Altstadt von Chiang Mai

Die Altstadt von Chiang Mai zu Fuß an einem Tag

Ein bisschen Kultur muss sein, weshalb ich mich bei kühlen 42 Grad auf den Weg gemacht habe, die sehenswerte Altstadt von Chiang Mai auf eigene Fast etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei gab es nicht nur Tempel und Buddha-Statuen zu bewundern, sondern noch einiges mehr. 

Chiang Mai ist die zweitgrößte Stadt Thailands und liegt eingebettet in einem schönen Bergpanorama im hohen Norden. Hinzu kommen mehr als 300 Tempel, die sich auf die gesamte Stadt verteilen. Alle wollte und konnte ich mir natürlich nicht anschauen, da sich die so genannten Wats untereinander dann doch nicht allzu sehr voneinander unterscheiden, zumindest was deren Innenleben betrifft.

Daher beschloss ich die Altstadt, die von einem im Quadrat angelegten Wassergraben umgeben ist, auf eigene Faust zu erkunden. Mit mehr als 40 Grad Außentemperatur waren zwar nicht die besten Voraussetzungen für einen angenehmen Rundgang gegeben, dafür war ich aber frei von jeglichen geführten Touren und konnte ganz individuell literweise Wasser trinken oder einen Schlussstrich ziehen, wann immer ich wollte.

Die Tour im Überblick

Im vergangenen Jahr lernte ich bei meinem Städtetrip nach Bukarest das Konzept der Free Walking Tours kennen. Dabei gibt es einen Guide, der eine gewisse Anzahl an Menschen kostenlos durch die Stadt führt. Das ganze beruht auf Spendenbasis und wer möchte, kann dem Führer am Ende einen kleinen Obulus zukommen lassen.

Solche Free Walking Tours gibt es auch in Chiang, was ich nach einer kurzen Internetrecherche feststellte. Doch anstatt mich durch die Stadt führen zu lassen, pickte ich mir die wichtigsten Destinationen der Altstadt heraus, um diese selbst abzulaufen.

Im Plan siehst du die einzelnen Sehenswürdigkeiten, die ich mir angeschaut habe. Ich muss jedoch zugeben, dass es bei meiner tatsächlichen Tour weitaus mehr Zickzacks und Irrwege gab, als ich sie oben nachgezeichnet habe. Auch wenn Google sagt, dass die gesamte Strecke lediglich 59 Minuten dauert, so solltest du, wenn du dir Zeit für die Denkmäler lässt, sämtliche Attraktionen in gut drei Stunden abgeklappert haben.

Zu Fuß durch die Altstadt von Chiang

Während meiner Tour habe ich noch einige weitere Stationen als die folgenden acht besucht, allerdings handelte es sich dabei fast ausschließlich um Tempel, die sich, wie bereits erwähnt, oftmals dann doch sehr ähnlich sind. Daher habe ich nur diejenigen aufgesucht, die sich äußerlich voneinander abgrenzen oder eine ganz besondere Hintergrundgeschichte vorzuweisen haben.

1. Wat Phra Singh

Wat Phra Singh

Der vollständige Name lautet Wat Phra Singh Woramahawihan. Da sich dies niemand merken kann, einigte man sich scheinbar auf die kurzform Wat Phra Singh. Ein gelungener Schachzug, wie ich finde.

Die buddhistische Tempelanlage im Westen der Altstadt wird von steinernen Löwen bewacht. Wahrscheinlich um aufzupassen, dass auch ja jeder Tourist 20 THB Eintritt zahlt. Die riesige Buddha-Statue Phra Phuttha Sihing ist ihr Eintrinttsgeld aber durchaus wert. Ihre Herkunft ist übrigens nicht bekannt.

Einmal jährlich zu Songkran, dem traditionellen Neujahrsfest, wird der Phra Sihin sogar aus seinem Wihan geholt, um ihn bei einer Prozession durch die Straßen der Stadt zu tragen. Sicherlich keine leichte Aufgabe.

2. Wat Chedi Luang

Wat Chedi Luang
Der Tempel der königlichen Stupa ist mein persönliches Highlight im Zentrum Chiang Mais, da der Chedi mit seinen Elefanten und eingebetteten Buddhas ein famoses Bauwerk darstellt. Gebaut wurde das Schmuckstück im 14. Jahrhundert, schließlich benötigte König Saen Mueang Ma einen Ort, an dem er die Asche seines Vaters aufbewahren wollte.

Der Bau wurde allerdings erst beendet, nachdem der König bereits gestorben war. Ein weiteres Erdbeben im Jahr 1545 zerstörte große Teile des Wats, sodass das Bauwerk erst in den 1990er Haren mit Hilfe der UNESCO und der japanischen Regierung rekonstruiert wurde.

3. Three Kings Monument

Three Kings Monument

Ganz in der Nähe des Zentrums der Stadtmauer steht vor dem heutigen Kunst- und Kulturzentrum das Denkmal der drei Könige. Es zeigt die Könige Mengrai, Ramkamhaeng von Sukhothai und Ngam Muang von Payao, die zusammen Chiang Mai gegründet haben sollen. Auf Märkten kannst du eine Kopie der drei Männer in nahezu jeder Größe erwerben.

4. Chang Phuak – White Elephant Gate

Chang Phuak White Elephant Gate

Das White Elephant Gate ist zugleich das North Gate, also das nördliche Tor der alten, quadratischen Stadtmauer. Die Mauer wurde im Mittelalter erbaut, um das Stadtzentrum zu schützen. Nach und nach wurde sie mit weiteren Schichten verstärkt, um sie noch sicherer zu machen. Zwischen dem 14. und dem 20. Jahrhundert wurden die Tore nachts sogar geschlossen.

Etwas schade, dass sämtliche Mauern und Tore, die heute noch zu sehen sind, lediglich Nachbauten sind, da die Japaner irgendwann auf die Idee kamen, alles niederzureißen. Trotz des Wiederaufbaus ein Stück Stadtgeschichte, das durchaus nett anzuschauen ist.

5. Wat Lok Mo Li

Wat Lok Mo Li

Der Wat Mok Moli liegt an der Nordseite der vom Wassergraben umgebenen Altstadt. Über die Gründung des Wats gibt es keine weiteren Informationen. Auffällig ist, dass sich der Tempel von den anderen in der Stadt abhebt, da er weniger verputzt und vergoldet als die meisten anderen ist. Wie ich finde aber gerade deshalb absolut sehenswert.

6. Wat Kuan Kama

Wat-Kuan-Kama

Direkt gegenüber vom Wat Lok Mo Li steht der Wat Kuan Kama, der Perdetempel, dessen Mauer mit ungefähr 50 Pferdestatuen ausgestattet ist. Auf der Tempelanlage gibt es noch einige weitere Tierstatuen zu bestaunen, die sich nach dem chinesischen Kalender orientieren. Klar, dass da Ratte, Kuh und Schlange nicht fehlen dürfen.

7. Wat Rajamontean

Wat.Rajamontean

Ebenfalls in unmittelbarer Nähe zum Wat Lok Mo und dem Wat Kuan Kama befindet sich der Drachentempel. Von den Pferden geht es direkt zu den Drachen über, was schon fast etwas von einem steinernen Zoo entlang der Hauptstraße hat.

Bist du erstmal an den großen, bunten Drachen am Eingang vorbei, dann wartet ein riesiger sitzender Buddha auf dich. Dieser wurde erst im Jahr 2010 errichtet und hat leider keine allzu große Geschichte vorzuweisen. Alles in allem ist der Wat Rajamontean ein sehr farbenfroher Tempel.

8. Janghuarinnakorn House

Janghuarinnakorn House

Ich muss gestehen, dass mir das Haus mit dem unaussprechlichen Namen nicht unbedingt aufgefallen ist. In einigen Reiseführern findet es nicht einmal eine Erwähnung. Doch für die Thailänder ist es dennoch etwas besonderes, da es nicht nur das größte Haus der Altstadt ist, sondern auch europäische Wurzeln hat, was am architektonischen Baustil unschwer zu erkennen ist.

Zu genau anschauen solltest du dir das Janghuarinnakorn House jedoch nicht, da es aktuell in Privatbesitz ist und die Bewohner sicherlich nicht allzu amüsiert wären, wenn du mal eben unangemeldet zu Besuch kommst.

Das war noch längst nicht alles von Chiang Mai

Jetzt ist es leider oft so, dass die wenigsten Thailand-Besucher überhaupt in Chiang Mai aufschlagen und wenn doch, dann nur für ein paar Tage. Die von Bergen umgebene Stadt ist so vielseitig, dass die von mir vorgestellten und abgelaufenen Sehenswürdigkeiten nur einen winzig kleinen Teil von dem ausmachen, was es sonst noch zu entdecken gibt.

Kulturell gibt es da noch das Tha Pae Gate, weitere Wats, einige Museen und den berühmten Night Market oder den Night Bazaar. Hinzu kommen – fernab von jeglicher Kultur – Shoppingmeilen und Malls oder diverse Café- und Kneipenviertel. Ganz zu schweigen von den außerhalb der Stadttore liegenden Elefantencamps und dem wunderschönen Doi Inthanon-Nationalpark, der zu tollen Trekking-Touren einlädt.

Trotz seiner 500.000 Einwohner ist Chiang Mai verkehrstechnisch sicherlich etwas chaotisch, aber dennoch überschaubar. Ich jedenfalls bin sehr gerne hier und bin trotz der enormen Hitze froh, dass ich insgesamt drei Wochen für Chiang Mai eingeplant habe und noch tiefer in die Kultur eintauchen kann als ich es die beiden Male zuvor getan habe.

Lonely Planet Reiseführer Thailand (Lonely Planet Reiseführer Deutsch)
  • China Williams
  • Herausgeber: LONELY PLANET DEUTSCHLAND
  • Auflage Nr. 6 (04.11.2016)
  • Taschenbuch: 892 Seiten

10 Gedanken zu „Die Altstadt von Chiang Mai zu Fuß an einem Tag“

    1. Hey Jon,
      I´m still having a good time in Chiang Mai. Thanks a lot for your walking tour map. I didn´t visit every sight you mentioned, but maybe next time.
      Cheers, Daniel.

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