Weekend Market und Abflug

Geschlafen und gefrühstückt wie die Götter hielten Andi und ich den kompletten Vormittag ein Meeting am Pool ab, um bloß nicht gestresst in den neuen Tag zu gehen. Nebenbei kühlten wir unseren durch Muskelkater gebeutelten Körper, den wir von der gestrigen Trainingseinheit im Fitnessstudio bekommen hatten.

Wildes Treiben auf der Khao San Road

Nachdem wir beim Mittagessen ein Menü der Extraklasse in uns hinein geschaufelt hatten, beschlossen wir, doch noch einmal zum Office unserer Fluggesellschaft Mahan Air zu gehen, um uns einen Überblick über das Chaos zu verschaffen. Hierzu nutzten wir selbstverständlich unseren hoteleigenen Fahrservice. Der Kunde ist nunmal König!!!

Im Büro angekommen sahen wir zwölf aufgebrachte Leute, die erneut über einen Angestellten von Mahan Air herfielen. Was hatte dieser Mann, der Andi und mir eigentlich sehr sympathisch erschien, bloß alles für Prügel (im wörtlichen Sinn) einstecken müssen. Vor allem eine blonde Frau schrie den Thailänder ununterbrochen an.

Die Frau, die Andi und ich einfach mal Susanne nannten, gehörte einer größeren deutschen Familie an, deren Flug von Bangkok nach Düsseldorf am heutigen Morgen verschoben wurde. Sie wollte mit aller Macht durchsetzen, am selbigen Tag noch nach Deutschland zu fliegen. Sobald Susanne mal still war, was nicht oft der Fall war, kam aus irgendeiner Ecke des Zimmers die nächste Beschwerde.

Noch eine Kokosnuss zum AbschiedAndi und ich fanden das Ganze ziemlich spaßig und konnten uns das Lachen nicht wirklich verkneifen. Eigentlich wollten wir uns nur über den aktuellen Stand der Rückflüge erkundigen, aber wir kamen einfach nicht zu Wort. Ehrlich gesagt wollten wir uns das ganze Chaos nicht entgehen lassen und blieben deshalb ruhig in der Ecke stehen. Zwischendurch holte Andi uns noch zwei Bier, damit wir das Spektakel in vollen Zügen genießen konnten.

Während unseres Besuchs bei Mahan Air erfuhren wir zudem den Grund für das gesamte Chaos. Die Flugzeuge der im Iran ansässigen Fluggesellschaft hatten keine Erlaubnis mehr in Europa zu landen, da sie den Sicherheitsbestimmungen nicht mehr entsprachen. Mhhh, und nun?

Susanne ließ einfach nicht locker. Sie redete weiterhin wie eine Irre auf die mittlerweile drei Angestellten ein. Ihr ging es nicht in den Kopf, dass die Mahan-Mitarbeiter nicht von hier auf jetzt Tickets von einer anderen Fluggesellschaft herzaubern konnten. Zu recht wurde es einem Mitarbeiter zu blöd und rief die Flughafenpolizei. Für kurze Zeit war es folglich sehr ruhig im kleinen Büro, doch leider blieb die Polizei nicht sehr lange, sodass das Geschrei kurz darauf von Neuem begann.

Während sich an der Situation im Office nichts änderte, orderten Andi und ich bei einem außenstehenden Mitarbeiter in aller Ruhe Tickets bzw. hinterließen unsere Reisepassnummern. Irgendwann sollten wir schließlich auch mal wieder nach Hause reisen, auch wenn wir das gerne soweit wie möglich nach hinten verschieben wollten.

Es verging wieder ein bisschen Zeit als plötzlich ein Angestellter aufstand und das Licht ausmachte. Dies sollte wohl als Rausschmiss gelten, doch Susanne und ihr Clan wollten einfach nicht aufhören. Schließlich wurden wir allesamt durch heftiges Schieben und Drücken rausgeschmissen. Wir waren also nicht wirklich schlauer, wie es mit uns weitergehen würde und beschlossen, in Bangkoks Innenstadt zu fahren, um den Weekend Market zu besuchen.

Dieser riesige Markt ist vor allem bei den Thais sehr beliebt, da es sowohl billige Kleidung als auch günstiges Essen gibt. Für uns war zwar die Größe erstaunlich, aber außer ein paar Socken und einem sehr guten Mittagessen fanden wir nichts wirklich brauchbares.

Lustig war allerdings, dass wir von einem südkoreanischen Fernsehteam interviewt wurden und dass wir uns dazu überwunden hatten, neben Heuschrecken und kleinen Fröschen auch ein paar Maden zu essen, wie das folgende Video beweist. Die Heuschrecken sind auf alle Fälle weiterzuempfehlen. Über den Rest lässt sich streiten.

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Wir verbrachten den gesamten Nachmittag auf dem Weekend Market, wo wir unter anderem die schwäbischen Referendarinnen trafen, mit denen wir bereits auf Ko Phangan zusammen auf der Ladefläche eines Taxis saßen. Doch der zentrale Ort in Thailand für Backpacker war wie immer die Khao San Road, auf der wir den Abend auklingen lassen haben.

Gegen zehn Uhr am Abend machten wir uns, bepackt mit ein paar Dosen Singha, mit dem Taxi auf dem Weg zurück ins Hotel. Als wir dort ankamen, kam sofort eine Rezeptionistin auf uns gestürmt, um uns mitzuteilen, dass unser Flieger in zwei Stunden starte. Wir waren in der Tat etwas überrascht, packten schnellstmöglich unsere Taschen und ließen uns mit dem Hoteltaxi an den Airport fahren.

Passkontrolle im GammellookAm Schalter bekamen wir überraschenderweise auch keine Tickets von Mahan Air, sondern von China Airlines, die uns sicher zurück nach Deutschland bringen sollten. Scheinbar gab es in Europa doch ein größeres Problem mit der iranischen Fluggesellschaft. Uns war es jedoch egal, mit welcher Gesellschaft wir heimfliegen sollten, da sich unsere Ansprüche in Grenzen hielten, auch wenn wir mittlerweile luxuriöse Backpacker waren.

Wie schon zwei Tage zuvor, nahmen wir unser Abschiedsgetränk diesmal in Form eines Bieres zu uns, da uns der damalige Bloody Mary nicht allzu sehr begeistert hatte. Als wir nach einiger Zeit auf die Uhr schauten, erkannten wir, dass es bereits kurz vor knapp war und wir dringend in den Flieger einsteigen mussten. Das Personal machte uns auch schnell bewusst, dass wir die vorletzten Passagiere für den Flug waren, was uns dazu bewegte, das Handgepäck zu nehmen und einen letzten Sprint zum Flugzeug anzusetzen.

Da saßen wir also, wieder ohne ein Wort zu sagen und verabschiedeten uns von einem traumhaft schönen Land, in dem wir viele neue Impressionen bekommen hatten. Bevor der Flieger schließlich abhob, war uns beiden klar, dass es nicht der letzte Trip nach Thailand für uns gewesen war.

1 KommentarHinterlasse einen Kommentar

  • Also zu Heuschrecken würde ich mich vielleicht auch noch überreden lassen, aber Maden und Frösche esse ich dann doch lieber nicht.
    Gruß, Michi.

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