Hohe Tatra: Grandiose Bergtouren im kleinsten Hochgebirge der Welt

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Die Hohe Tatra ist nicht nur der höchste Teil der Karpaten, sondern gleichzeitig auch das kleinste Hochgebirge der Welt. Sie verteilt sich gerade einmal auf 341 Quadratkilometer und passt von ihrer Fläche mehr als 500 Mal in die Alpen. Ein überschaubares Gebirge also, das jedoch durch tolle Landschaften und wuchtige Bergriesen besticht und ein wahres Eldorado für Bergsportler ist. Einige Touren stelle ich dir in diesem Beitrag etwas genauer vor.

Der Fokus eines zweiwöchigen Roadtrips durch die Slowakei mit einem guten Freund lag bereits bei der Planung auf der Hohen Tatra. Da das Wetter perfekt mitspielte und es einiges zu entdecken gab, wurden aus vier geplanten Übernachtungen schnell sechs. Binnen kurzer Zeit wurde mir bewusst, dass die Hohe Tatra ein Hochgebirge ist, auf das folgender Satz kaum besser zutreffen könnte: “Klein, aber oho!”

Die Hohe Tatra und ihre Besonderheiten

Die Hohe Tatra ist überschaubar – die Möglichkeiten an Outdoor-Abenteuern sind dagegen schier endlos. Auf dich wartet nicht nur ein Hauptkamm von 26 Kilometern Länge und 25 Gipfel, die höher als 2.500 Meter sind, sondern mehr als 150 in das Gebirge eingebettete Bergseen.

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Auch die Tierwelt ist sehr abwechslungsreich, schließlich leben in der Hohen Tatra zahlreiche Braunbären (~800), Luchse, Gämsen, Steinadler und Wölfe. Einen davon durfte ich aus nächster Nähe bewundern, als er kurz nach Sonnenaufgang plötzlich am Straßenrand stand und sich durch nichts beirren ließ. Ein eher seltener Anblick, denn die Wahrscheinlichkeit auf einen Bären oder Wolf zu treffen ist ziemlich gering.

Der große Einsatz der Slowaken für den Naturschutz führt zudem dazu, dass die wildlebenden Tiere genügend Rückzugsorte haben und ungestört ihrem wilden Treiben nachgehen können. Ausgezeichnete Wanderwege dürfen nicht verlassen werden. Querfeldein marschieren ist vor allem in den aktuellen Hochzeiten des Overtourism in den Bergen nicht erwünscht. Viele touristische Wanderwege im Hochgebirge sind vom 1. November bis 15. Juni gar komplett gesperrt, was auch mit den rauen Bedingungen im Winter einhergeht.

Der besondere Schutz des Nationalparks zeigt sich auch dadurch, dass Hubschrauber nur in Notfällen zum Einsatz kommen und es nur wenige Lifte und Seilbahnen gibt. Um dennoch Lebensmittel und Getränke auf den Berghütten anzubieten, werden die Tatra-Sherpas eingesetzt. Sie tragen die Lebensmittel und Getränke mit purer Muskelkraft zum jeweiligen Ziel. Daher kommt es nicht selten vor, dass einer dieser Sherpas mit einem Bierfass oder Kartoffelsäcken auf seinem hölzernen Tragegestell in strammem Tempo an dir vorbeizieht.

Die Lastenträger zählen zu den letzten ihrer Art in Europa, weshalb ihre harte Arbeit ein hohes Ansehen genießt. Regelmäßig, primär zu Saisonbeginn, finden sogar Wettkämpfe unter den Sherpas statt. Einerseits um einen Sieger zu küren, andererseits um die wichtigsten Utensilien rechtzeitig auf die Hütten zu schaffen.

Drei ziemlich starke Bergtouren in der Hohen Tatra

Natürlich habe ich mir die Hohe Tatra nicht nur vom Tal aus angeschaut, sondern auch aus luftiger Höhe. Mit der Besteigung der Gerlachspitze, der Überquerung des Bystrá lávka und einer entspannten Runde zum Obrovský vodopád standen drei abwechslungsreiche Touren auf dem Programm. Jede dieser Touren kann ich dir uneingeschränkt empfehlen, auch wenn es ein paar Punkte zu beachten gibt.

Hoch hinaus auf die Gerlachspitze

Mit 2.655 Metern ist der Gerlachovsý štít der höchste Berg der Slowakei. Ins Deutsche übersetzt wird er auch Gerlach, Gerlachspitze oder Gerlsdorfer Spitze genannt. Die Auszeichnung “höchster Gipfel” macht ihn zu einem beliebten Ziel von Bergsteigern, Wanderern und Touristen.

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Um den Ansturm sowie die Unfälle im alpinen Gelände zu minimieren ist es seit einigen Jahren allerdings nicht mehr erlaubt den Gipfel auf eigene Faust zu erklimmen. Steighilfen, Seile und Markierungen wurden längst entfernt und es besteht die Pflicht, auf einen Bergführer zurückzugreifen. Wer dies nicht macht, läuft Gefahr hohe Strafen zu zahlen.

Manch einer munkelt sogar, dass aus der Guide-Pflicht Kapital geschlagen wird. Ein Bergfürher, der für die Sicherung einer drei- bis vierköpfigen Seilschaft zuständig ist, kostet mindestens 250 Euro pro Gruppe. Das Besteigen der Gerlachspitze ist somit ein teures Abenteuer, für das wir aufgrund der Kurzfristigkeit 320 Euro hinblättern mussten.

Aber: Die Tour war jeden Cent wert, da ich zuvor noch nie in einer Seilschaft unterwegs war, ich eine Menge von unserem Bergführer Kuro lernen durfte und ich nicht sicher bin, ob ich überhaupt den richtigen Weg gefunden hätte.

Die Standardtour der Bergführer beginnt in Tatranská Polianka, von wo es mit dem Geländewagen zum Hotel Sliezsyky Dom geht, das auf 1.670 Höhenmetern liegt. Natürlich kommen auch hier nochmal Kosten für die Fahrt auf dich zu – und zwar 20 Euro für Hin- und Rückfahrt. Vor dem Hotel befindet sich der See Velické pleso, der idyllisch in ein Bergmassiv eingebettet ist. Er ist der Ausgangspunkt der Bergwanderung zum höchsten Gipfel des Landes.

An einem imposanten Wasserfall geht es zu Fuß vorbei, bevor du ungefähr 45 Minuten später Helm und Klettergurt anlegen musst. Von da an geht es in die Vertikale, was den Aufstieg auf den ersten Grat ziemlich schweißtreibend macht. Der Ausblick ist jedoch genial. Zudem erkennst du von hier erstmals die fast schon unscheinbar wirkende Gerlachspitze.

Nach einer kurzen Pause geht es in der Seilschaft weiter bergauf und bergab an den schroffen Felsen entlang. Oben angekommen wartet das Gipfelkreuz auf dich, das recht unspektakulär ist. Dafür ist die Aussicht auf die slowakische und bis in die polnische Seite umso beeindruckender. Bewegungsfreiheit hast du am Gipfel dagegen nicht allzu viel, da es recht eng zugeht und dieser in der Regel ziemlich gut mit Bergwanderern ausgefüllt ist. Unser Zeitfenster für die wohlverdiente Pause beschränkte sich – wie auch bei den anderen Gruppen – auf 20 Minuten.

Der Abstieg ist ebenfalls fordernd und ein Weg ist nicht wirklich erkennbar. Daher ist Konzentration gefragt, um auf den Felsen nicht ins Rutschen zu kommen oder ins Leere zu treten. Nach einiger Zeit kommst du an einem großen See an, der sich anbietet, um dich zu erfrischen und die geschundenen Füße abzukühlen. Hier legst du auch deinen Helm und Klettergurt ab, denn auf dem Steinweg, auf dem du auch wieder auf vermehrte Touristen triffst, geht es anschließend zurück zum Hotel.

Insgesamt waren wir auf unserer Tour sieben Stunden unterwegs. Die 985 Höhenmeter, die es zu meistern gab, waren aufgrund der Kletterpassagen recht anstrengend. Auch die Konzentration musste stets hochgehalten werden. Alles in allem aber eine sehr schöne Tour, die ich dir trotz der hohen Kosten empfehlen kann. Du musst nur auf gutes Wetter hoffen, denn bei schlechter Witterung finden die Touren aus Sicherheitsgründen nicht statt. Dann wäre es auf den glitschigen Felsen einfach zu gefährlich, vor allem ohne Sicherungsseile und Steighilfen.

Gratwanderung von Štrbské Pleso über den Bystrá lávka

Etwas entspannter, aber ebenfalls mit einer gehörigen Portion Abenteuer versehen ist die zweite Tour in der Hohen Tatra, die ich dir vorstelle. Ausgangspunkt der Wanderung ist Štrbské Pleso. Ein Ort, der nach dem gleichnamigen See benannt wurde und der gemeinsam mit dem markanten Hotel Patria, der Skisprungschanze und den Bergmassiven im Hintergrund für ein atemberaubendes Panorama sorgt.

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Štrbské Pleso erlangte aufgrund der Nordischen Skiweltmeisterschaft im Jahr 1970 Bekanntheit. Seitdem zog es immer mehr Berg- und Wintersportler in den 1.355 Meter hoch gelegenen Kurort. Mittlerweile dürfen sich Touristen an einem Aussichtsturm, Verkaufsständen und einem anmutenden Mini-Freizeitpark erfreuen, was alles nicht so wirklich in das wunderschöne Landschaftsbild passen will. Dennoch: ein wahrlich schöner Ort.

Bei der Tour zum Bystrá Lávka, die einmal um den Štrbské Solisko geht, teilst du dir den Wanderweg bis zum beachtlichen Wasserfall namens Vodopád Skok (1.681m) zwar noch mit zahlreichen Sneakerträgern und Kurzdistanzwanderern, viel weiter geht nur ein geringer Teil davon. Eine kurze Pause, um die herabstürzenden Wassermassen zu bewundern, ist dennoch Pflicht.

Im Anschluss geht es auf einem Weg, der teilweise gesichert ist, parallel zum Wasserfall nach oben. Nur wenige hundert Meter weiter liegt unterhalb der Felsriesen der Bergsee Čapie pleso. Vom See aus steigst du auf anspruchsvollem Terrain hinauf zum Sattel Bystrá lavka, wo im Juli noch vereinzelte Schneefelder waren, die wir durchqueren mussten.

Ganz oben auf 2.300 Metern angekommen gibt es eine schmale Felsspalte, die du über Sicherungsseile erreichst. Hier eröffnet sich dir ein völlig neuer Blick, der bei gutem Wetter bis zum Kriván reicht. Die ersten Meter bergab sind ebenfalls mit Stahlseilen gesichert, da der Pfad über den Grat doch etwas tückisch ist.

Der anschließende Pfad über Geröll führt hinab bis zu einem eisblauen Bergsee, der den Namen Vyšne-Wahlenbergovo pleso trägt. Ab hier kommen so langsam auch wieder die ersten Latschenkiefern zum Vorschein, die dir den Weg zurück nach Štrbské Pleso zeigen.

An der Kreuzung Škutnastá pol´ana entscheidest du, ob du links zur Chata po Soliskomo gehen möchtest, von wo aus es per Seilbahn zurück geht oder ob du die längere Route um die Skisprungschanze einschlagen willst. Uns wurde die zweite Option empfohlen, die landschaftlich schöner sein soll und auf der du definitiv weniger Menschen antreffen wirst.

Insgesamt dauerte die 16 Kilometer lange Tour über den Bystrá lavka sechs Stunden, wobei es gut 1.000 Höhenmeter zu bewältigen gab. Landschaftlich eine sehr ansprechende Runde, was nicht zuletzt an den klaren Bergseen, dem tosenden Wasserfall und dem sich öffnenden Blick beim Überqueren des Grats liegt.

Familienfreundliche Halbtagestour zum Obrovský vodopád

Nach zwei anstrengenden Wanderungen war es am dritten Tag das Ziel diesen etwas ruhiger angehen zu lassen, aber trotzdem die faszinierende Landschaft der Hohen Tatra zu bestaunen. Die Wahl fiel auf eine etwas kürzere Tour zum Wasserfall Obrovský vodopád mit Starý Smokovec als Start und Tatranská Lesna als Ziel.

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Nachdem du einen Parkplatz in Starý Smokovec gefunden hast, begibst du dich auf den Weg zum kleinen Skiort Hrebienok. Hier marschierst du, parallel zur Standseilbahn, bergauf. Mit der Bahn könntest du die 1.937 Meter nach oben ebenfalls bezwingen, für sieben Euro ist dies aber ein teures Unterfangen, auch wenn die erste Etappe bis zur Endstation zu Fuß nicht gerade spektakulär ist.

Ab Hrebienok am Fuße des Slavkovský stit, wo eine Menge Familien anzutreffen sind, kommt die Schönheit der Hohen Tatra dann doch wieder zur Geltung. Auf einem gut ausgebauten Weg geht es an der Rainerova chata vorbei zum Gebirgsbach Velky Studený potok. Auf der Brücke gibt es den vielleicht schönsten Blick auf die Bergriesen und eine zauberhafte Landschaft.

Auf großen Steinplatten läufst du einige hundert Meter weiter zum eigentlichen Highlight, dem Obrovský vodopád. Der Wasserfall liegt auf 1.335 Metern Höhe und weist eine Fallhöhe von 15 Metern auf. Auf der Brücke, von der du den besten Blick genießt, kann es jedoch sehr voll werden, weshalb der Genuss nur von kurzer Dauer ist.

Tipp: Uns wurde empfohlen weiter bis zur Téryho chata (2.015m) zu wandern. Sowohl die Strecke, unter anderem durch eine Schlucht, als auch der Standort der Hütte sollen sehr schön sein.

Der Abstieg vom Obrovský vodopád nach Tatranská Lesná verläuft parallel zum Studený potok. Anders als auf dem Hinweg siehst du hier einem tollen Naturschauspiel entgegen: angenehme Waldwege, ein reißender Fluss und immer wieder kleine Wasserfälle. Da an dem Pfad zurück ins Tal keine Bahn verläuft, ist es hier vergleichsweise ruhig, sodass du die Natur fast für dich alleine hast.

Noch ein Tipp: Am Ende des Wanderweges in Tatranská Lesná kannst du deine Beine im Gebirgsbach abkühlen. Gehe dazu einfach am Ende des offiziellen Wanderwegs links die Hauptstraße entlang bis zur Brücke. Davor führt ein unscheinbarer Pfad direkt zum kühlen Nass. Herrlich erfrischend.

Nach der Abkühlung gelangst du bequem mit dem Bus oder der Bahn zurück nach Starý Smokovec. Beide fahren stündlich, sodass du nicht allzu lange warten musst. In Starý Smokovec kannst du dich in einem der Restaurants stärken und die neun Kilometer lange und ungefähr dreieinhalb Stunden dauernde Tour mit den tollen Eindrücken Revue passieren lassen.

Und dann wären da noch diese drei Highlights

Das kleinste Hochgebirge mag überschaubar sein, die Auswahl an Wanderwegen und zu besteigenden Gipfeln ist dafür umso größer. Aus Zeitgründen konnte ich leider nicht alle Highlights in der Hohen Tatra abwandern. Drei weitere beliebte Touren möchte ich dennoch kurz anreißen, wobei mein Wissen verständlicherweise nicht auf meinem Erfahrungsschatz, sondern lediglich auf Recherchen, beruht.

Lomnitzer Spitze – mit der Bahn bis nach oben

Nach der Gerlachspitze (Gerlachovsý štít) und dem Gerlachturm (Gerlachovsá veža) ist die Lomnitzer Spitze (Lomnický śtít) mit 2.634 Metern die dritthöchste Erhebung in der Hohen Tatra. Das Besondere an dem pyramidenförmigen Berg mit seinen drei Kämmen ist neben der Sternwarte auf dem Gipfel die berühmte Luftseilbahn, mit der du bis nach oben fahren kannst.

Ein Ticket für die Seilbahn solltest du im Vorhinein buchen, da sehr viele Touristen diesen Weg nach oben wählen und statt einer schweißtreibenden Besteigung eine entspannte Fahrt bevorzugen. Für mich war der Reiz dadurch schnell verflogen, zumal es auf der Lomnitzer Spitze sehr voll werden kann.

Kriváň – der wichtigste Berg der Slowaken

Eine große Bedeutung für die Slowaken hat der 2.494 Meter hohe Kriváň. Um ihn ranken sich viele slowakische Mythen und Sagen. Er ist das Nationalsymbol der Slowakei und der heimliche Star der Bergwelt in der Hohen Tatra. Sogar auf einigen Euromünzen kannst du ihn bestaunen.

Von unten besticht der Kriváň durch seine markante Form. Oben erwartet dich ein Ausblick auf die westliche sowie die polnische Tatra. Gemessen am Panorama, dass sich dir eröffnet, gilt der Kriváň als der schönste aller Tatragipfel.

Die Gipfelbesteigung vom Parkplatz Tri Studničky musst du dir erst verdienen, da sie aufgrund der vielen steilen An- und Abstiege als relativ schwer einzustufen ist. Circa 13 Kilometer dauert der Weg von hier bis zum höchsten Punkt, wo du kurz vor dem Gipfelkreuz scheinbar noch kleinere Kletterpassagen bewältigen musst.

Rysy – das Dach Polens

Den höchsten Berg eines jeweiligen Landes zu besteigen ist längst zu einer Art Sammelleidenschaft geworden. In der Hohen Tatra kannst du mit der Gerlachspitze auf slowakischer und dem Rysy auf polnischer Seite gleich zwei davon erklimmen, ohne groß Kilometer auf dich nehmen zu müssen. Zwar ist der Rysy mit 2.499 Metern der höchste Berg Polens, allerdings befindet sich die höchste der drei Erhebungen mit 2.503 Metern auf slowakischer Seite.

Ganz oben genießt du einen Rundumblick auf mehr als 80 Tatragipfel. Bei guter Sicht ist sogar das 90 Kilometer entfernte Krakau zu sehen. Um diese Blicke zu genießen kannst du entweder von der slowakischen oder der polnischen Seite aufsteigen. Einsam wirst du auf dem Gipfel übrigens nicht sein, da der Rysy der höchste Berg der Hohen Tatra ist, auf den ein Wanderweg führt. Wieder ein gutes Argument, andere Bergtouren vorzuziehen.

Die Hohe Tatra ist ein wahres Outdoor-Paradies

Ich gebe zu, dass meine Erwartungen an die Hohe Tatra vor der Abfahrt in die Slowakei nicht allzu groß waren. Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum ich nach meinen drei Bergtouren zu einem wahren Fan des kleinsten Hochgebirges der Welt mutiert bin. Ich wurde nicht enttäuscht – ganz im Gegenteil.

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Falls du auf der Suche nach fordernden Bergtouren fernab der Alpen, die dennoch schnell erreichbar sind, bist, dann nichts wie los in die Slowakei. Du solltest dir jedoch im Klaren sein, dass manch ein Gipfelsturm nicht ohne Bergführer möglich ist und es auf einigen Wanderwegen und an den Gipfelkreuzen recht voll werden kann.

Zum Abschluss habe ich noch fünf Tipps für deinen Trip in die Hohe Tatra für dich:

  • Vermeide besonders beliebte Wanderungen am Wochenende. Die Slowaken lieben ihre Berge, weshalb es viele von ihnen in die Hohe Tatra zieht, insbesondere an Wochenenden oder in der Ferienzeit.
  • Der frühe Vogel fängt den Wurm, was vor allem bei Bergtouren zutrifft. Starte daher nicht zu den Hauptzeiten. In den frühen Morgenstunden ist erstens weniger los und zweitens ist es bei warmen Temperaturen noch recht angenehm zu wandern.
  • Laufe Rundtouren immer in den empfohlenen Richtungen. So verärgerst du niemanden und musst an kleinen Kletterpassagen oder Gratwanderungen nicht warten.
  • Bist du dir unsicher, was die Wetterbedingungen oder deine ausgewählten Routen betrifft, dann besuche eine der Tourist-Infos der TANAP, die es in den größeren Ortschaften der Hohen Tatra gibt.
  • Am Fuße der Hohen Tatra gibt es eine Reihe uriger Orte. Ich kann dir Poprad im Südosten der Hohen Tatra wärmstens empfehlen. Hier waren wir für einige Tage in der Penzion Plesnivec (bei Booking.com buchen) untergebracht, wo wir sehr gute Tourenvorschläge bekamen und eine tolle Atmosphäre herrschte.

Müsste ich mich für ein Highlight entscheiden, würde die Wahl auf die Gerlachspitze fallen. Zwar war die Besteigung nicht ganz preiswert, das Erlebnis und erstmals in einer Seilschaft unterwegs zu sein, dafür umso besser. Mit Kuro – in der Hohen Tatra bekannt wie ein bunter Hund –  hatten wir zudem einen sehr guten Bergführer, der uns sicher auf den Gipfel und wieder nach unten gebracht hat.

Für welche Tour du dich auch entscheidest, bin ich mir sicher, dass es dir in der Hohen Tatra ebenfalls sehr gut gefallen wird. Hier ist alles noch etwas ursprünglicher, es wird großen Wert auf den Naturschutz gelegt und die Einheimischen sind überaus freundlich. Warum nicht also mal die Slowakei für dein nächstes Bergabenteuer auswählen?

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