Football Friday, Julius Malema und mehr

Die Zeit vergeht wie im Flug und ab morgen bricht bereits Monat Nummer drei auf südafrikanischen Boden für mich an, was auch bedeutet, dass mein Visum verlängert werden muss. Falls dies nicht klappen sollte, seht ihr mich nächsten Monat schon wieder, aber ich denke mal, dass es keine Probleme dabei geben sollte und ich noch ein bisschen hier bleiben werde.

Eine tolle Sache, die sich die Südafrikaner vor ein paar Monaten einfallen lassen haben, ist der Football Friday. Das heißt, dass sämtliche Arbeitnehmer an jedem Freitag ein Fußballtrikot tragen, um sich somit auf die WM einzustimmen und natürlich das südafrikanische Team zu unterstützen. Am vergangenen Freitag war der letzte dieser Freitage und somit auch das letzte Mal vor der WM, dass alle Südafrikaner in gelben Bafana Bafana Trikots zu bewundern waren, zumindest im Rahmen dieser Aktion.

Ebenfalls am Freitag, allerdings zu späterer Stunde war das komplette WhizzKids-Team in einem Optikerladen zum fröhlichen Beisammensein mit Essen und Getränken eingeladen. Besonders spannend war es zwar nicht, allerdings hatte ich dadurch die Möglichkeit das Gateway, welches das größte Einkaufszentrum Afrikas ist, zu bewundern, da sich der Fielmann-Verschnitt in der riesigen Mall befand. Nach knapp 20 Häppchen und ein paar Kaltgetränken ging es dann auch wieder zurück nach Glenwood.

Gestern schaffte ich es nach gut zwei Monaten endlich auch mal wieder zum Friseur, um mir einen Kurzhaarschnitt verpassen zu lassen. Im Friseurladen selbst lernte ich auch eine Deutsche kennen, die seit knapp 40 in Südafrika lebt. Als ich sie fragte, ob sie wieder nach Deutschland zurück möchte, sagte sie nur: „Vor fünf Jahren hätte ich noch ganz klar nein gesagt, aber jetzt würde ich ganz gerne wieder zurück, da die Zukunft Südafrikas sehr ungewiss ist.“

Diese Unsicherheit kommt daher, dass in der nächsten Zeit ein Mann namens Julius Malema in Südafrika an die Macht kommen könnte. Dieser hetzt gerne gegen Weiße und stimmt ab und an auch mal vor laufender Kamera das Lied „Tötet die Buren! Tötet die Farmer!“ an, welches die Schwarzen in der Zeit der Apartheid noch aus Hass gegenüber den Weißen gesungen hatten. Käme Malema an die Macht in Südafrika, dann könnte es gut sein, dass es eine erneute Apartheid geben würde, diesmal allerdings die Weißen die Ausgeschlossenen wären. Hoffen wir mal nicht, dass es soweit kommt und der Rassismus nicht noch einmal Überhand gewinnt.

Bei unserem Fußballturnier, bei dem die “Rollers”, also wir, vergangene Woche souverän die KO-Phase erreicht hatten, sind wir übrigens im Viertelfinale ausgeschieden. Wir hatten also nur ein Spiel am kompletten Turniertag zu absolvieren, was auch nicht weiter tragisch war, da wir somit den Rest des Tages am Strand verbringen konnten, um unsere Wehwehchen auszukurieren und den sonnigen Nachmittag mit einem leckeren Softeis zu genießen.

Auch am Sonntag machte ich mich mit einem ehemaligen WhizzKids-Praktikanten und derzeitigem Deutschland-Supporter namens Henryk an den North Beach, um ein bisschen zu relaxen. Softeis gab es diesmal aber keines. Man merkt so langsam, dass die WM näher rückt, da die Strandpromenande immer überfüllter wird. Auch die erste Gruppe von Deutschen ist mir auf einem meiner Gänge zum Dixie-Strand-Klo aufgefallen, da ihre T-Shirts mit diversen Biersprüchen unverkennbar waren.

Nur noch fünf Tage…

3 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Schön das es dir gut geht. Wünsch dir am Sonntag viel Spaß. Werde mein bestes geben und deine normalerweise 15 Bier am Stadtfest, mir mit Neli, Birke, Pepp und Peter teilen.

    Grüße der OZ

  • @André: Danke, dass ihr meine 15 Bier unter euch aufteilt. Gebt gut Gas und schreit die Deutschen von zu Hause aus zum Sieg.

  • […] Film, der die Problematik Südafrikas direkt nach der Apartheid aufzeigt und auf einer wahren Begebenheit beruht. Für alle, die mehr über den Gastgeber der […]

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