Dreggicher 1000er: Mitveranstalter beim neuen Trailrun-Format in der Rhön

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Brennende Muskeln, ein hoher Puls und die mentale Anspannung, gemischt mit dem Drang an seine Grenzen gehen zu wollen und eins mit der Natur zu sein, machen für mich die Faszination Trailrunning aus. Doch anstatt selbst an den Start zu gehen, wechselte ich die Seiten und versuchte mich als Mitorganisator bei einem neuen Format.

Gemeinsam mit sieben guten Freunden, mit denen ich vor mehr als anderthalb Jahren den SD 2020 Bad Brückenau e. V. gründete, feilte ich über Monate hinweg an einem Lauf, den es in der heimischen Rhön so noch nicht gegeben hatte. Die Rede ist vom Dreggichen 1000er.

Die Entstehung eines etwas anderen Berglaufs

Die Intention war es als junger Sportverein, der sich unter anderem mit Sportarten wie Triathlon, Trailrunning, CrossFit und Skitourengehen identifiziert, einen urigen Event in unserer Heimatstadt Bad Brückenau zu etablieren. Der Spaß sollte zwar im Vordergrund stehen, allerdings sollte auch das Überschreiten der Laktaktschwelle nicht zu kurz kommen.

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So entstand nach einigen Treffen – oder vielleicht auch einfach nur aus der Bierlaune heraus – die Idee, einen fordernden Lauf ins Leben zu rufen. Ein Bergsprint sollte es sein und die passende Strecke war schnell gefunden. Im Handballtraining mussten früher einige von uns einen ganz bestimmten Hügel im Zentrum der Stadt hinauf sprinten.

Die brennenden Muskeln nach dem Training wussten wir damals noch nicht zu schätzen, obwohl sie ein klares Zeichen für die Verbesserung der Kraftausdauer waren. Wir waren uns aber bewusst, dass die absolvierte Strecke unseren Teilnehmern ebenfalls so einiges abverlangen und ihnen nach dem Zieleinlauf dennoch ein gequältes Lächeln auf die Lippen zaubern würde.

Doch damit nicht genug – wir setzten noch einen drauf und integrierten die ehemalige Skipiste an der Himmelsleiter in den “Hügel des Leidens”. Das bedeutete: Höher, schneller, weiter! Der Dreggiche 1000er war geboren.

Hintergründe zum Dreggichen 1000er

Startpunkt des neuen Trailruns in Bad Brückenau ist der Felsenkeller in der Nähe der Innenstadt. Von dort führt ein Weg – an der Marien-Statue vorbei – hinauf zu einem ebenen Forstweg. Nach dem kurzen Stück ohne Steigung geht es die frühere Skipiste an der Himmelsleiter hinauf.

Die ungefähr 333 verbleibenden Meter sind nochmals eine große Belastung für jede einzelne Muskelfaser. Nicht nur, weil sich die Steigung oft verändert, sondern auch, weil der Untergrund aus weichen Wald- und Wiesenwegen besteht, was das Laufen zusätzlich erschwert.

Das Wort “Dreggich” bezieht sich nicht ausschließlich auf die äußeren Bedingungen, sondern vielmehr auf die körperliche und mentale Anstrengung, die jeder Läufer beim Aufstieg durchlebt. Die Zahl 1.000 ergibt sich aus der zurückgelegten Distanz: 912 Meter Länge + 140 Höhenmeter = mehr als 1.000 Meter insgesamt.

Hier findest du einen Auszug aus Komoot, wo du dir die Strecke des Dreggichen 1000ers im Detail anschauen kannst:

Der erste Dreggiche 1000er war ein voller Erfolg

Am vergangenen Sonntag, den 24. Oktober, war es dann endlich so weit. Um kurz nach 10 Uhr erfolgte der Startschuss. In Abständen von einer Minute begaben sich die 84 Teilnehmer, davon 20 Frauen und 64 Männer, auf die Laufstrecke. In zahlreichen Gesichtern war eine gewisse Anspannung zu erkennen, da die Teilnehmer nur erahnen konnten, auf was sie sich eingelassen hatten.

Nach dem ersten längeren Anstieg, vorbei an der Marien-Statue und einer Apfelbaum-Wiese, gab es für die Teilnehmer eine kleine Überraschung. Auf dem Plateau versammelten sich ungefähr 250 Zuschauer, denen vom Moderator Dirk Stumpe ordentlich eingeheizt wurde. Mit Tröten und frenetischen Anfeuerungsrufen im Rücken ging es für die Läufer den letzten Anstieg hinauf, bei dem die eigenen Grenzen ausgelotet wurden.

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Im Ziel angekommen wartete eine Verpflegungsstelle mit heißem Tee und isotonischen Getränken auf die frisch gekürten “Bergziegen” – ideal, um den Puls runterzufahren. Am Plateau wurde den stolzen Läufern im Anschluss der Goodie Bag überreicht. Er war mit einem Energydrink, einem Sportriegel, Lutschtabellen, einer Trinkflasche im “Dreggichen 1000er”-Style und einigen weiteren Utensilien bestückt. Die 50 Personen, die sich zuerst für den Lauf angemeldet hatten, durften sich zudem über ein Event-Shirt freuen.

War es zu Beginn des Berglaufs mit vier Grad noch recht frisch, so fand die Siegerehrung bei bestem Wetter und strahlendem Sonnenschein statt. Bei den Männern überquerte Florian Kretschmann vom SCK Oberwildflecken in einer Fabelzeit von 5:33 Minuten die Ziellinie, bei den Frauen Sonja Muth von der DJK Schondra in starken 7:53 Minuten. Zeiten, mit denen ich im Vorhinein nicht gerechnet hatte.

#keineausrede für eine Wiederholung

Ganz besonders freuten wir vom SD 2020 Bad Brückenau e. V. uns über das positive Feedback der Teilnehmer und Zuschauer, das uns nach der Veranstaltung über die verschiedenen Wege erreichte. In einer Kleinstadt ein solches Event aufzuziehen hatte den ein oder anderen Schulterklopfer zur Folge und uns deutlich gemacht, dass der Dreggiche 1000er keine Eintagsfliege bleiben sollte.

Obwohl der Lauf und das Drumherum insgesamt nur drei Stunden dauerten, steckte eine Menge Arbeit dahinter. Neben der Suche nach Sponsoren, der Planung der Strecke, der Zeitmessung und der Vermarktung der Veranstaltung musste auch die Verköstigung der Zuschauer sowie die Verpflegung der Läufer gewährleistet werden.

Ich fühlte mich ein wenig in meine Zeit als Sportmanagement-Student zurückversetzt, wo ich zuletzt einen Sport-Event mitorganisieren durfte. Doch ein völlig neues Format mit Freunden in einer Sportart, die mich seit Jahren begeistert, zu entwickeln und umzusetzen, hat seinen eigenen Charme.

Die erste Ausgabe des Dreggichen 1000ers hat gezeigt, dass der Trailrun nach einer Wiederholung schreit. Die Feuertaufe ist geglückt und die Motivation im kommenden Jahr noch einen draufzusetzen, ist ungebrochen. Dann gilt es, das Event für Teilnehmer und Zuschauer noch attraktiver zu gestalten und das Feedback so umzusetzen, dass alle Anwesenden ein weiteres Mal ins Staunen geraten und mit einem Lächeln im Gesicht das Gelände verlassen.

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