Schwimmerschnupfen adé – ein Hoch auf die Nasenklammer

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Schwimmen ist gesund, da es die Gelenke nicht belastet, Fehlhaltungen korrigiert, Stress abbaut und sich das Verletzungsrisiko in Grenzen hält. Aber das ausdauernde Plantschen kann auch zu einem lästigen Schwimmerschnupfen führen, der die Lust auf ein paar Bahnen stark begrenzt. Genau mit einem solchen Schnupfen hatte ich lange zu kämpfen, aber damit ist jetzt Schluss, auch wenn ich dafür ästhetische Einschränkungen in Kauf nehmen muss. 

Seit knapp zwei Jahren bin ich mit dem Triathlon-Virus infiziert. Das bedeutet, dass ich regelmäßig in meine Laufschuhe schlüpfe, fleißig Kilometer auf dem Rennrad abspule und im kühlen Nass meine Bahnen ziehe. Mit dem Schwimmtraining war jedoch immer etwas Überwindung verbunden, da ich im Anschluss einer Einheit im Schwimmbad meist mit einem nervigen Schnupfen und einer laufenden Nase  zu kämpfen hatte. Ein Phänomen, das auch als “Schwimmerschnupfen” bekannt ist.

Was es mit dem Schwimmerschnupfen auf sich hat?

Verantwortlich für den Schnupfen, der bei vielen Schwimmern direkt nach dem Verlassen des Beckens auftaucht, ist die Chlorkonzentration im Wasser. Chlor verlangt der Nasenschleimhaut einiges ab, weshalb sie übermäßig reagiert. Eine erhöhte Sekretion sowie das Anschwellen der Schleimhäute sind ein Schutzmechanismus, der dazu führt, dass die Nase ununterbrochen läuft oder sie schlichtweg verstopft ist.

Dieses Prozedere dauert meist viele Stunden an. Bei mir waren es in der Regel bis zu 24 Stunden, in denen die Taschentücher griffbereit auf dem Schreibtisch lagen. Nachdem sich der Schwimmerschnupfen beruhigt hatte, versorgte ich in der Regel meine aufgescheuerte Nase.

Im Freiwasser tritt der Schwimmerschnupfen bei mir übrigens nicht auf, was darauf schließen lässt, dass tatsächlich das Chlor für die Überreizung meiner Nasenschleimhäute verantwortlich ist. Allerdings können auch Pollen und andere Schwebstoffe im Wasser zu Niesattacken und einer verstopften Nase führen. Daher kommt der Schwimmerschnupfen nicht nur im Schwimmbad, sondern auch im Freiwasser, also in Seen oder im Meer, zum Vorschein.

Hilfsmittel, die ich getestet habe

Durch Recherchen im Internet wurde mir klar, dass der Schwimmerschnupfen keine Seltenheit ist und viele Sportler davon betroffen sind. Viele haben verschiedene Möglichkeiten getestet, wodurch sie zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen gelangt sind. Auch ich habe einige Optionen in Erwägung gezogen, um das Risiko einer laufenden Nase zu minimieren. Hier eine kleine Auswahl:

Vaseline in die Nase schmieren

In einem der Foren las ich, dass es Sinn macht, die Nase vor dem Schwimmen innen mit Vaseline einzureiben. Dadurch wird eine zusätzliche Schicht gebildet, welche die Nasenschleimhäute vor einem hohen Chlorgehalt schützt.

Mein Testergebnis war leider negativ, denn auch nach meiner Schwimmeinheit mit Vaseline kam ich nicht um eine triefende Nase herum. Zwar waren die Auswirkungen etwas geringer als sonst, allerdings wollte ich mich mit dem Ergebnis nicht zufrieden geben.

Tiger Balm unter die Nase

Wenn du diesen Blog schon länger verfolgst, wirst du ganz bestimmt von meinen Thailand-Abenteuern gelesen haben. Ich bin ein großer Fan vom “Land des Lächelns” und damit auch vom über die Grenzen hinaus bekannten Tiger Balm. Dabei handelt es sich um eine rote oder weiße Salbe, die unterschiedliche Wirkungen hat und für verschiedene Bereiche angewendet werden kann.

Während ich den roten Tigerbalsam primär bei muskulären Problemen verwende, hilft die weiße Salbe bei Erkältungen und Schnupfen. Daher habe ich mir nach dem Schwimmen regelmäßig Tiger Balm unter die Nase geschmiert, was sich durchaus positiv auf meinen Schwimmerschnupfen ausgewirkt hat. Von einer Heilung zu sprechen wäre jedoch übertrieben und es fühlt sich auch nicht immer angenehm an, die starken ätherischen Öle zu inhalieren.

Wichtig: Schmiere dir das Tiger Balm auf gar keinen Fall in die Nase.

Meersalz-Nasenspray und Nasendusche

Recht gut kam ich eine Zeit lang mit einem Meersalz-Nasenspray aus. Das reinigende Meersalz schoss ich direkt nach dem Ausstieg aus dem Becken in meine Nase. Ein Vorgang, den ich einige Male wiederholte und der dafür sorgte, dass meine Nasenhöhlen und damit auch die Nasenschleimhäute vom Chlor befreit wurden. Die Folge: Ein weniger starker Schnupfen.

Eine noch bessere Wirkung erzielte bei mir die Nasendusche. Mit ihr kannst du mehr Wasser durch deine Nase laufen lassen, sodass nahezu sämtliche Chlorrückstände beseitigt werden. Der große Nachteil ist, dass die Nasendusche etwas unhandlich ist und es für andere Badegäste nicht sehr appetitlich ist, wenn du dir die Nase ausspülst.

Auf Freiwasser ausweichen

Am besten gewirkt hat bei mir der Verzicht auf chlorhaltiges Wasser. Das Ausweichen auf einen Badesee ist bei mir jedoch mit einer mindestens halbstündigen Autofahrt zum Ziel verbunden. Das ist weder nachhaltig noch kostensparend, weshalb ich den Großteil meiner Schwimmeinheiten lieber im Schwimmbad vor der Haustüre mache.

Beachte hierbei, dass der Verzicht von Chlor nicht gleich bedeutet, dass du keinen Schwimmerschnupfen erleidest. Wie bereits erwähnt, können sich auf dem Wasser eines Sees oder sogar im Meer ebenfalls Schwebstoffe befinden, die deine Nase kitzeln und dir unangenehme Stunden bereiten.

An der Nasenklammer führt kein weg vorbei

Das Meersalz-Nasenspray und die anderen getesteten Hilfsmittel zeigten bei mir leider nicht die erwünschte Wirkung. Daher setzte ich all meine Hoffnung in die Nasenklammer, vor der ich mich lange gescheut hatte, da sie nicht gerade ein Hingucker ist und durchaus für ein beklemmendes Gefühl sorgt.

Nach einigen Tests mit der Nasenklammer beim Schwimmen kann ich allerdings bestätigen, dass ich keinerlei Probleme mehr mit dem Schwimmerschnupfen habe. Durch das Zusammendrücken der Nasenflügel gelangt kein Wasser und damit auch kein Chlor in die Nase. Meine empfindlichen Nasenschleimhäute werden somit nicht gereizt, weshalb mein Taschentuch-Konsum stark abgenommen hat. Auch das Kitzeln in der Nase ist vollends verschwunden.

Welche Nasenklammer beim Schwimmen die richtige für dich ist, musst du selbst herausfinden, da sowohl die Nasenklammern als auch die Nase selbst unterschiedliche Formen haben. Mit Kosten von ungefähr drei bis sieben Euro sind die Ausgaben jedoch überschaubar. Ich habe mir beispielsweise die folgende Nasenklammer bestellt und bin bisher sehr zufrieden damit:

SPEEDO Nasenclip Competition Noseclip
  • Diese wettkampftaugliche Nasenklammer für Schwimmer lässt sich bequem an jede Gesichtsform anpassen.
  • Weiche TPR-Polster garantieren Komfort selbst bei längerem Tragen der Nasenklammer

Nachteile der Nasenklammer

Ein paar Punkte, die mich bei der Nasenklammer stören, gibt es dennoch. Zum Beispiel ist es beim Kraulen zu Beginn recht ungewohnt ausschließlich über den Mund auszuatmen. Das Atmen fällt daher zu Beginn etwas schwerer, jedoch wirst du dich relativ schnell an die Nasenklammer gewöhnen.

Legst du als Schwimmer großen Wert auf dein Aussehen, wird die Nasenklammer nicht unbedingt für ein Upgrade deines Outfits sorgen. Sie sieht alles andere als ästhetisch aus und verformt zudem noch deine Nase. Auch das Sprechen mit Nasenklammer – solltest du zwischendurch einen Smalltalk am Beckenrand haben – klingt seltsam.

Aber keine Sorge, beim sportlichen Schwimmen fällt die Nasenklammer sowieso niemandem auf. Zudem gibt es auch zahlreiche Profis, die schon lange auf das Schwimm-Tool zurückgreifen. Warum also nicht auch du?

Noch ein paar Tipps zum Abschluss

Auch, wenn die Nasenklammer einige Nachteile mit sich bringt, hat sie mittlerweile einen festen Platz in meiner Schwimmtasche gefunden. Ich habe mich recht gut an das beklemmende Gefühl auf meiner Nase gewöhnt und kann die Stunden nach dem Training befreit durchatmen. Nasenspray, Nasendusche und Vaseline sind längst Geschichte, zumal sie nur einen Teil des Problems gelöst haben.

Wenn also auch du mit dem Schwimmerschnupfen zu kämpfen hast, dann solltest du unbedingt auf die Nasenklammer zurückgreifen. Abschließend habe ich hier noch ein paar Tipps für dich:

  1. Teste verschiedene Nasenklammern, indem du sie anprobierst. Die Nasenlöcher sollten verschlossen sein, wobei der Druck der Klemmen nicht zu groß sein sollte.
  2. Nasenklammern aus Metall sind individuell anpassbar, sodass du den Druck selbst regulieren kannst. Zudem brechen sie nicht so schnell wie zum Beispiel Nasenklammern aus Plastik.
  3. Hast du dich für eine Nasenklammer entschieden, kaufe dir direkt ein zweites Modell. Nur für den Fall, dass du eine Klammer verlierst oder sie doch einmal kaputt geht.
  4. Schwimme zwischendurch auch mal wieder ohne Nasenklammer, zum Beispiel im Freiwasser oder in einem Schwimmbad mit einer niedrigen Chlorkonzentration, um an deiner Atmung zu arbeiten oder einen bevorstehenden Wettkampf zu simulieren, sofern du dort keine Nasenklammer tragen willst.
  5. Dusche dich nach einer Schwimmeinheit gründlich ab. Nur so entfernst du das gesamte Chlor von deinem Körper und verhinderst, dass nicht doch noch ein lästiger Schnupfen auftaucht.

Falls du weitere Tipps gegen den Schwimmerschnupfen hast, zögere nicht und hinterlasse gerne einen Kommentar. Oder zählst du dich längst zur Gruppe der Nasenklammerträger? Dann verrate mir gerne, wie deine bisherigen Erfahrungen waren und wie du mit ihr zurecht kommst.

2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Herzlichen Dank für die Anregung. Das werde ich mal ausprobieren, auch wenn ich nicht so sehr davon betroffen bin.

    Du schreibst “ohne Nasenklammer üben für den Wettkampf “. Was spricht dagegen, die Klammer auch dort zu benutzen?

    • Hallo Stefan,

      letztendlich spricht nichts dagegen die Nasenklammer auch im Wettkampf zu verwenden. Guter Punkt! Ich habe angenommen, dass der Wettkampf im Freiwasser stattfindet, wo – zumindest in meinem Fall – keine Klammer notwendig ist. Da schadet es sicherlich nicht, vorab auch mal wieder zu testen, wie es ist, ohne Klammer zu schwimmen.

      Dir viel Spaß beim Ausprobieren und beste Grüße,
      Daniel.

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