von Daniel

Megamarsch: Erfahrungen, Tipps und die perfekte Packliste für 100 Kilometer

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100 Kilometer in 24 Stunden zu Fuß – geht das überhaupt? Na klar, aber dafür braucht es Vorbereitung, Ausdauer und mentale Stärke. Ich habe den Megamarsch inzwischen zweimal erfolgreich beendet. Welche Erfahrungen ich dabei gesammelt habe – auch schmerzhafte – verrate ich dir in diesem Beitrag, damit du bestmöglich auf deine eigene Grenzerfahrung vorbereitet bist.

Im Jahr 2018 ging ich in München zum ersten Mal beim Megamarsch an den Start und war einer der 616 Finisher unter 2.000 Startern. Dabei ging ich an meine Grenzen, denn bei Kilometer 70 wollte ich bereits das Handtuch werfen, doch meine Teammitglieder haben mich motiviert weiterzumachen und nachdem ich mich vom Roten Kreuz kurz behandeln ließ, schleppte ich mich ins Ziel.

Zwei Jahre später war ich beim Megamarsch Frankfurt zum zweiten Mal am Start. Dabei hatte ich aus meinen Erfahrungen vom Megamarsch München gelernt. Ein Klacks waren die 100 Kilometer in 24 Stunden dennoch nicht, aber weitaus entspannter als bei meinem ersten 100-Kilometer-Marsch.

Wissenswertes zum Megamarsch

Das Konzept hinter dem Megamarsch ist schnell erklärt: 100 Kilometer innerhalb von 24 Stunden zu Fuß zurücklegen.

Die Events finden mittlerweile an vielen Orten im deutschsprachigen Raum statt, vor allem in Deutschland. Der grundlegende Ablauf ist jedoch überall gleich. Daher kannst du dich unabhängig vom Standort in gleicher Weise auf den Megamarsch vorbereiten.

Megamarsch in Zahlen

➤ Distanz: 100 Kilometer
➤ Zeitlimit: 24 Stunden
➤ Teilnehmer: > 1.000
➤ Verpflegungsstationen: 4

Entlang der Strecke befinden sich mehrere Verpflegungsstationen, an denen du Energie in Form von Kohlenhydraten tanken kannst. Bei meinen Teilnahmen wurde Folgendes angeboten:

  • Wasser, Tee und isotonische Getränke
  • Obst wie Äpfel oder Bananen
  • Müsliriegel oder Kinderhörnchen
  • salzige Lebensmittel wie Gurken oder Salamisticks
  • warme Suppen

Nicht zu vergessen: Kaffee. Er ist gerade in den frühen Morgenstunden oder um gut durch die Nacht zu kommen Gold wert.

Die Organisation der Megamärsche ist in der Regel sehr gut strukturiert. Besonders positiv fällt auf, dass an vielen Stationen PET-Flaschen nur zum Auffüllen genutzt werden, um unnötigen Müll entlang der Strecke zu vermeiden. Zusätzlich werden teilweise weitere Wasserstellen eingerichtet, damit du deine Trinkflaschen oder Trinkblasen jederzeit problemlos auffüllen kannst.

Auch nicht ganz unwichtig ist die Nähe zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Solltest du – was ich nicht hoffe – aussteigen müssen, sind Zug, Straßenbahn und Bus oft nicht sehr weit weg. Nur nachts könnte es schwierig werden, ein geeignetes Transportmittel zu finden – also: Einfach durchziehen!

Die emotionale Achterbahnfahrt eines Megamarschs

Die Gefühlswelt eines Megamarsch-Teilnehmers lässt sich nur schwer in wenigen Worten beschreiben. Jeder erlebt diese 100 Kilometer anders. Dennoch möchte ich dir einen Einblick geben, wie sich die 22,5 Stunden meines ersten Megamarschs von München nach Mittenwald angefühlt haben.

Euphorie und gute Stimmung auf den ersten Kilometern

Am treffendsten lässt sich das Ganze wohl als emotionale Achterbahnfahrt beschreiben – wobei es überraschend oft bergauf ging. Vor allem die vielen Lachflashs mit meinen beiden Marschpartnern und anderen Teilnehmern waren unglaublich wertvoll. Für kurze Momente vergaßen wir dabei sogar, wie weit das Ziel noch entfernt war.

Besonders genoss ich auch die Gespräche mit erfahrenen Teilnehmern entlang der Strecke. Immer wieder bekam ich hilfreiche Tipps, hörte spannende Geschichten von früheren Megamärschen oder lief einfach eine Zeit lang schweigend durch die Natur. Trotz der körperlichen Belastung stellte sich relativ schnell eine gewisse Grundzufriedenheit ein.

Die Nacht – überraschend meditativ

Vor der Nacht hatte ich im Vorfeld großen Respekt. Ich fürchtete den Kampf gegen die Müdigkeit. Doch tatsächlich wurde genau dieser Abschnitt zu einem der schönsten Momente des gesamten Marsches.

Der klare Sternenhimmel, die langen Ketten aus Stirnlampen vor und hinter uns – all das hatte fast etwas Meditatives.

Erste körperliche Probleme und kurz vor der Aufgabe

Die ersten körperlichen Probleme traten früh auf. Bereits nach rund zehn Kilometern spürte ich eine Blase an der Ferse, die im Laufe des Marsches immer größer wurde. Trotzdem lief es zunächst erstaunlich gut.

Mein absoluter Tiefpunkt kam deutlich später. Ein erfahrener Teilnehmer hatte mir vor dem Start noch gesagt, dass die Hälfte eines Megamarschs nicht etwa bei 50 Kilometern liegt, sondern eher bei 70 Kilometern. Wirklich verstanden habe ich das jedoch erst, als genau bei dieser Marke mein Körper rebellierte und ich eine enorme Leere verspürte.

Muskelschmerzen, zwei offene Blasen und ein nahezu leerer Energiespeicher machten jeden Schritt zur Qual. Auch die Motivation war plötzlich verschwunden.

Meinen beiden Mitstreitern ging es ähnlich. Am dritten Verpflegungspunkt standen wir tatsächlich kurz davor, den Marsch abzubrechen. Es war die einzige Station, an der wir weder gemeinsam aßen noch miteinander sprachen.

Zwischendurch suchte ich sogar die Sanitäter auf, um meine Füße versorgen zu lassen. Mit frischen Pflastern, einem ziemlich mitleidserregenden Verband und einer ordentlichen Portion Koffein ging es schließlich weiter.

Motivationsschub und neue Energie

Meine beiden Begleiter waren etwas positiver gestimmt und motivierten mich zusätzlich. Die aufgehende Sonne und das beeindruckende Bergpanorama am frühen Morgen – es war etwa halb sieben – sorgten ebenfalls für neue Motivation.

Bis zur 90-Kilometer-Marke lief es dann überraschend gut. Den letzten längeren Anstieg meisterten wir fast problemlos. Anschließend genossen wir die Aussicht auf den Walchensee, machten Witze und lachten wieder.

Wie in Trance auf den letzten 10 Kilometern

Die letzten zehn Kilometer wurden allerdings noch einmal zur echten Tortur. Mit jedem Schritt Richtung Ziel ließ die Konzentration nach, während Muskel- und Gelenkschmerzen immer stärker wurden. Irgendwann waren die Schmerzen so intensiv, dass ich die Blasen an meinen Füßen kaum noch bemerkte.

Aufgeben kam dennoch nicht mehr infrage. Also fluchten und jammerten wir uns Schritt für Schritt Richtung Ziel.

Der Moment im Ziel nach 100 Kilometern

Als wir schließlich die ersten Einheimischen in Mittenwald trafen, dem Zielort des Megamarsches, änderte sich plötzlich alles. Fremde Menschen feuerten uns an, beglückwünschten uns bereits und gaben uns neuen Mut.

Die Schmerzen verschwanden zwar nicht – aber sie wurden von einem anderen Gefühl überlagert: purer Freude und Stolz.

Wir hatten es tatsächlich geschafft. Alle drei gemeinsam im Ziel.

Der Megamarsch war für mich eine echte Grenzerfahrung. Am Ende entschied vor allem die mentale Stärke darüber, ob man durchhält oder aufgibt.

Sehr geholfen haben mir dabei auch die vielen motivierenden Nachrichten von Familie und Freunden während der 100 Kilometer. Ohne sie – und natürlich ohne meine beiden Marschpartner – hätte ich an der dritten Verpflegungsstation vielleicht tatsächlich aufgegeben.

Lange Wanderungen als perfekte Vorbereitung für 100 Kilometer

Wenn du dich auf einen Megamarsch vorbereiten möchtest, können längere Wanderungen eine gute Grundlage sein. Umso besser, wenn sie in wunderschönen Landschaften stattfinden. Inspiration findest du beispielsweise in meinen Wanderungen in Tirol, Norwegen oder den Dolomiten.

11 Tipps, mit denen du die 100 Kilometer meisterst

Auf den insgesamt 200 Kilometern bei meinen beiden Megamärschen hatte ich genügend Zeit nachzudenken, wie ich den 100-Kilometer-Marsch weiter hätte optimieren können. 11 Tipps, die ich gerne vor der ersten Teilnahme gehabt hätte, habe ich hier für dich aufgelistet.

1. Teste deine Ausrüstung bei langen Trainingsmärschen

Absolviere vor dem Megamarsch zwei bis drei längere Trainingsmärsche. So kannst du sowohl deine Fitness als auch deine Ausrüstung realistisch testen. Wichtig: Die Belastung beim Marschieren ist eine andere als beim Joggen – besonders für Füße und Muskulatur.

Meine Ausrüstung: 6 unverzichtbare Dinge beim Wandern

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2. Analysiere deine Trainingsmärsche

Mache dir nach jedem Trainingsmarsch kurze Notizen. Wo hat es gezwickt? Welche Ausrüstung hat funktioniert – und was solltest du noch verbessern? Diese kleinen Anpassungen können am Ende über Erfolg oder Abbruch entscheiden.

3. Nutze mentale Vorbereitung

Stelle dir mehrmals vor, wie du nach 100 Kilometern durch das Ziel läufst. Diese Form der mentalen Vorbereitung – auch Imagination genannt – kann in schwierigen Momenten erstaunlich viel Motivation freisetzen.

4. Setze auf eingelaufenes Material

Verwende ausschließlich Schuhe und Socken, die du bereits mehrfach getragen hast. Neue Schuhe oder frisch ausgepackte Socken können schnell zu Blasen führen – und die werden auf 100 Kilometern garantiert nicht besser.

5. Schlafe ausreichend und lade deine Energiespeicher

Gönne deinem Körper vor dem Megamarsch ausreichend Schlaf. Auch eine gute Mahlzeit am Tag vorher hilft, deine Energiespeicher zu füllen. Alkohol solltest du in den Tagen davor besser vermeiden.

6. Organisiere deinen Start stressfrei

Wenn möglich, hole deine Startunterlagen bereits einige Tage vor dem Event ab. Dadurch vermeidest du unnötigen Stress am Veranstaltungstag und kannst entspannter in den Megamarsch starten.

7. Laufe im Team

Ein Megamarsch lässt sich im Team oft leichter bewältigen. Ihr könnt euch gegenseitig motivieren, schwierige Phasen gemeinsam überstehen und sogar Ausrüstung aufteilen.

8. Nutze jede Verpflegungsstation

Nutze die Verpflegungsstellen, um deine Trinkblase und deine Energiespeicher regelmäßig aufzufüllen. Iss auch dann etwas, wenn du keinen Hunger verspürst. Auf 100 Kilometern verbrennt dein Körper schnell mehrere tausend Kalorien und der Mann mit dem Hammer kennt keine Gnade.

9. Kümmere dich um deine Füße

Packe vorsorglich ein paar Blasenpflaster in deinen Rucksack. Nutze diese bereits beim ersten Kribbeln oder Reiben an der Haut.

Auch Druckstellen sind ein deutliches Warnsignal, um das du dich sofort kümmern solltest. Je früher du reagierst, desto größer ist die Chance, dass aus einer kleinen Reibung keine schmerzhafte Blase wird.

10. Sorge für mentale Motivationsbooster

Plane kleine mentale Hilfsmittel ein: Eine Playlist mit deiner Lieblingsmusik kann dich aus einem Tief holen. Manche Teilnehmer setzen sich sogar kleine “Druckmittel”, etwa eine Spende an einen ungeliebten Verein, falls sie ihr Ziel nicht erreichen.

Klingt verrückt – funktioniert aber erstaunlich gut.

11. Plane deine An- und Abreise frühzeitig

Kümmere dich rechtzeitig um deine An- und Abreise sowie eine mögliche Unterkunft. Nach 100 Kilometern wirst du garantiert keine Energie mehr haben, um lange nach einer Schlafmöglichkeit zu suchen. Ich greife hier in der Regel auf booking.com zurück.

Die 9 größten Fehler beim Megamarsch

✘ Zu wenig trinken
✘ Erst essen, wenn der Hunger kommt
✘ Hektik an den Verpflegungsstationen
✘ Neue oder ungetestete Schuhe tragen
✘ Druckstellen an den Füßen ignorieren
✘ Zu viel Gewicht im Rucksack
✘ Alles auf eigene Faust durchziehen
✘ Die Nacht als größtes Problem sehen
✘ Ohne klare Tempo- und Verpflegungsstrategie laufen

Die Megamarsch-Packliste: Das solltest du unbedingt dabeihaben

Was musst du eigentlich für einen 100 Kilometer langen Marsch innerhalb von 24 Stunden einpacken? Keine ganz einfache Frage.

Da ich mittlerweile selbst zweimal am Megamarsch teilgenommen habe, möchte ich dir zeigen, welche Ausrüstung sich für mich bewährt hat und was in deinem Rucksack möglichst nicht fehlen sollte.

Vom ersten zum zweiten Megamarsch

Meinen ersten Megamarsch absolvierte ich im Jahr 2018 in München. Damals wurde mir schnell klar, dass ein solcher Marsch alles andere als ein Spaziergang ist.

Trotzdem blieb es nicht bei dieser einen Teilnahme. Zwei Jahre später stand ich erneut an der Startlinie – diesmal beim Megamarsch Frankfurt. Nach 23 Stunden erreichte ich schließlich das Ziel.

Vor beiden Veranstaltungen absolvierte ich jeweils mehrere längere Trainingsmärsche, um meine Ausrüstung zu testen.

Training vor dem Megamarsch München

  • 35 Kilometer
  • 50 Kilometer

Training vor dem Megamarsch Frankfurt

  • 45 Kilometer
  • 46 Kilometer

Diese Trainingsmärsche waren extrem hilfreich, um herauszufinden, welche Ausrüstung funktioniert – und welche nicht. Auf dieser Grundlage habe ich meine persönliche Megamarsch-Packliste zusammengestellt.

Checkliste Megamarsch: Diese Ausrüstung hat sich bewährt

Bei einem Megamarsch im Hochsommer brauchst du vermutlich keine Wollmütze. Findet die Veranstaltung dagegen im Herbst statt, kann Sonnencreme eher unnötiger Ballast sein.

Nutze die folgende Liste daher als Orientierung und entscheide selbst, welche Gegenstände für dich sinnvoll sind.

Vorab ein wichtiger Hinweis: Diese Packliste ist nicht auf eine bestimmte Jahreszeit zugeschnitten.

Bekleidung

  • Wanderschuhe oder Laufschuhe
  • eventuell Ersatzschuhe
  • Einlegesohlen (z. B. CURREX HikePro)
  • Rucksack (mein Modell: Deuter Futura 28L)
  • Regenhülle für den Rucksack
  • Regenjacke oder Poncho
  • Daunenjacke
  • Trekkinghose
  • Ersatzshirt
  • 2 Paar Wandersocken (z. B. Falke TK2)
  • Wollmütze
  • Basecap
  • Halstuch
  • Handschuhe für kühle Nächte
  • Warnweste (falls vom Veranstalter vorgeschrieben)
  • kleines Funktionshandtuch

Technisches Equipment

  • Powerbank
  • Laufuhr (bei mir: Garmin Forerunner 745)
  • Smartphone
  • Smartphone-Sicherung (z. B. REELOQ)
  • Stirnlampe (+ Ersatzbatterien)
  • Kopfhörer

Sonstiges

  • Geldbeutel mit Bargeld
  • Personalausweis
  • Startunterlagen für den Megamarsch
  • kleiner Massageball
  • Taschenmesser
  • Sonnenbrille
  • Müllbeutel
  • Trekkingstöcke

Reiseapotheke

  • Medikamente
  • Zahnbürste und Zahnpasta
  • Hirschtalg
  • Franzbranntwein
  • Tiger Balm
  • Vaseline
  • Schmerzmittel
  • Blasenpflaster
  • Erste-Hilfe-Set (z. B. First Aid Roll Doc von Ortovox)
  • Tapeverband
  • Taschentücher
  • Sonnencreme
  • Desinfektionsmittel

Verpflegung

  • Energy-Gels
  • Elektrolyte-Pulver
  • Traubenzucker
  • Salztabletten
  • Süßigkeiten
  • Trinkblase (ca. 2 Liter)
  • Thermoflasche mit Teebeuteln
  • Outdoor-Becher

Teamwork spart Gewicht

Vielleicht fragst du dich gerade, wie du all diese Dinge in deinem Rucksack unterbringen sollst. Keine Sorge: Du musst nicht alles alleine tragen.

Gerade beim Megamarsch lohnt es sich, im Team zu laufen. Sprecht euch vorher ab, wer welche Ausrüstung mitbringt.

Vier Flaschen Franzbranntwein im Team ergeben wenig Sinn – eine Flasche für vier Personen dagegen schon.

Genau so haben wir es auch bei meinem ersten und zweiten Megamarsch gemacht. So konnte jeder mit möglichst leichtem Gepäck an den Start gehen.

Warum sich ein Megamarsch lohnt

Keine Frage: Ein Megamarsch ist eine echte Grenzerfahrung. Auf den 100 Kilometern wechseln sich Glücksgefühle und qualvolle Schritte immer wieder ab.

Trotzdem habe ich meine Teilnahme keine Sekunde bereut. Allein der Blick auf die Medaillen erinnert mich noch heute daran, was möglich ist, wenn man sich einer solchen Herausforderung stellt.

Mehr als nur 100 Kilometer

Ein Megamarsch ist eine ideale Gelegenheit, um herauszufinden, wozu du wirklich imstande bist. Dabei musst du nicht unbedingt gleich die vollen 100 Kilometer anvisieren.

Auch Distanzen über 40, 60 oder 80 Kilometer sind eine enorme Herausforderung. Deshalb ziehe ich meinen Hut vor jedem Teilnehmer, der eines dieser Ziele erreicht.

Besonders beeindruckt hat mich auch die Atmosphäre während des Marsches. Der Austausch mit anderen Teilnehmern, die gegenseitige Motivation und die gute Stimmung im Starterfeld machen solche Veranstaltungen zu etwas ganz Besonderem.

Am Ende entscheidet der Kopf

Natürlich wirst du während der 24 Stunden auch einige Tiefpunkte erleben. Doch jedes überwundene Tief gibt dir neue Energie und zeigt dir, wie viel mentale Stärke in dir steckt. Am Ende entscheidet oft nicht die Fitness, sondern vor allem der Kopf.

Während ich diese Zeilen schreibe und dich vielleicht ein wenig zur Teilnahme motiviere, denke ich übrigens noch nicht über eine Wiederholung nach. Die Luft ist nach meinen beiden Megamärschen erst einmal raus.

Trotzdem bin ich mir ziemlich sicher, dass es nicht allzu lange dauern wird, bis ich mich wieder auf eine solche Herausforderung einlasse. Veranstaltungen wie der Megamarsch haben schließlich ein erstaunlich großes Suchtpotenzial.

Wie sieht es bei dir aus? Hast du selbst schon einmal an einem Megamarsch teilgenommen oder planst du deine erste Teilnahme? Dann verrate mir gerne in den Kommentaren von deinen Erfahrungen oder stelle mir deine Fragen.

Über den Autor
Hey, ich bin Daniel - Outdoor-Fan, Sportfreak und der Kopf hinter Rucksackträger. Meine Mission: Dich zu unvergesslichen Abenteuern zu inspirieren, bei denen der Sport und die Natur im Einklang sind.

27 Gedanken zu „Megamarsch: Erfahrungen, Tipps und die perfekte Packliste für 100 Kilometer“

  1. Hallo,

    den begriff “Grenzerfahrung” liest man häufig in Berichten zu 100 km Märschen, und ich denke das beschreibt es auch am besten. Wir veranstalten als gemeinnütziger Verein jährlich einen 100 km Marsch im familiären Maßstab (ca. 100 Teilnehmer) wobei wir heuer auch anbieten, als Staffel teilzunehmen – so können sich die Leute an 100 km herantasten, und nach und nach größere Distanzen testen sowie Erfahrung beim Nachtwandern machen. Ich hab die 100 km einmal versucht und auf Anhieb geschafft und einen eigenen Erfahrungsbericht veröffentlicht, ich denke je mehr davon man liest, desto eher findet man individuell treffende Tipps – jeder Mensch ist anders:
    https://www.schlacken.com/100-km-in-24-stunden-ein-erfahrungsbericht/
    Ich hoffe, manchen hilft’s das durchzustehen, bzw. dieses Wagnis ausreichend ernst zu nehmen. Mit sportlichen Grüßen!

    Antworten
    • Hallo Christian,

      ich habe mir gerade mal den Lauf, den ihr als gemeinnütziger Verein organisiert, angeschaut. Macht Lust auf mehr und mir gefällt, dass bei euch alles “noch” im familiären Maßstab stattfindet. 100 Teilnehmer für 100 Kilometer klingt eigentlich auch recht spannend.

      Zu deinem Finish über die 100 Kilometer gratuliere ich dir natürlich. Dein oben verlinkter Erfahrungsbericht hilft sicherlich auch meinen Lesern weiter. Daher mein Tipp an alle Leser: Schaut mal rein!

      Mit besten Grüßen, Daniel.

      Antworten
      • Hallo,
        danke für deine Antwort! Bei 100 Teilnehmern hat man als Veranstalter die Möglichkeit, beim Start, im Ziel, und vor allem an den Verpflegungsstationen mit jedem zu plaudern. Auch wenn es uns nicht ums Geld geht – den ehrenamtlichen Aufwand belohnt man sich schon gerne mit einer etwas größeren Teilnehmerzahl. Wir sind gespannt, wie das heurige Staffelkonzept beim Großen Schlackenmarsch ankommt. Auch wenn man damit die Möglichkeit hat nur 20 oder 30 km zu wandern, ist es sicher etwas speziell, z. B. nachts um 2 Uhr seinen Team-Kollegen abzulösen … mal sehen wie viele Lust auf Erlebnisse der etwas anderen Art haben. Wen unser Konzept interessiert:
        https://www.schlacken.com/3-grosser-schlackenmarsch-am-23-24-september-2023/
        Vielleicht können sich darüber einige an die “100 km alleine” herantasten, gerade Nachtwandererfahrung bringen die üblichen Wandermarathons ja nicht.
        Viel Erfolg bei allen künftigen Märschen, egal wie lang!

        Antworten
        • Hallo Christian,

          Nachtwanderungen sind ein besonderes Highlight. Ich denke auch, dass die meisten Teilnehmer den größten Respekt vor dem Laufen in der Nacht haben. Hatte ich anfangs auch, aber dann habe ich festgestellt, dass diese Stunden eigentlich die harmonischsten und schönsten waren: die Ruhe und die Lichterketten der Stirnlampen hatten fast schon etwas Meditatives.

          Euch auf alle Fälle schon jetzt viel Erfolg bei eurem Event.

          Beste Grüße, Daniel.

          Antworten
  2. Sehr geil!

    Ich bin nun zweimal die 72 km gegangen und jetzt kurz vor meinen 101 Kilometern. Alleine, nicht organisiert. Ich bin wahnsinnig gespannt, denn die letzten 72 km habe ich weniger gut weggesteckt, als die im vergangenen Jahr.

    Definitiv eine Achterbahnfahrt, die man mal mitgemacht haben sollte, solange der Körper es noch zulässt! 🙂

    Antworten
    • Hi Claire,

      2x 72 Kilometer sind natürlich auch stark. Noch besser, dass du jetzt auch bei den > 100 Kilometern angreifen möchtest. Dafür drücke ich dir auf alle Fälle die Daumen und hoffe, dass die mentale Achterbahnfahrt möglichst erträglich wird. 😉

      Viele Grüße, Daniel.

      Antworten
  3. Als hätte ich es geschrieben! 😀 Kann mich da so wiederfinden.
    Bin in Köln mitgelaufen und da dann die letzten 35km alleine, weil mein Team nicht mehr konnte. Und auch für mich waren die letzten 10km ein Kampf mit den Tränen und ich dachte nur: heul nicht, dass kostet zu viel Energie. Im Ziel bin ich dann einer Freundin heulend in die Arme gelaufen und dachte, so einen Schwachsinn mache ich nie wieder. Und jetzt, 1,5 Jahre später, habe ich schon bock den Marsch in München mitzumachen. Dank Deinem Bericht weiß ich wieder warum. Was man da leistet ist einfach unglaublich… Mal sehen ob ich Mitstreiter finde, die sich nicht abschrecken lassen.
    Liebe Grüße,
    Anna

    Antworten
    • Hi Anna,

      puh, ich dachte schon, ich wäre der einzige gewesen, der vor allem mit den letzten Kilometern nochmal so richtig zu kämpfen hatte. 😉 Glückwunsch zum Bestehen der 100 Kilometer und Hut ab, dass du damals die letzten 35 Kilometer alleine marschiert bist. Das verdient zusätzliche Anerkennung.
      Was mein Comeback angeht, geht´s mir ähnlich wie dir. Dieses Jahr setze ich zwar aus, aber im nächsten Jahr greife ich dann eventuell wieder an. Sag gerne Bescheid, wenn deine Anmeldung raus ist. Vielleicht klappt´s ja mit einen kurzen Austausch zwischendurch. Zeit dafür gibt´s ja genug.

      Viele Grüße, Daniel.

      Antworten
  4. Hi Daniel,

    Alex (der gestern hier geschrieben hat) hat mir deinen Erfahrungsbericht empfohlen und ich bin froh ihn noch gelesen zu haben. Respekt vor deiner Leistung und jetzt freue ich mich riesig mit meiner Partnerin und Alex das Ding (Megamarsch München 2019) nachher zu rocken.

    Weiterhin viel Spaß und Erfolg bei deinen Aktionen

    Stefan

    Antworten
    • Hey Stefan,

      klasse, dass du dir den Beitrag noch durchgelesen hast und dass er dir gefällt. Ich drücke euch auf alle Fälle die Daumen und wenn ihr denkt, es geht nicht mehr, dann geht immer noch ein bisschen was. 😉 Und falls doch nicht, dann ist aufgeben absolut keine Schande.

      Viel Spaß heute beim Megamarsch,
      Daniel.

      P.S.: Gebt gerne mal Rückmeldung, wie es bei euch gelaufen ist.

      Antworten
  5. Habe morgen (11.5.2019) meinen ersten MEGAMARSCH vor mir. Auch München. Dein Erfahrungsbericht ist der beste und vor allem hilfreichste, den ich bis jetzt gelesen habe. Von dem her lese ich jetzt auch keinen mehr 🙂

    Viele Grüße aus Ulm
    Alex

    Antworten
    • Hey Alex,

      oh, wow – ich fühle mich geehrt. Danke für die netten Worte. Freut mich, dass ich dir ein paar gute Einblicke geben konnte.

      Ich wünsche dir für morgen auf alle Fälle jede Menge Spaß (ja, den gibt es), gute Füße und Durchhaltevermögen. Ich bin leider nicht dabei, aber meine Daumen sind gedrückt. Vergiss nicht, an den Haltestationen möglichst viel zu zu essen und zwischendurch jede Menge zu trinken. Dann klappt das morgen auch wunderbar.

      Beste Grüße und viel Spaß, Daniel!

      Antworten
      • Hi Daniel,

        wir haben es gepackt – alle 3 (Stefan (siehe unten), seine Partnerin und ich. Aber mit Spaß hatte das nicht viel zu tun 🙂 Ab Kilometer 40 hat es durchgehend geregnet; später war dann auch Schneeregen dabei. Nix mit Sternenhimmel, Bergpanorama – nicht mal die Zugspitze haben wir vor Nebel und Regen gesehen 🙂 Aber es war definitiv eine Wahnsinns- Erfahrung. Allein schon zu sehen, zu was Körper und Geist fähig sind. Dein Bericht war auch immer wieder Motivation, denn bei mir ging es mit den Blasen erst bei ca. 70km (Kochel am See) richtig los :-)Schmerzen habe ich eigentlich nicht groß, aber ich kann mich kaum bewegen – brauche zur Haustür gefühlte 5min 🙂

        Mach’s gut & viele Grüße

        Alex

        Antworten
        • Hey Alex,

          richtig genial, dass ihr es geschafft habt. Saustark, Glückwunsch! Ich hatte gelesen, dass ihr mit Regen zu kämpfen hattet, was das Ganze nochmals erschwert. Im vergangenen Jahr war das zum Glück nicht der Fall. Daher: Reife Leistung!

          Jetzt wünsche ich dir bzw. deinem Megamarsch-Trio erstmal eine gute Regeneration. Du wirst merken, dass es noch ein paar Tage dauern wird, bis du so richtig realisierst, was du geleistet hast.

          Viele Grüße und vielleicht bis zum nächsten Jahr! 😉

          Antworten
  6. Lieber Daniel, toller Bericht. Wir sind am 9. März 2019 den 50iger in Dresden gewandert. Für mich eine echte Grenzerfahrung. Die Sucht hat meinen Mann gepackt und er läuft den 100er jetzt im Mai in München mit- Wahnsinn. Respekt vor allen Teilnehmern.
    Ohne meinen Mann hätte ich den 50iger nicht geschafft. Vor allem die An- und Abstiege hatten es in sich auf den ersten 20 km und ich glaube bis Mittenwald geht’s auch ein paarmal hoch und runter. Motivation ist ganz wichtig mit Gleichgesinnten, den geteiltes Leid ist halbes Leid.
    Wichtig war für mich ein grundlegendes Frühstück (Haferbrei mit Obst- was lange satt hält), unterwegs viel trinken!!! und Traubenzucker. Weiterhin an den Verpflegungsstellen ausruhen, aber nicht zulange, dann kommst wieder schwer in Tritt. Vielleicht trau ich mich mal an die 100km ran, aber heuer nicht.
    Allen Mitverrückten viel Spaß und Durchhaltevermögen
    Karin

    Antworten
    • Hallo Karin,

      erst einmal herzliche Glückwünsche, dass du den 50iger erfolgreich hinter dich gebracht hast. Absolut spitze! Da freue ich mich aus der Ferne richtig mit.

      Und ja, es spielt definitiv eine Rolle, mit wem du marschierst und dass man sich gegenseitig motiviert und bei Laune hält. Sonst hätte ich nach 70 Kilometern wahrscheinlich auch aufgegeben. Aber irgendwie geht´s dann doch immer.

      Klasse, dass dein Mann nun die 100 Kilometer nach Mittenwald angeht. Die Strecke ist – sobald man wieder etwas sieht – ein absoluter Traum und sorgt für zusätzliche Motivation. Meine Daumen sind gedrückt.

      Liebe Grüße aus Estland, Daniel.

      Antworten
  7. Hi Daniel, wirklich ein super Artikel und kann deine 10 Tipps wirklich voll und ganz nachvollziehen. Alle Tipps sind super wertvoll und sollten jedem Teilnehmer helfen das Beste aus sich rauszuholen.
    Ich habe auf meinem Blog ebenfalls einige Informationen und Erfahrungen aufgeschrieben (www.wander-ausstattung.de/trainingsplan-marsch/). Schau doch gerne mal vorbei. Deine Meinung würde mich wirklich sehr freuen.
    Viele Grüße Jan

    Antworten
    • Hallo Jan,

      erstmal Danke für das Lob zu meinem Artikel. Dein Blog gefällt mir auch sehr gut, auch wenn ich ihn gerade nur kurz überflogen habe. Deinen Artikel knöpfe ich mir später aber gerne nochmal genauer vor und gebe dir gerne Feedback dazu.

      Beste Grüße, Daniel.

      Antworten
      • Hallo Daniel,

        danke für den genialen Bericht. Ich habe eine Frage zu den Startunterlagen, vielleicht kannst Du mir da weiterhelfen. Ich habe mich online angemeldet. Bekomme ich dann ein Mail wo ich meine Unterlagen holen kann? Und ist die Strecke gut gekennzeichnet, oder sollte man sich die Strecke runterladen? Vielen Dank im voraus für deine Antwort. Liebe Grüße

        Antworten
        • Hallo Patricia,

          freut mich sehr, dass dir der Blogbeitrag gefällt. Noch besser, dass du in diesem Jahr am Megamarsch teilnehmen willst. Daumen hoch dafür!

          Da ich mich bisher noch nicht für den diesjährigen Megamarsch angemeldet habe, weiß ich leider nicht, wie das Anmeldungsprozedere 2019 ist. Im vergangenen Jahr war es so, dass du mit deiner Bestätigungsmail an einen Stand vor Ort gegangen bist und alles, was du für den Marsch benötigst, abgeholt hast. Also alles ganz easy.

          Gefahr zu verlaufen droht beim Megamarsch nicht, da die Strecke erstens sehr gut markiert ist und du zweitens nur sehr selten alleine unterwegs bist. Für den Notfall ist eigenes Kartenmaterial aber absolut empfehlenswert.

          Ich wünsche dir schon mal viel Erfolg und jede Menge Spaß beim Megamarsch und wenn du noch Fragen hast, dann melde dich gerne.

          Viele Grüße, Daniel.

          Antworten
  8. Super Erfahrungsbericht. Kann ich nur alles bestätitgen. Persönlich würde ich die Liste um Laufstöcke erweitern. Meine haben mir, gerade beim Auf- und Ablaufen, teilweise sehr geholfen:)

    Antworten
    • Hey Michael!
      Danke für die Blumen. Laufstöcke sind eine super Idee. Die werde ich gleich mal hinzufügen. ? Notfalls gibt´s ja auch dein ein oder anderen Wanderstock am Waldrand.
      Gruß und bis zum nächsten Mal.

      Antworten

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