Die Vielfalt an Klettersteigen in Tirol ist enorm. Von einfachen Gratwanderungen über Platten mit Überhängen bis hin zu spektakulären Panoramen bietet Tirol ein breites Spektrum. Welche Klettersteige in Tirol einen besonderen Eindruck hinterlassen haben, stelle ich dir in meinem Klettersteig-Guide vor.
Die Berge vertikal zu genießen, auch ohne die Fähigkeiten frei zu klettern – das ist es, was mich an Klettersteigen so begeistert. Dabei kommt die Herausforderung nicht zu kurz, denn es gibt Routen mit unterschiedlichen Schwierigkeiten – von der einfachen Gratwanderung bis zu Felsen mit Überhängen, die Erfahrung, Kraft und Beweglichkeit erfordern.
Die Anzahl der Klettersteige bei Innsbruck und in Tirol überhaupt ist beeindruckend. Als einfach gelten zum Beispiel der Stopselzieher an der Zugspitze, der Mittenwalder Höhenweg, der Zirler Schützensteig oder der Habicht-Steig. An deine Grenzen stößt du dagegen bei den schwierigen Varianten am beliebten Jubiläumsgrat, dem Steinbocksteig im Pitztal oder dem Zimmereben-Klettersteig in den Tuxer Alpen.
Viele Klettersteigtouren bestehen nicht nur aus dem Einhängen ins Seil und dem vertikalen Aufstieg, sondern sind oft mit Wanderungen, Bike-and-Hike-Abenteuern oder sogar Mehrtagestouren verbunden. Meine Lieblingstouren stelle ich dir in diesem Beitrag im Detail vor.
Buchtipp: Klettersteigführer Österreich
Wenn du noch mehr Klettersteige in und außerhalb Tirols entdecken möchtest, empfehle ich dir den Klettersteigführer Österreich. Ich nutze ihn selbst gern zur Tourenplanung, weil er wichtige Daten, ehrliche Einschätzungen und viele zusätzliche Tourenideen liefert.
Klettersteige in Tirol in der Karte
Damit du einen groben Überblick bekommst, wo sich meine favorisierten Klettersteige in Tirol befinden, habe ich eine Übersichtskarte für dich erstellt. Soviel vorweg: Von Innsbruck aus sind sämtliche Ausgangspunkte in weniger als anderthalb Stunden mit dem Auto erreichbar, teilweise sogar direkt von der Innenstadt.
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Mehr Informationen6 besonders schöne Klettersteige in Tirol
In diesem Abschnitt stelle ich dir meine Lieblingsklettersteige in Tirol kurz vor, die in der Regel von Juni bis Oktober geöffnet sind. Du erfährst, was die einzelnen Klettersteige so besonders macht und die wichtigsten Eckdaten.
Detaillierte Informationen zum jeweiligen Klettersteig erhältst du mit einem Klick auf die Links am Ende jeder Tour, sodass du bestens vorbereitet für deine eigene Tour bist.
Hinweis: Die Schwierigkeiten sind meine persönlichen Einschätzungen, die sich von deinen Fähigkeiten differenzieren können. Wichtigste Regel bei Klettersteigen: Überschätze dich nicht.
1. Innsbrucker Klettersteig
Vom Zentrum Innsbrucks geht es mit der Nordkettenbahn zum Hafelekar. Die Bergstation liegt nur einige Minuten vom Einstieg in den Klettersteig, der über sieben Gipfel führt, entfernt.
Der Verlauf ist moderat und ein ständiges Auf und Ab bei bester Aussicht auf Innsbruck und das Inntal zur einen und das wilde Karwendel zur anderen Seite. Eine eher einfache Gratwanderung, aber auch mit technischen C/D-Stellen.

Länge: 7,7 km
Höchster Punkt: 2.480 m
Aufstieg: 514 Hm |
Schwierigkeit: ★★★✩✩
➥ Mehr Infos: Innsbrucker Klettersteig – Tour, Schwierigkeit & Infos
2. Wankspitze
Ausdauer ist beim Klettersteig auf die Wankspitze gefragt, den du wunderbar mit einer Bike-and-Hike-Tour verbinden kannst. Bis zum Einstieg am Stöttltörl sind es nämlich mehr als 6 Kilometer.
Der Klettersteig führt durch die raue Seite der Mieminger Kette und endet auf dem sanften Gipfel. Anspruchsvoll wird es an den Platten zu Beginn (C), ansonsten abwechslungsreich mit einer spannenden Zusatzoption.

Länge: 13 km
Höchster Punkt: 2.209 m
Aufstieg: 1.088 Hm
Schwierigkeit: ★★★✩✩
➥ Mehr Infos: Wankspitze Klettersteig – Tour, Topo & Bike-and-Hike-Tipps
3. Tajakante
Atemberaubend trifft den Klettersteig Tajakante in der Tiroler Zugspitzarena ziemlich gut, denn während der 600 Höhenmeter genießt du spektakuläre Blicke auf die Zugspitze, Ehrwalder Sonnenspitze, den Seebensee und den Drachensee.
Für mich ist die Tajakante der schönste Klettersteig in Tirol, den ich bisher gegangen bin. Mein Tipp: Besonders intensiv erlebst du die malerische Landschaft mit einer Übernachtung auf der Coburger Hütte.

Länge: 5 km
Höchster Punkt: 2.450 m
Aufstieg: 600 Hm
Schwierigkeit: ★★★★✩
➥ Mehr Infos: Tajakante Klettersteig – Tour, Schwierigkeit & Infos
4. Leite
Kurz und knackig ist der Klettersteig Leite in Nassereith direkt nach dem Fernpass. Die steile Felswand des Wannigs zieht zahlreiche Kletterer an, bietet aber auch eine seilversicherte Variante.
Der Leite-Klettersteig bietet sich für eine Halbtagestour an, denn für die 277 Höhenmeter und zurück brauchst du rund zwei Stunden. Aber: Ein Kinderspiel ist er keinesfalls, da dir einige C/D-Bereiche bevorstehen.

Länge: 3 km
Höchster Punkt: 1.109 m
Aufstieg: 277 Hm |
Schwierigkeit: ★★★✩✩
➥ Mehr Infos: Leite Klettersteig – kurze Tour mit Topo & Schwierigkeit
5. Kühtaier Panorama-Klettersteig
Nichts für Anfänger ist der Klettersteig auf den Pockkogel. Nicht etwa wegen der 446 Höhenmeter, die sich auf zwei Sektionen verteilen, sondern wegen Abschnitten der Kategorie D bis hin zu einem leichten Überhang (D/E).
Mit der nötigen Erfahrung wirst du große Freude am Klettersteig im Kühtai haben. Belohnt wirst du mit einem klasse Ausblick auf die Stubaier Alpen, Ötztaler Alpen und Lechtaler Alpen.

Länge: 6,68 km
Höchster Punkt: 2.807 m
Aufstieg: 446 Hm
Schwierigkeit: ★★★★★
➥ Mehr Infos: Kühtaier Panorama-Klettersteig – Schwierigkeit, Topo & Infos
6. Bettelwurf-Überschreitung (+ Absamer Klettersteig)
Zwei starke Touren beinhaltet die Bettelwurf-Überschreitung, für die du mindestens zwei Tage einplanen solltest. Nachdem du über den Absamer Klettersteig 1.314 Höhenmeter zur Bettelwurfhütte aufgestiegen bist, wartet am zweiten Tag die Überschreitung auf dich.
681 Höhenmeter stehen auf dem Programm, um den Großen Bettelwurf zu erreichen. Der Aufstieg ist ebenso fordernd wie faszinierend. Zudem führt der Abstieg ebenfalls über einen Klettersteig – die perfekte Abenteuer-Tour.

Länge: 3,8 km
Höchster Punkt: 2.726 m
Aufstieg: 681 Hm
Schwierigkeit: ★★★★✩
➥ Mehr Infos: 2-Tages-Klettersteig mit allen Infos
So könnte deine Klettersteig-Woche in Tirol aussehen
Die Anzahl der Klettersteige in Tirol ist enorm. Warum schlägst du nicht einfach deine Zelte in Tirol auf und machst eine Klettersteig-Woche daraus?
8-tägige Klettersteigtour in Tirol
❶ Anreise und Aufstieg zur Coburger Hütte
❷ Tajakante und Abstieg nach Ehrwald
❸ Leite Klettersteig als Halbtagestour
❹ Wankspitze mit Bike & Hike
❺ Kühtaier Panorama-Klettersteig
❻ Absamer Klettersteig zur Bettelwurfhütte
❼ Bettelwurf-Überschreitung (Übernachtung: Bettelwurfhütte)
❽ Abstieg nach Absam
Hinweis: Die Route steigert sich von panoramareichen Klassikern bis zu alpinen Herausforderungen und eignet sich eher für erfahrene Klettersteiggeher.
Beginne mit dem Klettersteig Tajakante und verbringe eine Nacht auf der Coburger Hütte. Bist du mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, wanderst du über die Grünsteinscharte zum Einstieg der Wankspitze (Achtung: schwere Tour).
Bequemer ist die Fahrt über den Fernpass nach Nassereith, wo der Leite-Klettersteig auf dich wartet. Eine Nacht verbringst du in Obsteig (z. B. Hotel Stern, Apartment Alpenperle), um früh morgens zur Wankspitze aufzubrechen.
Zwei weitere Nächte in Innsbruck sind hervorragend, um ins Kühtai für den Panorama-Klettersteig aufzubrechen. Am Tag darauf nimmst du den Innsbrucker Klettersteig mit, den du mit den Nordkettenbahnen erreichst.
Von den sieben Gipfeln blickst du auf den Bettelwurf. Der Absamer Klettersteig und die Bettelwurf-Überschreitung mit mindestens einer Nacht auf der Bettelwurfhütte runden einen anspruchsvollen Klettersteigurlaub in Tirol ab.
Jeder Klettersteig hat seinen Charakter
Egal, ob du dich rantasten möchtest, eine abenteuerliche Mehrtagestour suchst oder technisch anspruchsvolle Steige gehen willst – in Tirol wirst du fündig.
Erfahrung sammelst du zum Beispiel beim Innsbrucker Klettersteig, ein beeindruckendes Bergpanorama genießt du an der Tajakante und an die Grenzen kommst du im Kühtai auf dem Weg zum Pockkogel. Jeder Klettersteig hat seinen eigenen Charakter – topografisch wie landschaftlich gleicht keiner dem anderen.
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Ich habe noch viele Klettersteige in Tirol auf meiner Liste und werde diesen Beitrag regelmäßig erweitern, um dich zu neuen Abenteuern zu inspirieren.
Hast du einen besonderen Klettersteig-Tipp für Tirol? Schreib ihn mir gern in die Kommentare.