Kleine Kinder, Geburtstag und meine Kochkünste

An meinem zweiten Arbeitstag gab es eigentlich nichts besonderes zu erzählen. Außer Einführungen, meinem ersten englischen Artikel auf der WhizzKids-Seite und so weiter. Nach der Arbeit nahmen mich meine beiden Mitbewohner Tom und Oli mit zu einer Art Heim in kleiner Ausführung, in dem ungefähr acht Kinder im Alter von zwei bis sieben Jahren lebten, die Vollwaisen waren und deren Eltern entweder gestorben waren oder sie verstoßen wurden. Teilweise waren die Kinder auch mit HIV-Infiziert, was mich als gesunden Europäer zuerst doch etwas mulmig stimmte.

Als wir das Haus betraten wurden Oli und Tom auch gleich freudestrahlend begrüßt, während ich doch etwas seltsam beäugt wurde, doch nach einiger Zeit schleuderte ich auch schon das erste Kind durch die Luft. Insgesamt blieben wir anderthalb Stunden im Haus, wo wir uns mit den Kindern beschäftigten. Es war ein wirklich sehr schönes Gefühl, die eigentlich sauarmen Kinder so fröhlich zu sehen. Dies erinnerte mich irgendwie an den Besuch eines kleinen Dorfes in Kambodscha vor zwei Jahren. Ab jetzt werde ich wohl jeden Dienstag zu den Waisenkindern waren, in der Hoffnung, dass auch ich möglichst bald freudestrahlend begrüßt werde.

Gestern war dann mein großer Tag, denn ich hatte Geburtstag. Natürlich war es ein seltsamen Gefühl fern der Heimat und ohne Familie und Freunde zu feiern, aber meine Mitbewohner nahmen mich auch gleich unter ihre Fittiche. Nach der Arbeit orderte mich mein Chef zu ihm auf die Terrasse, um mit ihm ein Bier zu trinken, genauer gesagt ein Windhoek Lager aus Namibia. Als ich kurz darauf durch die Küche zu meinem Zimmer gehen wollte, stand Matthew vor mir und versorgte mich auch schnell mit zwei weiteren Bieren. Schließlich war mein Geburtstag und es wäre unverschämt gewesen, „Nein“ zu sagen.

Wenig später machten wir uns zu fünft auf den Weg in das Restaurant „Little Indian“, wo wir uns ordentlich den Bauch vollstopften, bevor es weiter in eine Bar ging, in der wir noch das ein oder andere Kaltgetränk zu uns nahmen und Billard spielten. Als dann gegen Mitternacht doch alle etwas müde waren, machten wir uns auf den Weg nach Hause. Ich musste vorher allerdings noch meinem Chef erklären, dass ich zu müde sei, um mit ihm die ganze Nacht durch Durban zu ziehen. Leicht war es nicht mich loszureisen, doch irgendwie siegte die Vernunft. Gleich in der ersten Woche wollte ich dann doch noch nicht mit meinem Chef abstürzen. Obwohl ich fern der Heimat war es wirklich ein schöner Geburtstag und es war schön von meinen Mitbewohnern, dass sie meinen Geburtstag mit mir verbrachten.

Einmal in der Woche muss jeder Mitbewohner für die anderen und natürlich sich selbst kochen. Das zumindest besagen die internen Hausregeln. Heute war ich an der Reihe und ich war wirklich nervös, da bisher jeder ein Essen vom Feinsten aufs Tablett zauberte und ich nicht gerade der begnadetste Koch bin, obwohl ich in meinem Spezialgebiet „Fertiggerichte und Nudeln“ nahezu unschlagbar bin.

Um halbwegs etwas Essbares auf dem Tisch präsentieren zu können, stöberte ich die letzten Tage nach Rezepten für fünf Personen im Internet, da ich noch nie für so viele Leute gekocht hatte. Außerdem sollte das Essen gesund sein. Irgendwie schaffte ich es heute aber dennoch ein Nudel-Pilze-Zucchini-Brokkoli-Schinken-Gericht zu kreieren. Da meine Mitbewohner im Durchschnitt zwei Teller zu sich nahmen, ging ich auch davon aus, dass es halbwegs essbar war.

Wenn irgendjemand Tipps hat, wie ich in den nächsten Wochen meine Kochkünste verbessern kann, dann schreibt mir doch einfach einen Kommentar zu diesem Eintrag. Ich werde mich nämlich ab morgen wieder vor den Computer setzen und nach neuen Rezepten googeln. 😉

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