Auf der Insel Uløya gibt es mit dem Arontinden einen Gipfel, der nicht nur spektakuläre Aussichten auf die mächtigen Gipfel der Lyngenalpen bietet, sondern auch Karibikfeeling mit dem Blick auf die Inseln Lille Follesøya und Store Follesøya vermittelt. Hinzu kommt eine für norwegische Verhältnisse einfache Wanderung, die Abwechslung und tolle Erlebnisse verspricht.
Die Wanderung auf den Arontinden erinnerte mich an einen Triathlon, nur anders interpretiert: Mit der Fähre als erste Disziplin setzt man von Norwegens Festland nach Uløya über, steigt anschließend aufs Rad und nimmt schließlich den Aufstieg auf den 563 Meter hohen Arontinden in Angriff.
Die Besteigung eignet sich für dich, wenn du
- auf der Suche nach einer Wanderung in Norwegen bist,
- dir zwischendurch gerne Zeit nimmst, um eine Pause einzulegen,
- über eine gute Grundfitness und ausreichende Trittsicherheit verfügst,
- exponiertes Gelände und Hochtouren lieber meidest,
- Panoramen mit imposanten Bergen und Gletschern sowie Trauminseln und Weitblick liebst.
Ein Kinderspiel sind die 543 Höhenmeter natürlich trotzdem nicht, allerdings steht beim Aufstieg auf den Arontinden der Genuss im Vordergrund. Damit ist der Arontinden für mich ein absolutes Muss am Lyngenfjord.
Vier Gründe für die Wanderung auf den Arontinden
Jetzt fragst du dich vielleicht, warum du dir bei all den Highlights Nordnorwegens ausgerechnet den Arontinden aussuchen solltest. Ganz einfach: Es gibt einige richtig gute Gründe für den Arontinden.

Flora und Fauna
Die Wanderung auf Uløya ist eines ganz bestimmt nicht: karg. Der Weg zum Arontinden besticht durch eine vielfältige Pflanzenwelt mit vier verschiedenen Beerensorten. Hinzu kommen sumpfige Landschaften und Vögel wie Schneehühner und Kuckucke.
Mit viel Glück erspähst du vielleicht sogar Wale. In der warmen Jahreszeit sind diese rund um Uløya jedoch eher selten anzutreffen.
Karibikflair auf dem Gipfel
Von der Nordseite des Gipfelplateaus blickst du auf die Inseln Lille Follesøya, Store Follesøya und Vorterøya. Vor allem die ersten beiden laden zum Träumen ein: unterschiedliche Blautöne des Meeres, kleine Sandstrände und vereinzelte rote Häuschen. Ein Zusammenspiel, das die vorgelagerten Inseln von Uløya wie ein Paradies erscheinen lässt.
Abwechslungsreich
Nicht nur die Anfahrt von Rotsund mit der Fähre und die Weiterfahrt mit dem Rad (oder zu Fuß) am Ufer entlang sorgen für Abwechslung, sondern vor allem der Aufstieg auf den schmalen Pfaden vorbei an Felsen, Sümpfen, Seen, Rastplätzen und schließlich dem 360-Grad-Panorama-Blick mit mächtigen Gletschern und der Weite des Meeres.
Ruhiges Mikroabenteuer
Das Übersetzen mit der Fähre auf die kleine Insel, die kurze Radtour an der Küste entlang mit der Wanderausrüstung im Rucksack und schließlich der Aufstieg auf den Arontinden machen den Tag auf Uløya zu einem unvergesslichen Mikroabenteuer. Und das Beste daran: Bei unserer Tour war von Massentourismus keine Spur. Das Mikroabenteuer kannst du also fast für dich alleine genießen.
Mehr spannende Tourenvorschläge bekommst du in meinem Norwegen-Guide.
Wanderung auf den Arontinden
Uløya ist eine kleine Insel. Im Ort Uløybukt leben laut Aussage einer Einwohnerin derzeit nur etwa 26 Menschen. Es gibt eine Küstenstraße sowie einen kleinen Fährhafen, den vor allem Einheimische und Tagesgäste mit der Fähre ansteuern.
Vom Hafen bis zum Einstiegspunkt hinter der Arctic Panorama Lodge sind es rund drei Kilometer pro Strecke. Es gibt kaum Höhenmeter, aber zu Fuß kann sich die Strecke ziehen.
Wanderung Arontinden

Der Aufstieg auf den Arontinden
Fast unscheinbar ist der Einstieg in den Wanderweg hinter der Arctic Panorama Lodge, der lediglich durch ein Schild gekennzeichnet ist. Die beliebte Unterkunft auf Uløya ist dagegen kaum zu übersehen.


Der Pfad mit den roten Markierungen schlängelt sich mal flacher, mal steiler nach oben. Er führt über grüne Hügel sowie durch eine Landschaft mit Bäumen, Büschen und großen Steinen. Auch Schmelzwasserseen und Sümpfe erwarten dich nach gut zwei Kilometern. Bei unserer Tour im Juni gab es sogar noch vereinzelte Schneefelder.
Auf der ersten Hälfte des Aufstiegs gibt es zwei Rastplätze mit jeweils einem Tisch und mehreren Bänken. Sollten dir Ausdauer, Fitness oder die Gelenke bis hierhin einen Strich durch die Rechnung machen, lohnt es sich, hier eine längere Pause einzulegen.

Die zweite Hälfte des Aufstiegs wird von einer Landschaft wie die schottischen Highlands geprägt. So zumindest stelle ich mir diese vor, obwohl das Panorama unterhalb des Arontinden mit den mächtigen Gletschern weitaus spektakulärer ist.
Der letzte Abschnitt verläuft schließlich links vom Berg entlang und führt über den Bergrücken hinauf. Beeindruckt hat mich hier vor allem der Blick auf den mächtigen Trollsdalstinden, den Klovsteinfjellet und den Hogtind. Alle drei kratzen an der 900-Meter-Grenze, wirken aus der Ferne jedoch wie mächtige 4000er in den Alpen.
Grandioser Ausblick vom Arontinden
Typisch für Norwegen erwartet dich auf dem Gipfel ein großer Steinhaufen, ein sogenannter Varde. Stehen bleiben solltest du hier jedoch nicht, denn einige Meter weiter nördlich blickst du auf die malerischen Inseln Lille Follesøya, Store Follesøya und Vorterøya hinab sowie weiter östlich auf Kågen mit ihren mehr als 1.000 Meter hohen Bergen.

Nicht vorenthalten möchte ich dir den Blick auf Arnøya, die mächtigen Gletscher der Lyngenalpen und die Weite des Meeres. Sie komplettieren das spektakuläre 360-Grad-Panorama.
Überrascht war ich, als ich beim Blick ins Gipfelbuch lediglich zwei weitere Einträge in den vergangenen sieben Tagen fand. Gewiss ein weiterer guter Grund, den Arontinden auf Uløya ganz weit oben auf deine Wanderliste zu setzen.
Der Abstieg nach Uløybukta
Der Abstieg findet auf der gleichen Route wie der Aufstieg statt. Die etwas steileren Abschnitte gehen durchaus auf die Gelenke und müde Muskeln werden sich hier garantiert bemerkbar machen. Einen kurzen Zwischenstopp kannst du bei den beiden Bänken machen.

Im Fokus stehen beim Abstieg neben dem Lyngenfjord die Berge Vardfjellet und Boršu sowie die Insel Kågen, die bei Wanderern und Skitourengehern beliebt ist.
Karte zur Wanderung auf den Arontinden
Die folgende Komoot-Karte zeigt dir meine aufgezeichnete Route inklusive Höhenprofil. Du kannst sie außerdem als GPX-Datei herunterladen und direkt für deine Tour nutzen.
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Weitere InformationenDie besten Tipps für die Wanderung
Anreise
Fahrrad mitnehmen
Wetter checken
Proviant mitnehmen
Ausrüstung für die Wanderung
Die richtige Ausrüstung beim Wandern ist Trumpf. Das trifft natürlich auch auf den Arontinden zu. Zwar handelt es sich um eine Halbtagestour – gutes Schuhwerk und die passende Kleidung sind dennoch ein Muss, da sich das Wetter auf Uløya sehr schnell ändern kann.
Einige Dinge, auf die ich auf Touren ungern verzichte, habe ich dir im Folgenden aufgelistet. Wirf gerne mal einen Blick darauf!
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Lohnt sich die Wanderung auf den Arontinden?
Für mich gehört der Arontinden zu den schönsten Wanderungen der Lyngenalpen. Nicht wegen seiner Höhe oder Schwierigkeit, sondern weil die Kombination aus Fährfahrt, kleiner Insel, Radtour und grandiosem Panorama diese Tour zu einem wahren Outdoor-Abenteuer macht.

Der Aufstieg ist für norwegische Verhältnisse technisch einfach und überzeugt durch seine Vielfalt. Gut begehbare Pfade wechseln sich mit Steinplatten, grünen Wiesen, Sümpfen und aus Schnee gespeisten Seen ab. Oben angekommen erwartet dich ein weitläufiges Gipfelplateau mit jeder Menge Platz, um die Aussicht in Ruhe zu genießen.
Höhepunkt ist natürlich die Aussicht auf all das, was Norwegen so besonders macht: mächtige Gletscher, tiefe Fjorde, imposante Felswände und weite Blicke bis hinaus aufs Meer. Nicht zu vergessen sind die kleinen Inseln im Norden, die dem Arontinden sogar ein bisschen Karibikflair verleihen.
Häufige Fragen zur Wanderung
Wie schwierig ist die Wanderung?
Braucht man Wanderstöcke?
Ist die Tour bei Regen empfehlenswert?
Gibt es Wasser unterwegs?
Wasser aus Bächen oder Schmelzwasser wirkt zwar oft glasklar, du solltest es aber nur mit einem geeigneten Wasserfilter oder nach entsprechender Aufbereitung trinken.