Kintamani und Batur, die idyllischen Bergdörfer am Gunung Batur

Kintamani Gunung Batur

Bali ist nicht nur für seine traumhaften Strände bekannt, sondern vor allem auch für seine Berglandschaft und beeindruckenden Vulkane. Daher habe ich mich auf eigene Faust auf den Weg nach Kintamani und Batur gemacht, um mir den Gunung Batur und die Landschaft genauer anzuschauen. Als Andenken legte ich mir auch gleich ein fesches Outfit zu.

In meinem Blogbeitrag 47 Fakten über Bali hatte ich bereits die Bedeutung von Meer und Bergen für die Balinesen angedeutet. Während im Meer böse Geister und Dämonen schlummern, leben in den Bergen die Götter. Ihre Meinung bezüglich des Meeres kann ich nicht ganz teilen, dafür aber ihre Einstellung gegenüber der Berge, denn auch auf mich haben diese eine unglaublich positive Wirkung.

Die Fahrt von Ubud nach Kintamani und Batur

Nach mehr als einem Monat auf Bali war es endlich an der Zeit, einen der Vulkane zu bestaunen und die Berglandschaft aus nächster Nähe zu betrachten. Daher lieh ich mir erneut einen Roller aus und machte mich von Ubud aus auf den Weg nach Kintamani. Ein Ort im Batur-Massiv, der mir von einem deutschen Backpacker empfohlen wurde.

Wirklich verfahren konnte ich mich – selbst wenn ich es darauf angelegt hätte – nicht wirklich, da es in Richtung Norden nur eine Hauptstraße gibt. Wäre ich aus Versehen links oder rechts abgebogen, dann wäre ich auf eine von zwei Nebenstraßen gelandet, die ebenfalls nach Kintamani geführt hätten. Eine Strecke, die durchaus auch ohne Navi machbar ist.

Die 35 Kilometer lange Fahrt von Ubud nach Kintamani war sehr kurzweilig. Schuld daran hatte die wunderschöne Landschaft. Unter anderem passierte ich die weltberühmten Reisterassen von Tegallalang, auf die ich einen ersten Blick erhaschen konnte.

Doch auch nach Tegallalang, wo der Verkehr drastisch abnahm, gab es erste Bergdörfer und ein tolles Bergpanorama zu bewundern. Etwas kurios waren die zahlreichen Deutschland-, England- und Frankreich-Flaggen, die an den Häusern kleiner Dörfer hingen – wahrscheinlich wegen der aktuell stattfindenden Fußball Europameisterschaft in Frankreich.

Tipp für die Fahrt: Falls du ebenfalls mit dem Roller ins Batur-Massiv rund um Kintamani aufbrechen möchtest, dann solltest du dir unbedingt eine Jacke oder einen Pullover mitnehmen. Nicht nur wegen des Fahrtwindes, sondern weil es dort bis zu 15 Grad kälter sein kann als an der Küste.

Panoramablick auf den Gunung Batur und den Batur-See

Dass ich in Kintamani angekommen war, merkte ich, als mich plötzlich ein Sicherheitsmann stoppte, den ich irgendwie übersehen hatte. Er forderte 30.000 IDR (~ 2 Euro) von mir, die ich ihm ohne zu murren übergab. Natürlich mit der rechten Hand, wie man das eben so auf Bali macht.

Nachdem ich den Eintrittspreis bezahlt hatte und einige weitere Meter durch die Gegend rollte, durfte ich schließlich das sehenswerte Panorama vom Gunung Batur und dem Batur-See genießen.

Der Anblick ist gerade deshalb so schön, weil Kintamani selbst 1.470 Meter hoch liegt und sich zwischen dem Bergdorf und dem 1.717 Meter hohen Vulkan ein kleines Tal mit dem Batur-See breit gemacht hat. Verständlich, dass sich entlang Kintamanis viele Restaurants platziert haben, die den Touristen einen Aufenthalt mit ihren aussichtsreichen Terrassen besonders schmackhaft machen.

Für das perfekte Panoramafoto musst du dich nicht zwangsläufig in einem der Restaurants niederlassen. Es gibt eine Art Panoramaterrasse, die für jeden zugänglich ist. Daher ist es keine Überraschung, dass sich dort auch einige Verkäufer tummeln und neben Obst und Getränken ihre Holzschnitzereien und Batik-Textilien anbieten.

Um an den Fuß des Gunung Batur zu gelangen, musst du eine kurvige Nebenstraße nach Penelokan hinabfahren. Mit dem Roller nicht ganz ungefährlich, da die Straßen steil sind und dich kleine Steinchen schnell aus dem Gleichgewicht bringen können.

Wissenswertes über Kintamani

Ich muss zugeben, dass ich mich in Kintamani nicht allzu lange aufgehalten habe. Das Bergdorf hat für mich auch nicht den Eindruck gemacht, als gäbe es – bis auf Kaffeeplantagen und einige Tempel – viele weitere imposante Sehenswürdigkeiten.

Es war mir auch nicht ganz ersichtlich, wo sich überhaupt der Anfang und das Ende von Kintamani befanden. Wie ich im Nachhinein gelesen habe, wird der Ort meist als ein Überbegriff für die kleinen Orte Penelokan, Toya Bungkah, Batur, Kedisan, Abung und Songan genannt. Das macht eine klare Abgrenzung nicht unbedingt einfacher.

Zudem gibt es einige weitere traditionelle Bergvölker um den Ort in den Bergen herum, die nicht ausgeschildert sind. Auffällig ist, dass dort alte Traditionen gepflegt werden und sich die Gegend somit von den Touri-Hochburgen der Insel klar abhebt. Kein Wunder, denn die Region um Kintamani war einst Teil des ältesten Königreichs Balis.

Ein sehenswertes Highlight gibt es trotzdem noch in unmittelbarer Nähe, dass ich auf Grund des Wetterumschwungs auslassen musste. Die Rede ist vom Pura Tegeh Koripan, einem Tempel auf dem Gunung Penulisan, der auf 1.745 Meter liegt und damit der höchstgelegenste der Insel ist.

Batur, das Opfer wiederholter Vulkanausbrüche

Am Rande von Kintamani, oder vielmehr direkt übergehend, liegt Batur. Ein Dorf mit einer traurigen Geschichte, da es im 20. Jahrhundert gleich zweimal von einem Vulkanausbruch ausgelöscht wurde. Kaum vorstellbar, hat sich das Dorf doch eigentlich mitten auf einer unerreichbaren Anhöhe positioniert.

Das war nicht immer der Fall, denn Batur lag einst am Fuße des Gunung Baturs, dem Protagonisten des Batur-Massivs. Ein nettes Plätzchen mit fruchtbarem Boden und daher idealen Bedingungen für die Landwirtschaft. Doch die Traumlage war es auch, die dem Dorf im Jahr 1917 zum Verhängnis wurde, als der Vulkan sämtliche Häuser und Tempel in Schutt und Asche legte.

Nur der Tempel Ulun Dana Batur blieb unversehrt, was die Überlebenden als gutes Omen werteten. Kurz nach dem Ausbruch wurde daher mit dem Wiederaufbau begonnen, sodass das pulsierende Dorfleben schon bald wieder zum Alltag gehörte.

Das Schicksal meinte es jedoch alles andere als gut, weshalb der Gunung Batur neun Jahr später ein weiteres Mal ausbrach und das Dorf mit seiner Lava schier überrollte. Diesmal blieb selbst der Ulun Danu Batur nicht verschont. Lediglich der Schrein der Wassergöttin Dewi Danu konnte gerettet werden.

Für die Dorfbewohner war nach dem zweiten Vulkanausbruch innerhalb von zehn Jahren klar, dass sie keine weitere Tragödie in Kauf nehmen wollten. So packten sie den Schrein der Wassergöttin und schafften ihn zum höchsten Punkt in unmittelbarer Nähe. Um ihn herum bauten sie sowohl den Ulun Danu Batur auf, als auch ein komplett neues Dorf. Der Name Batur blieb bestehen und die Einwohner konnten sich diesmal ganz sicher sein, dass sie die Lava und die herumfliegenden Gesteinsbrocken hier keinesfalls erreichen würden.

Der Tempel, der von der Göttin Dewi Danu geweiht wurde ist mittlerweile der zweitwichtigste Tempel auf Bali. Dementsprechend groß für die Verhältnisse in Kintamani ist der Andrang der Touristen. Zwar ist der Tempel ein wahrer Augenschmaus, allerdings sind die Verkäufer teilweise doch sehr penetrant und aufdringlich.

Daher haben sie auch mich überzeugt – oder vielmehr bedrängt – vor dem Tempelbesuch einen Sarong zu kaufen. Bevor ich nein sagen konnte, hatte ich das traditionelle Gewandt bereits an meinem Körper und durfte unverzüglich in die Preisverhandlung übergehen. Wie auch schon beim Surfen in Kuta gilt auch in Batur: „Je mehr du bezahlst, umso mehr Glück hast du!“

Das Batur-Massiv ist absolut sehenswert

Für mich als Bergfan war der Besuch in Kintamani und Batur ein absolutes Muss. Für eine Trekking-Tour hat nicht nur die Zeit gefehlt, auch das Wetter hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht, weshalb ich statt zu Fuß sämtliche Stationen mit dem Roller abgeklappert habe.

Ein Besuch im Batur-Massiv sollte auch einer deiner Programmpunkte sein, denn die beeindruckende Landschaft ist ein krasser Kontrast zu dem Bali, das dir aus Reiseführern und -magazinen bekannt ist. Anstatt eine Tour zu buchen, empfehle ich dir einen Motorroller oder ein Auto zu leihen, um flexibler zu sein.

Bei einer Trekking-Tour solltest du dann aber auf das Wissen der Locals zurückgreifen. Schließlich kennt keiner die Berge und ihre teilweise sehr tückischen Pfade besser als die Einheimischen.

Wenn es die Zeit erlaubt, werde ich mir nochmals den Roller schnappen und die gut eine Stunde dauernde Fahrt von Ubud auf mich nehmen. Die Reisterrassen von Tegallalang muss ich sowieso noch auf meiner To-Do-List abhaken und wenn ich schon mal dort bin, kann ich auch gleich noch ein paar Kilometer weiter fahren. Ich halte dich über meine weiteren Touren auf alle Fälle auf dem Laufenden.

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