Burning Season in Chiang Mai: Das altbekannte Problem mit dem Smog

Burning Season in Chiang Mai

Zwischen Februar und April gibt es in Chiang Mai nicht allzu viele Touristen. Nicht etwa wegen des schlechten Wetters (was es nun mal nicht gibt), sondern wegen der so genannten Burning Season, in welcher der Smog von Chiang Mai Besitz ergreift. Erste Anzeichen davon durfte ich bei meinen letzten Aufenthalten selbst kennen lernen. Daher dreht sich diesmal alles um den Smog in Chiang Mai, dem wahrscheinlich größten Problem Nordthailands. 

300 Tempel, umgeben von einer wunderbaren Berglandschaft, ein sich rasant entwickelnder Stadtteil namens Nimman und eine überaus sehenswerte Altstadt – das ist Chiang Mai. Eine beeindruckende Stadt, die so einiges zu bieten hat. Aber: Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Etwas düster, was das Verantwortungsbewusstsein betrifft

Während meiner bisherigen Aufenthalte in der größten Stadt Nordthailands gab es einige Tage, an denen die 40-Grad-Grenze geknackt wurde. Eine Tour durch die Altstadt von Chiang Mai wurde dann auf Grund enormer Schweißattacken und der eintretenden Müdigkeit zu einer wahren Tort(o)ur.

Erschwert wird die Situation, wenn es einige Tage am Stück windstill ist und nicht regnet. Nicht, dass ich mich darüber beschweren würde, aber sowohl die Hitze als auch die Windstille führen in Verbindung mit dem fehlenden Regen zu einer toxischen Mischung: Smog droht!

Während ich diesen Blogbeitrag schreibe, beträgt der Luftqualitätsindex (AQI) in Chiang Mai 81 µg/m³. Der AQI ist eine hilfreiche Maßzahl, die wiedergibt, wie stark die aktuelle Luftverschmutzung am jeweiligen Ort ist.

Laut waqi.info gibt es eine Einstufung, ab welchem Wert der AQI gesundheitliche Auswirkungen hat. Hier eine kurze Übersicht über die Luftqualität: 

  • 0 bis 50 µg/m³ → gut
  • 50 bis 100 µg/m³ → mäßig
  • 100 bis 150 µg/m³ → ungesund für sensible Gruppen
  • 150 bis 200 µg/m³ → ungesund 
  • 200 bis 300 µg/m³ → sehr ungesund
  • 300 bis 500 µg/m³ → gefährlich

Die Gründe für den Smog in Chiang Mai

An Tagen, in denen die Burning Season in Chiang Mai ihre Hochzeit hat, ist weder der blaue Himmel noch der Wat Doi Suthep, das Wahrzeichen der Stadt auf einem nahegelegenen Hügel, zu erkennen. An manch einem Tag ist es so diesig, dass selbst die Sonne das Problem hat, sich durch den stickigen Dunst zu kämpfen. Dies ist vor allem an den besonders heißen Tageszeiten zwischen 13 und 16 Uhr der Fall.

Aktuell ist zwar keine Burning Season, wie die Smog-Saison liebevoll von Expats und Digitalen Nomaden genannt wird, das Atmen fällt mit zunehmender Hitze und dem fehlenden Wind und Regen dennoch von Tag zu Tag schwerer. Das hat zur Folge, dass täglich mehr Einheimische und Touristen mit einem Mundschutz zu sehen sind.

Warum gerade Chiang Mai Jahr für Jahr, vor allem aber von Februar bis April von einer enormen Luftverschmutzung betroffen ist, hat vier Gründe. Diese werde ich dir im Folgenden kurz erläutern:

  • Enorme Hitze: Die hohen Temperaturen und vor allem die Windstille, die den entstandenen Smog einfach wegbläst, hatte ich bereits angesprochen. Je länger kein Wind weht, umso höher ist die Gefahr, dass sich die klitzekleinen Staubpartikel in der Stadt festsetzen.
  • Bergige Landschaft: Chiang Mai ist eingebettet in einer wunderschönen Berglandschaft. Doch genau dieser Kessel sorgt dafür, dass der Feinstaub nicht in andere Gefilde verschwinden kann. 
  • Abbrennen der Felder: Die schlimmste Ursache für den Smog ist das Abbrennen der Felder durch die Landwirte außerhalb der Stadt. Eigentlich hat die Regierung eine solche Rodung gerade wegen der hohen Luftverschmutzung verboten, doch scheint sich weder diese noch die Polizei darum zu kümmern. 
  • Ungefilterte Abgase: In Chiang Mai gibt es weder einen gut ausgereiften öffentlichen Personennahverkehr noch scheint großer Wert auf Abgasuntersuchungen gelegt zu werden. Jeder kann mit seinem TukTuk, Taxi oder uraltem Auto ungebremst die Luft verpesten, zumal die Anzahl der PKW-, Motorroller- und TukTuk-Besitzer weiter steigt. Da stört es auch niemanden, dass die Straßen im Zentrum von Chiang Mai schon jetzt restlos überfüllt sind.

Es gibt durchaus Möglichkeiten und Maßnahmen, um gegen den Smog in Chiang Mai zumindest teilweise vorzugehen. Doch scheinbar ist dies kein bedeutender Tagesordnungspunkt bei den regelmäßig stattfindenden Treffen thailändischer Politiker. Lieber wird der Wert, ab wann der Smog gesundheitsschädlich ist, weiter nach oben gesetzt.

Aktuell scheint es jedem wunderbar zu gehen, sobald die Marke von 120 µg/m³ nicht überschritten wird. Seltsam nur, dass ich bereits bei den aktuellen 81 µg/m³ leichte Atemprobleme bekomme – und das bereits im Januar.

5 Tipps für die Burning Season in Chiang Mai

Wenn die Regierung schon nichts gegen den Smog unternimmt, dann solltest du während eines Besuchs in Chiang Mai einige Punkte beachten, um unnötige Gesundheitsrisiken (zumindest teilweise) zu vermeiden. 

Hier einige Tipps für die Burning Season: 

1. Halte dich an heißen Tagen zwischen 13 und 16 Uhr in Gebäuden auf und meide es nach draußen zu gehen.

2. Trage während der Burning Season einen Mundschutz, wenn du das Gefühl hast, dass die Feinstaubbelastung in der Luft besonders hoch ist. Teilweise wird dieser von der Regierung sogar kostenlos zur Verfügung gestellt.

Empfehlung: Achte beim Kauf einer Anti-Smog-Maske auf ein gutes Filtersystem (Aktivkohle). Gängige Masken, die du in thailändischen Supermärkten erhältst, erfüllen oftmals nicht ihren Zweck.

3. Checke über die App Air4Thai oder die Website air4thai.pcd.go.th wie hoch der aktuelle Stand der Luftverschmutzung ist. Oder halte dich an das, was ein Arzt aus Chiang Mai in einem Interview treffend gesagt hat:

Wer die Berge von Doi Suthep nicht sieht, sollte lieber zu Hause bleiben!”

4. Meide vor allem den März und April für einen Urlaub in Chiang Mai, da in diesen Monaten auf Grund des Abbrennens der Felder der Smog besonders hoch ist.

5. Der Luftverschmutzung, die Jahr für Jahr steigt, kannst du nicht komplett aus dem Weg gehen. Allerdings solltest du es auch nicht darauf anlegen, deiner Gesundheit zu schaden.

Keine Angst: Der Smog ist nur wenige Wochen im Jahr da

Beim Durchlesen meines Blogartikels über den Smog in Chiang Mai ist mir aufgefallen, welch negative Wirkung er wahrscheinlich auf dich hat. Diesen Eindruck über Chiang Mai möchte ich keineswegs vermitteln. Die Stadt ist und bleibt trotz Burning Season wunderschön und ist eine einmalige Destination für Touristen, Backpacker und Digitale Nomaden.

Du solltest dir nur bewusst sein, wann es für dich am besten ist, nach Chiang Mai zu reisen. Von Februar bis April, wenn der Dunst die Stadt erreicht hat, macht es eher weniger Sinn. Ein schönes Panoramafoto vom Wat Doi Suthep wirst du dann ebenso wenig schießen, wie eine tolle Aufnahme von einer der zahlreichen Sehenswürdigkeiten bei strahlend blauem Himmel.

Ich werde jetzt noch gut drei Wochen in Chiang Mai bleiben. Obwohl erst Januar ist und keine Smog-Gefahr droht, wurde vor ein paar Tagen bereits ein Wert von 154 µg/m³ gemessen. Sturm und auch damit einhergehende Regenfälle haben diesen kurzerhand weggeblasen beziehungsweise weggewaschen, sodass die Luft wieder etwas sauberer ist.

Leider ist ungewiss, wann die Burning Season Chiang Mai tatsächlich erreicht. In der Vergangenheit gab es während meiner Aufenthalte bereits Tage im Januar oder auch Anfang Mai, wo sich die Sonne kaum durch den Dunst kämpfen konnte und das Atmen schwerfiel.

Es ist und bleibt ein bisschen ein Glücksspiel. Eine Anti-Smog-Maske für den Ernstfall im Rucksack zu haben ist aber gewiss nicht verkehrt. Ich habe mir beispielsweise die Folgende vor meiner Anreise bestellt:

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