Roadtrip mit Besuch aus der Heimat – Teil 3

Den ersten Teil unseres letzten Tages auf der Garden Route verbrachten wir im Tsitsikamma Nationalpark, der eine insgesamt 82 Kilometer lange Küste zwischen Plettenberg Bay und Humansdorp unter Schutz stellt.

Wir begaben uns an die Anfänge dieses Küstenstreifens, wo wir eine knapp sieben Kilometer lange Wandertour machten, mit dem Ziel, einen hochgepriesenen Wasserfall anzuschauen. Dieser erschien uns bei der Ankunft allerdings doch nicht ganz so spektakulär wie angekündigt.

Dafür war der Weg dorthin aber ein einziges Abenteuer, denn anstatt eines Wanderpfades mussten wir von einem Riesenstein auf den anderen springen oder gar klettern. Einige Meter neben uns prallten zudem meterhohe Wellen an die Felsküste, was sehr beeindruckend war und wir dadurch einige sehr gute Schnappschüsse machen konnten.

Unser letzter Stopp auf der äußerst abwechslungsreichen Garden Route war der Ort Knysna, der laut unserem Reiseführer als sehr schwulenfreundlich gilt und bekannt für eine wunderschöne Bucht ist, die auch viele Buchcover oder Kalenderblätter über Südafrika ziert. Am höchsten Punkt des Ortes machten wir unsere Mittagspause und genossen dabei die herrliche Aussicht, die einerseits die Stadt inklusive Lagune zeigte und zur anderen Seite das gewaltige Ausmaß des Indischen Ozeans.

Die nächste Station unseres Roadtrips war schließlich für zwei Nächte die Straußenhochburg Oudtshoorn im Halbwüstenplateau der Little Karoo, die von mächtigen Bergen umgeben ist. Im großen Backpackers Paradise, scheinbar dem einzigen Hostel in der verschlafenen Stadt, lernten wir beim Billard spielen und am Lagerfeuer einige Reisende kennen, mit denen wir auch gleich das ein andere 0,66 Liter große Bier tranken und unsere bisherigen Südafrika-Erfahrungen austauschten.

Am Samstagmorgen ging es dann für uns drei Rhöner zur Cango Wildlife Ranch, einer Art überteuertem Zoo mit Tieren, die teilweise gar nicht in Südafrika leben. Ein wenig enttäuscht vom Wildpark standen als nächstes die Cango Caves auf dem Programm, wo wir uns in den Untergrund begeben wollten, um die 700 Meter lange Tropfsteinhöhle zu bewundern. Auf Grund des großen Touristenaufkommens nahmen wir an der geführten Tour aber gar nicht erst Teil und steuerten zielgerichtet auf den Swartberg-Pass zu.

Der Swartberg-Pass ist 1.600 Meter hoch und gilt als der spektakulärste Pass in Südafrika. Die circa 25 Kilometer lange Straße, die eigentlich eine steile Schotterstraße mit enormen Schlaglöchern ist, führt unter anderem an verschiedenen Protea- und Watsoniaarten vorbei. Vom Gipfel kann man über die kahle Great Karoo schauen und die tollen Straßen, die bei der Abfahrt vor einem liegen. Der Swartberg-Pass wird bei Backpackern oftmals ausgelassen, sollte meiner Meinung nach aber auf alle Fälle überquert werden. Wir waren enorm beeindruckt von den riesigen Felswänden.

Um am Sonntag frühzeitig in Kapstadt zu sein, machten wir uns bereits um acht Uhr auf den Weg in die knapp 450 Kilometer entfernte Metropole. Die Route 62, die einen Teil unseres Weges in Anspruch nahm, führte über verschiedene Bergpässe der Halbwüste Karoo und vorbei an Ronnie´s Sexshop, der mitten im Niemandsland lag und mit einer Deutschlandflagge geschmückt war.

In Kapstadt angekommen bot ich meinen beiden Mitreisenden erst einmal eine kostenlose Stadtrundfahrt mit unserem Tata (= Auto) an. Unter anderem fuhren wir an der noblen Waterfront, den Stränden Camps Bay und Clifton Beach und natürlich an der Kabelstation am Fuße des Tafelbergs vorbei. Nach einer kurzen Pause, in der wir den grandiosen Blick auf die Stadt genossen, beendeten wir unsere kurze Sightseeing-Tour und checkten im Penthouse-Hostel ein, in dem ich mich schon während meinem Klassentreffen am Kap niedergelassen hatte.

Dass unser Backpackers direkt auf der Partymeile der Long Street lag, war also kein Zufall und die Voraussetzungen für einen guten Abschluss unserer zehntägigen Tour waren somit gegeben. Nach einigen Kurzbesuchen in diversen Lokalen beendeten wir unseren Abend schließlich im „The Dubliners“, einer irischen Bar, bei der Livemusik vom Allerfeinsten angeboten wurde und fleißig mitgewippt und geschunkelt wurde. Ein perfekter letzter Abend in meiner Traumstadt Kapstadt.

Es gibt ein Sprichwort, das sagt „It´s not about the places you go, it´s about the people you meet”. Das bedeutet, dass es nicht unbedingt auf den Ort ankommt, an dem man sich aufhält, sondern viel mehr darauf mit wem man dort ist. Bei mir waren beide Komponenten gegeben, was heißen soll, dass der Roadtrip mit Matthias und Monique einfach absolute top war. Gerne wieder.

Vielen Dank hierbei an die beiden, die noch eine weitere Woche in Kapstadt verbringen werden, für zehn lustige und wahnsinnig unkomplizierte Tage im wohl abwechslungsreichsten Land unserer Erde.

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