WM-Fieber und das Valley of a Thousand Hills

Nach einer anstrengenden Woche in Rustenburg hatte ich mir für den Montag erst einmal Urlaub verdient. Und was macht man an einem freien Tag in Durban? Na klar, man geht ans Meer und zwar ohne Karte oder sonstige Orientierungshilfen, sodass man ungefähr anderthalb Stunden unterwegs ist, um das tatsächliche Ziel zu erreichen.

Am Meer angekommen schlenderte ich erst am größten Hafens Afrikas vorbei, bevor ich mir wenig später die lange Strandpromenade vorknöpfte, wo auch immer noch fleißig gebaut wird. Sie soll bis zum WM-Start in weniger als zwei Wochen verschönert werden. Ob die Bauarbeiten tatsächlich bis zum Deutschland-Spiel fertig werden, darüber lässt sich streiten. Aber die Südafrikaner machen das schon.

Besonders erfreut hat mich der Aufbau des FIFA Fan Fests, also einer riesigen Leinwand direkt am Strand, auf der während der Weltmeisterschaft das Public-Viewing stattfinden soll. Die Fanmeile, die es damals zum Beispiel in Berlin gab, ist in Durban also nicht auf Beton, sondern auf Sand. Ich gehe mal davon aus, dass wir uns das Eröffnungsspiel dort auch anschauen werden.

Am Mittwoch hatte ich mein wahrscheinlich letztes Turnier mit WhizzKids in Edendale. Abends schauten wir uns zu siebt das Fußballspiel der Südafrikaner gegen Kolumbien an. Da wir ein paar Tage zuvor wieder einmal Pizza bestellt hatten und dafür zwei neue Vuvuzelas anstatt billigem Aldi-Wein bekamen, feuerten wir die Bafana Bafana wie ein paar Bekloppte mit nun insgesamt drei megalauten Tröten vor dem Fernseher an, was wirklich sehr witzig war. Gut, dass wir hier keine Nachbarn haben oder sie zumindest von großen Sicherheitsmauern abgetrennt sind.

Samstags hatten wir im Rahmen unserer Fußballliga ein zusätzliches Turnier, bei dem wir uns mit zwei Siegen und einer Niederlage souverän für die nächste Runde am kommenden Samstag qualifizierten. Vor dem Turnier hatte ich auch endlich meinen ersten Bunny Chow gegessen, was eine Spezialität Durbans ist. Dies hätte ich allerdings nicht tun sollen, da es meine Ausdauer erheblich negativ beeinflusste und ich nicht in der Lage war, mehr als zwei Minuten am Stück zu spielen.

Abends ging es dann nochmal mit dem mehr oder weniger gesamten WhizzKids-Staff in einen Club namens „Origin“, der zu Fuß von unserem Haus aus zu erreichen war und in dem nochmal ausgiebig gefeiert wurde, bevor Sonntags wieder Sightseeing in Verbindung mit Relaxen auf dem Programm stand.

Auf dem Sightseeing-Programm stand für Fabian, seine Freundin und mich eigentlich eine Stadionführung in Durban, allerdings hat die Stadt der FIFA mittlerweile alle Rechte übertragen, sodass keine Besichtigung mehr möglich war. Um nicht ganz so enttäuscht zu sein, machten wir uns kurz darauf auf den Weg zum FIFA Ticketcenter, um unsere Tickets für das Spiel Deutschland gegen Australien abzuholen. Falls Ihr Euch wundert, warum ich auf dem Foto zwei Tickets in der Hand halte, liegt das daran, dass ich mir heute morgen spontan noch ein Ticket für das Spiel gegen Serbien gekauft habe, das am 18. Juni in Port Elizabeth stattfindet. Wenn man schon mal in Südafrika ist…

Den weiteren Nachmittag verbrachten wir unsere Zeit außerhalb Durbans im „Valley of a Thousand Hills„, um uns hauptsächlich einen Wasserfall anzuschauen, den wir allerdings nicht fanden. Trotzdem bestaunten wir während unserer Fahrt eine wunderschöne Landschaft sowie faszinierende Berge und Täler. Auf der Rückfahrt nach Durban verfuhren wir uns jedoch dermaßen, dass die Straßen plötzlich nicht mehr asphaltiert waren und es zusätzlich auch noch dunkel wurde, was uns etwas beunruhigte, da wir irgendwo in der Prärie waren. Dank einiger netter Südafrikaner fanden wir glücklicherweise wieder einen Weg nach Hause und ich bin mir sicher, dass wir auf unserer Rundreise nahezu alle Berge zu Gesicht bekamen, wenn auch nicht ganz gewollt.

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