Beim Italientrip San Marino nicht vergessen

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Exakt zwei Jahre ist es her, als ich während einer Tour in Italien Halt in San Marino machte. Ein winziges Land, das zwar jeder kennt, bei einer längeren Rucksacktour allerdings schnell mal in Vergessenheit gerät. Um dies zu vermeiden, gibt es heute ein paar Informationen für dich, denn San Marino ist immer eine Reise wert.


Bis zu meinem Trip war mir San Marino mit der gleichnamigen Hauptstadt lediglich durch diverse Fußballspiele bekannt, schließlich gab es für die Kicker aus Südeuropa gegen andere Mannschaften meist herbe Klatschen. Kein Wunder bei einer Anzahl von gut 30.000 Einwohnern. Dass das Land irgendwo bei Italien liegt, soviel wusste ich bis dato immerhin.

San Marino kurz vorgestellt

Doch San Marino liegt nicht etwa bei Italien, sondern wird komplett von Italien umgeben, sodass es sich zurecht als Enklave bezeichnen darf. Auch das Vorurteil, dass das winzige Fleckchen in Europa ein Stadtstaat sei, ist nicht wahr, was sich nicht nur an den neun Zitadellen wunderbar widerlegen lässt, sondern auch daran, dass die Hauptstadt San Marino mit seinen gut 4.000 Bewohnern nicht einmal die größte Stadt des Landes ist.

Weltweit gibt es nicht allzu viele Staaten, die du zu Fuß durchqueren kannst. In San Marino ist dies jedoch kein Problem, denn die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt nur schlappe zwölf Kilometer. Mit dem Rucksack könnte es aber durchaus anstrengend werden, da San Marino ziemlich hügelig ist und das mediterrane Klima einem vor allem in den Sommermonaten den Rest gibt. Also vielleicht nicht die beste Idee, um die älteste bestehende Republik der Welt auf eigene Faust zu erkunden.

Anfahrt und Lage der Enklave

Die ehemalige Steueroase mit ihren stolzen Einwohnern, die meist italienischer Herkunft sind, ist relativ einfach erreichbar. Insbesondere mit dem Auto solltest du keinerlei Probleme bekommen, da das Land leicht zugänglich ist und es keine Grenzkontrollen gibt. Wenn du aber unbedingt einen Stempel San Marinos in deinem Reisepass haben willst, dann kannst du dir einen solchen für einen kleinen Obolus in der Tourismusbehörde abholen.

Der bekannteste Ort in der Nähe von San Marino ist sicherlich Rimini. Der touristische Badeort liegt 15 Kilometer entfernt und ist mit dem Rest Italiens sehr gut verbunden, sodass öffentliche Verkehrsmittel ohne Probleme genutzt werden können. Auch nach San Marino verkehren regelmäßig Busse, die für die Strecke ungefähr 30 Minuten benötigen. Wenn du lieber mit der Bahn unterwegs bist, dann hast du spätestens ab Rimini ein Problem, denn eine Verbindung nach San Marino gibt es nicht.

Ein paar Impressionen von San Marino

Leider war ich vor zwei Jahren nur einen Tag in San Marino, der aber ausgereicht hat, um mich vom Flair und der Schönheit des Landes begeistern zu lassen. Damit auch du in den Genuss kommst, habe ich hier ein paar Eindrücke rund um den Monte Titano für dich, dem Wahrzeichen der kleinen Enklave.

Borgo Maggiore

Borgo Maggiore am Fuße des Monte Titano

Blick auf Adria

Blick vom Monte Titano auf die Adria

Altstadt von San Marino

Die engen Gassen der Città di San Marino

Ein bisschen Fernweh kam beim Hochladen der obigen Bilder schon auf, denn nicht nur die Sicht auf die Olivenbäume, Obstplantagen, Weinreben und der Blick auf die Adria haben ihren Reiz, sondern auch das leckere Essen. Egal, ob Pizza, eine Bohnensuppe mit Schinken (fagioli con le cotiche) oder ein Kuchen mit Haselnuss und Waffeln (torta tre monti), die sanmarinesische Küche hat für jeden Geschmack etwas dabei.

Perfekt für einen Tagesausflug

Dass San Marino ein schönes Fleckchen Erde ist und vom Aussehen stark an die Toskana erinnert, ist längst kein Geheimnis mehr. Der kleine Staat ist mittlerweile zu einem großen Anziehungspunkt für Touristen geworden und daher absolut kein Backpacker-Paradies. Lediglich für ein paar Stunden lohnt es sich, das Land anzuschauen, die Beine hochzulegen, etwas Leckeres zu essen und im Anschluss wieder den Rucksack aufzuziehen und gen Süden oder Norden aufzubrechen, um Italien zu entdecken.

Meine Wahrnehmung gegenüber San Marino hat sich nach meinem Besuch definitiv verändert. So denke ich beim Erklingen des Namens mittlerweile nicht mehr ausschließlich an die heftigen Niederlagen der ambitionierten Nationalmannschaft, sondern vielmehr an den Palazzo dei Capitani, die Costa dell’Arnella und den Wehrturm Guaita.