Arbeit und Weltmeisterschaft verbinden = PERFEKT!!!

Seit dem letzten Eintrag ist nicht allzu viel passiert, außer dass in und um Durban herum die Vorbereitungen für die Weltmeisterschaft auch Hochtouren laufen. Auch bei uns im Office ist es momentan sehr stressig, da in den kommenden beiden Wochen die Holiday Camps bevorstehen, bei denen wir zusammen mit der Partnerorganisation Grassrootsoccer eine Art Ferienprogramm für Kids organisieren, damit diese in der schulfreien Zeit nicht auf dumme Gedanken kommen.

Ist die Stimmung im WhizzKids-Büro tatsächlich mal am Boden oder wirkt jeder ausgepowert, dann wird schnell mal von irgendeinem Laptop „Waka Waka“ von Shakira oder „Waving Flag“ von K´naan angestimmt, was urplötzlich zum Mitsingen, Kniewippen oder unkontrolliertem Auf-dem-Tisch-Rumhauen auffordert und jedem einzelnen ziemlich schnell ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Außerdem ist täglich um zwölf Uhr mittags in ganz Südafrika eine spontane Feieraktion angesagt, da jeder Einwohner für ein paar Minuten Pause machen soll, um auf die Straße zu gehen und dort in die Vuvuzela zu blasen, diverse Fahnen zu schwingen oder irgendwelche Fußballlieder zu grölen.

Aufgrund der bereits angekündigten Holiday Camps habe ich zudem die Möglichkeit zwei weitere WM-Spiele zu sehen, da ich als Begleitperson neun Kiddies aus den Townships unter meine Fittiche nehmen darf und für sie verantwortlich bin. Die beiden Spiele sind Spanien vs. Schweiz (16.06.) und Nigeria vs. Südkorea (22.06.), eventuell noch Niederlande vs. Japan (19.06.). Ich hoffe nur, dass die Kinder sich bei den Spielen benehmen und nicht allzu oft auf die Toilette müssen, damit mein „Arbeitstag“ im Stadion so entspannt wie möglich wird.

In dieser Woche hatte ich auch die Ehre mein Visum zu verlängern. Insgesamt brauchte ich zwei Tage, um die Verlängerung zu beantragen. Das Ergebnis war, dass ich nochmals 30 Tage auf die Bestätigung und den so heißbegehrten Stempel warten muss. Denke aber, dass alles glatt geht und ich problemlos bis zum 8. Oktober in Südafrika bleiben darf.

Das Department of Home Affairs, also das „Amt“, hat mich doch sehr an deutsche Behörden erinnert. Die Innenräume waren in einer Mischung aus Quittengelb und Schimmelgrün gestrichen und der Klingelton der Telefone war genau der gleiche, den ich von meiner Ausbildung zum Justizfachangestellten noch kenne. Der Unterschied zu Deutschland liegt allerdings darin, dass die deutschen Beamten doch noch etwas schneller arbeiten als die südafrikanischen. Ich hoffe nur, dass das jetzt niemand aus Durban liest und ich nicht doch noch mein Visum gestrichen bekomme. Und ich wollte mit diesem Beitrag auch keine deutschen Beamten angreifen.

An meiner Vorfreude auf die WM 2010 hat sich ebenfalls nichts geändert. Ich freue mich weiterhin wie ein kleines Kind auf das Turnier und auf ein bisschen Heimat, wenn ich bei den beiden Deutschland-Spielen im Stadion sitzen werde und unsere Elf frenetisch anfeuern werde.

Auch das Outfit für die Spiele passt mittlerweile, seitdem ich mir heute endlich mal ein Trikot besorgt habe. Ich wünsche Euch schon mal allen viel Spaß beim Mitfiebern und eine super Weltmeisterschaft.

Schöne Grüße aus dem Regenbogenland, Daniel.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.