Der letzte Trip in Afrika steht kurz bevor

Knapp sechs Monate sind nun vergangen seitdem ich Mitte April in Frankfurt in den Flieger gestiegen bin und ich habe seit dieser Zeit soviel erlebt und gelernt, dass man nicht alles in Worte fassen kann. Neben meinem neuen Spitznamen „Schneeebs“, einem Vergleich mit dem Comedian Will Ferrell (oder seit meinem kleinen Surfunfall auch Harry Potter) und dem Fahren auf der linken Straßenseite, hat sich aber auch meine Abneigung gegenüber Käse, Erdnussbutter und Kaffee drastisch geändert.

Natürlich ist man alles in allem auch etwas fauler, oder sagen wir lieber bequemer, geworden. Dies hängt damit zusammen, dass man dank einer Hausfrau so gut wie gar nichts im Haushalt machen muss, beim Tanken nicht mal zum Bezahlen aus dem Auto steigen muss und auch beim Einkaufen die Tüte gepackt bekommt. Einfach herrlich hier in Durban zu leben.

Selbstverständlich musste an meinem letzten Wochenende in KwaZulu-Natal nochmal ordentlich gefeiert werden. Umso besser, dass der Freitag ein Feiertag (Heritage Day) war und somit ein weiterer Tag frei war. Deswegen ging es zusammen mit meinem Chef, einem seiner Freunde, Fabian und mir wie fast immer in unsere Stammkneipe zum Pool spielen.

Dabei blieb es aber nicht, denn wenig später waren Fabian, Marcus und ich auf der Ladefläche eines Pick-ups zu finden. Dazu muss ich sagen, dass in Südafrika zwar Anschnallpflicht herrscht, aber niemand etwas dagegen sagt, wenn Leute während der Fahrt auf der Ladefläche sitzen. Muss man sicher nicht verstehen. Das Ziel war auf jeden Fall „Cool Runnings“, eine lustige jamaikanisch aufgemachte Kneipe in Durbans Innenstadt.

Hier traf man sehr lustige Gestalten, die ausgiebig feierten, ihre Hüften schwangen oder in einem großen Kreis auf afrikanischen Trommeln ihr bestes gaben. Einige Minuten später saßen wir dann selbst mit einer Trommel bewaffnet im Kreis und schlugen wie wild auf die afrikanischen Musikinstrumente. Sicherlich trugen wir auch dazu bei, dass der bis dahin einheitliche Klang etwas außer Takt geriet, aber egal. Spaß hat es trotzdem gemacht.

Nachdem der Feiertag zu Hause verbracht wurde, ging es am Samstag zu den SATMA Awards, die für South African Traditional Music Awards stehen. Hier waren sämtliche nicht-englischsprachige Musiker zu Gast, die in ihrer Sprache ihr bestes gaben und dafür geehrt wurden. Aufgemacht wurde das Ganze wie eine Oscar-Veranstaltung und war mit 220 Rand auch nicht gerade günstig. Dafür durfte ich mir aber traditionelle Musik in den Sprachen Xhosa, Zulu, Afrikaans usw. anhören, was unter kulturell besonders wertvoll einzuordnen ist.

Den stolzen Eintrittspreis rechtfertigte außerdem der Besuch des südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma, der als Ehrengast zur Veranstaltung eingeladen wurde und auch eine Nominierung verlas sowie eine kurze Rede über Südafrika hielt („my culture, my language, one country“). Zudem brachte er seine vier Ehefrauen mit auf die Veranstaltung, von denen ebenfalls jede einen Gewinner preisgab. Seine insgesamt 21 Kinder ließ Zuma jedoch zu Hause, was auf Grund der Anfahrtskosten sicherlich auch das Budget der Veranstalter gesprengt hätte.

Am Sonntag ging es dann wie eigentlich jedes meiner vergangenen Wochenenden an den Strand, um einfach nur zu relaxen und Sommer, Sonne und Strand zu genießen. Abends war ich dann wiedermal an der Reihe zu kochen und ich machte meinen Mitbewohnern ein besonderes Geschenk. Nicht das Essen selbst war die besondere Überraschung, sondern vielmehr die Tatsache, dass es keinem von uns danach wirklich gut ging. Mein letztes Essen wird also sicherlich noch eine Weile in Erinnerung bleiben.

Für WhizzKids United gab es dann heute auch wieder Nachschub, denn ein neuer Praktikant aus Amerika, der in Lesotho geboren wurde und eigentlich Waliser ist, kam in Durban an. Meine Aufgabe war deshalb ihm einige Sachen in Durban zu zeigen, was ich natürlich gerne gemachte habe. Frei nach dem Motto „Der Eine kommt, der Andere geht!“

Nach einem Strandspaziergang entdeckte ich an der Windschutzscheibe unseres Bakkies einen weniger schönen Strafzettel in Höhe von 300 Rand (= 32 Euro). Der Grund war, dass ich auf einem Parkplatz für Taxis geparkt hatte, was mich schon ziemlich genervt hat. Da darf man in Südafrika nahezu alles und dann bekommt man einen Strafzettel wegen solch einer mickrigen Sache.

Morgen werde ich dann das letzte Mal an meinem Schreibtisch sitzen, was schon sehr schade ist, aber ich freue mich auch auf meinen kommenden Trip in den Norden. Am Mittwoch fliege ich nach Johannesburg, von wo aus ich mit Thomas per Mietwagen auf Safari in den Krüger Nationalpark gehe, anschließend Swasiland unsicher mache und zum Schluss mit dem Bus oder sonstigen öffentlichen Verkehrsmittel nach Mosambik fahre. Was dort geschieht weiß ich noch nicht, allerdings habe ich mir noch einmal vorgenommen, meine Fähigkeiten auf dem Surfbrett zu testen und seit langem mal wieder tauchen zu gehen.

Das ist dann also mein letzter Eintrag aus Durban. Einen Rückblick auf die Safari und die Rucksacktour in Mosambik gibt es dann wahrscheinlich erst wieder aus Deutschland. „Ich bin dann mal weg!“

Gruß aus Afrika, Daniel.

3 Gedanken zu „Der letzte Trip in Afrika steht kurz bevor“

  1. @Brinton: Ein paar Beitraege kommen ja noch, allerdings erst, wenn ich wieder in Deutschland bin. Von meiner Hausfrau lebe ich schon wieder getrennt. Denke mal, dass ich in Mosambik noch ein paar Mal heiraten werde. Werde in 10 Minuten auch meinen Trip starten. Hoeren und sehen uns dann zu Hause.

  2. En Gude Daniel,

    das waren mal echt coole Blogeinträge und man konnte doch auch von hier ein bisschen zumindest miterleben, was bei dir da unten so abgegangen ist. Bin echt mal gespannt auf deine Bilder und Erzählungen.

    Aja und noch ne Frage, du sprichst von einer Hausfrau? Hast du geheiratet? und wenn ja wie oft denn? Bringst die Ladys mit? 😉

    Hau rein und viel spaß in mosa!! cheers

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