Nichtstun am einsamen Strand auf Ko Phangan

Wie bereits berichtet sind Andi und ich getrennt von der Full Moon Party auf Ko Phangan nach Hause gekommen. Bevor Andi am frühen Morgen in den Bungalow kam, verbrachte er scheinbar noch einige Zeit auf der Veranda. Warum weiß nur er selbst oder hatte sein Mitbewohner das Klopfen an der Tür nicht bemerkt? Wer weiß das schon.

Tagesausklang auf Ko Phangan

Der Morgen bestand aus Schlafen und Faulenzen. Um halb zwölf mussten wir uns dennoch kurzzeitig von unserem Trott losreißen, da Rebecca und Verena Richtung Krabi aufbrachen. Wir waren etwas neidisch auf die beiden, da sich unser Trip dem Ende näherte und die beiden noch eine Woche auf der Ostseite Thailands verbringen durften.

Der Rest des Tages bestand daraus, das gute Wetter am Strand zu genießen und wieder komplett auszunüchtern. Zugegeben der gestrige Abend war schon sehr krass, aber die größte Strandparty der Welt sollte man nicht unbedingt auslassen und auf alle Fälle mal mitgemacht haben.

Während Andi mehrere Stunden am Strand unter einer Palme lag und sich regelrecht „schwärzte“, lief ich durch die Gegend, schwamm im einsamen Meer oder fotografierte belanglose Dinge. Hauptsache wir überanstrengten uns nicht.

Abends ging es ins Internetcafe des Cabana Beach Resort, wo wir unseren ersten thailändischen Stromausfall miterleben durften. So hatten wir endlich die Möglichkeit unsere nagelneuen Taschenlampen für jeweils 2,99 Euro zu testen.

Der Stromausfall vollzog sich über mehrere Stunden, sodass uns nichts anderes übrig blieb, als in den Bungalow zu gehen und zu schlafen. Das war sicherlich auch nicht die schlechteste Idee, denn unsere Körper mussten langsam aber sicher wieder auf Vordermann gebracht werden.

Full Moon Party auf Ko Phangan

Am heutigen Tag machte sich das für den europäischen Magen ungewöhnliche Essen bemerkbar, denn der ein oder andere hatte doch sehr starke Verdauungsprobleme. Wen genau ich damit meine, möchte ich hier nicht veröffentlichen. Allerdings sei angemerkt, dass die jeweilige Person nach Wiedergenesung so glücklich war, dass sie für vier Personen jeweils einen Thai-Whiskey sowie eine Pizza spendierte.

Feuerspielchen in Hat Rin

Nun gut, der gesamte Mittag bestand jedenfalls daraus nichts zu tun und die Seele am Golf von Thailand baumeln zu lassen. Unsere beiden Teilzeitreisebegleiterinnen Rebecca und Verena waren so nett und zeichneten uns ein PingPong-Feld in den Sand, auf dem Andi und ich uns die weiteren zwei Stunden die Zeit vertrieben. Im Hintergrund ging dabei die Sonne unter und ich erlebte den schönsten Sonnenuntergang meines bisherigen Lebens. Der gesamte Horizont war rosa – ein wahrer Traum!

Nach dem Abendessen ging es an den einsamen Strand, um sich den ein oder anderen Cocktail zu genehmigen. Wenig später fand das gleiche Prozedere zehn Meter entfernt in der Cocktailbar statt. Dort wurde von unserem Quartett nahezu einstimmig der Mai Tai zum „Cocktail of the day“ gewählt.

Vollmond in Cabana

Wenig später holte uns ein Minibus ab, um uns nach Haad Rin zu fahren, wo die größte Strandparty der Welt auf uns wartete, nämlich die legendäre Full Moon Party auf Ko Phangan. Der Minibus war vom Sound her mit einem Flugzeug zu vergleichen und die Strecke ähnelte einer Alpenüberquerung, da es ständig auf und ab ging, aber das war uns im leicht angesäuselten Zustand bereits egal.

In Haad Rin angekommen strömten Menschenmengen zum Strand, wo die Party bereits in vollem Gange war. Laute HipHop- und Technobeats dröhnten uns entgegen und alle paar Meter sah man einen Artisten, der mit Feuerbällen oder -stangen wild um sich schmiss. Zu Trinken gab es massenweise kleine Eimer, die man beliebig mit Mixgetränken füllen konnte. Unser Favorit war Wodka Energy, von dem auch gleich mal zwei Buckets geordert wurden.

Während Verena zufällig eine alte Bekannte von einem Australien-Trip traf, hielten wir bereits Ausschau nach einem vorerst ruhigeren Plätzchen, um den heftigen Techno-Bässen zu entfliehen. Fündig wurden wir bei einer Strandbar, die Reggae-Musik von Bob Marley auflegte. Außerdem trafen wir dort Luisa und Nina wieder, mit denen wir zusammen unsere Trekking-Tour in Nordthailand gemacht hatten. Daraufhin wurden erneut vergangene Erlebnisse ausgetauscht, was mich etwas langweilte, sodass ich mich alleine auf den Weg machte, wo ich unter anderem zwei nette Schotten kennen lernte.

Die Schotten unter sich

Als ich von meinem Egotrip zurück kam, verabschiedeten sich Rebecca und Verena von uns, da sie etwas angeschlagen waren. Die beiden anderen Mädels blieben uns allerdings noch erhalten, obwohl Andi und ich eigentlich auch ganz gerne alleine durchgestartet wären, da wir während unseres gesamten Trips viel zu viel Zeit mit Deutschen verbracht hatten. Nichts gegen die beiden, aber es war auch mal schön, neue Leute kennen zu lernen.

Die Full Moon Party artete in eine Rave-Party aus und je länger die Nacht wurde, um so ausgelassener wurde gefeiert. Obwohl ich mich im Gegensatz zu Andi als absoluten Anti-Raver bezeichne, stand ich plötlich auf einer 1,50 Meter hohen Bühne und bewegte mich zu den Rhytmen – der Gruppenzwang hatte mich mal wieder erwischt.

Die nächste Station war ein Drum´n´Bass-Stand, wo Andi erneut alles gab. Meine Ausdauer neigte sich allerdings stark dem Ende entgegen, sodass ich mir eine kleine Auszeit nahm. Scheinbar sah ein Engländer, dass ich nicht mehr der Fitteste war und bot mir ein Glas Flüssigkeit an, die wahrscheinlich mit Drogen versetzt war, da er mir versicherte, dass ich danach wieder topfit werden würde. Zwar setzte ich das Glas auch an, allerdings ließ ich meinen Mund geschlossen.

Bodypainting auf der Full Moon Party

Kurz darauf wurde mir auch klar, dass ich Andi im Getümmel verloren hatte. Als dann auch die Sonne aufging, machte ich mich auf den Weg zurück, setzte mich in einen Pick Up, der mich zum circa 20 Kilometer entfernten Ressort bringen sollte. Ebenfalls im Pick Up war eine nervige Amerikanerin, die durchgehend über Thailand und deren Einwohner lästerte. Nerv, nerv, nerv,…

Nach einer holprigen Fahrt öffnete ich auch endlich die Tür zu unserem Bungalow, wo ich totmüde ins Bett fiel. Andi war noch immer nicht angekommen, allerdings schaffte auch er es irgendwann zurück in unser Resort. Wir hatten die Full Moon Party auf Ko Phangan ohne Verluste überstanden und waren froh, diese einmal mitgemacht zu haben.

Von Ko Tao über Ko Samui nach Ko Phangan

„Uahhhh, Hilfeeeeee, oh mannnnnnnnn,……!“ Ungefähr so wachten wir unseren letzen Morgen auf Ko Tao auf. Das Geschrei richtete sich nicht etwa an die große Anzahl von Ameisen in unserem Zimmer, sondern vielmehr an die Wolken, die uns den Sonnenaufgang vermiesten, da wir die Sonne nur teilweise zu Gesicht bekamen. Irgendwie hatten wir uns das Spektakel doch etwas anders vorgestellt.

Sonnenaufgang auf Ko Tao

Egal, denn wir hätten sowieso früh aufstehen müssen, da wir von Ko Tao aus weiter gen Süden ziehen wollten. Die Sachen waren schnell im Rucksack verstaut und nachdem wir unsere Bungalow-Rechnung beglichen hatten, konnten wir sogar noch frühstücken, solange wir auf unser Taxi warteten.

Es gab selbstverständlich Pancake und ein Bier. Eigentlich schon abartig, morgens um acht Uhr Bier zu trinken, aber irgendwie hatten wir uns in die Insel Ko Tao verliebt und dachten uns, dass wir uns gebührend verabschieden sollten.

Unser Taxi war ein moderner Mitsubishi Jeep, der die heftigsten Steilhänge mit riesen Schlaglöchern fast mühelos meisterte. Ohne Verletzungen kamen wir dann auch am Hafen an der Westküste an, von wo aus es mit einem Katamaran nach Ko Samui ging, wo wir am Maenam-Strand ausgesetzt wurden.

Als wir am Ufer ausstiegen fragten uns die Thais ständig, wo wir denn gerne hin möchten. Jedes Mal antworteten wir fast schon genervt: „Zum Maenam-Straaaaannnnnndddddd!!!!!“. Doof war nur, dass wir uns dort bereits befanden und dies nicht so richtig kapiert hatten. Die doofen Deutschen mal wieder.

Rollerfahrt auf Ko SamuiWenig später ließen wir uns mit zwei Rollern nach Ko Faan zum Big Buddha fahren, wo wir das massive Denkmal begutachteten und uns eine Foto-Session mit zwei Italienern lieferten, die ein Foto nach dem anderen machten. Der Big Buddha war wirklich atemberaubend, was uns aber noch mehr beeindruckte waren zwei Kokusnüsse, deren eiskalte Milch wir tranken. Hmmm, war das lecker und erfrischend.

Auf Ko Samui hielten wir uns dennoch nur zwei Stunden auf. Erstens, weil die Insel ein bisschen dem Ballermann ähnelte und zweitens, weil wir ein Zimmer auf Ko Phangan gebucht hatten, schließlich war morgen die allseits beliebte Full Moon Party.

Wir schipperten also nach Thong Sala, fuhren von dort aus mit zwei jungen Engländern zum Cabana Beach Resort und checkten ein. Doch dann kam die Überraschung. Vor uns standen zwei total verbrannte Gesichter, die wir erst nach längerem Hinsehen identifizieren konnten. Es waren Rebecca und Verena, die beiden Mädels von unserer Trekkingtour durch Nord-Thailand.

Andi beim Chillen am Strand von CabanaNachdem Andi und ich unseren Bungalow bezogen hatten, gingen auch wir zum Schwärzen an den Strand, um noch die letzten Sonnenstrahlen des Tages zu genießen. Wenig später kauften wir ein paar Utensilien für den anstehenden Abend ein, unter anderem ein HipHop-Mikrofon, das mit Brause gefüllt war, und natürlich ein PingPong-Set, welches Andi und ich den gesamten Abend testeten und dabei den wohl schönsten Sonnenuntergang unseres Lebens begutachten durften.

Der Abend klang mit einem Feierabend-Bier am Pool aus. Ja, richtig gehört, wir hatten uns ein Resort gegönnt, das einen Pool hatte. Nach langen Gesprächen über die bisher erlebten Tage im „Land des Lächelns“ fielen wir totmüde ins Bett. Dies war auch gut so, denn die Full Moon Party rückte immer näher.

Kajak- und Schnorcheltour auf Ko Tao

Um halb neun morgens starteten wir unsere Kajak- und Schnorcheltour. Da wir nur ein Paddel hatten, mussten wir uns abwechseln. Eigentlich wollten wir mit dem ausgeliehenen Plastikding einkaufen fahren, da in unserem Ort kein Supermarkt war. Da die Paddlerei aber ganz schön auf die Arme ging, beschlossen wir an der nächsten Bucht anzuhalten, um nach einem Shop zu suchen.

Paddeltour auf Ko Tao

Wir hatten natürlich Pech und in der angesteuerten Bucht war weder ein Bankautomat noch ein kleiner Laden zum Einkaufen zu finden. Da die nächste Bucht noch etwas weiter entfernt war, warfen wir unsere Pläne um und steuerten schnurstracks in Richtung Shark Island.

An der kleinen Insel, die mitten auf dem Meer war, angekommen, kamen wir uns etwas doof vor, da wir von zwei großen Tauchbooten umgeben waren. Wahrscheinlich dachten die Taucher, dass wir nicht ganz richtig im Kopf waren, weil wir mit den Kajaks aufs offene Meer gefahren waren, um zu schnorcheln. Besonders lustig muss es ausgesehen haben, als Andi versuchte, das Boot auf den Felsen zu heben, was natürlich nicht gelang.

Nach ein paar Minuten gab ich klein bei und sagte zu Andi, dass es zu gefährlich sei, bei diesem Wellengang in der Nähe der Felsen zu schnorcheln, schließlich steigerten sich der Wind und die Wellen immer mehr.

Die Rückfahrt auf die Nachbarbucht, an der wir eigentlich einkaufen wollten, gestaltete sich auf Grund des steigenden Wellengangs als äußerst kompliziert. Ein Glück, dass wir nicht kenterten. Zugegeben hatten wir schon etwas Schiss, aber wir erreichten unser Ziel doch noch unversehrt.

Schnorcheln auf Ko TaoAn der Bucht angekommen, parkten wir das Kajak, zogen unsere Schnorchel-ausrüstung an und schossen lustige Fotos mit der Unterwasserkamera. Da das Wetter nicht ganz so gut war, war auch die Sicht unter Wasser nicht gerade die beste. Egal, Spaß gemacht hat es trotzdem.

Weil wir keinen ATM-Bankautomaten auf unserer Tour fanden, hatten wir auch nicht die Möglichkeit Bargeld zu holen. Für uns hieß es deshalb: Sparen, sparen, sparen!!! Da wir beide ziemlich knapp bei Kasse waren, versuchten wir so viel zu schlafen wie es nur möglich war, um nicht in Versuchung zu kommen, unsinning Geld auszugeben.

Abends hatte jeder von uns noch 150 Baht (knapp 4 Euro) zur Verfügung. Getrunken wurde beim Abendessen nichts. Dadurch schafften wir es, dass jeder zwei Menüs essen konnte. Wir waren also erstmal wieder satt und schliefen ziemlich bald glücklich und zufrieden ein, denn unser nächstes Ziel war es, den Sonnenaufgang Ko Taos am nächsten Morgen zu betrachten.

Die Schildkröteninsel Ko Tao

Ungefähr gegen fünf Uhr morgens kamen Andi und ich an der Westküste der Schildkröteninsel Ko Tao an. Mit der Taschenlampe bewaffnet zogen wir durch Sairee Beach und beobachteten den Sonnenaufgang vom Strand aus.

Gipfel auf Ko Tao

Nachdem es halbwegs hell war, traten wir den Weg zur Ostküste an. Zwar hatten wir nur vier Kilometer zu laufen, allerdings mussten wir einen Höhenunterschied von über 300 Meter bewältigen. Die Wege waren alles andere als komfortabel und unsere schweren Rucksäcke gaben uns den Rest. Wasserfälle sprudelten aus allen Poren.

Am höchsten Punkt angekommen gab es eine wunderschöne Aussicht auf das blaue Meer. Das entschädigte unsere bisherigen Qualen. Außer zwei künstlich angelegten Stauseen erlebten wir hier die wunderschöne Natur Thailands. Unser Ziel Ao Tanote war jedoch nicht auf dem Berg, sondern unten am Ufer, weshalb uns ein erneutes Abenteuer bevorstand.

Weg zum GipfelBeim stark Bänderriss gefährdenden Abstieg sahen wir, wie schön die einzelnen Bungalows des kleinen Dorfes in den Hängen lagen. So einen wollten wir auch, doch wir wussten, dass es nicht einfach werden würde, im Tauchparadies etwas geeignetes zu finden. Nach kurzem Begutachten des Strandes fanden wir zum Glück einen Bungalow für 600 Baht pro Nacht. Auf der Veranda hatten wir eine Hängematte, von der man sowohl über das Meer als auch das komplette Dorf blicken konnte. Als Mitbewohner begrüßten wir unzählige Ameisen, die uns aber wenig störten.

Mittags liehen wir uns eine Schnorchelausrüstung aus, um die Unterwasserwelt zu betrachten. Als Schnorcheljungfrauen schluckten wir anfangs mehr Wasser als Luft zum Atmen, aber wir überlebten und das zählte letztendlich. Nach kurzer Zeit kamen wir auch ganz gut zurecht und staunten nicht schlecht als wir sahen, was unter Wasser so alles los ist: bunte Fische, schöne Korallen und ab und an auch mal eine Frau im Bikini. Schon toll so eine Taucherbrille.

Ao Tanote in all seiner PrachtDas „Snorkeling“ war allerdings auch etwas anstrengend, sodass wir den Nachmittag am Strand und in der Hängematte chillten. In Ao Tanote konnte man wirklich gut relaxen, da man hier wirklich seine Ruhe hatte, sogar vor thailändischen Händlern. Das einzig negative waren die vielen Risse an den Füßen, die im flachen Gewässer durch scharfe Muscheln verursacht wurden.

Abends hatten wir beiden Brückenauer mal wieder so großen Hunger, dass jeder von uns zwei Portionen verdrücken musste. Danach sagte man uns aus unerklärlichen Gründen, dass wir unser Zimmer am nächsten Tag verlassen sollten, da es scheinbar schon verbucht war. Glücklicherweise stellte sich das ganze als ein Irrtum raus und wir konnten doch noch einen Tag länger bleiben, schließlich hatten wir uns eine Kayaktour für den kommenden Tag vorgenommen.

Hua Hin oder der Ballermann Thailands

Noch ein bisschen angeschlagen vom Vorabend beschlossen wir mal wieder richtig gut frühstücken zu gehen. Gut, dass uns da auch gleich ein McDonalds in Hua Hin über den Weg lief. Wir schlugen uns den Bauch voll, lachten uns darüber kaputt, dass der Mc in Thailand auch liefert und begaben uns schließlich auf direktem Weg zum Strand. Hier erschraken wir zuerst, da der Strand dem Ballermann auf Mallorca sehr ähnlich sah. Dort waren wir bereits im Jahr 2002 und wollten diesen Trip nicht noch einmal wiederholen.

Strandspaziergang in Hua Hin

Das Wetter hätte an diesem Tag nicht besser sein können. Wir chillten zwei Stunden am und im Meer und fanden einen Platz, an dem kaum Touristen waren. Zwischendurch nahmen wir noch eine 15-minütige Massage, bei der wir uns aufs Übelste den Rücken verbrannten. Andi testete wenig später seine Händlerfähigkeiten und handelte einen Stuhl von über 2.000 Baht auf 500 Baht runter. Gekauft hat er ihn aber nicht.

Nach jeder Menge Nichtstun fuhr uns ein Rikscha-Fahrer zum Bahnhof. Auf der Strecke ging es durchgehend bergauf, sodass der etwas ältere und dürre mann sich so sehr abhetzte, dass wir ihn schon vorher erlösen wollten, schließlich schleppte er 160 Kilogramm in seinem Anhänger umher. Er ließ sich aber nicht von seinen Qualen erlösen und schleppte uns tapfer den Berg hinauf.

Unser tapferer Rikscha-FahrerAls wir endlich am Bahnhof ankamen und feststellten, dass kein Zug fährt, machten wir uns mit einem Bus voller junger Thai-Rekruten auf den Weg nach Chumpon. Mit nassen Badehosen saßen wir 4,5 Stunden in einem klimatisierten Omnibus. Diese Fahrt war mit Abstand die ungemütlichste während unserer Tour, da unsere Hosen nur sehr langsam trockneten, die Klimaanlage bitter kalt war und KingKong-Filme auf thailändisch doch etwas nervig sind.

Eigentlich sollte unser Ziel Chumpon sein, aber aus unerklärlichen Gründen wurden wir in einem Vorort rausgeschmissen, wo es keine weiteren Busverbindungen, geschweige denn TukTuks, gab. Deshalb waren wir froh als zwei Thailander uns anboten mit dem Moped zur Farang-Bar nach Chumpon zu fahren. um von dort die Reise fortzusetzen.

In der Farang-Bar angekommen, hatten wir die Auswahl zwischen verschiedenen Booten, welche uns auf die Taucherinsel Ko Tao befördern sollten. Vom Kathamaran bis hin zum Lebensmittelfrachter hatten wir die freie Auswahl. Anstatt den Kathamaran zu nehmen, der uns innerhalb von anderthalb Stunden auf die Schildkröteninsel befördern sollte, entschieden wir uns für eine sechsstündige Fahrt mit dem Lebensmittelkutter, auf dessen größter ebenen Fläche circa 12 Leute in Reih und Glied lagen und versuchten zu schlafen, was nicht gerade leicht war.

Die gesamte Bootstour war sehr amüsant, trotz einem Gefühl von mangelnder Sicherheit auf Grund eines starken Gewitters und dem starken Drang aufs Klo gehen zu müssen, ohne jegliche Toilette in der Nähe.

Phetchaburi und die Fahrt ins Ungewisse

Am Bangkoker Bahnhof angekommen ging es erst einmal zum „Fressen“ in einen thailändischen KFC (Kentucky Fried Chicken). Eine regelrechte Orgie fand dort statt, denn wir ließen es uns nicht nehmen, zwei Monsterportionen zu bestellen.

Bahnhof in PetchaburiMit dickem Bauch und enormer Übelkeit gingen wir wenig später ins naheligende TAT, in dem wir auch schon am ersten Bangkok-Tag zu Gast waren. Eigentlich wollten wir nur kurz eine Nacht auf Ko Phangan für die Full Moon Party buchen, allerdings wurden daraus dann doch ganz schnell drei Nächte, die pro Person und pro Nacht 13 Euro kosteten. Halb so wild, wir ham´s ja und wollten uns wenigstens einmal etwas leisten.

Anschließend machten wir uns in einem 3.-Klasse-Zug auf den Weg in 180 Kilometer entfernte Phetchaburi. Die Fahrt war ziemlich heiß und wir waren die einzigsten Ausländer, allerdings freuten sich die Thais, dass auch „reiche“ Touristen mit normalen Verkehrsmitteln fahren und nicht nur auf Luxus aus waren.

Nach drei Stunden erreichten wir Phetchaburi, einer Stadt mit über 20 Wats. Von Rucksacktouristen war hier nicht die geringste Spur. Ein Tuktuk-Fahrer fuhr uns zu einem der größten Wats mit benachbarter Schule. Die Kinder hatten gerade Pause, stellten sich um uns herum, begutachteten uns und grinsten durchgehend. Ab und zu kam ein Kind und gab uns schüchtern die Hand, sagte kurz „Hello“ und reihte sich blitzschnell wieder in die Gruppe der anderen ein. Ein herzlicheres und schöneres Lachen hätten wir uns gar nicht vorstellen können. Ein Mönch, der ungefähr zwei Drittel so groß wie ich war, führte uns anschließend durch die Anlage, wo wir einen Buddha nach dem anderen sahen.

Mönch und ich vor einer SchuleNach der kurzen Besichtigungstour irrten wir durch die Stadt, um irgendwie einen Weg Richtung Süden zu finden. Der etwas seltsame Mann im Bangkoker TAT hatte uns versichert, dass es sehr schwer werden würde, von Phetchaburi in den Süden zu gelangen. Wir haben diesen Rat jedoch nicht sehr ernst genommen und beschlossen, es ihm zu zeigen. Also liefen wir immer weiter und sahen die ein oder andere Stelle zwei oder dreimal.

Schön war noch, als uns ein Junge beim Überqueren einer Brücke mit seiner Familie zuwinkte. Er folgte uns noch ein paar Seitengassen, allerdings immer mit einem Sicherheitsabstand von 50 Metern. Wir waren also fernab des Mainstreams gelandet, was uns sehr freute, da wir nicht die gleichen Routen wie die anderen Backpacker gehen wollten. Allerdings wussten wir auch nicht so richtig, wie wir in Hua Hin ankommen sollten.

Als unser Weiterkommen aussichtslos schien, fragten wir einen Tuktuk-Fahrer, ob er uns nach Hua Hin fahren könnte, denn öffentliche Verkehrsmittel gab es nicht wirklich. Für 700 Baht machte er das zum Glück auch. Scheinbar war das sein bestes Geschäft des Monats. Im Beifahrersitz saß seine Frau, die ab und an schauen musste, ob denn das Licht auch tatsächlich ging bzw. ob das Tuktuk noch alle Teile an sich hatte, da desöfteren ein kleiner Knall zu hören war.

Eine dreiviertel Stunde und eine Flasche Thai-Whiskey später waren wir schließlich in Hua Hin angekommen. Ein bisschen erschrocken waren wir anfangs schon, da hier der Tourismus boomte.

Kleine Türen in Hua HinNachdem Andi längere Zeit mit einem Holländer redete und ich mich über maßgeschneiderte Anzüge für 39 Euro vollquatschen ließ, gingen wir das erste Mal ans Meer, genauer gesagt dem Golf von Thailand. Es war zwar äußerst dunkel, aber dennoch spürte man die salzige und feuchte Meeresluft.

Da wir noch keine Unterkunft hatten, begaben wir uns schleunigst auf die Suche nach einem Schlafplatz. Diesmal war es unser Ziel, etwas total abgefucktes und billiges zu finden. Zumindest wollte ich das, Andi wollte zu seinem Holländer, mit dem er sich vorher bereits unterhalten hatte. Wir einigten uns schließlich auf einen Kompromiss und nahmen ein Guesthouse, das für 300 Baht recht billig, aber dafür auch sehr ansehnlich war. Doof war nur, dass die Türen dort sehr klein waren, sodass wir uns ziemlich oft den Kopf stießen, was weniger erfreulich war.

Wie die meiste Zeit in Thailand hatten wir unheimlich großen Hunger, sodass wir uns auf die Suche nach einem guten Restaurant begaben. Da wir nichts geeignetes fanden und plötzlich vor einer auf Holzrädern aufgebauten Bar standen, beschlossen wir, dort mal kurz ein Bier zu trinken. Leider blieben wir dort dann doch etwas länger hängen und wir ließen das Abendessen weg.

Verwechslungsgefahr Wir starteten also in Hua Hin´s Nachtleben. Nach ein paar Seitenstraßen sahen wir einen Fernseher, der das Länderspiel Deutschland gegen England übertrug. Also setzten wir uns und tranken da ausnahmsweise noch ein oder zwei Bier. Gehört ja schließlich zum Fußball dazu. Während des Spiels wurde Andi zwischendurch noch von einer Frau zum Billard spielen aufgefordert. Wir fragen uns daraufhin, wo wir also wirklich gelandet waren.

Die Antwort erhielten wir kurz nach dem Fußballspiel, als wir vor der Kneipe standen und die Aufschrift des Etablissments sahen: Hard Cock Café!!! Was heißt Cok nochmal übersetzt?

Nachdem uns schließlich noch zwei weitere Frauen angeboten wurden, kauften wir uns an Stelle der Frauen lieber doch ein paar T-Shirts mit dem Aufdruck des getürkten Hard Rock Cafés und gingen zurück ins Guest House.