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Neoprenanzug pflegen: So steigerst du die Lebensdauer deines Surfanzugs

Warum du deinen Neoprenanzug pflegen und nach einer Surfsession mit Süßwasser ausspülen solltest, was es beim Trocknen deines Surfanzugs zu beachten gilt und wie du ihn richtig lagerst, wenn du mal nicht surfst, habe ich in diesem Blogbeitrag für dich zusammen gefasst. 

Seit acht Jahren bin ich mittlerweile schon mit dem Surfvirus infiziert, weshalb ich mindestens einmal pro Jahr versuche, Wellenreiten zu gehen. Ein eigenes Surfboard habe ich nicht und bis vor kurzem hatte ich auch noch keinen eigenen Neoprenanzug.

Beides bei meinen Rucksacktouren um die Welt zu schleppen, ist mir definitiv zu anstrengend, zumal ich meist mit Handgepäck reise und mich auf das Minimum an Gepäck beschränke. Einen Surfanzug habe ich mir mittlerweile dennoch zugelegt, da ich keine Lust mehr auf vollgepinkelte Leihanzüge hatte, die meist sowieso zu groß oder zu klein waren.

Mit meinem nagelneuen Neoprenanzug bin ich mehr als zufrieden: er sitzt perfekt, wurde bisher nur von mir getragen und hält mich beim Surfen schön warm. Einfach stark – und genau aus diesem Grund möchte ich ihn auch noch eine ganze Weile behalten und von seinen wertvollen Eigenschaften profitieren. Mit der richtigen Pflege sollte dies kein Problem sein.

Neoprenanzug pflegen: 5 Tipps für eine längere Lebensdauer

Dieser Blogbeitrag soll nicht nur dir helfen, die Lebensdauer deines Surfanzugs zu verlängern und dich vor unangenehmen Gerüchen sowie Bakterien schützen. Vielmehr haben die Recherche und das Verfassen auch dazu gedient, mich selbst intensiv mit der richtigen Pflege auseinander zu setzen.

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Sämtliche Erfahrungen, die ich bisher bei Surfkursen, durch YouTube-Videos oder andere Blogs gesammelt habe, möchte ich nun an dich weitergeben, damit auch dein Neoprenanzug möglichst lange mit dir die verschiedensten Wellen dieser Welt reitet.

1. Darauf solltest du beim Anziehen achten

Da du diesen Beitrag liest, gehe ich stark davon aus, dass du schon einmal in einen Neoprenanzug gestiegen bist. Daher weißt du sicherlich wie anstrengend dieses Prozedere sein kann. Nicht nur eine Belastung für dich, sondern auch für deinen Surfanzug.

Vor allem, wenn deine Haut nass ist, was das Überziehen deines Neoprenanzugs zusätzlich erschwert. Trockne dich also erstmal ab, damit du keine Energie vergeudest, die du später noch in den Wellen brauchen wirst.

Wirklich viel Kraft solltest du beim Anziehen sowieso nicht aufwenden. Mache kleine Griffe und ziehe nicht ruckartig, um das Material und die Nähte zu schonen, die durch zu viel Kraftaufwendung reißen können.

Hast du dir deinen Surfanzug übergestreift und sind noch einige Falten erkennbar, dann gilt auch hier: ganz behutsam Stück für Stück in der Nähe der Falte ziehen. Andernfalls leierst du deinen Neoprenanzug nur unnötig aus.

Bist du (weiblich und) ein großer Maniküre-Fan, dann achte zudem darauf, dass deine spitzen Fingernägel nicht zu tief ins Material schneiden. Hier können schnell kleine Bruchstellen entstehen, die bei festerem Ziehen im Anschluss immer größer werden.

2. Fehler beim Ausziehen vermeiden

Das Ausziehen deines Neoprenanzugs geht in der Regel sehr fix: einfach den Reißverschluss aufziehen, die Ärmel abstreifen und den Rest vorsichtig nach unten abrollen. Mit vorsichtig meine ich auch hier wieder, dass du den Surfanzug langsam von deinem Körper entfernst und festes Ziehen vermeidest.

Je nachdem, wo du surfen warst, ist der Untergrund ein anderer. Bei Schotter und Kies ist es empfehlenswert, dich auf eine Unterlage zu stellen. Hier reicht ein Handtuch oder eine alte Plastiktüte vollkommen aus. Oder du besorgst dir einen speziellen Wetsuit-Beutel , mit dem du deinen Surfanzug nach dem Umziehen direkt einpacken kannst.

3. Waschen und Ausspülen deines Surfanzugs

Nachdem du deine Surfsession erfolgreich beendet hast und das Ausziehen ohne weitere Komplikationen geklappt hat, wartet nun der nächste „Waschgang“ auf dich. Oder vielmehr auf deinen Neoprenanzug, denn diesen solltest du unbedingt von sämtlichen Salzwasserspuren befreien.

Spüle deinen Surfanzug nach einer Session im Meer mit ausreichend Süßwasser aus. Jedes Mal ist kein Muss, aber eine gewisse Regelmäßigkeit sollte bei der Materialpflege schon bestehen. Vor allem, wenn du zwischen deinen Surfsessions längere Pausen einlegst.

Ich stelle mich nach einer Surfsession zum Beispiel entweder gleich direkt mit Neoprenanzug unter die Dusche oder greife zur Brause und spüle alles gründlich aus – sowohl linksrum gedreht als auch rechtsrum. Als Alternative bieten sich größere Plastikwannen an, wo du deinen Surfanzug für eine Weile im Süßwasser einlegen kannst.

In die Waschmaschine solltest du deinen Wetsuit – wenn möglich – nicht stecken, auch wenn er furchtbar stinkt. Falls dir nichts anderes übrig bleibt, dann achte darauf, dass du den Kaltwaschgang einstellst, nicht schleuderst und kein Waschmittel verwendest.

Die weitaus sinnvollere Möglichkeit, um deinen Neoprenanzug von üblen Gerüchen zu befreien und das Material nicht zu schädigen, sind so genannte Wetsuit Cleaner oder Wetsuit Shampoos. Diese bekommst du in der Regel für ungefähr zehn Euro im Surfshop oder im Internet.

4. Richtiges Trocknen will gelernt sein

Ich gebe zu, dass ich beim Trocknen meines Surfanzugs anfangs so ziemlich alles falsch gemacht. Daher möchte ich dir im Folgenden auflisten, was du beachten solltest, damit dir nicht der gleiche Fehler passiert:

1. Setze deinen Neoprenanzug keinesfalls der direkten Sonneneinstrahlung aus. Das UV-Licht beschädigt das Material und die Hitze sorgt dafür, dass sich geklebte Stellen lösen, auch wenn die Anzüge diesbezüglich in der Regel recht beständig sind.

2. Trockne deinen Surfanzug, nachdem du ihn gewaschen hast, im Schatten. Idealerweise findest du einen Platz, an dem ein bisschen Wind weht.

3. Drehe deinen Neoprenanzug beim Trocknen auf links. Innen wird mehr Feuchtigkeit gespeichert als außen, weshalb er schneller trocknet und keine weiteren ekelhaften Gerüche entstehen.

4. Hänge deinen nassen Wetsuit nicht normal an einem Kleiderbügel auf. Durch das Gewicht dehnt sich das Material, vor allem im Schulterbereich, unnötig aus. Verwende lieber die Querstange, damit sich das Gewicht etwas ausgleicht.

Hast du all diese Tipps befolgt, dann solltest du am nächsten Tag problemlos in einen trockenen Neoprenanzug schlüpfen können. Denn mal ehrlich: es gibt kaum etwas Lästigeres als an einem windigen und kalten Tag in einen nassen Surfanzug zu schlüpfen.

5. So lagerst du deinen Neoprenanzug

Ist dein Surfurlaub zu Ende, dann ist es an der Zeit, deinen Neoprenanzug bis zum nächsten Trip zu verstauen. Auch hier gilt, deinen Surfanzug nicht am Kleiderbügel aufzuhängen, sondern ihn möglichst liegend aufzubewahren, zum Beispiel durch Einrollen oder richtiges Zusammenlegen.

Beim Zusammenlegen solltest du deinen Anzug bei geschlossenem Reiß- und Klettverschluss ausgebreitet vor dich legen. Als nächstes überkreuzt du die Ärmel zur Mitte hin. Die Beine wiederum klappst du von unten nach oben einfach darüber. Im Anschluss faltest du deinen komprimierten Neoprenanzug ein- oder zweimal zusammen – fertig.

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Wichtig ist, ganz egal, ob du deinen Wetsuit rollst oder zusammenlegst, dass keine Knicke und Falten entstehen. Außerdem solltest du deinen Neoprenanzug an einem kühlen Ort ohne Sonneneinstrahlung lagern. Dadurch vermeidest du, dass das Material porös wird.

Ein Hoch auf die lange Lebensdauer

Die obigen Tipps helfen dir dabei, die Lebensdauer deines Surfanzugs zu verlängern. Der Aufwand für die Pflege hält sich ebenso in Grenzen wie die Kosten für das passende Shampoo, sofern du dieses überhaupt benötigst.

Sollte dein Neoprenanzug dennoch den ein oder anderen Kratzer oder Riss abbekommen, so gibt es an den meisten Surforten spezielle Reparaturservices. Auch Neopren-Kleber helfen dir, deinen Wetsuit wieder auf Vordermann zu bringen.

Mit der richtigen Pflege deines Surfanzugs sollte es aber gar nicht erst zu porösen Stellen und Rissen kommen. Daher hoffe ich, dass ich dir mit meinen Tipps weiterhelfen konnte. Sollte ich einen wichtigen Punkt vergessen haben oder sind noch Fragen offen, dann hinterlasse gerne einen Kommentar.

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