von Daniel

Skitour zum Schafjoch: Genussvolle Tour vom Sattele über die Feldringer Böden

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Vom Mieminger Plateau und aus dem Inntal reicht ein Blick auf den Pirchkogel und das nach rechts abfallende Gelände, um zu erahnen, welch großartiges Skitourengebiet sich hier erstreckt – mit dem Schafjoch und den weiten Feldringer Böden mittendrin. Wie du zum Einstieg kommst, welche Besonderheiten diese Skitour in den Stubaier Alpen bereithält, für wen sie sich eignet und warum sie perfekt zum Abschalten ist, erfährst du in diesem Beitrag.

Viel Schnee, ein entspannter Aufstieg und traumhafte Abfahrten im Tiefschnee machen diese Skitour aus. Das Schafjoch steht im Schatten des Pirchkogels und wirkt fast schon unscheinbar. Doch es punktet genau dann, wenn die Lawinenwarnstufen steigen, denn der Aufstieg vom Sattele gilt als relativ sicher bei entsprechender Lawinenlage und defensiver Routenwahl.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Skitour aufs Schafjoch technisch einfach ist. Die breiten, nicht allzu steilen Hänge verzeihen kleinere Fehler und laden zu herrlichen Schwüngen ein. Aber keine Sorge: Auch für erfahrene Tourengeher bleibt der Spaß hier nicht auf der Strecke – ganz im Gegenteil.

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Chronisches Grinsen ist bei der Skitour auf das Schafjoch garantier – zu schön ist die Landschaft

Vier Höhepunkte des Schafjochs

Abwechslungsreiche Tour

Mit dem Aufstieg durch den Wald, über die weiten Feldringer Böden und hinauf zum Schafjoch, bietet die Skitour eine Menge Abwechslung – mitten in der Natur. Auf dem Rückweg gelangst du zudem an einen Winterwanderweg und gleitest ab der Feldringalm auf der Rodelbahn zurück zum Sattele.

Traumhafte Landschaft

Natur pur gibt es im ersten Abschnitt durch den Wald, der nach und nach lichter wird. Sobald du diesen verlässt, überraschen dich die Schneemassen sowie die Weite der Feldringer Böden. Umrahmt werden diese von den Bergriesen der Mieminger Kette, der Stubaier Alpen und der Ötztaler Alpen. Mehr Genuss geht nicht.

Technisch einfach

Lediglich das Waldstück zu Beginn ist technisch anspruchsvoll. Bist du dir unsicher, kannst du auf die Rodelbahn bis zur Feldringalm ausweichen. Die Steigung über die Feldringer Böden ist gering und auch auf dem letzten Anstieg zum Schafjoch stößt du nicht an deine Grenzen, da genügend Platz für weite Routen bergauf und breite Schwünge bergab vorhanden ist.

Einkehrmöglichkeit

Beim Aufstieg zum Schafjoch macht es nicht den Eindruck, irgendwo einkehren zu können. Der Rückweg führt jedoch direkt an der Feldringalm vorbei. Bei bestem Blick auf den Tschirgant, die Mieminger Kette und das Inntal genießt du hier hervorragende Tiroler Spezialitäten, die du dir mehr als verdient hast.

Unterkünfte in der Nähe des Einstiegspunkts

Das Sattele verbindet das Inntal mit der Kühtaistraße. Willst du in der Nähe des Einstiegs unterkommen, ist die Ferienwohnung Hausegg auf der Haiminger Seite oder das Apartment Waldesruh sowie das Haus Barbara in Ochsengarten ideal. Ochsengarten bietet sich zudem zum alpinen Skifahren oder für eine Pistentour nach Hochoetz an.

Skitour Schafjoch vom Sattele

Die Voraussetzungen zum Skifahren sind auf den Feldringer Böden so gut, dass vor einigen Jahren über einen Skigebietszusammenschluss Hochoetz-Kühtai diskutiert wurde. Im Zentrum sollte das Schafjoch als Verbindung zum Kühtai, Faltegartenköpfl und Ochsengarten sein, doch der Widerstand der Bevölkerung war zu groß (Quelle: DAV)

Zum Glück, denn dadurch bleibt ein wunderschönes Skitouren- und Wandergebiet erhalten. Es ist sechs Kilometer lang und teilt sich beim Aufstieg topografisch in drei Bereiche auf, die jeweils ungefähr zwei Kilometer lang sind:

  • 1. Abschnitt: Schmaler Pfad durch den Wald (technischster Teil)
  • 2. Abschnitt: Weite Fläche auf Feldringer Böden (sanfter Aufstieg)
  • 3. Abschnitt: Etwas steiler zum Schafjoch hinauf (mehr Steigung)

Skitour Schafjoch

12,5
Kilometer
890
Höhenmeter
4
Stunden
2.593 m
Höchster Punkt
★★✩✩✩
Schwierigkeit
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Der Aufstieg aufs Schafjoch im Detail

Nachdem du dein Auto am Sattele abgestellt hast (zum Parkplatz navigieren), gehst du am Schilderwald vorbei und folgst dem Pirchkogelweg Richtung Feldringalm. Nach 900 Metern auf der Rodelbahn geht es plötzlich rechts weg in den Wald hinein.

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Der Aufstieg auf der Rodelbahn ist ein gutes Warm-up
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Mit jedem Höhenmeter wird der Wald lichter – Natur pur

Eine Beschilderung fehlt hier, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es Spuren anderer Tourengeher gibt. Voraussetzung für diese Route ist, dass genügend Schnee liegt.

Die nächsten 1,3 Kilometer geht es teils steil bergauf (240 Höhenmeter). Ein wunderschöner Abschnitt mitten durch den Wald, der mit zunehmender Höhe immer lichter wird.

Genussvoll über die Feldringer Böden gleiten

Nachdem du die 2.000-Meter-Grenze geknackt hast und an der kleinen Jagdkanzel vorbeigelaufen bist, erscheinen die weiten Flächen der Feldringer Böden: wunderschöne Hügel mit dem Faltegartenköpfl auf der linken Seite, den mächtigen Pirchkogel direkt vor dir und links unterhalb davon – fast unscheinbar – das Schafjoch.

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Kaum auf den Feldringer Böden angekommen eröffnet sich ein starkes Panorama – wie hier auf die Ötztaler Alpen

Die darauffolgenden zwei Kilometer gehst du über die hügelige Landschaft der Feldringer Böden. Rechts liegt das Skigebiet Ochsengarten mit dem Wetterkreuzkogel. Weiter vorne erkennst du das Kühtai mit dem Pockkogel und den Speicher Finstersee – auf der linken Seite der Simmering und die Mieminger Kette.

Dein Fokus bleibt natürlich auf dem vor dir liegenden Schafjoch mit dem imposanten Pirchkogel dahinter. Bei all den Gipfeln solltest du die Weite und die Schneemassen auf den Feldringer Böden nicht außer Acht lassen. Entspannt geht es über die sanften Hügel immer leicht bergauf – eine fantastische Winterlandschaft: viel Schnee und ein Gefühl von völliger Abgeschiedenheit.

Höhenmeter sammeln beim finalen Aufstieg

Etwas anspruchsvoller wird es auf dem letzten Drittel bis zum Gipfel des Schafjochs. Keine Sorge, es bleibt entspannt, aber es gibt vereinzelte Passagen mit einer Steigung von mehr als 30 Grad, weshalb die Schafjoch-Skitour zwar als sichere Skitour gilt, aber dennoch Vorsicht geboten ist.

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Ab den Feldringer Böden sind das Schafjoch und der imposante Pirchkogel dahinter stets präsent

Über weite Hügel erreichst du nach 5,5 Kilometern eine Abzweigung mit unterschiedlichen Wegführungen. Ab hier ist es nur noch ein Klacks hinauf auf das Schafjoch – weitere 500 Meter mit 70 Höhenmetern warten auf dich.

Auf den letzten Metern kann es zu Schneeverwehungen kommen, weshalb wir auf den Aufstieg verzichteten. Einerseits wollten wir unsere Ski nicht unnötig verkratzen, andererseits war die Vorfreude auf die Abfahrt einfach zu groß, um sie weiter hinauszuzögern.

Abfahrt über die Feldringer Böden zur Feldringalm

Die Abfahrt erfolgt entlang der Aufstiegsspur, allerdings gibt es links und rechts davon genügend Platz, um den Tiefschnee in vollen Zügen zu genießen. Sanfte weite Schwünge bei nicht allzu steiler Neigung – ein Traum.

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Die ersten zwei Kilometer lassen keine Wünsche offen
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Auf dem Winterwanderweg zur Feldringalm

Der Abschnitt über die Feldringer Böden ist eher ein Dahingleiten auf den Aufstiegsspuren – ein bisschen wie in den Loipen beim klassischen Skilanglauf. Temporeich wird es nicht, aber du solltest darauf achten nicht zu langsam zu werden, da du sonst nicht über jeden Hügel kommst.

Sobald am Ende der Feldringer Böden der Winterwanderweg kreuzt, verlässt du die Aufstiegsroute und folgst dem präparierten Weg nach rechts zur Feldringalm. Kurz vor der Almhütte wird es nochmals etwas steiler und eng.

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Einkehrschwung in der Feldringalm mit Blick auf den Tschirgant und die Lechtaler Alpen

Entweder stoppst du für eine Stärkung oder du fährst direkt über das freie Feld nach unten, wo dich weiterer Powder erwartet. Der finale Teil dieser Option ist ein kurzes Waldstück nach einem Gatter, das eine gewisse Technik voraussetzt. Kurz darauf gelangst du auf die Rodelbahn.

Alternativroute nach der Feldringalm

Gibt es nicht genügend Schnee, solltest du ab der Feldringalm auf der Rodelbahn nach unten fahren. Das freie Feld ist zwar meist gut machbar, nach dem erwähnten Gatter warten aber fiese Kratzer auf deine Ski.

Die Skitour zum Schafjoch

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Weitere Informationen

4 Tipps für die Skitour zum Schafjoch

Früh starten

Auf dem Sattele treffen sich Winterwanderer, Rodler und Tourengeher. Daher wird es am Parkplatz schnell voll, vor allem an Wochenenden. Sei daher rechtzeitig am Einstiegspunkt, um deine Skitour aufs Schafjoch entspannt zu starten.

Wetter und Lawinen checken

Vor dem Beginn solltest du nicht nur einen Blick auf den Lawinenlagebericht werfen, sondern auch auf das Wetter.
Die Feldringer Böden sind extrem windanfällig. Zu viel Wind senkt nicht nur den Spaßfaktor, sondern sorgt auch für gefährlichen Triebschnee und Wechten.

Route planen

Das Ziel hast du beim Aufstieg zwar die meiste Zeit in Sicht, aber um sicher unterwegs zu sein, solltest du deine Route vorab genau planen, zum Beispiel mit GPS.
Beim Aufstieg solltest du außerdem eine Route für die Abfahrt planen, um mit möglichst wenig Anstrengung über die Feldringer Böden zu gleiten und nicht in den Mulden zu verschwinden.

Einkehr auf der Feldringalm

Von der Feldringalm kann ich nur Gutes berichten. Mittlerweile war ich schon einige Male nach dem Rodeln oder Tourengehen dort: Uriges Ambiente, freundliche Betreiber, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und exzellente Tiroler Küche – genau das Richtige nach einer großartigen Skitour.

Die richtige Skitourenausrüstung nicht vergessen

Kein Tipp, sondern ein Muss ist eine gute Ausrüstung beim Tourengehen. Daher habe ich im Folgenden einige unverzichtbare Gegenstände für dich aufgelistet, die du bei deiner Schafjoch-Skitour dabei haben solltest.

Meine Ausrüstung beim Skitourengehen
Harscheisen Tecton Harscheisen
Lawinenrucksack Avabag Litric Tour 30
Sportbrille Rudy Project Astral X
Smartphone-Sicherung REELOQ

Alternativrouten auf den Pirchkogel oder das Faltegartenköpfl

Die Skitour aufs Schafjoch kannst du um den Aufstieg auf den Pirchkogel erweitern und ins Kühtai hinabfahren oder den gleichen Weg wieder zurück. Hier solltest du aber auf alle Fälle über genügend Erfahrung verfügen, da der Aufstieg auf den Pirchkogel und der gleiche Weg zurück schwierig ist.

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Der Aufstieg auf den Pirchkogel will wohl überlegt sein – definitiv nichts für Unerfahrene

Solltest du dich für die Abfahrt ins Kühtai entscheiden, solltest du dir über die Lawinenlage bewusst sein. Außerdem musst du deinen Rückweg vom Kühtai zum Sattele mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder einem zweiten Auto planen. Das kann ziemlich aufwändig werden.

Ist dir selbst das Schafjoch zu anspruchsvoll oder fühlst du dich unsicher, dann ist die Skitour auf das Faltegartenköpfl eine gute und sichere Option. Die Route ist kürzer, du kommst nicht in den Genuss die Feldringer Böden in ihrer ganzen Pracht zu genießen und die Abfahrt schnell vorbei, aber das Erlebnis – vor allem für weniger Erfahrene – dennoch große Klasse.

Vom Sattele aufs Schafjoch: Eine Skitour zum Abschalten

Als ich einen Tag später in Obsteig stand und aus der Ferne auf den Pirchkogel mit dem Schafjoch und den auslaufenden Feldringer Böden schaute, machte sich ein fettes Grinsen in meinem Gesicht breit. Zu gut haben mir die Weite, der sanfte Aufstieg und die grandiose Abfahrt im Tiefschnee gefallen.

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Um das volle Potenzial der Skitour auszuschöpfen, muss eine Voraussetzung erfüllt sein: genügend Schnee

Die genussorientierte Skitour besticht durch

  • Abwechslung beim Aufstieg,
  • eine atemberaubende Bergkulisse,
  • eine unendliche Weite mit Dünen aus Schnee und
  • tolle Hänge zum Abfahren.

Eine Tour, die perfekt zum Abschalten ist, weniger Erfahrene zum ersten großen Abenteuer einlädt und alte Hasen immer wieder aufs Neue begeistert. Hinzu kommt, dass die Skitour über die Feldringer Böden als relativ sicher gilt – vorausgesetzt du behältst die Lawinenlage und den Wind im Blick.

Für mich gehört das Schafjoch zu genau den Touren, die man nicht wegen Rekorden und Trainingsdaten macht, sondern wegen des Gefühls, einfach draußen zu sein und die Natur zu spüren. Wenn du genau das suchst, dann ist das Schafjoch deine Tour!

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Fotos: Marta Kulesza | inafarawayland.com

Über den Autor
Hey, ich bin Daniel - Outdoor-Fan, Sportfreak und der Kopf hinter Rucksackträger. Meine Mission: Dich zu unvergesslichen Abenteuern zu inspirieren, bei denen der Sport und die Natur im Einklang sind.

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