Skitour zur Rauthhütte: Auf der früheren Piste von Leutasch zur Hohen Munde

Vor gut zwanzig Jahren zog die Rauthhütte zahlreiche alpine Skifahrer an. 2003 wurde der Betrieb des Mundelifts eingestellt. An Stillstand ist seitdem jedoch nicht zu denken, denn auch heute noch spurt der Hüttenbetreiber der Rauthhütte einen Teil der ehemaligen Piste. Hinauf geht es allerdings nur mit der passenden Skitouren-Ausrüstung.

Vor der mächtigen Hohen Munde liegt die winzig erscheinende Rauthhütte. Sie bietet ein traumhaftes Panorama mit Blick auf das Gaistal, Leutasch beziehungsweise Tirols Hochplateau bis hin zu den Kalkögeln der Axamer Lizum.

Die Skitour zur Rauthhütte ist mit einem Aufstieg von 2,1 Kilometern und 444 Höhenmetern recht einfach und ideal für Einsteiger, Familien mit Kindern und weniger ausdauernde Tourengeher. Aber auch erfahrene Skitourengeher haben ihre Freude an der Route, wenn sie wenig Zeit für eine ausgedehnte Tour haben.

Am Ziel angekommen werden auf der bewirteten Hütte Tiroler Spezialitäten zur Stärkung aufgetischt. Der Abstieg erfolgt entweder auf der ehemaligen Skipiste, die vom Hüttenwirt präpariert wird, oder im Tiefschnee abseits der Piste.

Die Skitour zur Rauthhütte im Überblick

Beginn der Skitour auf die Rauthhütte ist der Parkplatz Munde (P18) im Leutascher Ortsteil Moos. Ein Parkticket kostet drei Euro für zwei Stunden und fünf Euro pro Tag. Bezahlen kannst du entweder in bar oder mit der EasyPark-App. Kartenzahlung ist leider nicht möglich.

Skitour Rauthhütte in Zahlen (Aufstieg)

Start: Parkplatz Munde (Google Maps)
Dauer: 1,25 Stunden
Länge: 2,1 Kilometer
Höhenmeter: 444 Meter
Höchster Punkt: 1.616 Meter
Schwierigkeitsgrad: ★☆☆☆☆

Viel los, aber genügend Platz für alle

Da die Rauthhütte mit ihrem Panorama, den Einkehrmöglichkeiten und den sehr guten Bedingungen zum Skitourengehen zahlreiche Wintersportler anzieht, kann es auf der Strecke recht voll werden. Auf einsame Stunden in Tirol wirst du bei dieser Tour definitiv verzichten müssen.

Obwohl es die ehemalige Skipiste hinauf geht, gibt es einige Optionen, um den ins Tal sausenden Skifahrern aus dem Weg zu gehen. Meine Freundin und ich haben uns nach kurzem Austausch mit ein paar Einheimischen an deren Empfehlungen gehalten.

Die Strecke zur Rautthütte im Detail

Gleich zu Beginn der Skitour in Leutasch erwartet dich ein steilerer Anstieg. Hast du den ersten Hügel erklommen, bietet eine flache Ebene auf einem schmaler werdenden Weg die nötige Erholung. In diesem Teil können dir Skifahrer entgegen kommen.

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Schmaler Weg zu Beginn der Tour
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Aufstieg abseits der Piste auf dem letzten Drittel

Um den Abfahren aus dem Weg zu gehen, solltest du dich beim nächsten steilen Aufstieg links halten. In diesem Abschnitt werden deine Felle gefordert, die hier den nötigen Grip haben müssen.

Auf eine scharfe Rechtskurve folgt ein Ziehweg, von dem aus du einen ausgezeichneten Blick auf das riesige Loipennetz von Leutasch hast. Wechsle hier auf die rechte Seite, um sichtbar für Abfahrer zu sein und das Panorama genießen zu können.

Halte dich weiter rechts bis du die mächtige Hohe Munde vor dir hast und erstmals die Rauthhütte erblickst. Wechsle an einer flachen Stelle, wo auch Skifahrer kreuzen können, auf die linke Seite und begebe dich zum Waldrand, wo die frühere Liftspur entlangführt.

Auf der ehemaligen Spur des Mundelifts steigst du den restlichen Weg zur Rautthütte hinauf. Sowohl die Rautthütte als auch die sich dahinter auftürmende Hohe Munde wirst du auf dem letzten Abschnitt nicht mehr aus den Augen verlieren.

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Ziel erreicht: Das erwartet dich auf der Rauthhütte

Nachdem du deine Ski abgeschnallt und die Felle zum Trocknen aufgehängt hast, solltest du nach der Ankunft auf der 1.600 Meter hoch gelegenen Rauthhütte zuerst deine Blicke schweifen lassen. Wie bereits erwähnt, bietet sich von der Sonnenterrasse ein grandioses Panorama mit folgenden Highlights:

  • Hohe Munde
  • Zugspitze
  • Gaistal
  • Karwendelgebirge
  • Seefelder Plateau
  • Zillertal
  • Axamer Lizum
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Blick von der alten Liftspur zur Rauthhütte
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Einkehrschwung unterhalb der Hohen Munde

Seit 1928 befindet sich die Rauthhütte im Familienbetrieb. Sie liegt auf 1.600 Metern unterhalb der Hohen Munde. Platz gibt es laut rauthhuette.at für 100 Personen. Auch 60 Betten zum Übernachten sind vorhanden. Diese können jedoch ausschließlich im Sommer gebucht werden.

Stärken kannst du dich mit Tiroler Spezialitäten, wie zum Beispiel Kaspressknödel, Germknödel, Tiroler Knödel in Rindssuppe oder einer veganen Linsensuppe. Warme Speisen werden täglich ab 11 Uhr angeboten.

Hinweis: Kartenzahlung ist auf der Rauthhütte nicht möglich. Stecke dir daher unbedingt ein bisschen Bargeld ein.

Abfahrt von der Rauthhütte: Powder oder Piste

Ein großes Plus der Skitour zur Rauthhütte ist, dass die ehemalige Piste auch gut zwanzig Jahre nach dem Schließen des Mundelifts vom Hüttenwirt präpariert wird, allerdings nicht über die gesamte Breite des Hangs.

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Die ehemalige Skipiste am Mundelift wird auch weiterhin vom Hütten-Team präpariert

Da der präparierte Teil ausschließlich von Skitourengehern abgefahren wird, ist er in der Regel in einem einwandfreien Zustand. Bevorzugst du Schwünge im Tiefschnee oder willst du erste Erfahrung beim Powdern sammeln, darfst du dich ebenfalls über fabelhafte Bedingungen freuen.

Die Abfahrt würde ich als blaue Piste mit roten Abschnitten einstufen. Anfangs ist sie sehr breit mit genügend Platz für eine größere Gruppe an Skifahrern. Ab der Hälfte werden einige Passagen jedoch recht eng. Hier ist Vorsicht geboten, denn oftmals musst du dir die Piste mit Tourengehern teilen.

5 Tipps für deine Skitour zur Rauthhütte

Große Herausforderungen stehen dir auf der Skitour in Leutasch nicht bevor. Aufstieg und Abfahrt sind identisch, die Piste ist teilweise präpariert und wenn der Proviant vergessen wird, gibt es oben angekommen die nötige Verköstigung. Ein paar Tipps möchte ich dir dennoch mit auf den Weg geben.

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Von den Bäumen fallender Schnee kurz nach dem Start in Leutasch

1. Skitourenabende an drei Wochentagen

Jeden Mittwoch, Donnerstag und Freitag finden auf der Rautthütte Skitourenabende statt. Bis 22 Uhr kannst du es dir bei Tiroler Spezialitäten und mit anderen Tourengehern gemütlich machen. Warme Küche gibt es bis 21:30 Uhr.

Für den Aufstieg und die Abfahrt solltest du unbedingt eine Stirnlampe mit hoher Leuchtstärke mitnehmen. So gelangst du nicht nur sicher nach oben, sondern kommst auch unverletzt zurück ins Tal. Eine breite Auswahl an guten Stirnlampen findest du bei Bergfreunde sowie Bergzeit.

Meine Ausrüstung beim Skitourengehen

Tecnica Zero G Tour Scout
Fritschi Tecton 13
Atomic Backland 95
LEKI Sherpa XTG
Diract Voice LVS-Set von Ortovox
Ortovox First Aid Roll Doc
CURREX Edge Pro Einlegesohle
Uvex Sportstyle 235 Sonnenbrille
REELOQ Smartphone Sicherung

2. Getränkeautomat für durstige Frühaufsteher und Nachteulen

Bevorzugst du es im Morgengrauen zum Sonnenaufgang oder am späten Abend aufzubrechen, musst du nicht auf erfrischende Getränke an der Rauthhütte verzichten. Außerhalb der Öffnungszeiten befindet sich für Frühaufsteher und Nachteulen ein Getränkeautomat am Eingang direkt unter der Veranda.

Aber auch hier gilt: Bargeld nicht vergessen.

3. Weitere Skitouren in der Umgebung

Das Hochplateau in Leutasch bietet eine Reihe weiterer Skitouren. Du kannst zum Beispiel von der Talstation in Seefeld auf die Rosshütte oder zum Seefelder Joch gehen. Die Abfahrt ist jedoch auf der Piste und die Parkgebühren sind mit zehn Euro (ohne vorhandenen Skipass) ziemlich hoch.

Mehr Ruhe, Einsamkeit und abenteuerliche Abfahrten genießt du dagegen bei der Skitour auf die Hohe Munde. Sie ist eine Fortsetzung der Rauthhütte-Tour. Ebenfalls beliebt ist die Tour auf die Pleisenspitze mit Scharnitz als Ausgangspunkt.

Da ich beide Skitouren noch nicht gegangen bin, habe ich hier ein paar Fakten für dich zusammengetragen:

Hohe Munde (Ostgipfel)

Start: Parkplatz Munde (Google Maps)
Gehzeit: 3,25 Stunden
Länge: 4,8 Kilometer
Aufstieg: 1.420 Höhenmeter
Höchster Punkt: 2.592 Meter

➥ Details: alpenvereinaktiv.com

Pleisenspitze

Start: Scharnitz (Google Maps)
Gehzeit: 4:30 Stunden
Länge: 10 Kilometer
Aufstieg: 1.600 Höhenmeter
Höchster Punkt: 2.569 Meter

➥ Details: bahn-zum-berg.at

4. Tourenski mit Langlaufski tauschen

Seefeld und Leutasch ziehen im Winter vor allem Langläufer aus ganz Europa an, schließlich könnten die Bedingungen kaum besser sein. Auf 1.200 Höhenmetern verbinden 245 Loipenkilometer die Orte Seefeld, Leutasch, Mösern, Reith und Scharnitz.

Gemeinsam mit meiner Freundin war ich schon viele Male auf den Loipen in und um Leutasch unterwegs. Dabei waren die Loipen selbst bei wenig Schnee in einem tadellosen Zustand. Warum nicht also mal eine Runde Langlaufen, wenn du sowieso schon in der Gegend bist?

Lesetipp: Langlaufen in Leutasch: Die Loipen im Überblick und 10 unverzichtbare Tipps

5. Regeneration im Alpenbad Leutasch

Der 2,1 Kilometer lange Aufstieg mit 444 Höhenmetern zählt zu den kürzeren Skitouren in Tirol. Die Muskulatur wird dennoch gefordert, sodass es sich lohnt den Skitourentag im Alpenbad Leutasch ausklingen zu lassen, um zu regenerieren und neue Kräfte zu tanken.

Das Alpenbad Leutasch liegt fünf Kilometer vom Parkplatz Munde entfernt, mitten im Zentrum des Leutascher Loipennetzes. Dort erwartet dich unter anderem ein Relax-Becken sowie ein 25-Meter-Sportbecken.

Der Saunabereich besticht dagegen durch folgendes Angebot:

  • Panoramasauna (85-95 Grad)
  • Finnische Sauna (95 Grad)
  • Blockhaus Sauna (90-100 Grad)
  • Biosauna (50-60 Grad)
  • Almhüttensauna (85-95 Grad)
  • Dampfbad (40-45 Grad)

Ein tolles Angebot, das jedoch seinen Preis hat. Eine Tageskarte fürs Hallenbad bekommst du ab 22 Euro. Der Eintritt in die Saunawelt kostet 37 Euro.

Rauthhütte: Kein Geheimtipp, aber immer eine Tour wert

Ein Geheimtipp ist die Rauthhütte-Skitour ganz sicher nicht. An Wochenenden und in den Ferienzeiten kann es auf der ehemaligen Skipiste ziemlich voll werden. Genügend Platz ist zwar vorhanden, allerdings musst du an engeren Stellen auch mal kürzere Schwünge fahren.

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Die Rauthhütte als Treffpunkt für Skitourengeher, Winterwanderer und Rodler

Gründe für die hohe Frequenz an Skitourengehern sind nicht nur die gute Erreichbarkeit von Leutasch, das traumhafte Panorama unterhalb der Hohen Munde und die Bewirtung auf der Rauthhütte, sondern auch, dass die Skitour als lawinensicher gilt. Den Lawinenlagebericht solltest du dennoch stets im Blick behalten, um Risiken auszuschließen.

Mich hat beim Aufstieg vor allem der ehrfürchtige Blick auf die imposante Hohe Munde begeistert. Oben angekommen genoss ich bei einem Weizenbier die herrliche Aussicht und bereitete mich mental auf die Abfahrt vor, bei der ich ständig zwischen Powder und präparierter Piste wechselte – ein großer Spaß.

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Fotos: Marta Kulesza | inafarawayland.com

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