Dover

Dover: Die ganze Schönheit der hässlichsten Stadt Englands

Gastbeitrag von Max (dover.de)

Anfang Frühling, Zeit für eine Auszeit. Mittlerweile habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, mir regelmäßig kleine Auszeiten vom stressigen Berufsalltag zu nehmen. Diese kleinen Erholungsphasen können ganz simpel sein: ein Spaziergang am Abend durch die Natur, ein gemütlicher Abend zu Hause mit einem guten Buch und einer Tasse Tee – währenddessen das Handy mal komplett für ein paar Stunden ausgeschaltet bleibt. Doch manchmal gönne ich mir auch einen etwas ausgefalleneren Ausflug. Dieses Mal, einen Kurztrip in die britische Küstenstadt „Dover“.

Ich war schon mehrmals in England. Auch habe ich schon des Öfteren spontane Kurztrips gemacht – also eigentlich nichts Neues. Doch dieses Mal war mir vor meinem Reiseantritt etwas mulmig zu Mute.

Dover, die hässlichste Stadt Englands

Denn auf der Suche nach meinem Ziel für den Trip, bin ich eher zufällig auf Dover gestoßen. England war mein Ziel, soviel stand von Anfang an fest. Als ich dann im Internet ein bisschen nach einem Aufenthaltsort für meinen eintägigen Kurztrip suchte, stieß ich auf folgende Schlagzeile „Top 10 Worst places to live in England“. Das hat mich neugierig gemacht.

Laut einer Umfrage der Webseite ilivehere.uk ist Dover die unbeliebteste und hässlichste Stadt Englands. „Gekrönt“ wurde sie von den britischen Einwohnern selbst. Diese beschreiben Dover unter anderem mit den vernichtenden Worten „grau, heruntergekommen, dreckig“ – um nur ein paar zu nennen.

Irgendwie hat mich das Umfrageergebnis gereizt. Eigentlich wollte ich keinen Abenteuertrip und mir im schlimmsten Fall meinen kurzen Urlaub selbst zur Hölle machen, aber in mir breitete sich eine Neugierde und die Frage aus, was denn wirklich an dieser Umfrage dran sei.

Und so ging es kurze Zeit später mit der Fähre Richtung Dover in die „hässlichste Stadt Englands“.

Auf geht´s ins Ungewisse!

Nachdem die Fähre im französischen Dünkirchen abgelegt hatte, erreichte ich bereits nach gut zwei Stunden die britische Küste. Der Anblick, der sich mir hier bot, ließ mich bereits vor der Ankunft alle Vorurteile vergessen, die ich mir in den Tagen zuvor angelesen hatte.

Vor mir erhoben sich, eindrucksvoll und in ihrer weißen Pracht beinahe majestätisch wirkend, die White Cliffs von Dover. Eine der großartigsten Naturschönheiten des Landes, welches seit Jahrhunderten ein Symbol der Hoffnung und Freiheit in der britischen Geschichte darstellt.

Es versteht sich von selbst, dass ich mich – direkt nachdem die Fähre am Hafen angelegt hatte – auf zu den White Cliffs machte. Nur mit einem kleinen Rucksack bewaffnet stampfte ich wenige Minuten später de Foot Path zu den Klippen hinauf.

Je höher man die weißen Kreidefelsen hinauf wandert, desto schöner wird die Aussicht. Herabblickend auf den Ärmelkanal glitzerte die Abendsonne wie ein Gemälde im Wasser, das sanft gegen die Felswände schwappte – Momente, die ich wohl noch lange in Erinnerung halten werde.

Nach ein paar Stunden entspannter Wanderung machte ich mich dann auf die Suche nach einer geeigneten Unterkunft. Hier habe ich eine kleine aber feine Pension in Zentrum nähe gefunden, wo ich im Bett noch etwas länger die Eindrücke des Abends Revue passieren ließ.

Eine Stadt voller Schönheit

Am nächsten Morgen ging es dann nach einem deftigen English-Breakfast auf zum Museum von Dover. Das zentral gelegene Museum präsentiert eindrucksvoll die einzigartige und turbulente Geschichte der Stadt. Auf den drei Etagen findet man hier viele spannende und interessante Ausstellungsstücke.

Das Herz des Museums ist allerdings ein großes Boot aus der Bronzezeit. Dieses wurde zufällig während Straßenarbeiten vor nicht allzu langer Zeit unweit vom Museum ausgegraben. Einfach fabelhaft.

Und die Erklärung, wie die Bretter hergestellt wurden und mit den damals vorhandenen Werkzeugen verbaut wurden, lässt einen über die Fähigkeiten und das Wissen der Bootsbauer von vor hunderten Jahren einfach nur staunen. Ein klasse Museum. Vielleicht das Beste, das ich bisher besucht habe.

Nach dem Besuch des Museums hieß es für mich dann allerdings wieder: Aufbruch. Leider hatte ich nur eine kurze Zeit in Dover. Meine Meinung, die ich mir zuvor über die Stadt gebildet hatte, hat sich längst ins Gegenteil gewandt.

Mit Sicherheit werde ich wiederkommen. Und dann werde ich die Schönheit der „hässlichsten Stadt Englands“ mit Freude weiter erkunden.

Autoreninfo

max-dover-de

Ein Kurztrip nach Dover ist verantwortlich dafür, dass sich Max in die englische Küstenstadt verliebt hat und er daraufhin zusammen mit einem Freund den Blog dover.de gründete. Dort veröffentlicht er regelmäßig Tipps für alle, die sich ein eigenes Bild von dem Städtchen mit seinen beeindruckenden Klippen verschaffen möchten.

Bildquelle: wilhei | Pixabay

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