Die WM in Südafrika ist da: Can you feel it?

Die WM in Südafrika hat endlich begonnen und würde mich jemand fragen, wie ich die Weltmeisterschaft am ehesten in einem Wort beschreiben könnte, dann würde ich ganz klar sagen: WAHNSINN!!!

Am Tag der Eröffnung ging es von unserem Office aus bereits frühzeitig in Richtung North Beach, da wir uns von dort aus das erste Spiel der Bafana Bafana gegen die Mexikaner anschauen wollten. Bereits der Weg dorthin war Party pur, da unsere Gruppe von sieben Leuten schnell auf eine Gruppe von mehr als 15 Leuten anstieg und uns bei unseren Vuvuzela-Klängen tatkräftig unterstützte.

Am Strand angekommen erwartete uns nicht nur das blaue, sondern auch das gelbe Meer, welches aus den Farben der Südafrika-Trikots bestand. Bis zum Beginn des Spiels wurde ordentlich gefeiert und man bekam die südafrikanische Mentalität schnell am eigenen Leib zu spüren, da man nicht nur spezielle Tanzschritte beigebracht bekam, sondern auch ordentlich Krach mit den Tröten produzierte, der ab und an sogar melodisch war.

Nach der Nationalhymne folgte dann auch der lang ersehnte Anpfiff. Als in der zweiten Halbzeit Tshabalala das Tor zur Führung der Südafrikaner schoss, war absoluter Ausnahmezustand angesagt. Die Leute lagen sich in den Armen, tanzten oder welzten sich, wie mein Kollege Tom, mit anderen Leuten im Sand. Dadurch wurde einem mal wieder klar, welch große Bedeutung die Weltmeisterschaft und vor allem die Nationalmannschaft für die Südafrikaner hat.

Auch nach dem Spiel war es noch lange nicht still an der Beachfront in Durban, denn auf dem Fanfest gab es jede Menge zu bestaunen, wie zum Beispiel ein Konzert des Rapperstars Big Nuz, Zulu-Tänze oder von Fans eigens inszenierten Attraktionen wie Biertrinken durch die Vuvuzela. Ein wirklich beeindruckender Tag, der auch Grund dafür war, warum wir Samstags das Spiel England gegen USA erneut auf dem Fan Fest verbrachten und unsere Arbeitskollegen beim Anfeuern der Engländer mehr oder weniger unterstützten.

Sonntag war schließlich der lang ersehnte Tag, denn das Spiel Deutschland gegen Australien stand auf dem Programm, für das ich bereits vor einem halben Jahr Tickets geordert hatte. Bevor es allerdings zum Stadion ging, sprangen Oli, Henryk und ich noch kurz vom mehr als drei Meter hohen Pier in den Indischen Ozean. Anschließend wurde das Strand-Outfit gegen Trikot, Flagge und Vuvuzela getauscht und das Fan Fest unsicher gemacht, wo wir uns mit dem Spiel Ghana gegen Serbien auf das am Abend stattfindende Spiel einstimmten.

Kurz bevor wir den Weg zum Stadion antraten, traf ich mich noch mit meinem Kommilitonen Steffen und einem seiner Reisekumpanen, für die ich beide noch ein WM-Ticket for free organisieren konnte. Eine Menge Deutsche waren in Durban unterwegs, obwohl die Anzahl der australischen Anhänger wohl doch etwas höher war.

Beim Eintritt in das Moses-Mabhida-Stadion stockte mir fast der Atem, da der Anblick auf das Feld, die Menschenmenge und die vielen deutschen Banner aus der Heimat einfach nur toll waren. Insgesamt besuchten gut 62.000 das Spiel, bei dem Fabian und ich mitten in der Australien-Kurve Platz nahmen. Glücklicherweise ging das Spiel mit 4:0 zu unseren Gunsten aus, sodass wir uns nicht vor den Aussies verstecken mussten. Wir heizten mit unserem Geschreie und Vuvuzela-Getöse ordentlich ein und verärgerten sicherlich den ein oder anderen Fußballfan von Down Under.

Das Spiel und die Stimmung haben Lust auf mehr gemacht und ich freue mich schon tierisch auf eine aufregende Fußballwoche, die am Mittwoch mit dem Spiel Spanien gegen die Schweiz beginnt, danach mit dem Trip nach Port Elizabeth zum zweiten Spiel der Deutschen gegen Serbien fortsetzt wird und zu guter letzt am Samstag mit der Begegnung Niederlande gegen Japan endet. Was will das Fußballerherz also mehr. Die Vuvuzela wird aber erst einmal im Schrank gelassen, da ich meine Lippen während der letzten Tage gnadenlos strapaziert und dadurch zerstört habe.

Und ganz nebenbei habe ich im Rahmen des Länderspiels auch mitbekommen, dass in Deutschland große Diskussionen bezüglich der Vuvuzelas sind. Dazu kann ich nur sagen, dass sie sicherlich manchmal nervig sind, aber die WM findet nunmal in Südafrika statt und es ist einfach toll, eine andere Art von Fan-Support kennen zu lernen. Ich werde auch in PE wie ein bekloppter in die Tröte pusten.

4 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • gude alter,

    sorry hab schon lang nichts mehr von mir hören lassen und jetzt gesehen, dass ich einige Beiträge “nachlesen” muss. Echt krass wie viel du doch im Südafrikanischen Winter erlebst. Hört sich echt geil an was du schreibst. Schon ne coole Sache, dass du auch einige Matches live sehen kannst.
    Aja hier war Stadtfest und wie du dir sicher kaum vorstellen kannst ist kaum einer abgestürzt hehe und der Bürgermeister hat standesgemäß vorm König (Helget) gekniet.

    So jetzt dir noch weiterhin viel Spaß im WM-Fieber ich lerne mal weiter 😉

    Hau rein

  • Hey Powder Dan

    Schön zu lesen, dass du es mal richtig krachen läßt und deine Lippen überstrapazierst. Die WM ist endlich auch hier angekommen, da wir ja 4:0 gewonnen haben. Stadtfest war sehr amüsant, ich weiß nix mehr von 20 Uhr bis am nächsten Morgen aufstehen. Bin zum Glück nicht der einzige, dem es so ergangen ist. Pepp und Piet kommen dann vorbei und wir schauen und das hoffentlich Zweite Spektakel der Deutschen an…

    Bleib sauber und habe weiterhin viel Spaß, aber tu mir ein gefallen, schreie niemals für die Niederländer…

    Grüße der Oz

  • @André: Dem 4:0 ist leider ein enttäuschendes 1:0 gefolgt, aber die Deutschen machen das schon irgendwie, hoffe ich zumindest. Zum Thema Niederländer kann ich nur sagen, dass ich soeben vom Spiel gekommen bin und mit Sicherheit nicht für die Käsköppe geschriehen habe.
    Schön zu hören, dass auch bei dir das Stadtfest ein Erfolg war. 😉 Nächstes Jahr bin ich wieder dabei.
    Gruß aus Durban.

  • […] berechtigte Zweifel aufkommen lassen. Aber gab es die gleichen Probleme nicht auch schon bei der WM in Südafrika vor drei Jahren? Selbstverständlich – aber glücklicherweise verstummten Kritiker und […]

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