Rugby, Wasser, Bunny Chow und gestohlenes Klopapier

Wenn man schon mal am Meer wohnt und sich von der Arbeitswoche erholen möchte, dann ist natürlich klar, dass man auch sein Wochenende dort verbringt, um Sonne aufzutanken, das Rauschen des Meeres zu genießen und sich von der ein oder anderen Welle erschlagen lässt. So auch diesmal wieder.

Obwohl die Wellen beim Surfen nicht allzu gut waren und durch den Wind viel zu dicht aneinander folgten, schnappten Fabian, dessen Bruder Achim, Thomas und ich uns ein paar Boards, um das Beste aus einem Wintertag in Durban zu machen. Die beiden Schwaben-Brüder stellten sich bei ihrer ersten Surfsession trotz schlechter Bedingungen ziemlich talentiert an und waren sogar ein paar Mal auf dem Brett anstatt darunter zu finden. Auch die Weißen Haie, die seit einigen Wochen aufgrund abgebauter Netze freien Zugang zum Strand haben, blieben weiterhin draußen auf dem offenen Meer, was uns natürlich freute.

Nach unserem Strandmittag ging es in ein Restaurant, wo wir zum Abendessen die Spezialität Durban´s, nämlich Bunny Chow, aßen. Wenn ich wieder zurück in Deutschland bin, dann werde ich sicherlich mal zu einem Bunny Chow Abend einladen, obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass ich die „milde“ Schärfe nicht ganz so gut hinbekomme wie die südafrikanischen Inder. Vielleicht sollte ich mir deswegen eine Packung des schärfsten Curry-Pulvers mitnehmen, welches hier auf deutsch übersetzt „Schwiegermutter“ heißt.

Bevor der Abend mit einer kurzen Zockerrunde im Suncoast Casino abgeschlossen wurde, ging es aber erst noch zum heimischen Rugbyteam ins Absa Stadium, wo wir einen ungefährdeten 27:16-Sieg der Durban Sharks gegen den Tabellenführer Western Province sahen. Wenigstens hier im Stadion, das so steil gebaut ist, dass es in Deutschland mit Sicherheit verboten wäre dort Spiele auszutragen, beißen die Haie kräftig zu.

Ich bin auch immer wieder überrascht, dass sich beim Rugby kaum jemand verletzt, denn ich habe selten eine so körperbetonte Sportart gesehen, bei der die Spieler meist nicht einmal Schutzausrüstung tragen. Ok, ein Spieler wurde bewegungslos vom Platz getragen.

Anstatt am Sonntag zu relaxen ging es in die uShaka Marine World, einem Vergnügungspark mit jeder Menge Wasserrutschen, von denen wir selbstverständlich keine ausließen. Ganz im Gegenteil, es wurde solange gerutscht bis wir fast nicht mehr in der Lage waren die Treppen hochzusteigen. Ein ereignisreiches und auch sehr lustiges Wochenende für die Buben aus Deutschland.

Montags ging es wie jede Woche zum Fußball spielen, doch seit dem Weggang einiger Mitspieler kommen die „Rollers“ nicht mehr richtig in Fahrt, weswegen wir nach einem bomben Saisonstart mit 19:10 bereits die dritte Niederlage in Folge hinnehmen mussten. Wird also Zeit, das sich was dreht.

Die Arbeit besteht weiterhin ausschließlich aus Büroarbeit, was aber nicht weiter schlimm ist, da das Wetter in Durban zur Zeit durchaus wechselhaft ist, was bedeutet, dass ich mich morgens desöfteren entscheiden muss, ob ich denn nicht sogar auf die lange Jeans ausweiche.

Einziges Highlight, was allerdings nicht gerade positiv ist, war, dass gestern bereits zum vierten Mal in diesem Jahr bei uns im Büro eingebrochen wurde. Außer unserem neugekauften zweilagigem Klopapier und einem Stepper, den wir nach ein paar Stunden wieder bekommen hatten, wurde aber nichts gestohlen. Irgendwie wird bei jedem meiner Praktika eingebrochen. Auch während meines ersten Praxissemesters in Berlin wurde zweimal eingebrochen. Scheint wohl an mir zu liegen.

Gruß in die Heimat,
Daniel.

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