Public-Viewing am Strand, Einkaufen und Surfen

In diesem Blogeintrag ist es schwer eine Einleitung zu finden, da mittlerweile die ganze Welt weiß, wer am Samstag mit 4:0 gegen Argentinien gewonnen hat. Es ist einfach unbeschreiblich, was unsere Nationalmannschaft leistet und ich muss ihr dafür danken, dass sie meinen sowieso schon schönen Aufenthalt in Südafrika noch besser macht.

Das Spiel selbst habe ich beim Public-Viewing am Strand genossen, wo wir mit ein paar Deutschen das Spiel anschauten, unter anderem mit meinem Kommilitonen Mutzi, der einen Zwischenstopp seiner Rucksacktour in Durban einlegte. Wie immer waren auch Fabian und Stefan mit von der Partie und zusätzlich bekamen wir Verstärkung von Thomas, den ich auf meinem Trip zum zweiten Deutschland-Spiel in Port Elizabeth kennen lernte und der ebenfalls ein Praktikum in “Durbs” macht.
Am Strand fiel vor allem auf, dass sehr viele Inder unsere Nationalmannschaft unterstützen. Die Schwarzen hingegen hielten eher zu Messi und Co. Es ist schon wirklich erstaunlich, dass die Südafrikaner trotz ihres Ausscheidens weiterhin im WM-Fieber sind. Sie suchen sich eine beliebige Mannschaft aus und unterstützen sie solange bis sie nicht mehr im Turnier ist. Nachdem sie ausgeschieden ist, wird eine neue Mannschaft ausgewählt. Spanien scheint dabei die absolute Nummer eins zu sein.
Das Spiel selbst war natürlich der absolute Hammer und die Stimmung war spitze, obwohl ich zugeben muss, dass Public-Viewing während des Argentinien-Spiels in Deutschland sicherlich mehr abging. Dies lag vor allem daran, dass sämtliche Zuschauer die Begegnung im Sitzen betrachteten und der prozentuale Anteil richtiger Deutscher (ohne Inder) bei ungefähr einem Prozent lag. Umso schöner war dann aber, wenn aus einigen Ecken die Rufe “Steht auf, wenn ihr Deutsche seid!” kamen und anschließend kleine Grüppchen aufsprangen und mitsangen.
Nach dem Spiel waren vorerst nur noch Thomas und ich am Strand unterwegs und wir ließen es uns natürlich nicht nehmen, den Sieg ausgiebig im Joe Cool’s, einer Surferkneipe, zu feiern. Auf dem Weg dorthin kamen immer wieder Leute zu uns, um mit uns Fotos zu schiessen, da wir schließlich zwei “richtige” Deutsche und sozusagen eine Rarität waren.
Rechtzeitig zum Spiel der Spanier standen wir dann auch wieder vor dem Bildschirm am Strand und konnten kaum fassen, dass auf einmal alle Einheimischen ein Spanien-Trikot anhatten. Ein richtiger Spanier war unter der Meute natürlich nicht aufzufinden. Trotz unserem Support für Paraguay gewannen die Rot-Gelben. Immerhin wird dann das Halbfinale etwas interessanter, obwohl ich arroganterweise sagen kann, dass ich die Spanier bereits live gesehen habe und nicht gerade angetan war von ihrer Spielweise.
Am Sonntag wurde etwas länger geschlafen, womit sicherlich auch unsere Nationalmannschaft etwas zu tun hatte. Ohne Frühstück ging es dann mit meinen vier Mitbewohnern in das Gateway, der größten Mall Afrikas, wo wir ein bisschen shoppen wollten oder uns besser gesagt die Zeit vertreiben wollten. Dabei war auch unser neuer Volunteer Brian, ein Fußballtrainer aus Hawaii, der mich und Oli auch gleich mal dazu überredete uns mit kurzer Hose und T-Shirt in eine minus 20 Grad kalte Eiskammer eines Outdoor-Geschäfts zu stellen. War auch ganz lustig, aber eben auch ganz schön kalt.
Wir fünf Jungs schlenderten also wie pubertierende Mädchen den kompletten Sonntag durch die riesige Mall. Der Unterschied zu Frauen bezüglich Einkaufen war jedoch, dass wir etwas sparsamer waren und wenn überhaupt alle zusammen umgerechnet zehn Euro ausgegeben haben, lässt man Brian außen vor, der sich ein paar New Balance-Schuhe gekauft hat. Gute Wahl!
Heute morgen sechs Uhr machte ich mich dann zusammen mit Oli auf den Weg zum Strand, wo ich meine ersten Versuche auf dem von meinem Mitarbeiter Paul geliehenen Surfbrett machen wollte. Dort angekommen trafen wir noch einige von Oli’s Surfbuddies, die allerdings nicht aufs Brett stiegen, da ihnen die Wellen zu schlecht waren. Da ich aber extra früh aufgestanden bin, wollte ich selbstverständlich auch meine erste Erfahrung sammeln.
Und was war meine erste Surferfahrung? Beim Rauspaddeln kam ich näher an das Pier als gewollt, wo mich die Strömung nicht mehr loslassen wollte, weshalb ich ungefähr 15 Minuten brauchte, um wieder ins sichere White Water zu gelangen. Oli machte sich bereits Sorgen, dass ich verloren gegangen war, aber dank der Hilfe eines Passanten, der auf dem Pier stand und sich sicherlich lustig über mich machte, kam ich doch noch aus der Strömung heraus. War auch eigentlich ganz einfach, aber ich wollte halt den komplizierteren Weg wählen und war fix und fertig.
Auf jeden Fall übte ich nach einer kurzen Pause fleißig weiter und versuchte mich von meinen ersten Wellen tragen zu lassen, was mir aber misslang. Ich schob es natürlich auch darauf, dass die Wellen heute nicht gut gewesen seien. Alles in allem in das Surfen eine große Herausforderung, die ich aber gerne annehme. Auch das frühe Aufstehen ist halb so wild, da so ein Sonnenaufgang am Strand auch nicht verkehrt ist.

4 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Hey Dan…
    Hat wohl nicht sollen sein, aber so ist das nunmal, wenn ein Brückenauer bei einem wichtigen Spiel der Nationalelf im Stadion und dazu kommt noch die Tatsache, dass Pepp und ich nicht zusammen geguckt hatten. Hab gehört, dass du sogar Karten fürs Spiel um Platz 3 hast. Geh auf jedenfall hin, weil sie die Mannschaft dort ganz anders präsentieren wird, wie gegen die Spanier.
    Zum schluß noch ein paar passende Wörter….

    Die Sonne scheint bei Tag und Nacht
    Eviva Espana
    Der Himmel weiß, wie sie das macht
    Eviva Espana
    Die Gläser, die sind voller Wein
    Eviva Espana
    Und jeder ist ein Matador
    Espana por favor

    Gruß der Oz

  • @Andre: Drei Spiele der Deutschen hab ich gesehen und davon zwei Niederlagen. Nach Brasilien in vier Jahren sollte ich wohl besser nicht fahren oder du schaust naechstes mal mit Pepp zusammen. Hab die Karten fuer PE nicht genommen. Gab keine Fluege mehr und 28 Stunden Busfahrt sind mir zu hart fuer ein Spiel, dass nicht wirklich viel wert ist. Danke auch fuer das Lied. Die spanische Version wird in Suedafrika mittlerweile rauf und runter gespielt.

  • Nachdem 37840034850 Zeitungsartikel auf der Brückenauer Titelseite (oder laut Piet: Startseite), bekommst du dafür den Titel “Brückenauer Rampensau” verliehen. Ist doch fast besser als Weltmeister oder?

    Gruß, Woj

  • @Woj: Dann nehm ich Rampensau mal als Kompliment an. Ist mir ehrlich auch schon peinlich, dass ich die Titelblätter sämtlicher Zeitungen ziere 😉 Eigentlich will ich nur WhizzKids United bekannter machen und Lob vom Chef absahnen. Der Titel Weltmeister wäre mir dann aber doch lieber gewesen.
    Gruß aus Durban.

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