10 Highlights von Bratislava zu Fuß an einem Tag entdecken

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In der Hitliste der beliebtesten Hauptstädte Europas taucht Bratislava nicht unbedingt an der Spitze auf. Vielleicht ist die Stadt an der Donau zu klein, zu schwer erreichbar oder einfach nicht attraktiv genug. Letzteres kann ich verneinen, da Bratislava nicht nur abwechslungsreich und wunderschön ist, sondern das Image der grauen Maus aus dem Sozialismus längst abgelegt hat. 

Es gibt Städte, denen du einfach mal eine Chance geben solltest. Bratislava ist eine davon, weshalb die Hauptstadt der Slowakei schon lange weit oben auf meiner Liste für Städtetrips stand. Und das, obwohl mir Pressburg (= deutsche Übersetzung) vom Hörensagen eher als ein Domizil für krachende Junggesellenabschiede und ein kurzer Zwischenstopp bei Donau-Kreuzfahrten bekannt war.

Doch wie so oft wollte ich mir ein eigenes Bild machen. Daher nahm ich mir drei Tage Zeit, um die knapp 450.000 Einwohner fassende Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Während ich mich anderthalb Tage ohne Plan und vor allem ohne Entdeckungsdrang von A nach B bewegte, nutzte ich einen wunderschönen Herbsttag bei warmen 23 Grad, um die Highlights von Bratislava zu Fuß zu entdecken.

Bratislava verfügt über ein hohes Entertainment-Programm auf engstem Raum.

Ein Tag reicht gewiss aus, um dir in aller Ruhe die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Zwischendurch bleibt Zeit, die große Biertradition kennenzulernen, an einer der kleinen Café-Stationen neue Energie zu tanken oder dich mittags mit Brimsennockerl, Knödel oder Gulasch in einem der traditionellen Restaurants zu stärken.

Die Highlights von Bratislava zu Fuß an einem Tag

Bevor ich mit dem Zug in Bratislava ankam, fragte ich im Internet nach Attraktionen, die ich mir in der slowakischen Hauptstadt keinesfalls entgehen lassen sollte. Via Twitter bekam ich die Antwort, mich einfach in der Altstadt treiben zu lassen. Eine Antwort, mit der ich zu Beginn nicht wirklich etwas anfangen konnte, wollte ich doch die absoluten Highlights abklappern. Dass es sich dabei um einen guten Rat handelte, den ich gerne an dich weitergebe, wurde mir erst später bewusst.

Bist du unter Zeitdruck und möchtest du auch außerhalb der bezaubernden Altstadt einige Highlights entdecken, solltest du zumindest einen groben Plan haben, wo du was findest. Daher habe ich dir in der folgenden Abbildung eine Route mit zehn sehenswerten Orten eingezeichnet. Diese kannst du wunderbar an einem Tag – oder mit etwas Tempo auch in wenigen Stunden – ohne großen Stress ablaufen.

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Welchen Weg du bei deiner Tagestour in Bratislava einschlägst, bleibt dir überlassen. Die obige Route ist lediglich eine Empfehlung. Da es auch mal bergauf und bergab geht und du mehr als zehn Kilometer zu Fuß gehen wirst, solltest du dir bequemes Schuhwerk anziehen.

… und los geht´s:

Das Kriegerdenkmal Slavín

Als ersten Stopp empfehle ich dir den Militärfriedhof Slavín, der auf einem Hügel außerhalb der Altstadt liegt. Der Aufstieg ist nicht unbedingt anspruchsvoll, zum Wachwerden und Morgensport aber doch recht gut geeignet.

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Oben angekommen eröffnet sich dir eine schöne Aussicht über Bratislava. Beobachte die Stadt beim Aufwachen und lasse deinen Blick über die modernen Wolkenkratzer, die Altstadt und die imposante Bratislavaer Burg schweifen oder schaue dir das größte Kriegsdenkmal in Mitteleuropa aus der Nähe an.

Die Gedenkstätte besteht aus einer 52 Meter hohen Statue und einem kleinen Park mit Granittafeln. Auf diesen wird an die Verstorbenen erinnert, die bei der Befreiung von Bratislava im 2. Weltkrieg gefallen sind. Insgesamt sollen hier 6.485 Soldaten begraben liegen.

Waldspaziergang im Horský park

Nur einige Meter vom Slavín entfernt, liegt auf einem weiteren Hügel ein wunderschöner Waldpark. Auf ungefähr 22 Hektar unberührter Natur mit riesigem Baumbestand treffen sich täglich zahlreiche Läufer, Hundebesitzer und Einheimische, um dem “Großstadt”-Dschungel zu entkommen.

Insbesondere für Laufrunden bietet sich der Horský park an, da dich nicht nur ein ständiges Auf und Ab entlang abwechslungsreicher Trails erwartet. Du hast an einer Treppe mit 244 Stufen – sofern ich richtig gezählt habe – die Möglichkeit, deinen Hintern, die Oberschenkel und die Waden mit anstrengenden Treppenläufen zu trainieren.

Falls du es etwas ruhiger angehen willst, kannst du am Rande des Waldparks im historischen Forsthaus einkehren, das mehr als 130 Jahre alt ist. Dort gibt es neben Kaffee und Kuchen und einem Kinderspielplatz auch eine kleine Freiluft-Skulpturen-Galerien.

Altes Rathaus und Stadtmuseum

Nachdem du etwas Höhenluft geschnuppert hast, geht deine Tagestour durch Bratislava in der Altstadt weiter. Eine kurze Stärkung bekommst du zum Beispiel an einer der mobilen Kaffee-Stationen direkt am großen Platz vor dem Alten Rathaus.

Vom Vorplatz aus bewunderst du das gotische Gebäude, das vielmehr an eine Kirche als an ein Rathaus erinnert. Die Besonderheit sind die vielen bunten Ziegeln und die Aussichtsplattform im 45 Meter hohen Turm. Ich war zwar nicht oben, allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass du von der Plattform den wahrscheinlich besten Blick auf die Burg von Bratislava hast.

Das Alte Rathaus wurde 1370 erstmals erwähnt und war einst der Sitz der städtischen Stadtverwaltung. Seit 1868 befindet sich in dem Gebäude mit dem kleinen Innenhof das städtische Museum, bei dem du zahlreiche Informationen über die Geschichte Bratislavas bekommst. Es ist zugleich das älteste Museum der Slowakei.

Das Michaelertor im Norden der Altstadt

Vom Zentrum der Altstadt türmt sich beim Gang durch die pulsierende Michalská ulica das Michaelertor auf. Es ist das letzte erhaltene Tor der damaligen Stadtbefestigung, war einst der Nordeingang der Stadt und gilt als eines der ältesten Gebäude von Pressburg.

Errichtet wurde das Michaelertor mit seinem 51 Meter hohen Turm im 14. Jahrhundert. Der mittelalterliche Ziegelbau in Quadratform ist ein weiterer Aussichtspunkt der Altstadt von Bratislava. Vor dem Tor befindet sich die alte Zugbrücke, die teilweise erhalten geblieben ist.

Das prächtige Palais Grassalkovich

Es gibt wenige Gebäude, die sowohl von der Vorder- als auch der Rückseite einen imponierenden Eindruck hinterlassen. Das Palais Grassalkovich ist eines davon und hat zur einen Seite einen gepflasterten Vorplatz mit einem schönen Brunnen, auf der Rückseite dagegen einen angeschlossenen Park, der zum Entspannen einlädt.

Kein Wunder also, dass das Rokokosommerpalais, wo einst Joseph Haydn Konzerte gab, seit 1996 der Sitz des Präsidenten der Slowakischen Republik ist. Am Palast gibt es auch eine Allee mit Bäumen, die von verschiedenen Staatsoberhäuptern gepflanzt wurden, die das Palais Grassalkovivich besuchten.

Die umgedrehte Pyramide

In einem ziemlich alten, verrostet wirkenden Stahlgebäude hat der Slowakische Rundfunk seinen Sitz. Das Gebäude ist ein Überbleibsel aus dem Sozialismus und wäre kein Hingucker, würde es nicht durch seine Form bestechen, schließlich handelt es sich dabei um eine umgedrehte Pyramide.

Im Inneren der 80 Meter hohen Pyramide, befindet sich neben den Aufnahmestudios des Rundfunks ein Konzertsaal für mehr als 500 Zuschauer. Eines der Highlights ist die größte mitteleuropäische Orgel mit insgesamt 630 Pfeifen.

Die umgedrehte Pyramide ist eigentlich ziemlich hässlich, auf Grund ihrer unkonventionellen Form dennoch eine der Sehenswürdigkeiten von Bratislava. Bei deiner Tour zu Fuß solltest du sie daher nicht entgehen lassen.

Die Kirche aus dem Märchenland

Über ein ebenfalls recht ungewöhnliches Erscheinungsbild verfügt die St. Elisabeth-Kirche, die eigentlich nur unter “Blaue Kirche” bekannt ist. Wie ihr Name andeutet, besticht ihr Aussehen durch eine ganz bestimmte Farbe: Blau. So sind nicht nur die Ziegel des Dachs und die Mosaike der Außenfassade blau, sondern auch die Kirchenbänke und die Verzierungen im Inneren.

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Die Blaue Kirche wurde im Jugendstil erbaut und will nicht so recht in das Stadtbild passen. Vielmehr wirkt sie wie ein phantasievolles Gebäude einer Märchenwelt. Vielleicht hat mir das Bauwerk aus dem 20. Jahrhundert genau deshalb so gut gefallen: Es ist einfach mal was ganz anderes.

Das riesige Einkaufszentrum Eurovea

Das Epizentrum des slowakischen Kommerzes liegt am Rande der historischen Altstadt von Bratislava. Entlang der Donau wurde zwischen der Alten Brücke und der Apollo-Brücke ein riesiges Einkaufszentrum mit dem Namen Eurovea hochgezogen.

Die pompöse Glaskuppel des künstlichen Einkaufszentrums wirkt bereits aus der Ferne wie ein Fremdkörper, steht jedoch gleichzeitig charakteristisch für das Eingangstor des modernen Bratislavas. Im Inneren befinden sich weltweit verbreitete Einkaufsläden, amerikanische Café- und Fast-Food-Ketten sowie ein Kino, ein Casino, ein Fitnessstudio und ein Foodcourt.

Ein völlig übertriebenes Gebäude nach amerikanischem Vorbild, das allerdings gar nicht so übel ist. Das architektonische Meisterwerk ist der perfekte Ort für alle Shopping-Süchtigen. Zugleich bietet sich der Außenbereich an, um deine Beine an der neu gestalteten, sehr schönen Donau-Promenade hochzulegen, bevor du deine Tour durch Bratislava zu Fuß fortsetzt.

Ein UFO als Aussichtspunkt

Eine tolle Aussicht über Bratislava hast du vom UFO. Dabei handelt es sich um die Spitze einer 95 Meter hohen Pylone auf der Most SNP, der Brücke des Slowakischen Nationalaufstandes. Der Name ist Programm, denn das Bauwerk sieht tatsächlich aus wie ein Ufo.

Von der offenen Aussichtsplattform aus bietet sich dir ein wunderbares 360-Grad-Panorama mit einer Sichtweite von bis zu 100 Kilometern. Nicht nur die Burg erstrahlt von hier oben in ihrer vollen Pracht. Du hast auch die Altstadt und die modernen Wolkenkratzer sowie das sechs Kilometer entfernte Österreich und das 18 Kilometer entfernte Ungarn voll im Blick.

Um it dem Aufzug auf die oberste Plattform zu gelangen, bezahlst du 7,40 Euro (4,95 Euro für Kinder). Eine Etage weiter unten befinden sich zwei Bars, die recht teuer sind. Einziges Plus: Bei einem Verzehr wird dein Eintrittsgeld mit dem Endpreis verrechnet.

Aber auch ohne leckere Cocktails und einem romantischen Sonnenuntergangs-Dinner ist das UFO, das von 10 bis 23 Uhr geöffnet hat, einen Besuch wert. Du solltest nur etwas Zeit mitbringen, da die Wartezeit beim Anstehen – insbesondere bei gutem Wetter – recht lang sein kann.

Die Bratislavaer Burg als Wahrzeichen der Stadt

Die Burg Bratislava ist nicht nur der Protagonist einer jeden Postkarte der slowakischen Hauptstadt, sie ist auch das Wahrzeichen der Stadt. Von der Altstadt aus führen kleine Gassen mit urigen Cafés und Restaurant hinauf zum Burggelände.

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An der Burgmauer angekommen, hast du unter anderem einen grandiosen Blick auf die Altstadt mit dem St. Martins Dom im Vordergrund. Dort saß ich eine ganze Weile, um mir in aller Ruhe Bratislava von oben anzuschauen.

Die Burg Bratislava mit ihrem 47 hohen Kronenturm verfügt zudem über einen bunten, gut gepflegten Burggarten, der zum Spazierengehen einlädt. Auch das Parlament ist von der Burg recht schnell zu Fuß erreichbar, sofern dein Durst nach slowakischer Kultur noch nicht gesättigt ist.

Party in der Altstadt von Bratislava

Einen eigenen Punkt in diesem Blogbeitrag hat das Nachtleben von Bratislava verdient. Da Bratislava, ähnlich wie Prag, eine Bierstadt ist und die Preise für Essen und Getränke recht niedrig sind, ist die Altstadt ein beliebter Ort, um an Wochenenden ordentlich die Sau rauszulassen.

Daher verschlägt es von Freitag bis Sonntag jede Menge Junggesellenabschiede in die slowakische Hauptstadt. Kein Wunder, denn in Bratislava gibt es nicht nur urige Bars mit günstigem Bier, sondern auch Irish Pubs, Karaoke Bars und Striptease-Clubs. Das perfekte Party-Domizil für europäische Feierbiester.

Bist du alleine unterwegs und willst du dir das Party-Angebot nicht entgehen lassen, ist ein Pub Crawl eine gute Möglichkeit, um die Nacht zum Tag zu machen und spannende Persönlichkeiten kennenzulernen. In der Regel startet dieser um 21 Uhr in einer bestimmten Bar und endet nach einigen weiteren Barbesuchen in einem Club.

Willst du es lieber etwas gemütlicher angehen, findest du in der Altstadt auch einige Weinlokale oder Zigarrenbars. Da das Angebot zum Feiern und Ausgehen recht breit ist, triffst du am Abend auf die unterschiedlichsten Personengruppen – von verliebten Pärchen über aufgetakelte Einheimische bis hin zu Familien.

Wie intensiv du die Abende in Bratislava verbringst, bestimmst letztendlich du. Es geht auch ruhig und besonnen zu in der malerischen Altstadt Bratislava. Ein großer Vorteil, denn all die Junggesellenabschiede können schon mal ziemlich nervig sein.

Verlängere deinen Aufenthalt in Pressburg

Zusammenfassend halte ich fest, dass Bratislava eine wirklich beeindruckende Stadt ist, die eine Reise wert ist. Sie hat es verdient, dass du dir mehr Zeit nimmst als nur für einen Junggesellenabschied oder für einen kurzen Zwischenstopp mit dem Donau-Dampfer.

Es ist unschwer zu erkennen, dass sich Bratislava zu einer modernen Stadt verändert. Deutlich wird dies unter anderem an den modernen Wolkenkratzern, der Eurovea sowie den hippen Bars und Cafés. Frei von Problemen ist die slowakische Hauptstadt dennoch nicht, was dir beim Rundgang anhand der Obdachlosen und Bettler auffallen wird. Auch die Korruption scheint weiterhin eine Angelegenheit zu sein, mit dem das Land zu kämpfen hat.

Abschrecken lassen solltest du dich davon jedoch nicht. Kaum eine Stadt hat nicht mit diversen Problemen zu kämpfen. Bratislava ist ein toller Ort mit freundlichen Einheimischen. Belasse es daher nicht ausschließlich bei den zehn Highlights, die ich dir vorgestellt habe, sondern tauche noch tiefer in Bratislava ein.

Besuche zum Beispiel zusätzlich zur oben vorgestellten Tour durch Bratislava die Museen der Stadt oder den botanischen Garten. Lese ein gutes Buch in einem der Parks, entdecke mit dem Rad die nähere Umgebung oder genieße die kulinarischen Highlights der slowakischen Küche und die vielseitige Bierkultur.

Verbinde deinen Städtetrip nach Bratislava außerdem mit einem Besuch in Wien oder einer anspruchsvollen Wandertour in der Hohen Tatra. Letzteres steht zumindest bei mir auf dem Plan. Ich möchte mehr von der Slowakei entdecken. Bratislava war erst der Anfang.

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