Wandern in Chiang Mai: Auf dem Monk´s Trail zum Wat Doi Suthep

Wat-Doi-Suthep

Hoch über Chiang Mai thront der Wat Doi Suthep. Ein beeindruckender Tempel und zugleich das Wahrzeichen der Stadt. Ich habe ihn mir bereits zum dritten Mal angeschaut und mich zum zweiten Mal für den Fußweg zur Tempelanlage über den Monk´s Trail entschieden. In diesem Beitrag verrate ich dir, wie du den Berg erklimmst und auf welches besondere Highlight du dich zwischen Chiang Mai und dem Wat Doi Suthep freuen darfst.

Der Wat Doi Suthep ist die Sehenswürdigkeit, die nahezu jeder Tourist bei seinem Aufenthalt in der größten Stadt Nordthailands ansteuert. Absolut nachvollziehbar, schließlich liegt der Tempel ziemlich prominent auf einer Anhöhe im Nationalpark Doi-Suthep-Pui und ist von nahezu überall aus der Stadt sichtbar.

Vor mehr als drei Jahren machte ich mich erstmals mit zwei Freunden aus der Heimat auf den Weg zum Wat Doi Suthep. Aus Zeitgründen bevorzugten wir damals ein Songthaew, also eines der roten Taxis, bei denen du auf der überdachten Ladefläche Platz nimmst. Das kostete uns 400 Baht, war jedoch jeden Cent wert, obwohl ich oben angekommen doch ein schlechtes Gewissen hatte, da wir – so wie jeder andere Tourist auch – den bequemen Weg eingeschlagen hatten.

Auf dem Monk´s Trail zum Wat Doi Suthep

Vor zwei Jahren sollte dann jedoch alles anders werden und so beschloss ich mit einem weiteren Mitstreiter die Tempelanlage zu Fuß zu erklimmen. Die Wandertour vom Zentrum Chiang Mais aus gefiel mir so gut, dass ich sie in diesem Jahr wiederholen musste.

orangene-Baender

Den Monk´s Trail wanderten einst die Einwohner des Königreichs Lanna am Visakha-Bucha-Tag, dem Vollmondtag im sechsten Mondmonat. Durch den anstrengenden Aufstieg erwiesen sie Buddha ihre Ehre. Am Wat Doi Suthep angekommen huldigten sie zudem einer Reliquie Buddhas, die auch heute noch großes Ansehen genießt.

Der Gang zum Tempel ist noch immer eine feste Tradition der Mönche. Gemächlich pilgern sie in ihren Sandalen oder Flip-Flops den Monk´s Trail hinauf. Genau auf der Hälfte legen sie eine Pause am weitaus weniger prominenten Wat Pha Lat ein.

Vom etwas versteckten Tempel aus hast du einen wunderschönen Blick auf Chiang Mai. Zudem kannst du deine Füße im herabstürzenden Bach inmitten großer, flacher Steine kühlen. Der ideale Ort für eine kurze Pause oder eine Meditation, nicht nur für Mönche.

Das solltest du für den Monk´s Trail einpacken

Anders als die Mönche, die meist in Sandalen und Flip-Flops zum Tempel wandern, solltest du über eine gute Ausrüstung verfügen. Der Monk´s Trail hat es nämlich in sich. Nicht nur wegen der teils steilen Anstiege und notwendigen Trittsicherheit, sondern auch wegen der glühenden Hitze.

Kein Wunder, dass am Startpunkt des Monk´s Trails explizit darauf hingewiesen wird, den Trail in den Sommermonaten nur zwischen sechs und acht Uhr morgens sowie zwischen 16 und 18 Uhr nachmittags anzutreten. Je nachdem wann du aufbrichst, solltest du daher gut vorbereitet sein und die folgenden Utensilien direkt am Körper oder im Rucksack tragen:

Wasser oder andere Getränke

Für den Aufstieg benötigst du vom Stadtteil Nimman aus gut zweieinhalb Stunden, die auf Grund der fordernden Wanderwege und der Sonneneinstrahlung ziemlich anstrengend werden können, auch im Winter. Nimm dir daher mindestens eine große Flasche Wasser mit.

Bei besonders großer Hitze empfehle ich dir ein weiteres Getränk, das deinen Elektrolyte-Haushalt auffüllt. Kurz vor dem Wat Doi Suthep gibt es zahlreiche Verkaufsstände, wo du deinen Flüssigkeitshaushalt zusätzlich auffüllen kannst.

Festes Schuhwerk

Was die Mönche mit ihren offenen Schuhen vormachen, solltest du keineswegs kopieren. Der Untergrund auf dem Monk´s Trail wechselt regelmäßig. Die Gefahr umzuknicken ist auf den steinigen und mit Wurzeln versehenen Abschnitten sehr groß. Daher meine Empfehlung: Wanderschuhe oder Laufschuhe mit einem guten Profil.

Pullover oder Wechselshirt

Je nachdem, wann du deine kleine Rucksacktour beginnst, solltest du entweder einen Pullover oder ein Wechselshirt mitnehmen. Du wirst beim Aufstieg ziemlich schnell ins Schwitzen kommen, das garantiere ich dir. Oben am Wat Doi Suthep kann es dagegen schon mal einige Grad kühler sein oder ein stärkerer Wind wehen.

Achte außerdem darauf, dass deine Kleidung deine Schultern und Knie bedeckt. Du besuchst schließlich einen für die Thais ziemlich bedeutenden Tempel und sich angemessen zu kleiden ist eine Sache des Respekts.

Mückenschutz

Abhängig von der Jahreszeit ist das Aufkommen von Stechmücken sehr groß. Ein Mückenschutz, den du dir am besten in Thailand direkt kaufst, schützt dich gegen lästigen Juckreiz und schmerzhafte Stiche.

So gelangst du zum Wat Doi Suthep

Der Weg nach oben ist nicht unbedingt ein Kinderspiel. Unebene Passagen und teils steile Anstiege wechseln sich ab. Manchmal hast du gar das Gefühl, dich verirrt zu haben. Doch ganz ehrlich: immer noch besser als mit dem Taxi zum Tempel zu fahren, oder?

Suthep-Road

Egal, von wo aus du deinen Trip in Chiang Mai beginnst, nach einiger Zeit solltest du auf der Suthep Road ankommen und die Universität passieren. Die riesige Straße läufst du bis zum Ende durch. An der Gabelung (siehe Foto oben) biegst du rechts Richtung Chiang Mai Zoo ab.

Nach ein paar hundert Metern geht es links steil den Berg hinauf. Läufst du weiter, taucht kurz darauf eine riesige Satellitenschüssel beziehungsweise Radiostation auf. Der erste Teil wäre damit geschafft, denn hier befindet sich der offizielle Einstieg des Monk´s Trails. Du erkennst diesen an den beiden grünen Hinweisschildern und einer Schranke, die es Zweirädern verbietet, den Trail als Spielwiese zu nutzen.

Tipp: Der Weg durch die Stadt kann bei großer Hitze und starkem Verkehrsaufkommen sehr unangenehm werden. Lass dich daher mit dem Songthaew zum Hintereingang des Chiang Mai Zoo (nicht zum Haupteingang) fahren, um deine Wanderung von dort zu starten.

Um zum ersten Zwischenstopp, dem Wat Pha Lat, zu gelangen, eröffnen sich dir zwei Möglichkeiten. Ob du den Pfad links entlang des Baches oder den Weg auf der rechten Seiten bevorzugst, bleibt dir überlassen. Die linke Seite hat jedoch einen kleinen Wasserfall sowie einige unscheinbare Raststationen, also Holzbänke, zu bieten.

Nachdem du ungefähr 40 Minuten bergauf gelaufen und den orangenen Bändern, die dir in der Regel – leider nicht immer – den Weg zeigen, gefolgt bist, gelangst du an den Wat Pha Lat. Die pure Idylle mit einem wunderschönen Tempel, den ich dir später in diesem Beitrag noch etwas genauer vorstelle.

Nach dem Tempel mitten im Wald wird der Pfad anspruchsvoller. Nicht nur, dass die Wege steiler, enger und unebener werden, sie sind auch nicht mehr so gut mit den Bändern als Wegweiser gekennzeichnet. Zwar gibt es nur diesen einen Pfad, jedoch war ich mir bei beiden Touren unsicher, ob ich mich noch auf dem richtigen Weg befand.

Kommst du nach einer Weile an der Hauptstraße raus, wo gegenüber ein weiterer Pfad beginnt, dann hast du bis hierhin alles richtig gemacht. Glückwunsch! Als Orientierungspunkte kannst du ab hier die Strommasten entlang des Pfades nehmen. Diese verschönern nicht unbedingt den Anblick der Natur, sind aber doch recht hilfreich.

Einige Zeit später erreichst du ein weiteres Mal die sich nach oben schlängelnde Hauptstraße. Die restlichen 400 bis 500 Meter läufst du entweder am Seitenstreifen entlang, wo du direkt unterhalb der Naga-Treppe landest oder du wählst den abenteuerlichen Weg auf der rechten Seite. Dieser führt dich mitten durch eine kleine Siedlung am Meditation Center vorbei. Bei der zweiten Option kannst du sogar den Eintritt umgehen und dir 30 Baht sparen.

Oben angekommen erwartet dich ein atemberaubender Ausblick, den du dir nach gut zweieinhalb Stunden Fußmarsch von Nimman aus redlich verdient hast. Dies ist auch der Moment, in dem du dir stolz auf die Schulter klopfen kannst.

Beim Anblick der anderen Touristen wird dir schnell klar, dass nur sehr wenige den Monk´s Trail nutzen. Das Erkennungszeichen der tüchtigen Wanderer: durchgenässte T-Shirts, zerzauste Haare und bleiche oder von der Sonne verbrannte Gesichter.

Fakten zum Aufstieg mit der Nimman Road als Startpunkt:
➩ Distanz: 16 Kilometer
➩ 4 Stunden reine Wanderzeit
➩ 747 Höhenmeter vom Zentrum bis zum Tempel

Natürlich solltest du genügend Zeit zum Sightseeing beziehungsweise Entspannen am Tempel einplanen. Und keine Sorge, der Abstieg ist weitaus weniger anstrengend als der Aufstieg. Gehe jedoch mit Bedacht den Weg hinab, da eine gewisse Stolper- und Sturzgefahr besteht.

Wat Pha Lat: Geheimtipp statt kurzer Zwischenstopp

Den Wat Pha Lat hatte ich bereits erwähnt. Ein Tempel, den ich vor meiner ersten Wanderung in Chiang Mai nicht auf dem Zettel hatte. Daher war ich während meiner Jungfern-Tour umso überraschter als er eine knappe Dreiviertelstunde nach dem offiziellen Beginn des Monk´s Trails in einer Waldlichtung auftauchte.

Monks-Trail-Chiang-Mai

Der Name Wat Pha Lat bedeutet grob übersetzt “Tempel der abfallenden Steine”. Er befindet sich mitten im Wald und ist von großen, flachen Steinen umgeben, auf denen du sitzen und den tollen Ausblick auf Chiang Mai genießen kannst. Das Gelände ist mit einer langen Schlangentreppe verziert. Ein Gebirgsbach mit kleinen Wasserfällen bahnt sich den Weg ins Tal.

Eine fast schon magische Idylle. Noch dazu, wenn bunte Schmetterlinge durch die Gegend flattern und Mönche mit ihren orangenen Gewändern über die kleine Anlage ziehen.

Plane dir für den Wat Pha Lat unbedingt ein bisschen Zeit ein oder nimm ihn dir vielleicht sogar als Tagesziel vor. Hier lässt es sich sehr gut aushalten, da es im Gegensatz zum Wat Doi Suthep weder anstrengende Menschenmassen noch Souvenir-Shops und Essensstände gibt. Hier ist Ruhe, ja fast schon meditative Gelassenheit, angesagt.

Der Wat Doi Suthep als Wahrzeichen von Chiang Mai

Das touristische Highlight und zugleich Wahrzeichen der Stadt befindet sich mit dem Wat Doi Suthep noch ein ganzes Stück weiter oben, nämlich auf 1.055 Metern Höhe. Auf den ersten Blick scheint hier alles aus Gold zu sein. Ein wahrer Schatz, der stolz auf einem Hügel thront.

Statue-Tempel-Doi-Suthep

Die gesamte Tempelanlage ist äußerst prunkvoll, wobei vor allem der vergoldete Chedi und die umliegenden Buddha-Statuen ins Auge stechen. Der Tourismus hat hier das gesamte Jahr Hochsaison.

Auf den 200 Stufen der vorliegenden Naga-Treppe versammeln sich thailändische Kinder in traditionellen Gewändern, Spenden werden auf der gesamten Anlage eingesammelt und Touristen schlagen die traditionellen Glocken, obwohl dies nicht erwünscht ist. Fast ein wenig erschreckend, was hier los ist, doch der Schönheit der Tempelanlage tut diesen keinen Abbruch.

Am Wat Doi Suthep wirst du bei deinem Chiang Mai-Besuch nicht vorbeikommen. Also lehne dich einfach zurück, genieße das wilde Treiben und erfreue dich an einer weiteren wunderschönen Sehenswürdigkeit.

Übrigens: Während der Burning Season wird der Wat Doi Suthep auch als Gradmesser für die Luftqualität genommen. Ist der Tempel vom Zentrum aus nicht mehr sichtbar, solltest du besser in deinem Apartment, Hostel oder Hotelzimmer bleiben, um Gesundheitsrisiken zu vermeiden.

Ein Kurzaufenthalt in Chiang Mai lohnt sich nicht

Die Zwischenüberschrift mag etwas reißerisch klingen, allerdings lohnen sich Kurztrips nach Chiang Mai tatsächlich nicht. Es gibt einfach zu viel zu entdecken, weshalb du für deinen Trip nach Thailand lieber ein paar faule Tage am Meer streichen solltest, um mehr Zeit im hohen Norden zu verbringen.

Nicht nur, dass bis zu 300 Tempel in der circa 135.000 großen Stadt auf dich warten. Die Altstadt von Chiang Mai und die anderen Stadtteile haben noch einige weitere Highlights für dich auf Lager.

Auch die nähere Umgebung von Chiang Mai hat einiges zu bieten. Lass dich zum Beispiel vom Flair des ehemaligen Hippie-Dorfs Pai verzaubern oder begebe dich auf eine Trekking-Tour durch den Doi Inthanon-Nationalpark. Auch das Golden Triangle, bei dem der Mekong die drei Länder Thailand, Myanmar und Laos voneinander trennt, ist ebenso einen Besuch wert, wie der weiße Tempel in der nördlich gelegenen Provinz Chiang Rai.

Du merkst schon, dass ich aus dem Schwärmen gar nicht mehr rauskomme. Mir gefällt es im Norden Thailands einfach zu gut. Kein Wunder, dass es mich immer wieder hierherzieht und ich nun schon zum siebten Mal in Chiang Mai verweile.

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