Busfahrt Brasilien

Eine Busfahrt, die ist lustig – eine Busfahrt, die ist schön

Dass ich heute schon wieder einen Blogbeitrag schreibe, liegt an der puren Langeweile, die ich just in diesem Moment verspüre. So habe ich mir nach bis dato 18 Stunden Busfahrt, vielen gelesenen Seiten diverser Bücher, Vokabeltraining und einigen Stunden Schlaf mein Smartphone geschnappt, um Euch von meiner vorherrschenden Langeweile zu berichten.

Während ich diese Zeilen tippe, bringt André gerade einem Brasilianer die Zahlen eins bis zehn auf deutsch bei und Sebastian hört sich voraussichtlich zum zehnten Mal in Folge die gleiche Playlist an. Ganz genau weiß ich es aber nicht, da die beiden einige Meter von mir entfernt neben der Bustoilette platziert wurden. Sitzplatztechnisch ein klares 1:0 für mich.

Busbahnhof in Salvador

Über den Bus selbst, in dem wir insgesamt mehr als 1.200 Kilometer von Salvador nach Fortaleza reisen, gibt es allerdings nichts zu meckern. Ganz im Gegenteil, denn unser „blauer Blitz“ ist sogar ziemlich geräumig und komfortabel, für umgerechnet 70 Euro aber auch nicht wirklich günstig. Im Preis enthalten war wohl auch die Polizei, die scheinbar bei gefährlichen Landstrichen teilweise als Schutz mitfährt. Daumen hoch dafür!

10 Minuten Buspause zum Fußball schauen genutzt
10 Minuten Buspause zum Fußball schauen genutzt

Generell sind die Einheimischen weiterhin unheimlich zuvorkommend und hilfsbereit. So zeigte mir meine brasilianische Sitznachbarin nicht nur, wie das Licht und die Lüftung funktioniert, sondern bat mich auch darum, mich anzuschnallen. Safety first sozusagen. Um ehrlich zu sein hatte ich auf Grund erheblicher Sprachdefizite nicht ein Wort verstanden, was Sebastian mit seinem Nebenmann ähnlich ging. Gut zu wissen, daß Andrè wenigstens weiter fleißig die Zahlen rauf- und runterrattert damit den heutigen Titel als Kommunikationsmeister klar für sich behauptet.

Landschaftlich ändert sich beim Blick aus dem Fenster aktuell leider nicht allzu viel, auch wenn die Bergketten, die zahlreichen Bäume und die vereinzelten Sümpfe und Seen durchaus nett anzuschauen sind. Auch der blaue Himmel, der die draußen vorherrschenden 31 Grad andeutet, macht sich äußerst gut. Dass ich in unserer rollenden Kühlkammer gleichzeitig mit dicken Socken, Kapuzenpullover, langer Hose und Halstuch sitze, schreit fast schon nach purer Ironie.

Landschaft auf dem Weg nach Fortaleza
Landschaft von Ceará auf dem Weg nach Fortaleza

Anders als angekündigt werden wir mit Verspätung in Fortaleza ankommen und somit mehr als 20 Stunden Busfahrt durch Brasilien genießen dürfen. Doch das Ziel kommt langsam näher und die Vorfreude auf die 2,45-Millionen-Stadt sowie das Länderspiel gegen Ghana wächst stetig.

Vielleicht begebe ich mich gleich einfach noch einmal in Richtung Toilette und frage die Jungs nach ihren Highlights aus den vergangenen Stunden. Es gibt sicherlich so einiges zu erzählen.

15 Gedanken zu „Eine Busfahrt, die ist lustig – eine Busfahrt, die ist schön“

  1. Hahaha, hab mir noch überlegt, ob ich dich bzgl der „Kühlkammer“ vorwarnen soll – Dachte aber, das merkt ihr dann ziemlich schnell selbst 😀 Die Brasilianer haben echt ebenfalls den Klimaanlagen – Tick! Und krass das ihr tlw. eine Polizeibegleitung hattet – liegt wohl definitiv an der WM. Genießt den Markt an der Strandpromenade – genial zum Shoppen und trinkt soviel Kokosnüsse wie möglich – so viele und so billig hab ich danach nicht mehr gesehen!

    1. @Nette: Ich muss gestehen, dass ich bisher noch keine Kokosnuss hatte. Bitter, oder? Kommt aber noch. Die Beachfront hier ist schon klasse und vor allem sehr sauber. Müssen heute allerdings weiter. Eine der grünsten Städte der Welt wartet auf uns.

  2. Gude ihr Bube!

    Schön dass es euch soweit gut geht…aber gibt es in Brasilien keine Rasierer mehr? Ihr schaut ja aus wie Zicheuner! 😉

    Cheers

  3. So…. jetzt kommt auch mal der Papa zu Wort… bzw wurde ich verdonnert, ein paar Zeilen zu schreiben. Er hat es ja so nicht mit dem Internet!
    Er sitzt gerade vor mir und bat mich zu schreiben „Deutschland wird gegen USA verlieren!“ Eigentlich habe ich mich geweigert, dies zu schreiben aber nun ja…
    Gestern wurde das Deutschlandspiel gegen Ghana im Fernseh live beobachtet. Währen unsere Eltern besuch hatten und 3 „Blinde“ ihren Senf dazu gegeben haben, stande Papa kurz vorm Herzinfarkt.
    Ab heute muss Mama jeden Tag ab 18 Uhr ins Schwimmbad, sozusagen Fußballverbot!
    Zwecks Busfahrt 20 Std…. das hatte Papa auch alles erlebt in Amerika und kann demnach gut mitreden.
    Wir haben das Viewing in Fortaleza im Fernseh mitbekommen und es scheint so, als ist es eine Stadt mit viel Action und tollen Leuten.
    Lasst es euch gut gehen, grüßt die Frauen und haltet euer Geld zusammen.
    Liebe Grüße Papa Ossi
    (geschrieben von Schwester Ossi)

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