Sightseeing in Bangkok

Wie in fast jedem Zug wurden wir durch Händler geweckt, die durch die Waggons rannten, um uns Frühstück, Getränke oder sonstige lebensnotwendige Dinge anzudrehen. Natürlich blieben wir unserer Linie treu und kauften rein gar nichts.

Abschied von Bangkok auf dem Golden Mountain

Was wir allerdings beibehielten war unser Gang zum Kentucky Fried Chicken am Bangkoker Bahnhof, wo wir uns schnellstmöglich ein absolutes Monstermenü in den Magen katapultierten. Nach dem Festmal und nachdem uns wenig später nicht mehr ganz so schlecht war, brachen wir zum Sightseeing in Bangkok auf.

Schnell bemerkten wir, dass die wunderbare Ruhe, die wir noch auf Ko Phangan hatten, schnell verflogen war, denn der Großstadtdschungel hatte uns wieder. Als Ziele für unsere abschließende Tour hatten wir Wat Arun (siehe Foto), Wat Pho und natürlich den Grand Palace auf unserer Liste.

Einem thailändischen TukTuk-Fahrer versuchten wir zu erklären, dass wir zu einer Bootanlegestelle wollten und von dort aus zum Wat Arun fahren möchten. Dieser wollte uns jedoch eine TukTuk-Tour für 1.200 Baht andrehen und war so hartnäckig, dass er uns nicht in Ruhe ließ. Selbst als wir beschlossen wezulaufen, kam uns der Fahrer hinterher gefahren, um uns zu überreden. Um ihn loszuwerden, wurden wir das erste und einzige Mal unhöflich und patzig, da wir tierisch genervt waren.

Auf eigene Faust fanden wir dennoch eine Anlegestelle, wo uns ein perfekt Englisch sprechender Thai über die Hinterhalte von Bootstouren aufklärte und uns wertvolle Tipps gab. Ein sehr netter Mann, von dem wir uns kurz darauf gemeinsam mit zwei Franzosen zu einer Bootstour überreden ließen, genauer gesagt einer Klongtour.

Unter einer Klongtour versteht man eine Bootsfahrt mit einem Longtailboat durch die Kanäle in Bangkok, die in den Khao Phraya münden. Diese Tour war wirklich atemberaubend und teilweise erschreckend, da man das Ausmaß der Armut einiger Thais sah, schließlich lebte ein Großteil in Wellblechhütten an einem dreckigen Fluss, in dem sowohl gefischt als auch gewaschen wurde. Ein Krokodil, welches eine Hauswand nach oben kroch, fühlte sich dort scheinbar ebenfalls sehr wohl.

Wat Arun in BangkokBesonders lustig waren die kleinen schwimmenden Märkte, wobei die Thais vom Boot aus diverse Sachen verkauften. Auch wir konnten den Überredungskünsten der Verkäufer nicht widerstehen und deckten uns mit jeweils einem Holzfrosch ein, der lustige Töne von sich gibt. Am Wat Arun endete schließlich unsere Bootstour.

Wir waren nicht lange zu Fuß unterwegs, da trafen wir einen thailändischen Lehrer, der gerade Pause hatte und ganz gut über Deutschland informiert war. Wie fast alle Thais nahm er unseren Stadtplan und kritzelte darauf herum. Er arbeitete eine Tour für uns aus, bestellte einen TukTuk-Fahrer und verhandelte einen spottbilligen und fast schon unverschämten Preis mit ihm.

Unser Fahrer war ebenfalls ziemlich lässig drauf. Er fuhr uns auch gleich zu einem Shop namens Manhatten. Beim Aussteigen stieß ich mir dermaßen das Knie, dass es auch gleich anfing zu bluten. Im Geschäft stürmten auch gleich mehrere Verkäufer auf uns ein, um uns ihre wirklich sehr schönen Anzüge zu verkaufen.

Andi wollte sich sowieso einen Anzug kaufen und ließ sich zu zwei Hosen, einem Sakko und einem Hemd überreden. Während Andis Maße ausgemessen wurden, wurde der Junge mit dem blutenden Knie, also ich, durchgehend bequatscht, sich vermessen zu lassen und einen Anzug zu kaufen. Irgendwann gab der Verkäufer auf und fragte mich, ob ich denn ein Bier trinken möchte. Natürlich nahm ich ein Singha, um die Zeit schneller rumgehen zu lassen.

Die nächste Station lautete Golden Mountain, ein Ort von dem man einen wunderschönen Ausblick über Bangkok hatte. Wir genossen den Blick über die Stadt für längere Zeit, schwitzten wie die Irren, schossen doofe Fotos und beschlossen auf eigene Faust weiter durch Bangkok zu pilgern.

Vor dem Grand Palace wurde uns gesagt, dass er momentan geschlossen sei, was uns sehr ärgerte, da wir das Wahrzeichen der „Stadt der Engel“ doch gerne gesehen hätten. Nicht weit entfernt davon war glücklicherweise der Wat Pho, allerdings ließen wir uns erneut von einem Thailänder namens John aufhalten, der wiederum unseren Reiseführer bemalte. Dieser schlug uns ebenfalls eine Tour vor und handelte mit einem TukTuk-Fahrer 20 Baht für eine Rundfahrt aus, was erneut unverschämt billig war.

Das eigentliche Abschiedsfoto auf der Khao San RoadDie erste Station der zweiten Tour war ein Wat mit einem vergoldeten sitzenden Buddha. Im Wat selbst lernten wir einen Belgier kennen, der uns von seinen erfolgreichen Plänen mit dem Diamantenhandel erzählte. Er kauft jedes Jahr in Thailand Rubine und Diamanten und vertickt diese dann in Deutschland an Juweliere wie Christ. So finanziert er sich jedes Jahr seinen Flug inklusive Urlaub in Thailand. Diese Idee sollten wir wohl auch einmal ins Auge fassen.

Unserer TukTuk-Tour endete im Verkehrschaos von Bangkok, wo rein gar nichts voran ging. Ich war darüber allerdings ganz froh, da mein Knie kurz vor dem Explodieren war und es dringend Bewegung brauchte. Wir gingen also zu Fuß weiter durch die Straßen des versmogten Bangkoks. Ein wirkliches Ziel hatten wir wie so oft nicht.

Nach einem Aufenthalt im Pizza Hut wurde Andi noch von einem Auto angefahren, was zum Glück ohne Folgen blieb, bevor es erneut ins Manhattan ging, um den fertiggestellten Anzug abzuholen. Wieder wurde ich gelöchert, mich doch vermessen zu lassen, doch auch diesmal blieb ich standhaft. Ein Bier nahm ich allerdings erneut dankend an.

Da heute Nacht unser Flug zurück nach Deutschland bevor stand, mussten wir natürlich noch einmal in die Khao San Road, dem Paradies für Backpacker, um uns mit Kleidern und sonstigen Utensilien einzudecken. Pflicht war für uns natürlich der Soundtrack des Kinofilms „The Beach“, der uns immer an einen richtig guten Trip erinnern sollte.

Als Abschluss tranken Andi und ich noch vier Singhas, wodurch die Stimmung auch nicht besser wurde, da wir gerne noch eine Weile in Thailand geblieben wären. Immerhin heiterte unser Nachbartisch uns ein bisschen auf, denn da saßen zwei englische Jungs, von denen einer ziemlichen Notstand hatte und sich eine junge hübsche Thailänderin an den Tisch holte. Dieser war durchgehend am Grabschen, während dem anderen Engländer die Situation doch etwas peinlich war. Das war eigentlich ein Bild für die Götter, obwohl es wirklich traurig ist, dass sich bildhübsche junge Mädels für Geld für irgendwelche bescheuerten Touristen hingeben (müssen).

Nach der kostenlosen Peep-Show der Engländer suchten wir uns, ohne ein Wort miteinander zu reden, schleunigst ein Taxi, zum Flughafen. Traurig stiegen wir an der Stelle aus, wo gut zwei Wochen vorher alles angefangen hatte.

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