Skandinavien, Ko Phi Phi und Maya Bay

Ja, wir haben uns mal wieder etwas Zeit gelassen mit dem Blogeintrag. Sorry, aber wir sind schliesslich im Urlaub. 😉

Tauchschüler von Moskito Diving

Der im letzten Blogeintrag erwaehnte Geburtstag unseres schwedischen Freundes Niclas konnte gluecklicherweise stattfinden, auch wenn er nach einer selbstdiagnostizierten Lebensmittelvergiftung noch nicht hundertprozentig fit war.

Wie jeden Abend trafen wir uns mit dem skandinavischen Paerchen zum Abendessen. Diesmal bei Unni’s, einem schwedischen Restaurant, in dem die Bedienungen nach dem Essen und nach vorheriger Absprache ein Staendchen fuer das Geburtstagskind sangen.

Ach ja, unsere Gruppe wurde von diesem Tag an durch Anders verstaerkt, der Niclas‘ bester Freund ist und wegen dessen Geburtstag extra mal eine Woche Urlaub in Thailand macht. Am Strand wurde er auch gleich mal in unser Lieblingsspiel „Ring of Fire“ eingefuehrt, bei dem man ab und an mal ein Schlueckchen Alkohol zu sich nehmen muss.

Nach ein paar Runden wechselten wir den Spielort und gingen in die Reggae Bar, einer mehrstoeckigen Kneipe, in der sich zur spaeten Stunde Touristen freiwillig die Koepfe einschlagen koennen. Beide Kaempfer bekommen anschliessend zwei Buckets, also kleine Eimerchen mit jeder Menge Alkohol als Inhalt.

Die in drei Stockwerke aufgeteilte Bar, in der Urte waehrend ihrer Weltreise arbeitete, laedt unter anderem auch zum Tanzen, Billard spielen, zu Ladyboyshows oder einfach nur zum Bier- bzw. Buckettrinken ein. Tja, irgendwie kam es im Laufe des Abends dazu, dass ploetzlich Anders und Daniel in voller ThaiBox-Montur im Ring standen. Fuer Schutz an Kopf und Schienbeinen war ausreichend gesorgt, allerdings wurden wichtige Stellen wie die Zaehne und noch eine andere ganz ganz wichtige Stelle nicht geschuetzt.

Der Kampf im Thai-Boxing ging ueber 3 Runden a 90 Sekunden und war ueberaus fair und sportlich, auch wenn beide je einmal auf dem Boden zu finden waren. Man weiss jedoch nicht, ob dies an den Schlaegen und Tritten des Gegners war oder vielleicht an der Verbindung ‚Alkohol mit Sport‘.

Nach dem Kampf konnten dann auch die beiden Buckets, bestehend aus einem Mix von Cola und Thaiwhiskey, in Empfang genommen werden. Getrunken wurde sie allerdings nicht mehr, da an zu diesem Zeitpunkt keiner mehr wirklich Lust hatte, noch laenger zu feiern. Aus dem angekuendigten Feiermarathon wurde also nur ein Halbmarathon, der aber alles andere als langweilig war.

Urte ist weiterhin mit ihrem DiveMaster-Kurs beschaeftigt, von dem sie mittlerweile gute 60 Prozent mit Bravour meisterte. Zudem hofft sie bei ihren taeglichen Tauchgaengen darauf, endlich einen Walhai zu sehen, der in letzter Zeit desoefteren rund um Ko Phi Phi gesichtet wurde und eine Laenge von guten 8 Metern misst. Ein paar Tauchgaenge hat sie noch vor sich, also stehen die Chancen gar nicht so schlecht, das Riesending zu sichten.

Cliff-Diving in Thailand

Daniel hingegen schloss sich erneut den Skandinaviern an, um mit ihnen eine weitere Longtailboat-Tour rund um Ko Phi Phi zu machen. Zwar wurden auch bereits bekannte Ziele wie Monkey Bay oder Maya Bay angestrebt, allerdings auch noch unbekannte Orte wie Long Beach, einem weiteren Strand auf unserer Heiminsel Phi Phi Don, von der man einen wunderschoenen Blick auf die unbewohnte Insel Phi Phi Ley hat.

Ausserdem war das Highlight dieses Tages Cliff-Jumping, wo Niclas, Anders und Daniel von einem ca. 10 Meter hohen Felsen sprangen, was im Gegensatz zum Aufstieg an den Felsen kaum gefaehrlich ist. Gluecklicherweise blieben alle unverletzt, auch wenn so manch eine Aktion des ein oder anderen alles andere als elegant aussah.

Die weiteren Abende trafen wir uns wie gewohnt zum Abendessen mit den Nordlichtern, spielten unser Spiel und trauerten auch ein wenig, als sie uns am Montag wieder verliessen, da sich ihr Urlaub dem Ende neigte.

Tauchen auf Ko Phi Phi

Nach unserem Sonntagsausflug und Inselhopping begann nun auch fuer Daniel das Abenteuer Tauchen auf Ko Phi Phi, der sich von Urte’s Fieber anstecken liess. Waehrend Urte sich auf hoechstem Tauchniveau begibt und zur wahren Expertin ausgebildet wird, heisst es fuer Daniel erst einmal die Basics anhand eines Open Water-Kurses zu erlernen.

Tauchboot von Moskito DivingFuer die jeweiligen, die keinen Vergleich zwischen den beiden Kursstufen erkennen, koennte man anhand des Beispiels „Strassenverkehr“ sagen, dass Urte sich zum Fahrschullehrer entwickelt und Daniel sich mit dem Fahrradfuehrerschein der vierten Klasse begnuegt.

Einen Tauchschein zu absolvieren besteht nicht nur aus tauchen, tauchen und nochmals tauchen, sondern vor allem aus jeder Menge Theorie, schliesslich ist man erst breventiert, wenn man eine abschliessende Pruefung zum Kurs erfolgreich gemeistert hat.

Die wirklich wichtigen Dinge, um auch wieder an Land zu kommen, erlernt man dennoch nur in der Praxis. Deshalb ging es fuer die Anfaengergruppe, bestehend aus einem Englaender, einem Sri Lanker (Sri Lankaner, Mann aus Sri Lanka,…) und Daniel, am Montag an den Strand, um im flachen Wasser bei Null zu starten und das erste Mal unter Wasser zu atmen. Dies passierte alles unter den Augen des Lehrers und seiner strengen Assistenten, deren Namen hier keiner aussprechen kann, naemlich Urte.

Nach einer Stunde sassen die Grundfertigkeiten und die Beginner hatten daraufhin die Erlaubnis bekommen, am naechsten Tag aufs Boot zu gehen, was gleichzeitig bedeutet, ein paar Meter tiefer zu gehen, naemlich bis zu 18m.

Urte’s Dienstag bestand hingegen daraus, sich neues Wissen fuer ihre acht bevorstehenden Theorie-Tests anzueignen sowie einzelne Skills im Privattraining mit dem hollaendischen Instructor Walter zu erlernen und zu verbessern. Tja, wie ihr seht ist unser Trip kein Zuckerschlecken, sondern teilweise auch harte und weniger schoene Arbeit.

Weg von der Arbeit, hin zu Daniel, der in der Zwischenzeit seinen ersten grossen Tauchgang genoss und voellig von den Socken war, als er neben zwei Octopussen auch die Bekanntschaft mit zwei Leopardsharks machen durfte, die allerdings niemandem was zu Leide tun.

Unterwasserwelt von Ko Phi PhiAlles in allem ist die Unterwasserwelt wirklich traumhaft schoen, was auch Daniel’s zweiter Tauchgang an diesem Tag bestaetigte, bei dem er die Farbenvielfalt der Korallenriffe kennenlernte. Einfach nur wunderschoen.

Am Tag darauf (wer mitgezaehlt hat, der weiss, dass dies der Mittwoch war) kam Urte mit aufs Boot und assistierte dem thailaendischen Tauchlehrer namens Champ bei den beiden Tauchgaengen des Open Water-Kurses, also Daniel’s Gruppe. Neben einer Schildkroete gab es an diesem Tag nicht ganz so viel zu sehen wie zuvor, aber alleine das Atmen unter Wasser ist schon eine tolle Erfahrung.

Mit dem Ende der heutigen beiden Tauchgaenge war fuer Daniel Schluss mit der Praxis und fuer ihn war nun nur noch lernen angesagt, was er auch erfolgreich tat, da er am Samstag endlich sein Open Water-Zertifikat in den Haenden halten durfte. Zum einen froh ueber den ersten Tauchschein, zum anderen auch ein ein bisschen traurig, weil der Kurs so schnell zu Ende war. Ein bis zwei AdventureDives sollten aber noch drin sein oder vielleicht doch noch einen weiteren kompletten Kurs machen? Hmmmm.

Das Lehrbuch der Anfaenger ist uebrigens sehr witzig, da dort teilweise ziemlicher Mist steht, zum Beispiel: „Fakt ist, dass Taucher mehr Spass am Leben haben als Durchschnittsmenschen!“ Ja, nehmen wir mal so hin. Dann hat Daniel jetzt also mehr Spass als vorher. Auch nicht schlecht.

Fuer Urte ist ein Ende ihres Kurses noch lange nicht in Sichtweite. Neben schoenen Tauchgaengen durfte sie sich zudem mit einer kleinen Englaenderin beschaeftigen, die ziemliche Schwierigkeiten mit ihrem Druckausgleich hatte. Urte war anfangs sozusagen der „Arsch fuer alles“.

Purzelbaum unter WasserEin paar Tage spaeter wurde ihr jedoch das Vertrauen geschenkt, eine eigene Gruppe alleine leiten zu duerfen, was auch auf Anhieb klappte, obwohl ein- bis zweimal vielleicht ein bisschen die Orientierung fehlte. Von den acht Pruefungen hat sie mittlerweile auch die Haelfte gemeistert.

Wie ihr lesen koennt, geht es uns weiterhin bestens. Die letzten Abende wurden meist mit den skandinavischen Freunden Niclas und Linda verbracht. Der Schwede Niclas hat am 21.07. Geburtstag und einen Feiermarathon angekuendigt. Doof nur, dass er zur Zeit noch krank im Bett liegt. Falls er fit wird, dann wird die Feierei mit Sicherheit unser naechster Blogeintrag.

Ach ja, wegen dem Wetter muesst ihr uns zur Zeit nicht unbedingt beneiden. Die letzten vier Tage hat es ziemlich viel gerregnet.

Gruss vom anderen Ende der Welt,
Urte und Daniel.

Ko Phi Phi und Umgebung

Hallihallo, leider haben wir uns jetzt schon laenger nicht mehr gemeldet, da wir uns mittlerweile beide auf der wunderschoenen Insel Ko Phi Phi befinden und man dort ab und an dazu neigt, ein bisschen traege zu werden, zumindest was die Fortfuehrung unseres Blogs betrifft.

Trauminsel Bamboo Island

Da Urte fleissig am Lernen fuer ihren „Dive-Master“-Tauchschein war und Daniel als Ko Phi Phi-Neuling keinen blassen Schimmer von der Schoenheit der Umgebung hatte, beschlossen wir, am Sonntag einen Longtailboat-Trip mit folgenden Stationen zu machen:

  • Schnorcheln bei Phi Phi Lei (Viking Cave)
  • Maya Bay (Schauplatz von „The Beach“)
  • Bamboo Island
  • Schnorcheln am Shark Point
  • Monkey Bay (Affen gaffen)

Leider ist Maya Bay, also der Ort, an dem Leonardo di Caprio sein Unwesen trieb, mittlerweile zur absoluten Touristenhochburg geworden, was die traumhafte Bucht langsam in einen Sammelplatz fuer Cola-Dosen verwandelt.

Positiv ueberrascht waren wir dagegen von der Insel Bamboo Island. Hier gab es sehr wenige Touristen, lange und weisse Traumstraende und als i-Tuepfelchen die wunderschoenen verschiedenen Blautoene des Meeres. Dies war das wahre Paradies und erinnerte stark an die bekannten Postermotive der Malediven.

Maya Beach bei Ko Phi PhiNach zwei Stunden Aufenthalt sollte es zur zweiten Schnorcheletappe zum so genannten „Shark Point“ gehen. Da alle Mitfahrer des Longtailbootes, bestehend aus zwei Ungarn, zwei Skandinaviern und uns, ueberhaupt keine Lust dazu hatten, erneut ins Wasser zu springen, fuhr uns unser thailaendischer Fahrer direkt zur Monkey Bay.

Dies war ein kleiner Strand, an den es nur von Affen wimmelte, die alles andere als nett und friedlich waren. Naeherte man sich ihnen zu sehr, so kamen die aggressiven Kuscheltiere auf einen zugerannt und versuchten einem die Beine zu zerkratzen. Wirklich sehr niedlich diese kleinen Bestien.

Insgesamt war unsere 1-Tages-Tour eine sehr gelungene Sache. Darueber hinaus freundeten wir uns mit dem skandinavischen Paar (er Schwede, sie Norwegerin) an und lernten nach einem gemeinsamen Abendessen auch gleich ein neues Trinkspiel namens „Ring of Fire“ kennen, das seine Wirkung nicht verfehlte 😉

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Eigentlich wollten wir Euch die schoensten Bilder von Ko Phi Phi und Umgebung zeigen, allerdings ist mein sch… Computer abgestuerzt und hat die schoensten bzw. alle Bilder dieser Insel zerstoert.

Inselhopping: Mein alleiniger Kurztrip

Nach fast zwei schlaflosen Naechten, die im Bus verbracht wurden, inklusive einem Zwischenstop in Bangkok, wo wir illegal am Pool eines Hotels lagen, sind wir endlich in Krabi angekommen. Das Inselhopping konnte also beginnen, leider ohne Urte, da sie ohne Umwege in ihre zweite Heimat nach Ko Phi Phi wollte. Im Voraus hatten wir bereits abgemacht, dass ich ein paar Tage alleine losziehen werde, da Urte meine angestrebten Orte schon kannte und sie sowieso nur noch an ihre Lieblingsinsel dachte.

Ao Nang im Süden ThailandsMeine erste Station hiess Ao Nang, die ich via Kleinbus anpeilte. Da ich die langen Reisen mit dem Bus satt hatte, nahm ich das erstbeste Zimmer und ging ohne Umwege direkt zum Meer. Ein wirklich wunderschoener Strand, inmitten zweier Kalksteinfelsen. Weniger schoen war nur, dass direkt hinter mir der ein oder andere Busch bzw. Baum gefaellt wurde.

Ziemlich haesslich war die gesamte Stadt, da an jeder Ecke ein neues Resort errichtet wurde. Die Urlauber dort waren zudem ausschliesslich Pauschaltouristen, die entweder aus Familien oder ledigen Maenner auf der Suche nach Sex bestanden. Das Abendprogramm war zudem sehr lau, weshalb ich mich dazu entschloss endlich mal wieder richtig lange auszuschlafen.

Den folgenden Tag verbrachte ich fast komplett am Strand, wo ich mit zwei Stuttgarterinnen, die ich bereits aus Krabi kannte und einem Spanier Volleyball oder auch Fussball spielte. Spanien, Deutschland, Fussball, 2008 – war da nicht mal was? Hmmm, glaube nicht.

Abends wollten wir uns nochmal auf ein Glas Zitronenlimonade treffen, allerdings befand sich unser Treffpunkt direkt in der roten Meile. Zweimal wagte ich mich durch die Strasse und wurde desoefteren von thailaendischen Frauen gefragt, ob ich gerne PingPong moechte, und damit war nicht die Sportart gemeint. Als Mann alleine in touristischen Vierteln ist wirklich nervig. Erstens diese staendige Fragerei, ob man PingPong haben moechte und zweitens die nervigen Anzugverkaeufer, die nicht akzeptieren wollen, dass man nichts kaufen moechte. Ach ja, aus dem Treffen mit den anderen drei wurde nichts mehr.

Am Strand von Railay BeachTag 3 ohne Urte begann mit einer Longtailbootsfahrt nach Railay Beach, einem der laut meinem Reisefuehrer schoensten Straende Thailands. Bei der Ankunft bestaetigte sich diese Aussage, allerdings gab es hier direkt am Strand die pompoesesten Bungalow-Anlagen ueberhaupt. Ein einfacher Bungalow fuer unter zehn Euro war hier nicht zu finden, also ging es auf die andere Seite zum Railay Beach East. Dieser Strand war das krasse Gegenstueck zum Weststrand. Ueberall standen Unimogs sowie Traktoren, die Bauschutt durch die Gegend fuhren.

Auch hier wollte ich schnellstens weg und machte mich deshalb auf den Weg zum dritten und letzten Strand dieser Insel, Ao Tonsai. Der Weg dorthin war die reinste Tortur. Ein drei Kilometer langer und ziemlich kleiner Pfad fuehrte durch einen Wald, in dem keine Menschenseele zu sehen war. Zudem noch das gesamte Gepaeck auf dem Ruecken.

Nach einer Stunde tauchte dann auch die erste Bungalow-Siedlung auf, in der jedoch kein Ansprechpartner zu finden war, also nahm ich die naechste namens Forest Resort. Fuer umgerechnet zwei Euro hatte ich sogar eine eigene Dusche mit Toilette sowie erstmals einem Moskitonetz. Doof war nur, dass es in dem beschaulichem Oertchen taeglich nur von 18.00 – 22.00 Uhr Strom gibt.

Der Strand war auch hier wieder sehr schoen. Jeder Urlauber hatte hier ca. 50m Liegeflaeche fuer sich. In dem von Kletterern sehr gefragten Ort war es wunderbar ruhig und die wohl entspannteste Stimmung, da sich alle Einwohner und Gaeste beim Vorbeilaufen freundlich begruessten und auch ab und an ein kleines Plaeuschchen hielten. Wirklich top.

Insgesamt zwei Naechte verbrachte ich in Ao Tonsai, bevor auch ich mich endlich auf den Weg zu Urte und ihrer Trauminsel Ko Phi Phi machte.

Golden Triangle,… Unsere Tour durch den Norden

Nachdem am Mittwoch unsere zweite Sightseeing-Tour (Grand Palace) durch einen einstuendigen Regen abgebrochen wurde und wir die meiste Zeit durchnaesst unter dem Sonnenschirm eines thailaendischen Getraenkeverkaeufers verbrachten, fuhren wir schnellstmoeglich mit dem TukTuk zurueck zu unserem GuestHouse, denn so langsam mussten wir uns auf unser naechstes Ziel vorbereiten: Chiang Mai, die ehemalige Hauptstadt des Nordens.

Goldener Buddha beim Golden TriangleNach elf Stunden Fahrt waren wir schliesslich angekommen und bezogen auch gleich das erste GuestHouse, ohne lange nach einer anderen Alternative zu suchen. Zusaetzlich buchten wir eine halbtaegige Tour zu einem Elefanten-Camp in der Naehe von Chiang Mai.Der halbe Tag bestand jedoch nur aus drei Stunden, wovon zwei Stunden auf der Ladeflaeche eines Pick-Ups verbracht wurden. Die Stunde, die uns uebrig blieb, nutzten wir, um uns eine Elefantenshow anzuschauen, wo die Dickhaeuter neben Fussball auch Mundharmonika spielten.

Am meisten freuten wir uns jedoch auf das ‚Elephant Painting‘ (siehe Video), wo Elefanten mit einem Pinsel verschiedene Bilder malen. Von Deutschland aus hatten wir uns bereits Videos ueber die malenden Elefanten angeschaut und konnten uns nun mit eigenen Augen davon ueberzeugen, dass das Ganze kein Fake war.

Alles in allem war der Besuch im Elefantencamp ganz interessant, ob die Elefanten allerdings Spass daran haben, als Touristanattraktion die komischsten Sachen zu machen, ist fragwuerdig. Der restliche Tag wurde geschlafen und abends nochmal ueber den Nachtmarkt geschlendert. Jetzt ist das Portemonaie wieder leer.

Am folgenden Tag ging es auf eine Rundtour durch die Provinz Chiang Rai, die mit einem Besuch ind dem Dorf der Long Necks enden sollte. Es ist schwer vorstellbar, was die fuer ein Gewicht um den Hals tragen!

Ausserdem sind wir zum Golden Triangle gefahren, der Punkt, an dem der Mekong Thailand, Laos und Birma voneinander teilt und der frueher beruehmt fuer seinen Opiumanbau war. Zumindest von thailaendischer Seite hat sich das aber heutzutage geaendert.

Langhalsfrauen von ThailandEin weiterer Teil der Tour war der Besuch der birmanesisch-thailaendischen Grenze, die streng von Soldaten bewacht wird und strikte Visa-Vorschriften aufweist. Auch die HotSprings, deren Name einiges ver spricht, wurden besucht. Als wir dort ankamen waren wir etwas enttaeuscht, da die HotSprings zwar durchaus aus warmen Wasser bestanden, das Heraussprudeln des Gewassers jedoch lediglich von Pumpen erzeugt wurde.

Nach ca. 13 Stunden kamen wir schliesslich wieder in unserem GuestHouse an und waren ziemlich ko. Allerdings stiessen wir noch auf zwei Englaender, mit denen wir uns auf ein Bier verabredeten. Aus dem einen Bier wurden dann auch ganz schnell zwei und der Abend endete erst gegen sechs Uhr morgens. Den restlichen Tag unternahmen wir nicht allzu viel, da die vergangenen Naechte doch etwas kuerzer als gedacht waren und am fruehen Abend unser Bus gen Bangkok fuhr.

Der Norden Thailands ist schon eine ziemlich spannende Sache, allerdings reichen ein paar Tage voellig aus, da es ohne gebuchte Trekkingtouren doch etwas langweilig werden koennte.

Klappe, die erste! Zurück in Bangkok

Bombendrohung am Flughafen, nicht flugfaehiges Flugzeug, etliche Stunden Verspaetung… und wir haben es dennoch in die Chaosstadt Bangkok geschafft. Trotz des Jetlags wurde dann nicht erst lang im Zimmer ausgeduselt, sondern gleich die Sightseeing-Tour gestartet. ‚Time is money!‘ (…and money is Khao San Road).

Blick vom Golden Mountain auf Bangkok

Zunaechst hiess es Bergsteigen, indem wir den Golden Mountain hinauf krachselten (ja, alle 100 Stufen) und uns vom Gipfel aus die ‚City of Angels‘ betrachteten.Das naechste Ziel hiess Siam Center, eines der groessten, wenn nicht sogar das groesste Einkaufsparadies der 6-Millionen-Stadt.

Das Trash-Paradies bestand aus mehreren Gebaeuden, wobei eines die Groesse eines Kars tadts in Deutschland hatte. In einem davon befand sich ganz zufaellig die groesste Unterwasserwelt Asiens, die wir natuerlich unsicher machen mussten. Schildkroeten, Haie und auch Urte’s Lieblingstier, der Otter, waren nur einige der zahlreichen Tiere. Von den echten Tieren ging es kurz darauf zu den virtuellen, die wir in einem 4D-Kino bewunderten.

Zum Abschluss des Tages drehten wir noch ein paar Runden auf der Khao San Road, bevor wir voellig uebermuedet ins Bett fielen. Thailand hat uns wieder.

Weekend Market und Abflug

Geschlafen und gefrühstückt wie die Götter hielten Andi und ich den kompletten Vormittag ein Meeting am Pool ab, um bloß nicht gestresst in den neuen Tag zu gehen. Nebenbei kühlten wir unseren durch Muskelkater gebeutelten Körper, den wir von der gestrigen Trainingseinheit im Fitnessstudio bekommen hatten.

Wildes Treiben auf der Khao San Road

Nachdem wir beim Mittagessen ein Menü der Extraklasse in uns hinein geschaufelt hatten, beschlossen wir, doch noch einmal zum Office unserer Fluggesellschaft Mahan Air zu gehen, um uns einen Überblick über das Chaos zu verschaffen. Hierzu nutzten wir selbstverständlich unseren hoteleigenen Fahrservice. Der Kunde ist nunmal König!!!

Im Büro angekommen sahen wir zwölf aufgebrachte Leute, die erneut über einen Angestellten von Mahan Air herfielen. Was hatte dieser Mann, der Andi und mir eigentlich sehr sympathisch erschien, bloß alles für Prügel (im wörtlichen Sinn) einstecken müssen. Vor allem eine blonde Frau schrie den Thailänder ununterbrochen an.

Die Frau, die Andi und ich einfach mal Susanne nannten, gehörte einer größeren deutschen Familie an, deren Flug von Bangkok nach Düsseldorf am heutigen Morgen verschoben wurde. Sie wollte mit aller Macht durchsetzen, am selbigen Tag noch nach Deutschland zu fliegen. Sobald Susanne mal still war, was nicht oft der Fall war, kam aus irgendeiner Ecke des Zimmers die nächste Beschwerde.

Noch eine Kokosnuss zum AbschiedAndi und ich fanden das Ganze ziemlich spaßig und konnten uns das Lachen nicht wirklich verkneifen. Eigentlich wollten wir uns nur über den aktuellen Stand der Rückflüge erkundigen, aber wir kamen einfach nicht zu Wort. Ehrlich gesagt wollten wir uns das ganze Chaos nicht entgehen lassen und blieben deshalb ruhig in der Ecke stehen. Zwischendurch holte Andi uns noch zwei Bier, damit wir das Spektakel in vollen Zügen genießen konnten.

Während unseres Besuchs bei Mahan Air erfuhren wir zudem den Grund für das gesamte Chaos. Die Flugzeuge der im Iran ansässigen Fluggesellschaft hatten keine Erlaubnis mehr in Europa zu landen, da sie den Sicherheitsbestimmungen nicht mehr entsprachen. Mhhh, und nun?

Susanne ließ einfach nicht locker. Sie redete weiterhin wie eine Irre auf die mittlerweile drei Angestellten ein. Ihr ging es nicht in den Kopf, dass die Mahan-Mitarbeiter nicht von hier auf jetzt Tickets von einer anderen Fluggesellschaft herzaubern konnten. Zu recht wurde es einem Mitarbeiter zu blöd und rief die Flughafenpolizei. Für kurze Zeit war es folglich sehr ruhig im kleinen Büro, doch leider blieb die Polizei nicht sehr lange, sodass das Geschrei kurz darauf von Neuem begann.

Während sich an der Situation im Office nichts änderte, orderten Andi und ich bei einem außenstehenden Mitarbeiter in aller Ruhe Tickets bzw. hinterließen unsere Reisepassnummern. Irgendwann sollten wir schließlich auch mal wieder nach Hause reisen, auch wenn wir das gerne soweit wie möglich nach hinten verschieben wollten.

Es verging wieder ein bisschen Zeit als plötzlich ein Angestellter aufstand und das Licht ausmachte. Dies sollte wohl als Rausschmiss gelten, doch Susanne und ihr Clan wollten einfach nicht aufhören. Schließlich wurden wir allesamt durch heftiges Schieben und Drücken rausgeschmissen. Wir waren also nicht wirklich schlauer, wie es mit uns weitergehen würde und beschlossen, in Bangkoks Innenstadt zu fahren, um den Weekend Market zu besuchen.

Dieser riesige Markt ist vor allem bei den Thais sehr beliebt, da es sowohl billige Kleidung als auch günstiges Essen gibt. Für uns war zwar die Größe erstaunlich, aber außer ein paar Socken und einem sehr guten Mittagessen fanden wir nichts wirklich brauchbares.

Lustig war allerdings, dass wir von einem südkoreanischen Fernsehteam interviewt wurden und dass wir uns dazu überwunden hatten, neben Heuschrecken und kleinen Fröschen auch ein paar Maden zu essen, wie das folgende Video beweist. Die Heuschrecken sind auf alle Fälle weiterzuempfehlen. Über den Rest lässt sich streiten.

Wir verbrachten den gesamten Nachmittag auf dem Weekend Market, wo wir unter anderem die schwäbischen Referendarinnen trafen, mit denen wir bereits auf Ko Phangan zusammen auf der Ladefläche eines Taxis saßen. Doch der zentrale Ort in Thailand für Backpacker war wie immer die Khao San Road, auf der wir den Abend auklingen lassen haben.

Gegen zehn Uhr am Abend machten wir uns, bepackt mit ein paar Dosen Singha, mit dem Taxi auf dem Weg zurück ins Hotel. Als wir dort ankamen, kam sofort eine Rezeptionistin auf uns gestürmt, um uns mitzuteilen, dass unser Flieger in zwei Stunden starte. Wir waren in der Tat etwas überrascht, packten schnellstmöglich unsere Taschen und ließen uns mit dem Hoteltaxi an den Airport fahren.

Passkontrolle im GammellookAm Schalter bekamen wir überraschenderweise auch keine Tickets von Mahan Air, sondern von China Airlines, die uns sicher zurück nach Deutschland bringen sollten. Scheinbar gab es in Europa doch ein größeres Problem mit der iranischen Fluggesellschaft. Uns war es jedoch egal, mit welcher Gesellschaft wir heimfliegen sollten, da sich unsere Ansprüche in Grenzen hielten, auch wenn wir mittlerweile luxuriöse Backpacker waren.

Wie schon zwei Tage zuvor, nahmen wir unser Abschiedsgetränk diesmal in Form eines Bieres zu uns, da uns der damalige Bloody Mary nicht allzu sehr begeistert hatte. Als wir nach einiger Zeit auf die Uhr schauten, erkannten wir, dass es bereits kurz vor knapp war und wir dringend in den Flieger einsteigen mussten. Das Personal machte uns auch schnell bewusst, dass wir die vorletzten Passagiere für den Flug waren, was uns dazu bewegte, das Handgepäck zu nehmen und einen letzten Sprint zum Flugzeug anzusetzen.

Da saßen wir also, wieder ohne ein Wort zu sagen und verabschiedeten uns von einem traumhaft schönen Land, in dem wir viele neue Impressionen bekommen hatten. Bevor der Flieger schließlich abhob, war uns beiden klar, dass es nicht der letzte Trip nach Thailand für uns gewesen war.