Wat-Doi-Suthep

Auf dem Monk´s Trail zum Wat Doi Suthep wandern

Hoch über Chiang Mai thront der Wat Doi Suthep, das Wahrzeichen der Stadt. Ich habe ihn mir zum zweiten Mal angeschaut, mich diesmal allerdings dafür entschieden, den Tempel über den Monk´s Trail zu Fuß zu erklimmen. Dabei durfte ich ein ganz besonders schönes Fleckchen entdecken.

Der Wat Doi Suthep ist die Sehenswürdigkeit, die nahezu jeder Tourist bei seinem Aufenthalt im Norden Thailands ansteuert. Absolut nachvollziehbar, schließlich liegt der Tempel ziemlich prominent auf einer Anhöhe im Nationalpark Doi-Suthep-Pui und ist von nahezu überall aus der Stadt sichtbar.

Vor gut einem Jahr machte ich mich erstmals mit zwei Freunden aus der Heimat auf den Weg zum Wat Doi Suthep. Aus Zeitgründen bevorzugten wir damals ein Songthaew. Das kostete uns 400 Baht, war jedoch jeden Cent wert, obwohl ich oben angekommen doch ein schlechtes Gewissen hatte, da wir so wie jeder andere Tourist den bequemen Weg eingeschlagen hatten.

Auf dem Monk´s Trail zum Wat Doi Suthep

Doch diesmal sollte alles anders werden und so beschloss ich mit einem weiteren Digitalen Nomaden, die Tempelanlage zu Fuß zu erklimmen. Als Route nahmen wir uns den Monk´s Trail vor. Eine weitere Alternative per pedes nach oben zu gelangen gibt es auch nicht..

orangene-Baender

Den Monk´s Trail wanderten einst die Einwohner des Königreichs Lanna am Visakha-Bucha-Tags – dem Vollmondtag im sechsten Mondmonat – um Buddha ihre Ehre zu erweisen. Am Wat Doi Suthep angekommen huldigten sie einer Reliquie Buddhas, die auch heute noch großes Ansehen genießt.

Der Gang zum Tempel ist mittlerweile eine feste Tradition, insbesondere bei den Mönchen, die gemächlich in ihren Sandalen oder Flip-Flops zu ihrem Ziel pilgern. Dabei bietet sich der weitaus weniger prominente Wat Pha Lat ideal für eine Pause oder Meditation zwischendurch an.

Das solltest du für den Monk´s Trail einpacken

Anders als die Mönche, die meist in Sandalen und Flip-Flops zum Tempel wandern, solltest du über eine gute Ausrüstung verfügen. Der Monk´s Trail hat es nämlich in sich.

Am Startpunkt des Monk´s Trails wird übrigens darauf hingewiesen, den Trail in den Sommermonaten nur zwischen 6 und 8 Uhr morgens sowie zwischen 16 und 18 Uhr nachmittags anzutreten. Auf Grund der enormen Hitze wird es in der Mittagszeit andernfalls sehr ungemütlich.

Je nachdem wann du aufbrichst solltest du gut vorbereitet sein und auf die folgenden Utensilien auf gar keinen Fall verzichten:

Wasser oder andere Getränke: Für den Aufstieg benötigten wir gut zwei Stunden, die auf Grund der fordernden Trails und der Sonneneinstrahlung ziemlich anstrengend waren – und das im Winter. Nimm dir daher mindestens eine große Flasche Wasser mit. Bei besonders großer Hitze empfehle ich dir ein weiteres Getränk, das deinen Elektrolyte-Haushalt auffüllt.

Festes Schuhwerk: Was die Mönche mit ihren offenen Schuhen vormachen, solltest du keineswegs kopieren. Der Untergrund auf dem Monk´s Trail wechselt regelmäßig. Die Gefahr umzuknicken ist vor allem auf den steinigen und mit Wurzeln versehenen Abschnitten doch etwas tückisch. Daher meine Empfehlung: Wanderschuhe oder Laufschuhe mit einem guten Profil.

Pullover oder Wechselshirt: Je nachdem, wann du deine kleine Rucksacktour beginnst, solltest du entweder einen Pullover oder ein Wechselshirt mitnehmen. Du wirst beim Aufstieg ziemlich schnell ins Schwitzen kommen. Oben am Wat Doi Suthep kann es dagegen schon mal einige Grad kühler sein oder ein stärkerer Wind wehen. Achte dabei darauf, dass deine Kleidung deine Schultern und Knie bedeckt, schließlich besuchst du einen für die Thais ziemlich bedeutenden Tempel.

Mückenschutz: Je nach Jahreszeit ist das Aufkommen von lästigen Stechmücken sehr groß. Ein Mückenschutz, den du dir am besten in Thailand direkt kaufst, schützt dich gegen lästigen Juckreiz und schmerzhafte Stiche.

So gelangst du zum Wat Doi Suthep

Der Weg nach oben ist nicht unbedingt ein Kinderspiel. Unebene Passagen und teils steile Anstiege kommen regelmäßig zum Vorschein. Manchmal hast du gar das Gefühl, dich verirrt zu haben. Doch ganz ehrlich, immer noch besser als – wie jeder andere auch – mit dem Taxi zum Tempel zu fahren, oder?

Suthep-Road

Egal, von wo in Chiang Mai aus du deinen Trip beginnst, nach einiger Zeit solltest du auf der Suthep Road ankommen und die Universität passieren. Die riesige Straße läufst du bis zum Ende durch. An der Gabelung (siehe Foto oben) biegst du rechts Richtung Chiang Mai Zoo ab.

Nach ein paar hundert Metern geht es links steil den Berg hinauf. Läufst du weiter, so taucht kurz darauf eine riesige Satellitenschüssel beziehungsweise Radiostation auf. Der erste Teil wäre damit geschafft, denn hier befindet sich der offizielle Einstieg des Monk´s Trails. Du erkennst diesen an den beiden grünen Hinweisschildern.

Um zum ersten Zwischenstopp, dem Wat Pha Lat, zu gelangen, hast du zwei Möglichkeiten. Ob du den Pfad links entlang des Baches oder den Weg auf der rechten Seiten bevorzugst, bleibt dir überlassen. Die linke Seite hat jedoch einen kleinen Wasserfall sowie einige unscheinbare Raststationen, also Holzbänke, zu bieten.

Nachdem du ungefähr 40 Minuten bergauf gelaufen und den orangenen Bändern, die dir den Weg zeigen, gefolgt bist, gelangst du an den Wat Pha Lat. Ein wunderschöner Tempel, den ich dir etwas später in diesem Beitrag näher vorstelle.

Nach dem Tempel mitten im Wald wird der Pfad anspruchsvoller. Nicht nur, dass die Wege steiler, enger und unebener werden, sie sind auch nicht mehr so gut mit den Bändern als Wegweiser gekennzeichnet. Die Auswahl an weiteren Trails hält sich zwar in Grenzen, allerdings waren wir uns ab und an unsicher, ob wir noch auf dem richtigen Weg waren.

Wenn du nach einer Weile an der Hauptstraße rauskommst und gegenüber ein weiterer Pfad beginnt, dann hast du bis hierhin alles richtig gemacht. Glückwunsch! Als Orientierungspunkte kannst du ab hier die Strommasten entlang des Pfades nehmen. Diese verschönern nicht unbedingt den Anblick der Natur, sind aber doch recht hilfreich.

Wenig später erreichst du ein weiteres Mal die sich nach oben schlängelnde Hauptstraße. Die restlichen 400 bis 500 Meter läufst du entweder am Seitenstreifen entlang, wo du auf direkt unterhalb der Naga-Treppe landest oder du wählst den abenteuerlichen Weg auf der rechten Seite. Dieser führt dich mitten durch eine kleine Siedlung am Meditation Center vorbei.

Oben angekommen erwartet dich ein beeindruckender Ausblick, den du nach gut 2,5 Stunden zu Fuß endlich genießen kannst und den du dir mehr als verdient hast.


Fakten zum Aufstieg mit der Nimman Road als Startpunkt (via TomTom Runners 2 ):

➩ Distanz: 16 Kilometer
➩ 4 Stunden reine Wanderzeit
➩ verbrauchte Kalorien: 1.632
➩ 747 Höhenmeter vom Zentrum bis zum Tempel


Natürlich solltest du genügend Zeit zum Sightseeing beziehungsweise Entspannen am Tempel einplanen. Und keine Sorge, der Abstieg ist weitaus weniger anstrengend als der Aufstieg. Gehe jedoch mit Bedacht den Weg hinab, da eine gewisse Stolper- und Sturzgefahr besteht.

Wat Pha Lat: Geheimtipp statt kurzer Zwischenstopp

Den Wat Pha Lat hatte ich bereits angedeutet. Ein Tempel, den ich im Vorhinein nicht auf dem Zettel hatte. Daher war ich während unserer Tour umso überraschter als er eine knappe Dreiviertelstunde nach dem offiziellen Beginn des Monk´s Trails in einer Waldlichtung auftauchte.

Monks-Trail-Chiang-Mai

Der Name Wat Pha Lat bedeutet grob übersetzt “Tempel der abfallenden Steine”. Er befindet sich mitten im Wald und ist von großen, flachen Steinen umgeben, auf denen du sitzen und den tollen Ausblick auf Chiang Mai genießen kannst. Das Gelände ist mit einer langen Schlangentreppe verziert und ein Gebirgsbach mit kleinen Wasserfällen bahnt sich den Weg ins Tal.

Eine fast schon magische Idylle. Noch dazu, wenn bunte Schmetterlinge durch die Gegend flattern und Mönche mit ihren orangenen Gewändern vor Ort sind.

Plane dir für den Wat Pha Lat unbedingt genügend Zeit ein oder nimm ihn dir als Tagesziel vor. Hier lässt es sich sehr gut aushalten, da es im Gegensatz zum Wat Doi Suthep weder anstrengende Menschenmassen noch Souvenir-Shops und Essensstände gibt.

Der Wat Doi Suthep als Wahrzeichen von Chiang Mai

Das touristische Highlight und zugleich Wahrzeichen der Stadt befindet sich mit dem Wat Doi Suthep noch ein ganzes Stück weiter oben, nämlich auf 1.055 Metern Höhe. Auf den ersten Blick scheint hier alles aus Gold zu sein – ein wahrer Schatz, der stolz auf einem Hügel posiert. Statue-Tempel-Doi-Suthep

Die gesamte Tempelanlage ist äußerst prunkvoll, wobei vor allem der vergoldete Chedi und die umliegenden Buddha-Statuen ins Auge stechen. Der Tourismus hat hier das gesamte Jahr Hochsaison.

Auf den 200 Stufen der vorliegenden Naga-Treppe versammeln sich thailändische Kinder in traditionellen Gewändern, Spenden werden auf der kompletten Anlage eingesammelt und Touristen schlagen die traditionellen Glocken, obwohl dies nicht erwünscht ist. Fast schon erschreckend, doch der Schönheit der Tempelanlage tut diesen keinen Abbruch.

Am Wat Doi Suthep wirst du bei deinem Chiang Mai-Besuch nicht vorbeikommen. Also lehne dich einfach zurück, genieße das wilde Treiben und erfreue dich an einer weiteren wunderschönen Sehenswürdigkeit.

Übrigens: Während der Burning Season wird der Wat Doi Suthep auch als Gradmesser der Luftqualität genommen. Ist der Tempel vom Zentrum aus nicht mehr sichtbar, so solltest du besser in deinem Apartment, Hostel oder Hotelzimmer bleiben. 

Ein Kurzaufenthalt in und um Chiang Mai lohnt sich nicht

Die Zwischenüberschrift mag etwas reißerisch klingen, allerdings lohnen sich Kurztrips nach Chiang Mai tatsächlich nicht. Es gibt einfach zu viel zu entdecken, weshalb du für deinen Trip nach Thailand lieber ein paar faule Tage am Meer streichen solltest, um mehr Zeit im hohen Norden zu verbringen.

Nicht nur, dass bis zu 300 Tempel in der circa 135.000 großen Stadt auf dich warten. Die Altstadt von Chiang Mai und die anderen Stadtteile haben noch einige weitere Hotspots für dich auf Lager.

Die nähere Umgebung hat es ebenfalls in sich. Lass dich zum Beispiel vom Flair des ehemaligen Hippie-Dorfs Pai verzaubern oder begebe dich auf eine Trekking-Tour durch den Doi Inthanon-Nationalpark. Auch das Golden Triangle, bei dem der Mekong die drei Länder Thailand, Myanmar und Laos voneinander trennt, ist ebenso einen Besuch wert, wie der weiße Tempel in der nördlich gelegenen Provinz Chiang Rai.

Du merkst schon, dass ich aus dem Schwärmen gar nicht mehr rauskomme. Mir gefällt es im Norden Thailands einfach extrem gut. Kein Wunder, dass es mich immer wieder hierherzieht.

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  • Renate Loose, Stefan Loose, Volker Klinkmüller, Mischa Loose, Andrea Markand, Markus Markand
  • Herausgeber: LOOSE
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