Die Altstadt von Chiang Mai zu Fuß an einem Tag

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Ein bisschen Kultur muss sein, weshalb ich mich zum wiederholten Male bei mehr als 30 Grad auf den Weg gemacht habe, die sehenswerte Altstadt von Chiang Mai auf eigene Faust etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei gab es nicht nur Tempel und Buddha-Statuen zu bewundern, sondern noch einiges mehr. Was genau, erfährst du in diesem Beitrag.

Chiang Mai ist die größte Stadt im Norden Thailands und liegt eingebettet in einem schönen Bergpanorama. Hinzu kommen mehr als 300 Tempel, die sich auf die gesamte Stadt verteilen. Alle konnte ich mir bei meinen bisherigen Trips nicht anschauen, obwohl ich mittlerweile schon einige Wochen in Chiang Mai verbracht habe. Auch würde ich sie gar nicht alle näher inspizieren wollen, da sich die sogenannten Wats untereinander dann doch nicht allzu sehr voneinander unterscheiden, zumindest was deren Innenleben betrifft.

Dennoch beschloss ich die Altstadt, die von einem im Quadrat angelegten Wassergraben umgeben ist, ein weiteres Mal auf eigene Faust zu erkunden, um mir die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten anzusehen. Mit mehr als 30 Grad in der Mittagshitze waren zwar nicht die besten Voraussetzungen für einen angenehmen Rundgang gegeben, dafür war ich aber relativ frei von jeglichen geführten Touren.

Übrigens: Wenn es ab Mai so richtig heiß in Chiang Mai wird, musst du mit mehr als 40 Grad rechnen. Aber auch das ist machbar, wie ich vor gut drei Jahren bei meiner ersten Altstadt-Tour getestet habe. Du solltest dann nur längere Pausen einlegen und noch mehr Wasser zu dir nehmen, um nicht zu dehydrieren.

Die Tour im Überblick

Vor einigen Jahren lernte ich bei einem Städtetrip nach Bukarest das Konzept der Free Walking Tours kennen. Dort gibt es einen Guide, der eine gewisse Anzahl an Menschen kostenlos durch die Stadt führt. Das Ganze beruht auf Spendenbasis. Wer möchte, kann dem Führer am Ende einen kleinen Obulus zukommen lassen.

Solche Free Walking Tours gibt es auch in Chiang Mai, wie ich nach einer kurzen Internetrecherche feststellte. Doch anstatt mich durch die Stadt führen zu lassen, pickte ich mir die wichtigsten Destinationen der Altstadt heraus, um diese selbst abzulaufen.

Startpunkt meiner Tour, die ich dir oben im Detail eingezeichnet habe, ist übrigens das Bird´s Nest Café, das sich perfekt eignet, um mit einem Kaffee, Smoothie oder Frühstück entspannt in den Tag zu starten. Du darfst es dir nur nicht in der Hängematte gemütlich machen, sonst droht deine Tour durch die Altstadt von Chiang Mai auf Grund der Bequemlichkeit zu scheitern.

Zu Fuß durch die Altstadt von Chiang

Während meiner Tour habe ich noch einige weitere Stationen als die folgenden neun besucht. Allerdings handelte es sich dabei fast ausschließlich um Tempel, die sich, wie bereits erwähnt, oftmals dann doch sehr ähnlich sind. Daher habe ich nur diejenigen aufgesucht, die sich äußerlich voneinander abgrenzen oder die ganz besondere Merkmale sowie Hintergrundgeschichten vorzuweisen haben.

1. Wat Phra Singh

Der vollständige Name lautet Wat Phra Singh Woramahawihan. Da sich dies niemand merken kann, einigte man sich scheinbar auf die Kurzform Wat Phra Singh. Ein gelungener Schachzug, wie ich finde.

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Die buddhistische Tempelanlage im Westen der Altstadt wird von steinernen Löwen bewacht. Wahrscheinlich um aufzupassen, dass auch ja jeder Tourist Eintritt bezahlt. Die riesige Buddha-Statue Phra Phuttha Sihing ist ihr Eintrittsgeld aber durchaus wert. Ihre Herkunft ist übrigens nicht bekannt.

Einmal jährlich zu Songkran, dem traditionellen Neujahrsfest, wird der Phra Sihin sogar aus seinem Wihan geholt, um ihn bei einer Prozession durch die Straßen der Stadt zu tragen. Sicherlich keine leichte Aufgabe für die Thais, aber gewiss ein schöner Anblick.

2. Wat Phan Tao

Mitten im Zentrum der Altstadt von Chiang Mai befindet sich der Wat Phan Tao. Eine Tempelanlage, die trotz ihrer Lage eine unfassbare Ruhe ausstrahlt. Nicht nur, weil der Tempel aus Teakholz eine beruhigende Wirkung hat, sondern auch, weil der Gartenbereich mit dem kleinen Gewässer dahinter ein wahrer Ort der Entspannung ist.

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Am Wat Phan Tao triffst du regelmäßig junge Mönche, die um den goldenen Chedi umherlaufen. Zur Vollmondzeit ist die Anlage zudem mit Girlanden und Fähnchen dekoriert – ein wunderschöner Anblick.

Anmerkung: Während meines Besuchs wurde der Holztempel runderneuert, sodass er im Gegensatz zum restlichen Bereich nicht zugänglich war.

3. Wat Chedi Luang

Der Tempel der königlichen Stupa ist mein persönliches Highlight im Zentrum Chiang Mais, da der Chedi mit seinen Elefanten und eingebetteten Buddhas ein famoses Bauwerk darstellt. Gebaut wurde das Schmuckstück im 14. Jahrhundert. König Saen Mueang Ma benötigte schließlich einen Ort, um die Asche seines Vaters aufzubewahren.

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Der Bau wurde leider erst beendet, nachdem der König bereits gestorben war. Ein Erdbeben im Jahr 1545 zerstörte zudem große Teile des Wats, sodass das Bauwerk erst in den 1990er Jahren mit Hilfe der UNESCO und der japanischen Regierung rekonstruiert werden konnte.

Um die Grand Hall, einige weitere kleinere Tempel, den liegenden Buddha und natürlich den Chedi zu besichtigen, musst du 40 Baht Eintritt zahlen. Gut angelegtes Geld, denn der Wat Chedi Luang ist einer der schönsten Tempel, die ich bisher in ganz Thailand gesehen habe.

4. Three Kings Monument

Ganz in der Nähe des Zentrums der Stadtmauer steht vor dem heutigen Kunst- und Kulturzentrum das Denkmal der drei Könige. Es zeigt die Könige Mengrai, Ramkamhaeng von Sukhothai und Ngam Muang von Payao, die zusammen Chiang Mai gegründet haben sollen. Auf Märkten kannst du eine Kopie der drei Männer in nahezu jeder Größe erwerben.

5. Chang Phuak – White Elephant Gate

Das White Elephant Gate ist zugleich das North Gate, also das nördliche Tor der alten, quadratischen Stadtmauer. Die Mauer wurde im Mittelalter erbaut, um das Stadtzentrum zu schützen. Nach und nach wurde sie mit weiteren Schichten verstärkt, um sie noch sicherer zu machen. Zwischen dem 14. und dem 20. Jahrhundert ließ man die Tore nachts sogar schließen.

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Etwas schade, dass sämtliche Mauern und Tore, die heute noch zu sehen sind, lediglich Nachbauten sind, da die Japaner irgendwann auf die Idee kamen, alles niederzureißen. Trotz des Wiederaufbaus ein Stück Stadtgeschichte, das durchaus nett anzuschauen ist.

6. Wat Lok Mo Li

Der Wat Lok Mo Li liegt an der Nordseite der vom Wassergraben umgebenen Altstadt. Über die Gründung des Wats gibt es keine weiteren Informationen. Auffällig ist, dass sich der Tempel von den anderen in der Stadt abhebt, da er weniger verputzt und vergoldet als die meisten anderen ist. Wie ich finde aber gerade deshalb absolut sehenswert, zumal hier im Vergleich zu den anderen Tempeln ein doch recht geringes Touristenaufkommen ist.

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7. Wat Kuan Kama – der Pferdetempel

Direkt gegenüber vom Wat Lok Mo Li steht der Wat Kuan Kama, der Pferdetempel. Seine Mauer ist mit ungefähr 50 Pferdestatuen geschmückt, die du dir von der Straße aus betrachten kannst. Auf der Tempelanlage gibt es noch einige weitere Tierstatuen zu bewundern, die sich nach dem chinesischen Kalender orientieren. Klar, dass da Ratte, Kuh und Schlange nicht fehlen dürfen.

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8. Wat Rajamontean – der Drachentempel

Ebenfalls in unmittelbarer Nähe zum Wat Lok Mo Li und direkt neben dem Wat Kuan Kama befindet sich der Drachentempel. Von den Pferden geht es also direkt zu den Drachen über, was schon fast etwas von einem steinernen Zoo entlang der Hauptstraße hat.

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Bist du erstmal an den großen, bunten Drachen am Eingang vorbei, dann wartet ein riesiger sitzender Buddha auf dich. Dieser wurde erst im Jahr 2010 errichtet und hat leider keine allzu große Geschichte vorzuweisen. Alles in allem ist der Wat Rajamontean ein sehr farbenfroher Tempel.

9. Janghuarinnakorn House

Ich muss gestehen, dass mir das Haus mit dem unaussprechlichen Namen nicht unbedingt aufgefallen ist. In einigen Reiseführern findet es nicht einmal eine Erwähnung. Doch für die Thailänder scheint es eine besondere Bedeutung zu haben, da es nicht nur das größte Haus der Altstadt ist, sondern auch europäische Wurzeln hat. Die Herkunft ist unschwer am architektonischen Baustil zu erkennen.

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Zu genau anschauen solltest du dir das Janghuarinnakorn House jedoch nicht, da es in Privatbesitz zu sein scheint und die Bewohner sicherlich nicht allzu amüsiert wären, wenn du mal eben unangemeldet zu Besuch kommst.

Das war noch längst nicht alles von Chiang Mai

Jetzt ist es leider oft so, dass die wenigsten Thailand-Besucher überhaupt in Chiang Mai aufschlagen. Falls doch, dann nur für ein paar Tage. Die von Bergen umgebene Stadt ist so vielseitig, dass die von mir vorgestellten und abgelaufenen Sehenswürdigkeiten nur einen winzig kleinen Teil von dem ausmachen, was es sonst noch zu entdecken gibt.

Kulturell gibt es da noch das Tha Phae Gate, einige weitere Wats und Museen. Keinesfalls verpassen solltest du die Walking Street, die sonntags die Rachadamnoen Road zu einem riesigen Markt werden lässt, der Jahr für Jahr größer wird. Hinzu kommen – fernab von jeglicher Kultur – Shoppingmeilen und Malls oder diverse Café- und Kneipenviertel.

Ganz zu schweigen vom Monk´s Trail zum Wat Doi Suthep oder den außerhalb der Stadttore liegenden Elefantencamps und dem wunderschönen Doi Inthanon-Nationalpark, der zu tollen Trekking-Touren einlädt und nicht zuletzt den höchsten Berg des Landes beheimatet. Auch einen ein- bis zweitägigen Kurztrip nach Pai kann ich dir wärmstens empfehlen.

Trotz seiner knapp 150.000 Einwohner ist Chiang Mai recht überschaubar, wenn auch etwas chaotisch, was den Straßenverkehr betrifft. Ich jedenfalls bin sehr gerne hier und bin froh immer wieder neue Highlights von Chiang Mai entdecken zu dürfen.

Warst du bereits in Chiang Mai? Dann verrate mir gerne, was du an der Stadt in Nordthailand besonders toll findest und was ich mir bei meiner nächsten Tour durch die Altstadt von Chiang Mai zu Fuß keinesfalls entgehen lassen sollte.

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