Der Steindalsbreen ist ein imposanter Gletscher in den Lyngenalpen, der durch eine Wanderung gut erreichbar ist. Warum er nicht das einzige Highlight im Steindalen ist, wie du deine Tour zum Steindalsbreen planst und was du sonst noch wissen solltest, verrate ich dir in diesem Beitrag.
In den Lyngenalpen gibt es mehr als 100 Gletscher. Jeder ist auf seine Weise einzigartig, aber für Wanderer oft nur schwer erreichbar. Anders sieht dies beim Steindalsbreen aus, der tief im Steindalen liegt und durch eine abwechslungsreiche Wanderung erreichbar ist.
Der Gletscher ist das geologische Highlight der Region, allerdings bietet die Wanderung mit einem Lehrpfad, dem Gletscherfluss Gievdanjohka, der Steindalshytta, einem Wasserfall, einer Alm und Moränen viele weitere Höhepunkte. Hinzu kommen die vielseitige Pflanzenwelt und deutlich sichtbare Spuren des Gletscherrückgangs aus 8.000 Jahren.
Mit 12,7 Kilometern und 510 Höhenmetern ist die Wanderung zum Steindalsbreen nicht allzu lange, hat durch den ständig wechselnden Untergrund und einige steilere Passagen aber ihre Tücken. Die muskuläre Belastung und die Umknickgefahr sind groß, sodass ich die Route zum Steindalsbreen und zurück nicht als Familienwanderung bezeichnen würde.
Wanderung Steindalsbreen

Vier Gründe für die Wanderung zum Steindalsbreen
Die Steindalsbreen-Wanderung bietet eine Menge Abwechslung – von Waldwegen über Pfade entlang des Flusses und eine Alm bis hin zu Schotter und schließlich dem “ewigen Eis”. Hier ein kurzer Überblick, worauf du dich bei der Wanderung freuen darfst:
Steindalsbreen
Der absolute Höhepunkt der Wanderung ist natürlich der Gletscher selbst. Trotz seines rasanten Rückgangs, der mithilfe von Markierungen verdeutlicht wird, ist er eine imposante Erscheinung im hinteren Steindalen. Zudem habe ich die Ruhe am Gletschersee sowie die Geräusche des fließenden Wassers sehr genossen.
Almplateau
Nach gut der Hälfte des Hinwegs öffnet sich das Tal in Form einer breiten Alm. Ein schmaler Pfad führt durch saftiges Grün, über weite Wiesen und an zahlreichen Schafen vorbei. Das ist ein wunderschöner Abschnitt mit Weitblick, der vor allem auf dem Rückweg von den Moränen für ein grandioses Panorama sorgt.
Moränenlandschaft
Ein noch größerer Gletscher wäre mir lieber als Moränen, aber die vom Gletscher bewegten Gesteinsmassen sind beeindruckend. Das gilt insbesondere für den riesigen Schuttberg, den du zum Schluss hinaufsteigen musst und von dessen Kuppe du den Steindalsbreen in seiner ganzen Pracht siehst.
Pflanzenwelt
Im Steindalen erwartet dich eine beeindruckende Pflanzenvielfalt. Besonders präsent sind Espen, Flaumbirken, Wacholder, Traubenkirschen und verschiedene Weidenarten. Zudem wachsen hier zahlreiche Beeren, allen voran Preiselbeeren und Himbeeren.
Lust auf weitere Abenteuer rund um die Lyngenalpen?
Neben dieser Tour warten noch sechs weitere besondere Wanderungen und Gravelbike-Abenteuer rund um den Lyngenfjord auf dich. Alle findest du gesammelt in meinem Lyngenalpen-Guide.
Die Route zum Steindalsbreen
Der Ausgangspunkt der Wanderung ist der kostenpflichtige Wanderparkplatz (Google Maps) in der Nähe des IMA Tursenters auf der Westseite des Storfjords. Die Tour bietet zwar nur wenige Panoramablicke, besticht dafür aber durch viele kleine Highlights.

Der Aufstieg zum Steindalsbreen
Folge der Beschilderung des roten Wanderwegs zum Steindalsbreen. Bis zur Steindalshytta ist die Tour als blau, anschließend bis zum Gletscher als rot eingestuft. Der erste Abschnitt der Wanderung erfolgt auf einem breiteren Forstweg, der zwischen Birken und Espen verläuft und mit jedem Meter etwas schmaler wird, aber gut zu gehen ist.

Du wirst schnell feststellen, dass es sich bei der Wanderung um einen Lehrpfad handelt. Immer wieder triffst du auf Hinweisschilder, die größtenteils auf Norwegisch sind. Sie erzählen von der Geologie, den Ortsnamen und der Geschichte des Steindalens.
Der Geburtsstein Riegádangeadgi
Teil des Lehrpfades ist der Geburtsstein. Dabei handelt es sich um einen Felsen mit flacher Oberfläche, der an eine außergewöhnliche Geburt mitten in der Wildnis erinnert. Am 29. August 1848 brachte Elen Margrete Hansdatter hier ihren Sohn Hans Mikkel Nilsen zur Welt.
Bereits nach 900 Metern passierst du einen Rastplatz. Im Anschluss geht es 500 Meter lang steil bergauf.
Nach 2,3 Kilometern erblickst du schließlich einen tosenden Wasserfall und kurz darauf die darunter liegende Steindalshytta, die dir bei schlechtem Wetter Unterschlupf bietet und die du sogar mieten kannst.

Du läufst jedoch weiter, gehst links über die kleine Holzbrücke und entlang der Gievdanjohka. Wenig später erreichst du ein Sumpfgebiet. Sobald du dieses hinter dir lässt und den lichter werdenden Birken- und Espenwald verlässt, erblickst du aus der Ferne erstmals den Steindalsbreen mit der auffälligen Spitze des Berges Sfinxen dahinter.
Das Tal öffnet sich und mit jedem Schritt verschwindet der Gletscher hinter der Moränenwand. Du läufst über eine weite Alm mit Schafen, steigst einen sanften Hügel hinauf und gelangst auf ein weiteres Almplateau, das sich bis zu den Moränen ausbreitet.

Der Berg aus Schutt und Geröll ist das letzte Hindernis vor dem Gletscher. Auf den folgenden rund 500 Metern steigst du steil hinauf, bis du schließlich den prächtigen Steindalsbreen und einen Gletschersee erblickst, zu dessen Ufer es nur noch wenige Meter sind.
Angekommen am Steindalsbreen
Mit dem Steindalsbreen vor dir merkst du direkt, wie es mit jedem Schritt kühler wird. Zudem herrscht am Gletscher absolute Ruhe und du nimmst nur die Bewegungen des Wassers im ewigen Eis und das Schmelzwasser wahr, das in den Gletschersee fließt. Hinzu kommen das Knirschen des Schotters unter den Füßen und ein atemberaubender Blick.


Traurig ist der deutlich zu beobachtende Rückgang des Gletschers. Hinweisschilder markieren, wo sich die Gletscherfront in früheren Jahren befand. Nach meiner groben Schrittmessung liegen die Markierungen für 2002 und 2006 rund 50 Meter auseinander – diese Angabe ist natürlich ohne Gewähr.
Imposant ist der Steindalsbreen weiterhin, auch wenn du dir bewusst machen solltest, dass er Jahr für Jahr kleiner wird. Für mich ist das ein deutliches Warnzeichen dafür, was wir Menschen dieser wunderschönen Natur antun.
Durch das Steindalen zurück zum Parkplatz
Der Rückweg verläuft auf derselben Route wie der Hinweg, allerdings ändert sich die Perspektive. Von den Moränen blickst du über das große, grüne Almplateau ins Steindalen hinab, bevor das Tal enger und bewaldeter wird.

Auf dem Schutt zu Beginn des Rückwegs kann es rutschig werden. Danach genießt du den weichen und gut zu gehenden Untergrund.
Sobald die Birken und Espen dichter werden und du direkt an der Gievdanjohka entlangläufst, wird der unebene Untergrund wieder muskulär anspruchsvoller. Daher ist vor und nach der Steindalshytta noch einmal Konzentration gefragt, um ein Umknicken zu vermeiden.
Karte und GPX-Daten zur Steindalsbreen-Wanderung
Ein Verlaufen ist auf der Wanderung zum Steindalsbreen nahezu unmöglich, denn bis auf die Abzweigung zur Øverbrua gibt es nur eine Route. Die Komoot-Karte zeigt dir zusätzlich den Verlauf und das Höhenprofil der Route.
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Mehr Informationen7 Tipps für die Steindalsbreen-Wanderung
Damit du für deine Wanderung zum Steindalsbreen bestens vorbereitet bist und das Erlebnis noch besser genießen kannst, habe ich noch ein paar Tipps für dich gesammelt.
Anreise zum Startpunkt
Sicherheit am Gletscher
Wetterbericht checken
Die richtige Ausrüstung
Früh starten
Essen und Trinken einpacken
Alternativen für Familien
Falls du dir bei der richtigen Ausrüstung für die Wanderung zum Steindalsbreen unsicher bist, habe ich eine kurze Übersicht für dich, worauf ich bei Bergtouren keinesfalls verzichten kann. Wirf gerne einen Blick darauf.
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Lohnt sich die Wanderung zum Steindalsbreen?
Gletscher haben für mich eine besondere Faszination. Sie sind Zeitzeugen der Erdgeschichte, ständig in Bewegung und formen über die Jahrtausende ganze Landschaften. Hinzu kommen die Kälte, die Stille und das Knacken des Eises.
Es ist aber auch die vergängliche Schönheit, die Gletscher so besonders macht – und leider ist diese Vergänglichkeit am Steindalsbreen deutlich zu spüren. Er ist weiterhin mächtig und eine grandiose Erscheinung, büßt Jahr für Jahr aber an Größe ein.
Im Steindalen hast du die Möglichkeit, einen der zahlreichen verbliebenen Gletscher in den Lyngenalpen recht einfach zu erreichen. Daher ist die Steindalsbreen-Wanderung eine absolute Empfehlung, wenn du Naturgewalten magst, gerne wanderst, über eine gewisse Grundfitness verfügst und die passende Ausrüstung hast.
Aber: Auch ohne den Gletscher wäre die Route abwechslungsreich und kurzweilig. Daher ist sie ein Muss für dich, wenn du die Lyngenalpen entdecken möchtest.
Lust auf ein weiteres Gletscherabenteuer?
Mit 2.469 Metern ist der Galdhøpiggen im Jotunheimen der höchste Berg Norwegens. Eine der Routen führt über den imposanten Styggebreen, der nur in Begleitung eines Guides überquert werden sollte. Mehr über die Tour erfährst du in meinem Beitrag zum Galdhøpiggen.