Inselhopping: Mein alleiniger Kurztrip

Nach fast zwei schlaflosen Naechten, die im Bus verbracht wurden, inklusive einem Zwischenstop in Bangkok, wo wir illegal am Pool eines Hotels lagen, sind wir endlich in Krabi angekommen. Das Inselhopping konnte also beginnen, leider ohne Urte, da sie ohne Umwege in ihre zweite Heimat nach Ko Phi Phi wollte. Im Voraus hatten wir bereits abgemacht, dass ich ein paar Tage alleine losziehen werde, da Urte meine angestrebten Orte schon kannte und sie sowieso nur noch an ihre Lieblingsinsel dachte.

Ao Nang im Süden ThailandsMeine erste Station hiess Ao Nang, die ich via Kleinbus anpeilte. Da ich die langen Reisen mit dem Bus satt hatte, nahm ich das erstbeste Zimmer und ging ohne Umwege direkt zum Meer. Ein wirklich wunderschoener Strand, inmitten zweier Kalksteinfelsen. Weniger schoen war nur, dass direkt hinter mir der ein oder andere Busch bzw. Baum gefaellt wurde.

Ziemlich haesslich war die gesamte Stadt, da an jeder Ecke ein neues Resort errichtet wurde. Die Urlauber dort waren zudem ausschliesslich Pauschaltouristen, die entweder aus Familien oder ledigen Maenner auf der Suche nach Sex bestanden. Das Abendprogramm war zudem sehr lau, weshalb ich mich dazu entschloss endlich mal wieder richtig lange auszuschlafen.

Den folgenden Tag verbrachte ich fast komplett am Strand, wo ich mit zwei Stuttgarterinnen, die ich bereits aus Krabi kannte und einem Spanier Volleyball oder auch Fussball spielte. Spanien, Deutschland, Fussball, 2008 – war da nicht mal was? Hmmm, glaube nicht.

Abends wollten wir uns nochmal auf ein Glas Zitronenlimonade treffen, allerdings befand sich unser Treffpunkt direkt in der roten Meile. Zweimal wagte ich mich durch die Strasse und wurde desoefteren von thailaendischen Frauen gefragt, ob ich gerne PingPong moechte, und damit war nicht die Sportart gemeint. Als Mann alleine in touristischen Vierteln ist wirklich nervig. Erstens diese staendige Fragerei, ob man PingPong haben moechte und zweitens die nervigen Anzugverkaeufer, die nicht akzeptieren wollen, dass man nichts kaufen moechte. Ach ja, aus dem Treffen mit den anderen drei wurde nichts mehr.

Am Strand von Railay BeachTag 3 ohne Urte begann mit einer Longtailbootsfahrt nach Railay Beach, einem der laut meinem Reisefuehrer schoensten Straende Thailands. Bei der Ankunft bestaetigte sich diese Aussage, allerdings gab es hier direkt am Strand die pompoesesten Bungalow-Anlagen ueberhaupt. Ein einfacher Bungalow fuer unter zehn Euro war hier nicht zu finden, also ging es auf die andere Seite zum Railay Beach East. Dieser Strand war das krasse Gegenstueck zum Weststrand. Ueberall standen Unimogs sowie Traktoren, die Bauschutt durch die Gegend fuhren.

Auch hier wollte ich schnellstens weg und machte mich deshalb auf den Weg zum dritten und letzten Strand dieser Insel, Ao Tonsai. Der Weg dorthin war die reinste Tortur. Ein drei Kilometer langer und ziemlich kleiner Pfad fuehrte durch einen Wald, in dem keine Menschenseele zu sehen war. Zudem noch das gesamte Gepaeck auf dem Ruecken.

Nach einer Stunde tauchte dann auch die erste Bungalow-Siedlung auf, in der jedoch kein Ansprechpartner zu finden war, also nahm ich die naechste namens Forest Resort. Fuer umgerechnet zwei Euro hatte ich sogar eine eigene Dusche mit Toilette sowie erstmals einem Moskitonetz. Doof war nur, dass es in dem beschaulichem Oertchen taeglich nur von 18.00 – 22.00 Uhr Strom gibt.

Der Strand war auch hier wieder sehr schoen. Jeder Urlauber hatte hier ca. 50m Liegeflaeche fuer sich. In dem von Kletterern sehr gefragten Ort war es wunderbar ruhig und die wohl entspannteste Stimmung, da sich alle Einwohner und Gaeste beim Vorbeilaufen freundlich begruessten und auch ab und an ein kleines Plaeuschchen hielten. Wirklich top.

Insgesamt zwei Naechte verbrachte ich in Ao Tonsai, bevor auch ich mich endlich auf den Weg zu Urte und ihrer Trauminsel Ko Phi Phi machte.

Golden Triangle,… Unsere Tour durch den Norden

Nachdem am Mittwoch unsere zweite Sightseeing-Tour (Grand Palace) durch einen einstuendigen Regen abgebrochen wurde und wir die meiste Zeit durchnaesst unter dem Sonnenschirm eines thailaendischen Getraenkeverkaeufers verbrachten, fuhren wir schnellstmoeglich mit dem TukTuk zurueck zu unserem GuestHouse, denn so langsam mussten wir uns auf unser naechstes Ziel vorbereiten: Chiang Mai, die ehemalige Hauptstadt des Nordens.

Goldener Buddha beim Golden TriangleNach elf Stunden Fahrt waren wir schliesslich angekommen und bezogen auch gleich das erste GuestHouse, ohne lange nach einer anderen Alternative zu suchen. Zusaetzlich buchten wir eine halbtaegige Tour zu einem Elefanten-Camp in der Naehe von Chiang Mai.Der halbe Tag bestand jedoch nur aus drei Stunden, wovon zwei Stunden auf der Ladeflaeche eines Pick-Ups verbracht wurden. Die Stunde, die uns uebrig blieb, nutzten wir, um uns eine Elefantenshow anzuschauen, wo die Dickhaeuter neben Fussball auch Mundharmonika spielten.

Am meisten freuten wir uns jedoch auf das ‚Elephant Painting‘ (siehe Video), wo Elefanten mit einem Pinsel verschiedene Bilder malen. Von Deutschland aus hatten wir uns bereits Videos ueber die malenden Elefanten angeschaut und konnten uns nun mit eigenen Augen davon ueberzeugen, dass das Ganze kein Fake war.

Alles in allem war der Besuch im Elefantencamp ganz interessant, ob die Elefanten allerdings Spass daran haben, als Touristanattraktion die komischsten Sachen zu machen, ist fragwuerdig. Der restliche Tag wurde geschlafen und abends nochmal ueber den Nachtmarkt geschlendert. Jetzt ist das Portemonaie wieder leer.

Am folgenden Tag ging es auf eine Rundtour durch die Provinz Chiang Rai, die mit einem Besuch ind dem Dorf der Long Necks enden sollte. Es ist schwer vorstellbar, was die fuer ein Gewicht um den Hals tragen!

Ausserdem sind wir zum Golden Triangle gefahren, der Punkt, an dem der Mekong Thailand, Laos und Birma voneinander teilt und der frueher beruehmt fuer seinen Opiumanbau war. Zumindest von thailaendischer Seite hat sich das aber heutzutage geaendert.

Langhalsfrauen von ThailandEin weiterer Teil der Tour war der Besuch der birmanesisch-thailaendischen Grenze, die streng von Soldaten bewacht wird und strikte Visa-Vorschriften aufweist. Auch die HotSprings, deren Name einiges ver spricht, wurden besucht. Als wir dort ankamen waren wir etwas enttaeuscht, da die HotSprings zwar durchaus aus warmen Wasser bestanden, das Heraussprudeln des Gewassers jedoch lediglich von Pumpen erzeugt wurde.

Nach ca. 13 Stunden kamen wir schliesslich wieder in unserem GuestHouse an und waren ziemlich ko. Allerdings stiessen wir noch auf zwei Englaender, mit denen wir uns auf ein Bier verabredeten. Aus dem einen Bier wurden dann auch ganz schnell zwei und der Abend endete erst gegen sechs Uhr morgens. Den restlichen Tag unternahmen wir nicht allzu viel, da die vergangenen Naechte doch etwas kuerzer als gedacht waren und am fruehen Abend unser Bus gen Bangkok fuhr.

Der Norden Thailands ist schon eine ziemlich spannende Sache, allerdings reichen ein paar Tage voellig aus, da es ohne gebuchte Trekkingtouren doch etwas langweilig werden koennte.

Klappe, die erste! Zurück in Bangkok

Bombendrohung am Flughafen, nicht flugfaehiges Flugzeug, etliche Stunden Verspaetung… und wir haben es dennoch in die Chaosstadt Bangkok geschafft. Trotz des Jetlags wurde dann nicht erst lang im Zimmer ausgeduselt, sondern gleich die Sightseeing-Tour gestartet. ‚Time is money!‘ (…and money is Khao San Road).

Blick vom Golden Mountain auf Bangkok

Zunaechst hiess es Bergsteigen, indem wir den Golden Mountain hinauf krachselten (ja, alle 100 Stufen) und uns vom Gipfel aus die ‚City of Angels‘ betrachteten.Das naechste Ziel hiess Siam Center, eines der groessten, wenn nicht sogar das groesste Einkaufsparadies der 6-Millionen-Stadt.

Das Trash-Paradies bestand aus mehreren Gebaeuden, wobei eines die Groesse eines Kars tadts in Deutschland hatte. In einem davon befand sich ganz zufaellig die groesste Unterwasserwelt Asiens, die wir natuerlich unsicher machen mussten. Schildkroeten, Haie und auch Urte’s Lieblingstier, der Otter, waren nur einige der zahlreichen Tiere. Von den echten Tieren ging es kurz darauf zu den virtuellen, die wir in einem 4D-Kino bewunderten.

Zum Abschluss des Tages drehten wir noch ein paar Runden auf der Khao San Road, bevor wir voellig uebermuedet ins Bett fielen. Thailand hat uns wieder.

Weekend Market und Abflug

Geschlafen und gefrühstückt wie die Götter hielten Andi und ich den kompletten Vormittag ein Meeting am Pool ab, um bloß nicht gestresst in den neuen Tag zu gehen. Nebenbei kühlten wir unseren durch Muskelkater gebeutelten Körper, den wir von der gestrigen Trainingseinheit im Fitnessstudio bekommen hatten.

Wildes Treiben auf der Khao San Road

Nachdem wir beim Mittagessen ein Menü der Extraklasse in uns hinein geschaufelt hatten, beschlossen wir, doch noch einmal zum Office unserer Fluggesellschaft Mahan Air zu gehen, um uns einen Überblick über das Chaos zu verschaffen. Hierzu nutzten wir selbstverständlich unseren hoteleigenen Fahrservice. Der Kunde ist nunmal König!!!

Im Büro angekommen sahen wir zwölf aufgebrachte Leute, die erneut über einen Angestellten von Mahan Air herfielen. Was hatte dieser Mann, der Andi und mir eigentlich sehr sympathisch erschien, bloß alles für Prügel (im wörtlichen Sinn) einstecken müssen. Vor allem eine blonde Frau schrie den Thailänder ununterbrochen an.

Die Frau, die Andi und ich einfach mal Susanne nannten, gehörte einer größeren deutschen Familie an, deren Flug von Bangkok nach Düsseldorf am heutigen Morgen verschoben wurde. Sie wollte mit aller Macht durchsetzen, am selbigen Tag noch nach Deutschland zu fliegen. Sobald Susanne mal still war, was nicht oft der Fall war, kam aus irgendeiner Ecke des Zimmers die nächste Beschwerde.

Noch eine Kokosnuss zum AbschiedAndi und ich fanden das Ganze ziemlich spaßig und konnten uns das Lachen nicht wirklich verkneifen. Eigentlich wollten wir uns nur über den aktuellen Stand der Rückflüge erkundigen, aber wir kamen einfach nicht zu Wort. Ehrlich gesagt wollten wir uns das ganze Chaos nicht entgehen lassen und blieben deshalb ruhig in der Ecke stehen. Zwischendurch holte Andi uns noch zwei Bier, damit wir das Spektakel in vollen Zügen genießen konnten.

Während unseres Besuchs bei Mahan Air erfuhren wir zudem den Grund für das gesamte Chaos. Die Flugzeuge der im Iran ansässigen Fluggesellschaft hatten keine Erlaubnis mehr in Europa zu landen, da sie den Sicherheitsbestimmungen nicht mehr entsprachen. Mhhh, und nun?

Susanne ließ einfach nicht locker. Sie redete weiterhin wie eine Irre auf die mittlerweile drei Angestellten ein. Ihr ging es nicht in den Kopf, dass die Mahan-Mitarbeiter nicht von hier auf jetzt Tickets von einer anderen Fluggesellschaft herzaubern konnten. Zu recht wurde es einem Mitarbeiter zu blöd und rief die Flughafenpolizei. Für kurze Zeit war es folglich sehr ruhig im kleinen Büro, doch leider blieb die Polizei nicht sehr lange, sodass das Geschrei kurz darauf von Neuem begann.

Während sich an der Situation im Office nichts änderte, orderten Andi und ich bei einem außenstehenden Mitarbeiter in aller Ruhe Tickets bzw. hinterließen unsere Reisepassnummern. Irgendwann sollten wir schließlich auch mal wieder nach Hause reisen, auch wenn wir das gerne soweit wie möglich nach hinten verschieben wollten.

Es verging wieder ein bisschen Zeit als plötzlich ein Angestellter aufstand und das Licht ausmachte. Dies sollte wohl als Rausschmiss gelten, doch Susanne und ihr Clan wollten einfach nicht aufhören. Schließlich wurden wir allesamt durch heftiges Schieben und Drücken rausgeschmissen. Wir waren also nicht wirklich schlauer, wie es mit uns weitergehen würde und beschlossen, in Bangkoks Innenstadt zu fahren, um den Weekend Market zu besuchen.

Dieser riesige Markt ist vor allem bei den Thais sehr beliebt, da es sowohl billige Kleidung als auch günstiges Essen gibt. Für uns war zwar die Größe erstaunlich, aber außer ein paar Socken und einem sehr guten Mittagessen fanden wir nichts wirklich brauchbares.

Lustig war allerdings, dass wir von einem südkoreanischen Fernsehteam interviewt wurden und dass wir uns dazu überwunden hatten, neben Heuschrecken und kleinen Fröschen auch ein paar Maden zu essen, wie das folgende Video beweist. Die Heuschrecken sind auf alle Fälle weiterzuempfehlen. Über den Rest lässt sich streiten.

Wir verbrachten den gesamten Nachmittag auf dem Weekend Market, wo wir unter anderem die schwäbischen Referendarinnen trafen, mit denen wir bereits auf Ko Phangan zusammen auf der Ladefläche eines Taxis saßen. Doch der zentrale Ort in Thailand für Backpacker war wie immer die Khao San Road, auf der wir den Abend auklingen lassen haben.

Gegen zehn Uhr am Abend machten wir uns, bepackt mit ein paar Dosen Singha, mit dem Taxi auf dem Weg zurück ins Hotel. Als wir dort ankamen, kam sofort eine Rezeptionistin auf uns gestürmt, um uns mitzuteilen, dass unser Flieger in zwei Stunden starte. Wir waren in der Tat etwas überrascht, packten schnellstmöglich unsere Taschen und ließen uns mit dem Hoteltaxi an den Airport fahren.

Passkontrolle im GammellookAm Schalter bekamen wir überraschenderweise auch keine Tickets von Mahan Air, sondern von China Airlines, die uns sicher zurück nach Deutschland bringen sollten. Scheinbar gab es in Europa doch ein größeres Problem mit der iranischen Fluggesellschaft. Uns war es jedoch egal, mit welcher Gesellschaft wir heimfliegen sollten, da sich unsere Ansprüche in Grenzen hielten, auch wenn wir mittlerweile luxuriöse Backpacker waren.

Wie schon zwei Tage zuvor, nahmen wir unser Abschiedsgetränk diesmal in Form eines Bieres zu uns, da uns der damalige Bloody Mary nicht allzu sehr begeistert hatte. Als wir nach einiger Zeit auf die Uhr schauten, erkannten wir, dass es bereits kurz vor knapp war und wir dringend in den Flieger einsteigen mussten. Das Personal machte uns auch schnell bewusst, dass wir die vorletzten Passagiere für den Flug waren, was uns dazu bewegte, das Handgepäck zu nehmen und einen letzten Sprint zum Flugzeug anzusetzen.

Da saßen wir also, wieder ohne ein Wort zu sagen und verabschiedeten uns von einem traumhaft schönen Land, in dem wir viele neue Impressionen bekommen hatten. Bevor der Flieger schließlich abhob, war uns beiden klar, dass es nicht der letzte Trip nach Thailand für uns gewesen war.

Luxus pur nach Flugausfall von Mahan Air

Um den Urlaub endgültig ausklingen zu lassen, leisteten Andi und ich uns in der Sky Bar im obersten Geschoss des Suvarnabhumi Airport in Bangkok noch zwei Bloody Mary. Die Wahl fiel auf diesen Cocktail, da wir ihn auf Ko Tao schon trinken wollten, allerdings konnte er aus diversen Gründen nicht zubereitet werden.

Bloody Mary im Flughafen Bangkok

Bis vier Uhr in der Nacht überbrückten wir die Zeit bis zum Abflug mit Internet oder Körperpflege, die längst überfällig war. Als es dann endlich soweit war, dass wir Einchecken konnten, stellten wir uns an den Schalter, vor dem eine ziemlich lange Schlange stand, die hauptsächlich aus iranischen Großfamilien bestand.

Kurz bevor wir dann auch tatsächlich am Schalter von Mahan Air standen, fragte uns ein Holländer, ob wir den ersten Tag anstehen würden, da seine Familie bereits den zweiten Tag in Folge hier steht. Ehrlich gesagt wussten nicht so recht, was er von uns wollte. Auf weitere Gespräche konnten wir uns sowieso nicht mehr einlassen, da wir nun an der Reihe waren einzuchecken.

Wir legten die Tickets und den Pass auf den Schaltertresen, woraufhin uns die Angestellte fragte, ob wir denn nach Düsseldorf fliegen möchten. Stand das denn nicht sowieso auf unserem Ticket? Selbstverständlich wollten wir in die Stadt am Rhein fliegen, doch die überaus nette und zugleich gestresste Iranerin gab uns zu verstehen, dass der Flug ausgebucht sei und wir einem uns herannahenden Mann folgen sollten.

passEs muss ziemlich lustig ausgesehen haben, als wir den Schalter verließen, da wir nach einigen Metern kurz stehen blieben, einen Handschlag machten und ziemlich laut „Yes!“ riefen, denn von diesem Augenblick an wussten wir, dass unser Thailand-Trip noch nicht ganz beendet war.

Dadurch, dass der Flug ausgebucht war, konnten wir noch einen Tag länger bleiben, denn wir bekamen eine Unterkunft gestellt. Der Hotel eigene Fahrservice schipperte uns mit einem kleinen Taxi in das am Flughafen liegende Novotel Hotel, welches ganze vier Sterne vorzuweisen hatte und gerade einmal ein Jahr alt war.

Im Foyer des Hotels fielen uns fast die Augen aus. Wir Rucksacktouristen sollten doch tatsächlich eine pickfeine Unterkunft bekommen und das sogar for free auf Kosten von Mahan Air. Im Gegensatz zu den meisten anderen Passagieren unserer Airline waren wir überglücklich über den Ausfall des Fluges. Einen wirklichen Grund für den Ausfall des Fluges konnte uns aber niemand nennen.

An der Rezeption bekamen wir Chipkarten als Zimmerschlüssel. Jeder hatte sein eigenes Reich, das wirklich Luxus pur war. Ein Zimmer hatte jeweils zwei äußerst bequeme Betten, Dusche, Badewanne, drei Telefone, Fernseher, Schreibtisch und dutzende Lichter, die man vom Bett aus steuern konnte. Einfach genial.

Novotel in Bangkok

Da die erste Nacht unseres Luxuslebens auch schon fast zu Ende war, beschlossen am Morgen um sechs Uhr auch gleich mal das Frühstück mitzunehmen, ohne eine Minute geschlafen zu haben. Anschließend holten wir dann doch noch den fehlenden Schlaf nach und trafen uns zum bombastischen Mittagessen wieder, wonach Andi sich erneut aufs Ohr haute, während ich im Thai Garden und am 25 Meter langen Pool mit Poolbar relaxte.

Abends suchten wir einen Verantwortlichen unserer Fluggesellschaft auf, aber als wir sahen, dass dutzende von Passagieren auf diesen einschrien, dachten wir uns, dass wir den Mann lieber in Ruhe lassen sollten. Wir nutzten die Zeit dann doch lieber, um uns die Zeit im hoteleigenen Fitnessstudio zu vertreiben, um unsere Muskeln zu stählen.

Wir genossen unser neues Luxusleben sehr ausgiebig und waren bereits gespannt, was uns am morgigen Tag so alles erwarten würde.

Sightseeing in Bangkok

Wie in fast jedem Zug wurden wir durch Händler geweckt, die durch die Waggons rannten, um uns Frühstück, Getränke oder sonstige lebensnotwendige Dinge anzudrehen. Natürlich blieben wir unserer Linie treu und kauften rein gar nichts.

Abschied von Bangkok auf dem Golden Mountain

Was wir allerdings beibehielten war unser Gang zum Kentucky Fried Chicken am Bangkoker Bahnhof, wo wir uns schnellstmöglich ein absolutes Monstermenü in den Magen katapultierten. Nach dem Festmal und nachdem uns wenig später nicht mehr ganz so schlecht war, brachen wir zum Sightseeing in Bangkok auf.

Schnell bemerkten wir, dass die wunderbare Ruhe, die wir noch auf Ko Phangan hatten, schnell verflogen war, denn der Großstadtdschungel hatte uns wieder. Als Ziele für unsere abschließende Tour hatten wir Wat Arun (siehe Foto), Wat Pho und natürlich den Grand Palace auf unserer Liste.

Einem thailändischen TukTuk-Fahrer versuchten wir zu erklären, dass wir zu einer Bootanlegestelle wollten und von dort aus zum Wat Arun fahren möchten. Dieser wollte uns jedoch eine TukTuk-Tour für 1.200 Baht andrehen und war so hartnäckig, dass er uns nicht in Ruhe ließ. Selbst als wir beschlossen wezulaufen, kam uns der Fahrer hinterher gefahren, um uns zu überreden. Um ihn loszuwerden, wurden wir das erste und einzige Mal unhöflich und patzig, da wir tierisch genervt waren.

Auf eigene Faust fanden wir dennoch eine Anlegestelle, wo uns ein perfekt Englisch sprechender Thai über die Hinterhalte von Bootstouren aufklärte und uns wertvolle Tipps gab. Ein sehr netter Mann, von dem wir uns kurz darauf gemeinsam mit zwei Franzosen zu einer Bootstour überreden ließen, genauer gesagt einer Klongtour.

Unter einer Klongtour versteht man eine Bootsfahrt mit einem Longtailboat durch die Kanäle in Bangkok, die in den Khao Phraya münden. Diese Tour war wirklich atemberaubend und teilweise erschreckend, da man das Ausmaß der Armut einiger Thais sah, schließlich lebte ein Großteil in Wellblechhütten an einem dreckigen Fluss, in dem sowohl gefischt als auch gewaschen wurde. Ein Krokodil, welches eine Hauswand nach oben kroch, fühlte sich dort scheinbar ebenfalls sehr wohl.

Wat Arun in BangkokBesonders lustig waren die kleinen schwimmenden Märkte, wobei die Thais vom Boot aus diverse Sachen verkauften. Auch wir konnten den Überredungskünsten der Verkäufer nicht widerstehen und deckten uns mit jeweils einem Holzfrosch ein, der lustige Töne von sich gibt. Am Wat Arun endete schließlich unsere Bootstour.

Wir waren nicht lange zu Fuß unterwegs, da trafen wir einen thailändischen Lehrer, der gerade Pause hatte und ganz gut über Deutschland informiert war. Wie fast alle Thais nahm er unseren Stadtplan und kritzelte darauf herum. Er arbeitete eine Tour für uns aus, bestellte einen TukTuk-Fahrer und verhandelte einen spottbilligen und fast schon unverschämten Preis mit ihm.

Unser Fahrer war ebenfalls ziemlich lässig drauf. Er fuhr uns auch gleich zu einem Shop namens Manhatten. Beim Aussteigen stieß ich mir dermaßen das Knie, dass es auch gleich anfing zu bluten. Im Geschäft stürmten auch gleich mehrere Verkäufer auf uns ein, um uns ihre wirklich sehr schönen Anzüge zu verkaufen.

Andi wollte sich sowieso einen Anzug kaufen und ließ sich zu zwei Hosen, einem Sakko und einem Hemd überreden. Während Andis Maße ausgemessen wurden, wurde der Junge mit dem blutenden Knie, also ich, durchgehend bequatscht, sich vermessen zu lassen und einen Anzug zu kaufen. Irgendwann gab der Verkäufer auf und fragte mich, ob ich denn ein Bier trinken möchte. Natürlich nahm ich ein Singha, um die Zeit schneller rumgehen zu lassen.

Die nächste Station lautete Golden Mountain, ein Ort von dem man einen wunderschönen Ausblick über Bangkok hatte. Wir genossen den Blick über die Stadt für längere Zeit, schwitzten wie die Irren, schossen doofe Fotos und beschlossen auf eigene Faust weiter durch Bangkok zu pilgern.

Vor dem Grand Palace wurde uns gesagt, dass er momentan geschlossen sei, was uns sehr ärgerte, da wir das Wahrzeichen der „Stadt der Engel“ doch gerne gesehen hätten. Nicht weit entfernt davon war glücklicherweise der Wat Pho, allerdings ließen wir uns erneut von einem Thailänder namens John aufhalten, der wiederum unseren Reiseführer bemalte. Dieser schlug uns ebenfalls eine Tour vor und handelte mit einem TukTuk-Fahrer 20 Baht für eine Rundfahrt aus, was erneut unverschämt billig war.

Das eigentliche Abschiedsfoto auf der Khao San RoadDie erste Station der zweiten Tour war ein Wat mit einem vergoldeten sitzenden Buddha. Im Wat selbst lernten wir einen Belgier kennen, der uns von seinen erfolgreichen Plänen mit dem Diamantenhandel erzählte. Er kauft jedes Jahr in Thailand Rubine und Diamanten und vertickt diese dann in Deutschland an Juweliere wie Christ. So finanziert er sich jedes Jahr seinen Flug inklusive Urlaub in Thailand. Diese Idee sollten wir wohl auch einmal ins Auge fassen.

Unserer TukTuk-Tour endete im Verkehrschaos von Bangkok, wo rein gar nichts voran ging. Ich war darüber allerdings ganz froh, da mein Knie kurz vor dem Explodieren war und es dringend Bewegung brauchte. Wir gingen also zu Fuß weiter durch die Straßen des versmogten Bangkoks. Ein wirkliches Ziel hatten wir wie so oft nicht.

Nach einem Aufenthalt im Pizza Hut wurde Andi noch von einem Auto angefahren, was zum Glück ohne Folgen blieb, bevor es erneut ins Manhattan ging, um den fertiggestellten Anzug abzuholen. Wieder wurde ich gelöchert, mich doch vermessen zu lassen, doch auch diesmal blieb ich standhaft. Ein Bier nahm ich allerdings erneut dankend an.

Da heute Nacht unser Flug zurück nach Deutschland bevor stand, mussten wir natürlich noch einmal in die Khao San Road, dem Paradies für Backpacker, um uns mit Kleidern und sonstigen Utensilien einzudecken. Pflicht war für uns natürlich der Soundtrack des Kinofilms „The Beach“, der uns immer an einen richtig guten Trip erinnern sollte.

Als Abschluss tranken Andi und ich noch vier Singhas, wodurch die Stimmung auch nicht besser wurde, da wir gerne noch eine Weile in Thailand geblieben wären. Immerhin heiterte unser Nachbartisch uns ein bisschen auf, denn da saßen zwei englische Jungs, von denen einer ziemlichen Notstand hatte und sich eine junge hübsche Thailänderin an den Tisch holte. Dieser war durchgehend am Grabschen, während dem anderen Engländer die Situation doch etwas peinlich war. Das war eigentlich ein Bild für die Götter, obwohl es wirklich traurig ist, dass sich bildhübsche junge Mädels für Geld für irgendwelche bescheuerten Touristen hingeben (müssen).

Nach der kostenlosen Peep-Show der Engländer suchten wir uns, ohne ein Wort miteinander zu reden, schleunigst ein Taxi, zum Flughafen. Traurig stiegen wir an der Stelle aus, wo gut zwei Wochen vorher alles angefangen hatte.

Abschied vom Golf von Thailand

Nach drei Nächten hieß es auch für uns „Bye, bye Cabana!“. Mit dem Jeep fuhren wir zum Hafen in Thong Sala, wo wir auf der Ladefläche zwei fast Dreißigjährige kennen lernten, die wir für typische Referendarinnen aus dem Schwabenländle hielten und mit denen wir unsere bisherigen Erfahrungen austauschten und uns letzte Tipps holten.

Hafen von Thong Sala

Am nicht gerade sauberen Hafen von Ko Phangan angekommen, ging es mit dem Boot nach Suratthani, um von dortaus weiter nach Bangkok zu gelangen. Auf dem Boot genossen wir das letzte Mal die Stille des Meeres und die salzige Luft, die der Golf von Thailand zu bieten hatte.

Als wir schließlich am Hafen in Suratthani ankamen, mussten wir auf unsere Rucksäcke warten, die regelrecht vom Boot auf das Festland geschmissen wurden. Den Rest der Zeit schlugen wir uns wiederum mit Warten um die Ohren, da unser Bus nicht kam, der uns an den nächsten Bahnhof chauffieren sollte.

Da auch der Bahnhof alles andere als gemütlich war, beschlossen Andi und ich, ein Südthailand-Abschiedsessen mit Meeresspezialitäten zu machen. Wie so oft war im nächstliegenden Restaurant der Hunger größer als das Essen selbst, weshalb wenig später eine weitere Portion für jeden von uns geordert wurde.

Schlafwaggon in Richtung NordenGegen 21.45 Uhr kam endlich unser Zug mit Schlafwaggon, dem wir sehr entgegenfieberten, da wir uns die gesamte Wartezeit mit zwei ostdeutschen Pärchen herumschlagen mussten, die laut ihres Dialekts aus dem tiefsten Sachsen kamen. Nichts gegen „Ossis“, aber im Urlaub ist dieser Dialekt schon sehr nervtötend.

Mit dem für Thailand sympthomatischen Chaos wurden wir rasend schnell unseren Plätzen zugewiesen. Die Schlafkabinen waren bereits hergerichtet, allerdings kam diesmal keine Miss Singha vorbei, um uns Bier zu verkaufen oder Andi in den Magen zu pieksen.

Da wir glücklicherweise selbst noch Dosenbier dabei hatten, tranken wir jeweils eines der fantastischen thailändischen Biere, zogen kurz darauf die Vorhänge zu und erinnerten uns an die wunderbare Zeit am Meer zurück, die leider viel zu schnell zu Ende ging.