paddeln.

Der Strand von Zaton ist trotz des großen Andrangs einen Besuch wert und eine gelungene Abwechslung zu den Stadtstränden von Zadar. Aber ganz ehrlich: In Kroatien wirst du in der Hauptzeit wohl kaum einen Strand finden, der nicht mit Touristen vollgestopft ist.

Auf den Spuren von Winnetou im Paklenica Nationalpark

Mein persönliches Highlight während der Kroatien-Tour sollte der Besuch des Paklenica-Nationalparks werden. Nicht nur, weil hier einst die berühmten Winnetou-Filme gedreht wurden, sondern weil mich die Vielfalt der Karstformen und die unberührte Natur im Velebit-Gebirge faszinierte. Beides wollte ich unbedingt aus nächster Nähe erkunden.

paklenica-nationalpark

Der ideale Startpunkt für die Tagestour von Zadar aus ist Starigrad-Paklenica. Der Küstenort, der zugleich das Tor in den Nationalpark ist (Eintritt pro Person: 60 Kuna) und Wanderherzen auf Grund des über 150 Kilometer langen Wanderwegenetzes höher schlagen lässt, liegt mit dem Auto knapp eine Stunde von Zadar entfernt.

Der höchste Gipfel des Nationalparks, der zu zwei Dritteln bewaldet und fast ausschließlich zu Fuß begehbar ist, ist der Vaganski vrh mit einer Höhe von 1.758 Metern. Er befindet sich etwas weiter im Landesinneren, weshalb wir uns für eine kürzere Tour zur Höhle Manita pec mit anschließendem Rundgang entschieden.

Mein Tipp: Parke mit deinem Auto an der Taverne Marasovići. Hier gibt es kostenlose Parkplätze, die nicht allzu weit vom offiziellen, kostenpflichtigen Parkplatz entfernt sind.

Die Tropfsteinhöhle Manita pec

Bis zur Tropfsteinhöhle profitierst du von nahezu perfekt ausgebauten Wegen, die dich durch das Tal Velika Paklenica führen. Zwar wird es zum Ende hin etwas anspruchsvoller, aber mit einer halbwegs guten Fitness sollte der 90-minütige Aufstieg zum 550 Meter hoch gelegenen Eingang kein allzu großes Problem darstellen. An besonders heißen Tagen kannst du deine Getränke zwischendurch an einem Trinkwasserbrunnen auffüllen.

Der Eintritt in die Höhle kostet dich 30 Kuna. Keine allzu große Investition für eine Tour, die kaum länger als eine halbe Stunde dauert. Eines der Highlights ist ein Stalagmit, der vom Aussehen her stark an eine Hexe erinnert. Auch sonst sind die Stalagmiten und Stalaktiten absolut sehenswert.

Wanderung auf die Hügel des Velebits

Bei der Wanderung zur Höhle solltest du es nicht belassen, denn danach, auf dem Weg zum tatsächlichen Gipfel, beginnt das eigentliche Abenteuer. Der bis dato gut ausgebaute Wanderweg mutiert in einen Pfad, der über Stock und (vor allem) Stein führt und neben einem guten Auge, um die Wandermarkierungen zu erspähen, auch eine gewisse Trittsicherheit erfordert.

Auf kleine Kletterpassagen solltest du ebenfalls gut vorbereitet sein, um das traumhafte Panorama und die massiven Felsen von ganz oben genießen zu können. Das Bezwingen ist kein Hexenwerk, aber für ungeübte Wanderer auch nicht ganz ohne.

Spätestens auf dem Gipfel genießt du das Panorama mit Blick auf die Adria zur einen und die imposante Bergkette des Velebit-Gebirges zur anderen Seite. Gönne dir ein bisschen Ruhe und mache es dir auf einem der riesigen Felsen gemütlich, um deine Gelenke etwas zu schonen.

Denn eben diese werden beim Abstieg über die andere Seite ziemlich gefordert. So führt der Weg anfangs über größere Steine und einen angenehm zu laufenden Pfad ins Tal. Die letzten Kilometer geht es jedoch ausschließlich über steinigen Untergrund. Das bedeutet, du musst hier auf jeden Schritt achten und eine gute Balance finden, um nicht umzuknicken.

So schön der 13 Kilometer dauernde Rundweg entlang der Felsformationen, zwischen denen regelmäßig das Meer auftaucht, auch ist, so anstrengend ist er. Falls deine Knie oder Bänder vorbelastet sind, solltest du nach der Besteigung des Gipfels lieber den Weg auf der Seite der Tropfsteinhöhle verwenden.

Klettern und weitere Attraktionen

Bist du ein passionierter Kletterer oder willst du einer werden, dann bist du im Velika Paklenica genau richtig. Der Paklenica-Nationalpark gilt als wahres Kletterparadies und hat jede Menge Kletterrouten auf Lager. Nicht umsonst zählt der Paklenica-Nationalpark mit den Steilwänden des Anica kuc zu einer der beliebtesten Kletterdestinationen in Europa.

Ohne Kletterausrüstung und etwas weniger steil bergauf gelangst du auch zu Fuß auf den Anica kuk. Ein Berg, der bei Wanderern sehr beliebt ist, für dessen Besteigung uns jedoch die Zeit und die Energie gefehlt hat. Auch die Forsthütte Lugarnica sowie die Berghütte Paklenica kamen leider zu kurz, wenngleich sie ebenfalls zu den gefragteren Zielen im Paklenica-Nationalpark gehören.

Egal, für was du dich auch entscheidest: Nach einem langen Tag im Velebit-Gebirge gibt es nichts Erfrischenderes als im Anschluss an deine Tagestour ins kühle Meer zu springen. In der Nähe des Campingplatzes direkt im idyllischen Starigrad-Paklenica bietet sich die passende Gelegenheit dafür.

Wasser marsch im Krka-Nationalpark

Unfassbar viel los ist im Krka-Nationalpark. Nicht nur, weil es dort eine Menge Attraktionen gibt, sondern du dir diese mit Unmengen an weiteren Touristen teilen musst. Auf Dauer kein leichtes Unterfangen, doch es gibt einige schöne Ecken im Nationalpark, die du fast für dich alleine genießen kannst.

Knapp 80 Kilometer musst du von Zadar aus für einen Tagestrip zum Krka-Nationalpark auf dich nehmen. Als Alternative kannst du auch von Šibenik aus auf Entdeckungstour gehen, so wie ich es gemeinsam mit einem guten Freund gemacht habe. Die Busfahrt nach Skradin kostet von dort lediglich 24 Kuna und dauert kaum mehr als eine halbe Stunde.

Egal, für welche Option du dich auch entscheidest, um zum Eingang des Krka-Nationalparks nach Skradin zu gelangen, du solltest relativ früh starten. Im 109 Quadratmeter großen und seit 1985 bestehenden Nationalpark gibt es schließlich einiges zu entdecken. Zeit, die du dir auch deshalb nehmen solltest, weil der Eintritt mit 200 Kuna ziemlich teuer, ja fast schon übertrieben, ist.

Der traumhaft schöne und gnadenlos überfüllte Skradinski Buk

Die Hauptattraktion im Krka-Nationalpark ist der Wasserfall Skradinski Buk. Vom Eingang erreichst du diesen entweder mit einem der regelmäßig abfahrenden Boote, zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Wir entschieden uns für den altbewährten Drahtesel, in der Hoffnung, die Menschenmassen dadurch zumindest teilweise zu umgehen.

Laut der Angestellten des Fahrradverleihs pilgern in der Hauptzeit täglich bis zu 10.000 Besucher pro Tag an den Wasserfall. Kein Wunder, schließlich ist der 17-stufige Wasserfall aus Rauwackenbarrieren auf einer Gesamthöhe von ungefähr 45 Metern ziemlich verblüffend.

Nur schade, dass er touristisch so sehr ausgeschlachtet wird, dass er längst von Biergartentischen, Fressbuden sowie Souvenirshops umgeben ist. Der Rundweg um die Wasserfälle ist dagegen mit so vielen Touristen vollgestopft, dass du dir den traumhaften Ausblick ein ums andere erkämpfen musst.

Das Franziskanerkloster auf der Insel Visovac

Die Menschenmassen an der Hauptattraktion im Krka-Nationalpark veranlassten uns dazu, bei gefühlt 40 Grad, die nähere Umgebung mit dem Fahrrad zu erkunden. Nicht die glorreichste Idee bei dieser Bullenhitze. Dafür durften wir einige Highlights fernab des Mainstreams kennenlernen.

Eines dieser Ziele war die Insel Visovac, auf der sich ein Franziskanerkloster befindet. Das 1445 erbaute Kloster erinnert stark an den Ort Bled in Slowenien und könnte auf Grund der umliegenden Felsen kaum idyllischer sein.

Visovac wird auch die „Muttergottesinsel“ genannt. Um sie zu besuchen, nimmst du entweder eines der kleinen Boote vom Steg aus oder eines der Schiffe, die im Krka-Nationalpark ihre Kreise ziehen und einige weitere Hotspots abklappern.

Die Wasser(fest)spiele von Roski Slap

Viele Touristen haben die Wasserfälle von Roski Slap nicht unbedingt auf dem Schirm, da sie sich lieber die Zeit am maßlos überfüllten Skradinski Buk vertreiben. Doch etwa 30 Kilometer von Skradin entfernt, türmen sich wunderschöne Wasserfallkaskaden, die mich schwer beeindruckt haben.

Einige dieser Kaskaden findest du auf einem schmalen Wanderweg zur Ozidana-Höhle. Die Höhle wiederum erreichst du über eine ganze Menge Treppenstufen, die eine gewisse Grundkondition voraussetzen. Auch, wenn uns die Zeit (und Lust) für eine Besichtigung fehlte, scheint die 60 Meter tiefe Höhle eine Besteigung wert zu sein – inklusive grandiosem Ausblick vom Eingang.

Weitere hundert Meter von den Wasserfallkaskaden entfernt, befindet sich ein kleines Dorf, das vor allem von Touristen, die mit dem Boot anreisen, angesteuert wird. Hier gibt es einen Souvenirladen, ein gemütliches Café, eine alte Mühle und Möglichkeiten, um sich nach einer anstrengenden Fahrradtour zu erfrischen.

Vom Steg aus, der zum Reinspringen einlädt, hast du einen guten Blick auf einen größeren Wasserfall. Mit etwas Glück versperrt keines der großen Touri-Boote die Sicht, sodass du das perfekte Foto schießen kannst. Auch, wenn dieser Wasserfall das Highlight von Roski Slap ist, haben mich die Kaskaden auf dem Weg zur Ozidana-Höhle weitaus mehr gefesselt.

Kultur pur in der Küstenstadt Sibenik

Sibenik ist nicht nur der ideale Ausgangspunkt, um den wenige Kilometer Krka-Nationalpark zu erkunden. Die 50.000 Einwohner fassende Stadt an der Adria hat selbst einiges zu bieten, auch wenn die Anreise von Zadar mit 90 Kilometern nicht unbedingt ein Katzensprung ist.

sibenik

Ganz besonders markant sind die vier Festungen, von denen die Festung St. Johannes gar als Kulisse für die fünfte Staffel von Game of Thrones genutzt wurde. Die Festung St. Michael ist das älteste Bauwerk des Quartetts. Im 11. Jahrhundert erbaut wird sie heute unter anderem als Sommerbühne mit zahlreichen Veranstaltungen genutzt.

Als das Wahrzeichen der Stadt gilt jedoch die Kathedrale des Heiligen Jakob. Sie gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Besonderheit an der Kirche ist, dass sie von zwei verschiedenen Baustilen geprägt ist. So wurde der Bau im venezianisch-gotischen Stil begonnen, während die Fertigstellung im Stil der toskanischen Renaissance erfolgte.

Außerdem beeindruckt hat mich die Altstadt von Sibenik, die auf Grund ihrer engen Gassen wie ein Labyrinth wirkt. Beim Altstadtbummel passierst du Bars und Restaurants, die zum Essen und Kaffee trinken einladen.

Die Uferpromenade ist prädestiniert für lange Spaziergänge. Bei einem der vielen Reiseanbieter, die sich entlang der Promenade positionieren, hast du die Möglichkeit weitere Tagestrips zu buchen. Aber Vorsicht, diese sind teilweise völlig überteuert, insbesondere in der Hauptzeit.

Einige hundert Meter weiter im Norden gelangst du an ein Strandbad. Von dort bietet sich dir ein fabelhafter Blick auf das vorgelagerte Stadtzentrum. Das Panorama solltest du dir keinesfalls entgehen lassen.

Und falls du noch nicht müde von deiner Entdeckungstour bist, laufe weiter an der Adria entlang bis du die 390 Meter lange und gut 30 Meter hohe Kurabrücke erspähst, deren mächtiger Bogen sich über der Krka auftürmt. Ein toller Anblick eines Bauwerks, das gelegentlich für Bungeejumping-Events zweckentfremdet wird.

Das war noch längst nicht alles

Mit Sibenik, Zaton, dem Krka- und dem Paklenica-Nationalpark ist Zadar der ideale Ausgangspunkt, um einige der schönsten Ecken Kroatiens kennenzulernen. Doch damit nicht genug, denn es gibt noch einige weitere spannende Destinationen.

So zum Beispiel die Kornati-Inseln, die du von Zadar aus bequem mit dem Boot erreichst. Eine Tour zur größten Inselgruppe der kroatischen Adria kannst du unter anderem an der Brücke buchen, welche Zadars Neu- und Altstadt miteinander verbindet.

Dem aus den Winnetou-Filmen berühmten Silbersee im Plitvice-Nationalpark solltest du bei einem längeren Aufenthalt ebenfalls einen Besuch abstatten. In den Sommermonaten scheint dieser ziemlich überlaufen zu sein. Aber ganz ehrlich, welcher Ort in Kroatien ist das nicht?

Ein guter Freund empfahl mir außerdem eine Kanutour auf dem Fluss Zrmanja, die ungefähr 300 Kuna kostet. Der 69 Kilometer lange Fluss im südlichen Velebit-Gebirge ist für sein smaragdgrünes Wasser und imponierendes Karstgebiet bekannt. Eine Empfehlung, die ich dir gerne weitergebe.

Alles in allem hat Kroatien meine Erwartungen bei Weitem übertroffen. Neben wunderschönen Abschnitten an der Adria und spektakulären Bergmassiven im Hinterland, gibt es ebenso faszinierende Wasserfälle und Kaskaden wie kulturelle Hochburgen.

Kroatien ist eine Reise wert. Anders als ich solltest du dir jedoch nicht gerade die Hauptzeit für deine Entdeckungstour raussuchen, denn das Land an der Adriaküste droht in dieser Jahreszeit aus allen Nähten zu platzen.

Lonely Planet Reiseführer Kroatien (Lonely Planet Reiseführer Deutsch)
  • Vesna Maric, Anja Mutic
  • Herausgeber: LONELY PLANET DEUTSCHLAND
  • Auflage Nr. 6 (05.07.2017)

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