Spektakuläre Berge, tosende Wasserfälle, eine urige Hütte, kaum Verkehr und größtenteils gut fahrbare Schotterwege erwarten dich auf der Gravelbike-Tour von Hatteng zur Skolehytta. Warum mich diese Tour durch Signaldalen so begeistert hat, welche Rolle der Otertinden dabei spielt und was du über Strecke, Schwierigkeit und Anfahrt wissen solltest, verrate ich dir in diesem Beitrag.
Es gibt Fahrradtouren, die man unbedingt machen will, bei denen man aber nie so ganz weiß, was das eigentliche Highlight ist. Genauso erging es mir bei der Gravelbike-Tour zur Skolehytta in Signaldalen. Die rote Hütte ist zwar das Ziel, doch die spektakulärsten Naturschauspiele warten bereits auf dem Weg.
Der heimliche Star der Tour ist der 1.356 Meter hohe Otertinden. Hinzu kommen imposante Wasserfälle, reißende Flüsse, stille Gewässer und eine malerische Berglandschaft.
Der Großteil der Strecke verläuft auf breiten, festgefahrenen Schotterstraßen und ist technisch unkompliziert. Die letzten dreieinhalb Kilometer zur Skolehytta sind jedoch deutlich steiler, steiniger und anspruchsvoller. Für sportliche Radfahrer mit solider Grundfitness ist die Tour gut machbar. Fühlst du dich auf dem Schlussabschnitt unsicher, steigst du ab oder legst ihn zu Fuß zurück.
Auf der Suche nach dem passenden Camper?
Mit einem Camper bist du flexibel unterwegs und hast dein Zuhause immer dabei. Bei CHECK24 und Motorhome Republic findest du eine große Auswahl an Campern und Wohnmobilen. Mein Tipp: Vergleichen lohnt sich, denn Preise und Verfügbarkeit können variieren.
Vier Highlights der Gravelbike-Tour in Signaldalen
Bist du gerne auf dem Gravelbike oder Mountainbike unterwegs, ist die Radtour am Otertinden vorbei zur Skolehytta und zurück ein absolutes Muss. Ein Highlight folgt dem anderen, weshalb ich dir vier davon etwas näher vorstellen möchte.


Otertinden
Manch einer bezeichnet den Otertinden als das „Matterhorn Norwegens“, mich erinnert er stellenweise an die Drei Zinnen in den Dolomiten. Eigentlich braucht der 1.356 Meter hohe Berg, der 1911 erstmals von zwei Deutschen bestiegen wurde, jedoch keinen Vergleich: Er ist einzigartig und zeigt sich auf der Tour immer wieder von seiner imposanten Seite.
Skolehytta
Die Skolehytta erkennst du bereits aus der Ferne, liegt sie doch wunderschön eingebettet in der Bergwelt Nordnorwegens. Die rote Hütte ist ein wichtiger Ort für die Schulen und die Gemeinschaft von Storfjord und kann außerhalb der schulischen Nutzung gemietet werden.
Bárrás
Auf dem Hinweg zur Skolehytta ist der Bárrás, auch Parastinden genannt, dein ständiger Orientierungspunkt. Aus dieser Perspektive erinnert der 1.419 Meter hohe Berg an eine mächtige Pyramide. Er liegt nahe dem Dreiländereck und ist ein beliebtes Ziel für anspruchsvolle Tageswanderungen. Der Ausblick auf Signaldalen und den Otertinden dürfte vom Gipfel besonders schön sein.
Mitreißende Gewässer
Norwegen besticht durch das beeindruckende Zusammenspiel von Bergen und Wasser. Auch in Storfjord radelst du an der ruhigen Signaldalelva, der zunehmend wilden Paraselva, tosenden Wasserfällen und stillen Gewässern vorbei. Gemeinsam sorgen sie für ein spektakuläres Naturschauspiel und zeigen, wie vielfältig die Landschaft Nordnorwegens ist.
Noch mehr Abenteuer am Lyngenfjord
➤ Wanderung auf den Arontinden auf Uløya
➤ Mitternachtswanderung auf den Dalberget
Streckenverlauf: Von Hatteng zur Skolehytta
Bei der Gravelbike-Tour von Hatteng zur Skolehytta ist der Hinweg der gleiche wie der Rückweg, teils über langgezogene Abschnitte. Das bedeutet nicht, dass es langweilig wird, denn beim Radfahren in Signaldalen gibt es einfach zu viel zu entdecken – hier zeigt sich Nordnorwegen von seiner schönsten Seite.
Tourdaten zur Skolehytta

Von Hatteng mit dem Gravelbike durch Signaldalen
Um dir den ersten steilen Anstieg ab Hatteng zu sparen, empfehle ich dir den kleinen Parkplatz wenige Hundert Meter oberhalb des Ortes am Storfjord (Google Maps). Dort kannst du dein Auto oder deinen Camper für die Dauer der Tour abstellen und dich auf den 23,5 Kilometer langen Hinweg durch Signaldalen machen.
Von der Anhöhe geht es nach wenigen Minuten bergab ins Flusstal der Signaldalelva, die für einen Großteil der Strecke parallel zur Straße entlangfließt. Im ersten Abschnitt begleitet dich der mächtige Otertinden, an dessen westlicher Seite du vorbeiradelst.
Die ersten 20 Kilometer: entspannt durch Signaldalen
Die ersten fünf Kilometer vergehen wie im Flug. Danach geht es die nächsten 15 Kilometer immer leicht bergauf, aber nie mehr als vier Prozent Steigung. Auf der vom Verkehr festgefahrenen Schotterstrecke rollst du entspannt durch Signaldalen.

Einen kurzen Stopp solltest du etwa acht Kilometer nach dem Start am Gustavtjønna einlegen. Die Stelle erkennst du an einem hölzernen Krokodil. Bei ruhigem Wetter spiegelt sich der Otertinden wunderschön im Wasser.
Im Anschluss radelst du gemütlich weiter. Auf der linken Seite entdeckst du zunächst einen kleineren Wasserfall und wenig später den deutlich mächtigeren Signalfossen. Du passierst vereinzelte Häuser und hast weiterhin den pyramidenförmigen Bárrás fest im Blick.
Fordernder Schlussabschnitt hinauf zur Skolehytta
Nach zwanzig Kilometern gibt es vor dem Bárrás eine Abzweigung, der du nach rechts auf einem Weg aus Holzschnitzeln folgst. Er führt entlang der Paraselva, die anfangs weit und sanft ist, mit jedem Höhenmeter jedoch wilder und reißender wird.

Auf den verbleibenden dreieinhalb Kilometern wird der Weg zunehmend unebener und steiler. Einzelne Passagen musste ich mit dem Gravelbike schieben, die ich mit dem Mountainbike vielleicht sogar hätte bewältigen können.
Technik, Kraft und Ausdauer sind auf dem letzten Abschnitt mit 300 Höhenmetern Voraussetzungen. Es geht teils steil bergauf und größere feuchte Steine erhöhen die Rutschgefahr.
Alternative: Bike and Hike zur Skolehytta
Fühlst du dich unsicher, lässt du dein Rad an der Abzweigung stehen und steigst zu Fuß zur Skolehytta auf. Dabei folgst du der zunehmend wilden Paraselva, passierst mehrere Wasserfälle und blickst auf die sanften Hügel rund um die Hütte.
Weitere Wanderungen: Bárrás und Finnelvbru-Ruine
Kurz vor der Skolehytta weisen Schilder nach rechts zur historischen Finnelvbru-Ruine und nach links auf den Bárrás, der auch Parastinden genannt wird.
Ankunft an der Skolehytta
Die Skolehytta erkennst du bereits aus der Ferne, liegt sie doch wunderschön eingebettet in der Bergwelt Nordnorwegens.

Bei unserem Besuch im Juni wirkte sie einsam und verlassen. Sie war abgeschlossen, allerdings machten wir es uns für einige Zeit auf der Veranda gemütlich. Von hier hast du einen großartigen Blick auf den Vassdalsfjellet, den höchsten Berg der Gemeinde Storfjord.
Nicht zu vergessen ist der Bárrás auf der rechten Seite, der sich im Laufe der Hinfahrt von einer spitzen Pyramide in einen sanften Hügel verwandelt hat.
Rückweg nach Hatteng
Der Rückweg nach Hatteng verläuft auf derselben Strecke wie der Hinweg. Langweilig wird es trotzdem nicht, denn nun zeigt sich die Landschaft aus einer völlig neuen Perspektive.

Auch wenn das Panorama noch so schön ist, sollte dein Fokus bei der Abfahrt bis zur ebenen Hauptstraße auf dem unebenen Untergrund liegen. Hier kann es schnell zu einem Ausrutscher oder Sturz kommen, sodass es keine Schande ist, abzusteigen und das Fahrrad an steilen Stellen zu schieben. So viel vorweg: Mit dem Gravelbike wirst du in diesem Abschnitt definitiv ordentlich durchgeschüttelt.
An der Kreuzung angekommen, geht es auf der Hauptstraße zurück zum Ausgangspunkt. Stets im Blick hast du den Otertinden, der sich auf der Rückfahrt von seiner schönsten Seite zeigt. Teilweise wirkt er wie die Drei Zinnen, auch wenn nur zwei davon sichtbar sind.
Einen Großteil der Strecke rollst du ohne große Anstrengung zurück. Lediglich die letzten fünf Kilometer gehen ordentlich in die Beine, da du bis zu deinem Camper oder Auto nochmals einige Höhenmeter sammeln musst.
Karte und GPX-Track zur Gravelbike-Tour
Um einen besseren Überblick zu bekommen, wo welche Highlights auf dich warten und an welchen Stellen du ordentlich in die Pedale treten musst, habe ich dir die folgende Karte eingefügt. Dort kannst du dir auch die GPX-Datei zur Gravelbike-Tour zur Skolehytta runterladen.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von komoot. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenFünf Tipps für die Gravelbike-Tour zur Skolehytta
Wenn du bis hierhin gelesen hast, gehe ich davon aus, dass du großes Interesse an der Fahrradtour durch Signaldalen hast. Damit du bestens gerüstet bist, habe ich hier noch fünf Tipps für dich, die deine Radtour noch besser machen.
Nicht überschätzen
Gravel- oder Mountainbike
Wetter checken
Proviant mitnehmen
Anfahrt
Ausrüstung für die Gravelbike-Tour
Ob du dich für das Gravelbike oder das Mountainbike entscheidest, bleibt dir überlassen. Jede Menge Spaß und tolle Ausblicke wirst du mit beiden haben. Gerne verrate ich dir, was auf meinen Gravelbike-Touren keinesfalls fehlen darf.
Nichts mehr vergessen: Hol dir meine Quick-Guides kostenlos!
Hinweis: Download nach Anmeldung zum Newsletter
Lohnt sich die Gravelbike-Tour zur Skolehytta?
Die Gravelbike-Tour von Hatteng zur Skolehytta zählt für mich zu den schönsten Fahrradtouren, die ich bisher in Nordnorwegen gemacht habe. Erstens, weil es kaum Verkehr gibt und die langen Schotterstraßen wie gemacht fürs Graveln sind. Zweitens wegen der spektakulären Landschaft.
In Signaldalen erwarten dich Flüsse, die sich durch das Tal schlängeln, reißendes Wildwasser, mächtige Wasserfälle, grüne Wiesen und grandiose Berge – allen voran der Otertinden und der Bárrás. Selbst die wenigen kleinen Häuser, die am Wegesrand auftauchen, fügen sich wunderbar in die Landschaft ein.
Für sportliche Radfahrer mit solider Grundfitness ist die Tour gut machbar. Der letzte Abschnitt zur Skolehytta verlangt allerdings etwas Technik, Kraft und Konzentration. Fühlst du dich dort unsicher, stellst du dein Rad an der Abzweigung ab und gehst zu Fuß weiter.
Hast du Lust auf eine größtenteils genussvolle Gravelbike-Tour in einer atemberaubenden Umgebung? Dann solltest du dir die Fahrt zur Skolehytta keinesfalls entgehen lassen. Am besten planst du direkt ein paar Tage am Lyngenfjord ein – dort warten noch viele weitere Abenteuer auf dich.