Alltag in der südafrikanischen Metropole Durban

Mit dem 1. September bricht in Südafrika auch der Frühling an. Das bedeutet, dass es nur noch wenige Wochen bis zum Beginn der heißen schwülen Monate und somit auch der Regenzeit dauert. Für mich ist es auch das erste Mal, dass ich innerhalb eines Jahres meinen zweiten Frühling erlebe. Was für ein tolles Wortspiel.

Zusammen mit meinem Mitarbeiter und dem ehemaligen Fußballprofi Paul machte ich mich vergangenen Mittwoch um sechs Uhr morgens wieder einmal auf zum Surfen. Der Sonnenaufgang, das milde Wetter und der Salzgeruch haben schon etwas Besonderes. Auch die Wellen sind früh morgens meist besser als am Nachmittag, weshalb sich viele Durbaner vor der Arbeit noch schnell in den Indischen Ozean werfen, um ihr tägliches Sportprogramm abzurufen.

Ich hatte diesmal das ältere Board von Paul, was ihm aufgrund seiner Körpergröße und seines Könnens zu groß und mir definitiv zu klein ist. Hinzu kamen die Wellen, die laut Internet gute zwei Meter maßen und auch eine ordentliche Wucht hatten. Die Pros sah man ab und an unter den gebrochen Wellen hindurch surfen, während ich erneut fix und fertig in Richtung offenes Meer hinaus paddelte, um meinen nächsten Versuch zu starten.

An diesem Tag blieb ich auch absolut erfolglos und schaffte es bei meinen insgesamt drei genommenen und bisher größten Wellen nicht wirklich aufzustehen, da mir das Board einfach zu schnell war. Bei meiner letzten Welle und einem ordentlichen „Waschgang“ klopfte mein Surfbrett auch kurz mal an meiner Stirn an, was einen kleinen Riss an der Stirn zur Folge hatte und mir zumindest kurzfristig den Spitznamen Harry Potter verschaffte.

Das Wochenende bestand zu einem Teil aus Arbeit, da wir von WhizzKids United einen Stand auf einer Messe hatten, der natürlich betreut werden musste und wir dadurch ein paar Spenden generieren und Sponsoren finden wollten, was uns eigentlich auch ganz gut gelang. Ein wirklicher Fan von Messen werde ich allerdings wohl nie werden.

Den Samstag hatte ich mir aber dennoch frei genommen, da es mein wöchentlicher Strand-Abhäng-Tag war. Natürlich lieh ich mir zusammen mit Thomas auch wieder Surfboards aus. Diesmal: Kleine Wellen + großes Surfboard+ keine gebrochenen Wellen = Läuft!!!

Als wir die knapp fünf Kilometer quer durch die Innenstadt zurück nach Hause liefen, wobei man übrigens meist der einzige Weiße weit und breit ist, stoppten wir noch an einem Laden, um uns in der hintersten Ecke ein Bunny Chow zu gönnen, was auf Grund der Schärfe durch den gesamten Körper brannte. Aber so soll es ja auch sein.

Zum Ausklang des Abends ging es noch ins nahe von unserem Haus gelegene Jack Rabbits, um unser Teilzeit-Heimatland aus Südafrika beim Fußball zu unterstützen. Natürlich gewannen sie auch gegen die Fußballmacht aus Niger und machten aus zehn hochkarätigen Torchancen immerhin zwei Tore, was für südafrikanische Verhältnisse fast schon überragend ist.

Sonntags ging es erneut auf die Messe zum Arbeiten, bevor Fabian wegen seines gestrigen Geburtstags zum Braai einlud. Da ich der Grillmeister war, versaute ich auch gleich ein komplettes Huhn, der Rest war aber absolute Spitze und natürlich musste auch wieder alles so scharf wie möglich sein. Nach dem Essen packte Fabian das Kinderspiel Looping Louie aus. Dass man dies auch in Erwachsenenform spielen kann, weiß sicherlich der ein oder andere. Ich sag dazu nur, dass ich nicht allzu erfolgreich war und nach einigen Runden sowie einem darauffolgenden Besuch in einer Billard-Kneipe froh war zu Hause zu sein.

Wie jeden Montag waren wieder die „Rollers“ im Vordergrund, denn ein Spiel unserer wöchentlichen Fußballliga stand auf dem Programm, welches wir auch souverän gewannen. An meinen kaputten Fußballschuhen erkennt man mittlerweile auch, dass sich meine Zeit in Südafrika in viel zu schnellen Schritten dem Ende entgegen neigt.

In drei Wochen werde ich Durban verlassen, um anschließend meinen letzten Trip zu machen, der mich hoffentlich mit zwei weiteren Deutschen nach Mosambik führt. Dies hängt allerdings davon ab, ob die momentanen Aufstände aufgrund einer Preiserhöhung der Nahrungsmittel bis dahin nachlassen oder nicht. Warten wir mal ab, was passiert.

Gruß aus dem Süden, Daniel.

2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • So ist das wenn man ein Brett vorm Kopf hat!
    Danke nochmal für die Kontakte nach Berlin.
    Meine neue Mitbewohnerin heißt Elena und ich übersende dir ihre herzlichsten Grüße.
    Gib nochmal ordentlich Stoff auf den letzten Etappen.
    Hau rein, Woj

  • @Woj: Feine Sache, dass es mit der Wohnung geklappt hat. Da komm ich auf jeden Fall mal zu Besuch vorbei und falls du ne Silvesterparty feierst, sag Bescheid. Wegbeschreibung brauch ich nicht.
    Grüß mir mal die Elena und Berlin.

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